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18504 PORTO in Lissabon 10032014 C EckardtIm Mai 2013 wurde die ARION in PORTO umbenannt. Seitdem versuchte der neue Eigner das am Tejo in Lissabon aufgelegte Schiff mehrfach vergeblich zu verchartern. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

53 Jahre altes Kreuzfahrtschiff PORTO landet auf dem Schiffsfriedhof
Seit ein paar Jahren vollzieht sich ein Wandel in der weltweiten Kreuzfahrt, der Trend geht zu immer größeren oder exklusiveren Einheiten mit großen Balkonkabinen, viel Entertainment und Freizeitvergnügen wie großen Wasserrutschen oder sogar Go-Kart-Bahnen auf Hoher See. Schwere Zeiten für die verbliebenen Klassiker, die meist nur über sehr beengte Kabinen, geschweige denn Balkonkabinen noch über große Unterhaltungsmöglichkeiten verfügen. Denn hier stand die Seefahrt im Mittelpunkt. Ein weiterer, bis vor 20 Jahren auch in Deutschland gut bekannter Kreuzfahrtklassiker wird vermutlich Mitte Oktober seinen langjährigen Aufliegeplatz in Lissabon mit Kurs auf eine Abwrackwerft in der Türkei nehmen, das über 50 Jahre alte Kreuzfahrtschiff PORTO wurde an türkische Abbrecher verkauft. Damit verschwindet ein weiterer Kreuzfahrtoldie von der Bildfläche, der bis vor rund 20 Jahren einige recht erfolgreiche Jahre auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt verbrachte. Eigner der PORTO ist die portugiesische Reederei Portuscales Cruises, die zudem noch Eigner der ebenfalls in Lissabon aufliegenden FUNCHAL und der an CMV vercharterten ASTORIA ist. Auch für die 57 Jahre alte FUNCHAL, die vor ein paar Jahren umfangreich umgebaut wurde, wird schon seit Jahren vergeblich ein Abnehmer gesucht.
Die heutige PORTO ist nur 116 Meter lang, 16,54 Meter breit und mit 5.888 BRZ vermessen, wurde im Mai 1965 von der Brodogradiliste Uljanik Werft im damaligen Jugoslawien für die Reederei Jadranska Linijska Plovidba als ISTRA abgeliefert, die auch ein Schwesterschiff, die DALMACIJA, fertigte.
Die ISTRA verkehrte zunächst als 2-Klassen-Schiff auf 14-tägigen Kreuzfahrten mit maximal 330 Passagieren zwischen dem Mittelmeer und dem Nahen Osten. Beim Ausbruch des Sechstagekrieges 1967 wurden diese Routen jedoch stark verändert. Schon zur damaligen Zeit war die ISTRA bei den deutschen Reiseveranstaltern Seetours, Gastage oder Touropa in Charter und bei den deutschen Gästen sehr beliebt. Ab Mitte der 70er Jahre kam die ISTRA dann aber zumeist in der Karibik zum Einsatz, hingegen das Schwesterschiff DALMACIJA häufiger in norddeutschen Gewässern anzutreffen war.
Nach einem Verkauf an die russische Goring Shipping im Jahr 1993 wurde der Kreuzfahrer in ASTRA umbenannt und es wurden einige Umbauten durchgeführt, da man das Schiff auf dem europäischen Markt verchartern wollte. So verkehrte es auch einige Zeit für Neckermann Seereisen und starte unter anderem auch am Steubenhöft in Cuxhaven für Nordlandreisen. Nachdem die ASTRA im Jahr 1996 bei Neckermann durch eine größere ASTRA II ersetzt wurde, wurde das in ASTRA I umbenannte Schiff auf dem russischen Kreuzfahrtmarkt vermarktet. Auf einer Reise im Jahr 1997 in den Nahen Osten wurde das Schiff aufgrund ausstehender Zahlungen in Haifa an die Kette gelegt. Im Rahmen einer anschließenden Auktion konnte das Schiff dann 1999 verkauft werden. Es folgte eine Komplettrenovierung für rund 15 Millionen US-Dollar, dabei veränderte sich auch das Aussehen des Schiffes, so wurde unter anderem die Brücke und das Bootsdeck weiter nach vorn verbracht. Die neue hochwertige Inneneinrichtung wurde von den Innenarchitekten Arminio Lozzi und George Potamianos entworfen. Nach der Renovierung und Umbenennung in ARION erfolgte ein Einsatz für Araclia Management, Betreiber der Classic International Cruises, die aber im Jahr 2012 Insolvenz anmelden musste. Anfang 2013 erwarb die neue Reederei Poruscales Cruises des portugiesischen Investors Riu Alegre neben der FUNCHAL auch die ATHENA, PRINCESS DANAE und die ARION aus der Insolvenzmasse von Classic International Cruises die Kreuzfahrtklassiker. Im Mai 2013 wurde die ARION in PORTO umbenannt. Seitdem versuchte der neue Eigner das am Tejo in Lissabon aufgelegte Schiff mehrfach vergeblich zu verchartern.
Die ehemalige PRINCESS DANAE, Baujahr 1955, wurde schon vor drei Jahren von Portuscales Cruises unter dem letzten Namen LISBOA zum Verschrotten in die Türkei verkauft. In der heutigen Zeit sind die klassischen Kreuzfahrtschiffe eben nicht mehr gefragt. Christian Eckardt

 

18504 Crew Only Schild auf der Deutschland C EckardtCrew Only-Schild auf der DEUTSCHLAND. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Jobmesse für neue Crewmitglieder auf Kreuzfahrtschiffen startet am 11. Oktober 2018
Top-Unternehmen der Kreuzfahrtbranche mit hunderten Jobs in Bremerhaven
Am Donnerstag, 11. Oktober, startet in Bremerhaven erneut eine „Cruise Jobs & Hotel Career Lounge”. Veranstalterin Daniela Fahr holt dazu die Top-Unternehmen der Kreuzfahrtbranche in die Seestadt: TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises, MSC Kreuzfahrten, die ZDF-Traumschiffe von Phoenix Reisen oder auch der Flussreise-Anbieter A-ROSA sind neben anderen Reedereien mit Personalberatern vor Ort. Und bereits auf der Jobmesse werden Arbeitsverträge unterschrieben.
Denn es werden immer mehr und immer größere Kreuzfahrtschiffe weltweit gebaut und die Branche sucht hierfür dringend weitere Besatzungsmitglieder.
Erst vor ein paar Wochen wurde in Papenburg mit der AIDAnova das größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff getauft und an der Ostsee wird ein neuer Rekord verkündet, denn bei den MV Werften entsteht aktuell mit der GLOBAL 1 ein Neubau für 9.500 Passagiere. Parallel zu den Rekorden wächst die Zahl der Crew, denn es werden mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze in den kommenden Jahren auf See entstehen. Gesucht werden von der Einstiegs- bis zur Führungsposition Koch und Kellner, Barkeeper und Nautiker. Aber auch Kreuzfahrt-Quereinsteiger sind willkommen.
Daniela Fahr, Geschäftsführerin von Connect in Bremerhaven: „Kreuzfahrt-Quereinsteiger sind in der Branche gerne gesehen – denn dank neuer Attraktionen an Bord der Megaliner entstehen verstärkt neue Berufsfelder: So werden beispielsweise vermehrt Mitarbeiter für den Entertainment- und Technikbereich oder Fotografen und Kindergärtner angeheuert. Und natürlich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Shops, Sport- oder Spa-Einrichtungen.”

100.000 neue Crewmitglieder für 75 neue Kreuzfahrtschiffe
Bis zum Jahr 2022 stechen 75 neue Kreuzfahrtschiffe in See: Für diese Schiffsneubauten werden in den nächsten Jahren mindestens 100.000 neue Crew-Mitglieder benötigt – hinzu kommt die laufende Suche der Reedereien nach Mitarbeitern für die Hochsee- und Flusskreuzfahrtschiffe, die bereits im Einsatz sind.
Eine ideale Möglichkeit, von offenen Positionen zu erfahren und sich gleichzeitig direkt den Reedereien vorzustellen, ist die „Cruise Jobs & Hotel Career Lounge” in Bremerhaven. Die Messe ist auf Jobs für die Kreuzfahrtbranche spezialisiert und für Bewerber kostenfrei.

Bewerber können vor Ort Verträge für sofortigen Jobbeginn unterschreiben
Mit dabei sind über 15 Reedereien, die per sofort oder im Laufe des Jahres hunderte offene Stellen für mehr als 200 Hochsee- und Flussschiffe besetzen wollen. So können Bewerber in Bremerhaven sogar vor Ort Verträge für Jobs abschließen, die nur wenige Wochen später starten.

 

18504 Animation der SCARLET LADY der VirginVoyagesSo wird einmal die SCARLET LADY von Virgin Voyages aussehen. Animation: Virgin Voyages, Plantation, Florida


Virgin Voyages – die neue Reederei sucht zum ersten Mal Personal
Richard Branson gilt mit seiner Virgin-Firmengruppe als einer der visionärsten Unternehmer unserer Zeit. Jetzt startet Branson mit Virgin Voyages seine erste Kreuzfahrt-Reederei, lässt dazu drei Schiffe in Italien neu bauen – jedes mit 1.150 Besatzungsmitgliedern. Exklusiv und zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum sucht Virgin Voyages am 11. Oktober Personal in Bremerhaven im Rahmen der „Cruise Jobs & Hotel Career Lounge”.
Ergänzend zu den Jobangeboten der Kreuzfahrtbranche sucht im Rahmen dieser Jobmesse auch das Romantik Hotel Jagdhaus Eiden aus Bad Zwischenahn sowie das Steigenberger Hotel Treudelberg aus Hamburg unterschiedliche Positionen. Daniela Fahr weiß: „Es gibt deutlich mehr offene Stellen als Bewerber. Mit der großen und immer weiter steigenden Nachfrage wird es für Reedereien immer schwieriger, Crew-Mitglieder für alle Positionen an Bord zu finden. Insbesondere wegen des persönlichen Erstkontakts auf der Messe in Bremerhaven sind die Aussichten auf einen schnellen Vertragsabschluss wirklich sehr gut.”
Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen Connect ist heute Deutschlands größte Agentur für die Vermittlung von Fach- und Führungskräften an Bord von Kreuzfahrtschiffen, Privatyachten sowie in der Luxus-Hotellerie und Veranstalter der „Cruise Jobs & Hotel Career Lounge”. Heute zählen mehr als 30 weltweite Hochsee- und Fluss-Reedereien mit rund 1.000 Schiffen im 4- bis 5-Sterne-Segment zum festen Kundenstamm des Unternehmens: Von AIDA Cruises über Holland America Line, Cunard Line, NCL, Hapag-Lloyd, TUI Cruises bis zu Seabourn und Viking Cruises. Mehr als 56.000 qualifizierte Bewerber umfasst die Datenbank, 500 Positionen vermittelt Connect jährlich, Tendenz weiter steigend.

„Cruise Jobs & Hotel Career Lounge” in Bremerhaven
Daten und Fakten: Termin: Donnerstag, 11. Oktober 2018, 9.00 bis 16.00 Uhr. Homepage: www.careerjoblounge.de 
Wichtig: Zur „Cruise Jobs & Hotel Career Lounge” ist eine Anmeldung erforderlich. Das Ticket zur Jobmesse lässt sich dann im Anschluss an eine Online-Registrierung einfach ausdrucken. Christian Eckardt

 

18504 Mein Schiff 1 new 2 Foto Meyer TurkuDie neue MEIN SCHIFF 2 – im Bild die baugleiche MEIN SCHIFF 1 – bricht am 3. Februar 2019 vom winterlichen Bremerhaven
zu ihrer zwölftägigen Taufreise in Richtung Sonne auf. 
Foto: Meyer Turku Oy

 

Neue MEIN SCHIFF 2 wird von Carolin Niemczyk von Glasperlenspiel getauft
Taufreise des neusten TUI Cruises Schiffes wird zur Entdeckertour
„Ich wünsch dir noch ein geiles Leben, mit knallharten Champagnerfeten” heißt es in ihrem Song. Doch mit Letzterem ist es für Carolin Niemczyk am 9. Februar 2019 in Lissabon nicht getan: Als Taufpatin der neuen MEIN SCHIFF 2 muss die Sängerin von Glasperlenspiel dann unter Beweis stellen, dass sie nicht nur mit Champagner feiern, sondern auch Champagnerflaschen zum Zerspringen bringen kann. „Wie ich den Mechanismus auslöse, bleibt bis zur Zeremonie streng geheim. Aber ich verspreche: Ich werde alles geben, dass die Flasche auch zerschellt”, so die Musikerin, die bereits mit der Mein Schiff Flotte vertraut ist. „Wir sind im vergangenen Jahr auf der TUI Cruises Eventreise Schallwellen – Festival auf See an Bord der MEIN SCHIFF 3 aufgetreten und waren vom Schiff und Konzept begeistert. Umso mehr freue ich mich, dass ich jetzt die Ehre habe, die neue MEIN SCHIFF 2 zu taufen.”

Abenteuerlust und Aufbruchsstimmung bei Taufe und Taufreise
Eine Begegnung zwischen Columbus, Vasco da Gama und Sir Francis Drake? An Bord der neuen MEIN SCHIFF 2 treffen die größten Entdecker der Geschichte während der Taufshow im Hier und Jetzt aufeinander. Gemeinsam mit den Gästen sind sie „Auf Entdeckerkurs” und folgen dem Ruf der Ferne. „Lissabon steht für Entdecker und Aufbruchsstimmung. Und ohne zu viel zu verraten: Diese beiden Themen werden in das Taufevent und auch das Rahmenprogramm der Taufreise mit einfließen”, so Wybcke Meier, CEO von TUI Cruises.
Die neue MEIN SCHIFF 2 bricht am 3. Februar 2019 vom winterlichen Bremerhaven zu ihrer zwölftägigen Taufreise in Richtung Sonne auf. Nach Stopps in La Coruna/Spanien, Leixoes/Portugal, liegt sie für drei Tage in Lissabon. Zeit genug, um neben dem Taufevent auch die Hauptstadt Portugals zu genießen. Anschließend fährt die neue MEIN SCHIFF 2 über Cadiz/Spanien, Arrecife/Lanzarote bis nach Las Palmas/Gran Canaria. „Seetage und Hafentage halten sich auf dieser Reise die Waage: Uns war wichtig, dass unsere Mein Schiff Fans auch ausreichend Zeit haben, das Schiff zu erkunden”, so Wybcke Meier. Zusätzlich zum regulären Programm an Bord, können sich die Gäste auf ein erweitertes Unterhaltungsprogramm freuen.
Die Taufreise vom 3. bis 15. Februar 2019 der MEIN SCHIFF 2 inklusive Taufevent ist bereits buchbar.
Bislang gibt es noch keine Informationen von TUI Cruises, wo im Winter die Ausrüstung der neuen 317 Meter langen MEIN SCHIFF 2 erfolgen wird, denn der Neubau soll noch in diesem Winter in der eisfreien Zeit der Ostsee die Bauwerft im finnischen Turku verlassen. Beworben haben sich unter anderem Kiel und Bremerhaven als Ausrüstungshafen für den jüngsten Neubau von TUI Cruises, der vermutlich dann zum Jahreswechsel Kurs auf einen deutschen Hafen nehmen wird. Christian Eckardt

 

18504 Saga Pearl II 18092018 C EckardtNoch bis zum Sommer 2019 wird die SAGA PEARL II mit vornehmlich britischen Gästen über 50 Jahren noch für Kreuzfahrten aufbrechen, doch dann steht das Kreuzfahrtschiff vor einer unbekannten Zukunft. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Quo Vadis SAGA PEARL II?
Ehemalige ASTOR steht vor einer ungewissen Zukunft
Vor ein paar Tagen zeigte sich das Kreuzfahrtschiff SAGA PEARL II des britischen Kreuzfahrtveranstalters Saga Cruises an der Columbuskaje in Bremerhaven. Die Reise erfolgte in Vollcharter des National Trust for Scotland. Noch bis zum Sommer 2019 wird der Cruiser mit vornehmlich britischen Gästen, mit einem Alter über 50 Jahren, noch für Kreuzfahrten aufbrechen, doch dann steht das Kreuzfahrtschiff vor einer unbekannten Zukunft. Denn Saga Cruises erhält im nächsten Frühjahr seinen ersten Neubau, die wesentlich größere SPIRIT OF DISCOVERY mit einer Kapazität für 999 Passagiere von der Papenburger Meyer Werft. In diesem Zusammenhang wird der nunmehr 38 Jahre alte Kreuzfahrtklassiker bei Saga nach einer letzten 54-Nächte Kreuzfahrt nach Südafrika am 11. April 2019 in Portsmouth außer Dienst gestellt. Einen konkreten Interessenten für das Schiff gibt es bislang noch nicht. Denn das Kreuzfahrtschiff entspricht nicht mehr den heutigen Kundenwünschen, die vor allem Balkonkabinen buchen.
Seit fast 10 Jahren verkehrt das Kreuzfahrtschiff mit deutschen Wurzeln für Saga Cruises. Saga ersteigerte das Schiff im Jahr 2009 auf einer Auktion in Gibraltar. Am 16. Dezember 1980 lief das 164,34 Meter lange Kreuzfahrtschiff unter dem Baunamen HARMONIA in Hamburg bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft AG für die damalige HADAG Cruises Lines AG vom Stapel, die Ablieferung erfolgte dann aber unter dem bekannten Namen ASTOR.
Das Schiff war Anfang der 80er Jahre dem deutschen TV-Publikum bestens vertraut, denn an Bord wurden einige Folgen für das „ZDF-Traumschiff” gedreht. Das ursprünglich für 633 Passagiere ausgelegte Kreuzfahrtschiff gelangte dann aber schon im Jahr 1985 als ARKONA an die VEB Deutfracht/Seereederei Rostock und unternahm für den damaligen Feriendienst der DDR Urlaubsfahrten in der Ostsee und nach Kuba. Auch für die DDR-Fernsehserie „Luv und Lee” diente die ARKONA als Drehort. Ab 2002 erfolgte eine langjährige Vollcharter für den Bremer Veranstalter Transocean Tours unter dem Namen ASTORIA, Eigentümer war seit Anfang 2007 die niederländische Club Cruise Entertainment and Travelling Services Europe. Doch 2009 geriet Club Cruise, die zu diesem Zeitpunkt Eigentümer der vier Hochseekreuzfahrtschiffe VAN GOGH, ALBATROS, ALEXANDER VON HUMBOLDT II und der ASTORIA war, in finanzielle Schieflage und musste im weiteren Verlauf Insolvenz anmelden. Die ASTORIA befand sich zu diesem Zeitpunkt mit einer defekten Hauptmaschine in Barcelona in der Werft. Nach Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter wurde die ASTORIA im Juli 2009 nach Gibraltar geschleppt, wo vor dem dortigen Amtsgericht am 4. August die Versteigerung erfolgte. Nach einem umfangreichen Umbau, bei dem auch 16 Balkone an den Suiten angebaut wurden, kam das Schiff ab Mitte März 2010 unter dem Namen SAGA PEARL II für rund 450 Passagiere unter der Flagge der Bahamas zum Einsatz, zwischen 2012 und 2013 verkehrte es unter dem Namen QUEST FOR ADVENTURE.
Hinter dem Handelsnamen Saga steht das britische Kreuzfahrtunternehmen Acromas Travel Ltd. mit Sitz in Folkestone. Unter dem Dach der Acromas Travel arbeitet das Reiseunternehmen Acromas Holidays Ltd mit dem Handelsnamen Saga Holidays sowie die Schifffahrtstochter Acromas Shipping Ltd, die unter dem Handelsnamen Saga Shipping auftritt. Saga betreibt derzeit neben der SAGA PEARL II noch die SAGA SAPPHIRE. Das Unternehmen hat sich auf Serviceleistungen für Menschen ab 50 Jahren spezialisiert. Neben Urlaubsreisen und speziell Kreuzfahrten bietet die Reederei dieser Personengruppe auch Versicherungen und Gesundheitsleistungen an. Christian Eckardt

 

18504 WB Yeats Flensburg 26052018 C Eckardt 287Wann genau die W.B.YEATS nun abgeliefert wird und auf der Strecke zwischen Dublin und Cherbourg für Irish Ferries eingesetzt werden kann, wurde noch nicht kommuniziert. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

FSG-Fährschiffneubau W.B.YEATS verzögert sich weiter
Probefahrt nun erst im Oktober vorgesehen – noch kein konkreter Ablieferungstermin
Die Fertigstellung des Fährschiffes W.B. YEATS für die Irish Continental Group (ICG) von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) verzögert sich weiter. Schon im Sommer wurde der ursprüngliche Ablieferungstermin von der Werft von Juli auf September verschoben. Wie die Werft jetzt mitteilte, ist der Innenausbau der öffentlichen Schiffsbereiche nahezu abgeschlossen. Als nächstes werde die elektrische Systeminstallation an der 194,90 Meter langen und 31,60 breiten Fähre mit der Baunummer 771 abgeschlossen. Im Anschluss daran ist dann die erste Probefahrt des Fährschiffes mit einer Vermessung von 54.975 BRZ geplant.
Schon zuvor hatte sich die Ablieferung der rund 150 Millionen Euro teuren Fähre durch eine verzögerte Lieferung von Komponenten verschoben. Wann genau die Fähre nun abgeliefert wird und auf der Strecke zwischen Dublin und Cherbourg für Irish Ferries eingesetzt werden kann, wurde aber noch nicht kommuniziert.
Der Schiffbauvertrag für die Fähre wurde im Mai 2016 geschlossen. Der erste Stahlschnitt erfolgte im April 2017, die Kiellegung im September 2017. Der Rumpf lief am 19. Januar 2018 erfolgreich in Flensburg vom Stapel, anschließend wurden die in Polen produzierten Passagierblöcke mittels Schwimmkran auf den Rumpf aufgesetzt und angeschweißt.
Auf den Fahrzeugdecks der W.B.YEATS, benannt nach dem irischen Dichter William Butler Yeats (1865-1939), können später bis zu 1.200 Autos bzw. bis zu 1.645 LKW oder Trailer bei 2.800 Spurmeter transportiert werden. Der Neubau bietet Platz für bis zu 1.885 Passagiere in 455 Kabinen einschließlich Luxussuiten mit eigenen privaten Balkonen, auf vier Decks. Weitere Einrichtungen umfassen eine Club-Class-Lounge, à la carte und Selbstbedienungsrestaurants, Bars und Lounges, ein Kino, ein Einkaufszentrum, einer Auswahl an Bars und Lounges sowie exklusive Bereiche für Frachtfahrer. Für Haustierbesitzer werden spezielle Einrichtungen für den Transport der Tiere an Bord zur Verfügung gestellt.
Bei der W.B.YEATS handelt es sich um die erste von zwei Passagierfähren, die FSG für ICG abliefern wird. Um die Verspätungen zu überwinden, hatte die FSG nach eigenen Angaben zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt und bezahlt seither die Lieferanten der zweiten Ebene direkt. Christian Eckardt

 

18504 PhoenixReisen MS AMERA RetuscheNach Auskunft von Phoenix Reisen fügt sich die AMERA perfekt in die übrige türkisfarbene Phoenix-Flotte ein.
Animation: Phoenix Reisen, Bonn

Erste Kreuzfahrten mit der AMERA ab August 2019 buchbar
Im nächsten Jahr erwartet Phoenix Reisen bekanntermaßen Schiffszuwachs, die AMERA bereichert ab 2019 die türkisfarbene Flotte. Ab sofort sind die ersten Kreuzfahrten ab Mitte August 2019 online buchbar auf www.PhoenixReisen.com. Als Basishafen für die Nordland- und Ostseereisen dient dabei der langjährige Ausgangshafen für die Phoenix-Flotte, die Columbuskaje in Bremerhaven.
Wie der deutsche Kreuzfahrtveranstalter Phoenix Reisen aus Bonn bereits im Sommer mitteilte, wurde das 30 Jahre alte Kreuzfahrtschiff PRINSENDAM der Holland America Line (HAL) erworben und wird ab dem nächsten Jahr in seiner Flotte als fünftes Schiff integriert. Bestandteil des Vertrags ist auch, dass mit HAL eine sogenannte vorübergehende „Sale-and-lease-back-Vereinbarung” unterzeichnet wurde. Wie das Tochterunternehmen der amerikanischen Carnival Corp. erklärte, werde die 204 Meter lange und 32,32 Meter breite PRINSENDAM (IMO 8700280) bis zum Sommer 2019 noch in Charter fahren. Dadurch werde gewährleistet, dass die bereits geplanten und gebuchten Reisen bis Mitte 2019 problemlos durchgeführt werden können.
Vom 1. September 2019 an werden die geplanten Reisen dann von den zur HAL-Flotte gehörenden Einheiten ROTTERDAM (1997), VOLENDAM (1999) und VEENDAM (1996) übernommen. Die Übernahme der PRINSENDAM unter dem neuen Namen AMERA erfolgt im Juli 2019. Bevor der mit 39.051 BRZ vermessene Cruise-Liner für Phoenix Reisen ab Mitte August 2019 in Fahrt geht, ist noch ein Werftbesuch geplant. Derzeit gibt es aber hierzu noch keine Informationen, wo dieses durchgeführt wird. In der Vergangenheit lagen die Schiffe von Phoenix sowohl bei Blohm + Voss in Hamburg als auch bei der Lloyd Werft in Bremerhaven im Dock. Während der Werftzeit erhält das Schiff ein neues, auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtetes Outfit, so entfällt das bisherige Kasino und die Restaurants, Bars und Lounges werden komplett neu konzipiert.
Nach Auskunft von Phoenix fügt sich das Kreuzfahrtschiff perfekt in die übrige Phoenix-Flotte ein. Sie setzt sich aktuell aus der DEUTSCHLAND, der AMADEA, der ALBATROS und der ARTANIA für das Segment Hochseekreuzfahrten zusammen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Flusskreuzfahrten an. Zur Philosophie des Anbieters gehört der Einsatz von Kreuzfahrtschiffen „in überschaubaren Größen”. Das Unternehmen wurde 1973 von Johannes Zurnieden zunächst als Reiseunternehmen für Städtereisen gegründet. Ab 1988 erfolgte mit der damaligen MAXIM GORKIY die Fokussierung auf das Hochseekreuzfahrtsegment.
Seit heute, 13.09.2018, sind die ersten AMERA-Kreuzfahrten online buchbar auf
https://www.phoenixreisen.com/?pm=uebersicht&source=searchform&searchSHIPIDs=1000228

 

18504 AIDAluna 12052012 Hamburg C EckardtDer Kapitän und die Crew von AIDAluna hatten umgehend und in enger Abstimmung mit den örtlichen zuständigen Behörden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

AIDA Cruises veröffentlicht Statement zum vermissten deutschen Sänger
Wie AIDA Cruises am 11. September mitteilte, wurde von der Canadian Coast Guard die Suche nach dem vermissten Daniel Kaiser-Küblböck eingestellt. Seit Sonntag früh (Ortszeit) waren Rettungskräfte in der Labrador See etwa 110 Seemeilen nördlich von St. John’s (Kanada) rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Die Suche blieb leider ohne Erfolg.
Der Kapitän und die Crew von AIDAluna hatten umgehend nach dem Vorfall und in enger Abstimmung mit den örtlichen zuständigen Behörden alle erforderlichen Rettungsmaßnahmen eingeleitet.
AIDA Cruises und die Besatzung von der AIDAluna sind tief betroffen über den tragischen Vorfall. „Unser Mitgefühl in dieser schwierigen Zeit gilt ganz besonders der Familie des Vermissten”. Das AIDA Care Team steht in Kontakt mit den Angehörigen, um erforderliche Unterstützung zu bieten.
Die AIDAluna befindet sich jetzt auf dem Weg nach Halifax. Dort machte das Schiff am 11. September 2018 um 8 Uhr Ortszeit fest. AIDA Cruises kooperiert vollumfänglich mit den Behörden und hat seine uneingeschränkte Zusammenarbeit für die laufenden Ermittlungen in diesem tragischen Fall zugesichert.
Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten zusammen 80 Stunden lang eine Fläche von 1.227 Quadrat-Seemeilen abgesucht. „Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden”, sagte Mark Cough, Sprecher der kanadischen Küstenwache. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.
Die Familie des im Atlantik vermissten Daniel Kaiser-Kühblbock gibt aber die Hoffnung nicht auf: „Wir denken mit all unserer Kraft und Liebe an Daniel und hoffen auf ein großes Wunder”, heißt es in einer Stellungnahme, die Angehörige und enge Freunde auf der Internet-Seite des 33jährigen veröffentlichten. Man bitte darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und der Familie Ruhe zu gewähren. „Wir, die Familie, Angehörige und enge Freunde, sind tief bestürzt und haben derzeit keine Kraft, die Vorfälle zu kommentieren.”
Kaiser-Küblböck, geboren in Hutthurm bei Passau, wurde 2002/03 mit der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar” bekannt. Vor drei Jahren nahm er als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show „Let’s Dance” teil.
Das Schicksal von Daniel Kübelböck ist aber kein Einzelfall, denn im Schnitt verschwinden jährlich rund 20 Personen von Kreuzfahrtschiffen, wie kürzlich Professor Ross Klein von der kanadischen Universität Neufundland erklärte, der seit 2000 insgesamt 315 solcher Fälle untersuchte. Ein Teil der Vermisstenfälle sei auf Suizide zurückzuführen, so der Experte, andere Fälle seien das Resultat unglücklicher Unfälle, oft als Folge von Alkoholmissbrauch. „Besorgniserregend ist jedoch, dass es in rund 30 Prozent aller Fälle keinen Anhaltspunkt gibt, was mit den Passagieren geschehen sein könnte”, sagte Klein. Für die Hinterbliebenen bedeutet dies in den folgenden Jahren eine quälende Ungewissheit.

18504 MV W Kiellegung Global Class RostockMit 2.500 Kabinen bieten die Schiffe bei Doppelbelegung Platz für 5.000 Passagiere, während der Ferienzeiten in Asien sogar für bis zu 9.500 Passagiere. Foto: MV Werften, Wismar

 

Kiellegung für das erste Schiff der Global-Klasse bei MV Werften
Mit 204.000 BRZ und 2.500 Suiten und Kabinen wird es das größte Kreuzfahrtschiff sein, das jemals in Deutschland gebaut wurde – mit der modernsten digitalen Technologie. Am 11. September 2018 erfolgte bei den MV Werften in Rostock die Kiellegung der ersten Sektion des Dream-Cruises-Flaggschiffes der so genannten Global Class mit der Baunummer 125. Die erste Sektion ist 22 Meter lang, über 26 Meter breit, 410 Tonnen schwer – schon die Dimensionen dieser ersten Sektion lassen Großes erahnen. Was da bei den MV Werften in Rostock auf Kiel gelegt wurde, wird das größte Kreuzfahrtschiff, das jemals in Deutschland gebaut wurde.
Rund eintausend Werftmitarbeiter, Partner sowie Gäste aus Wirtschaft und Politik folgten der Einladung zur Kiellegung ins Baudock. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Wirtschaftsminister Harry Glawe, Genting Hong Kongs Vorstandsvorsitzender und CEO Tan Sri Lim Kok Thay, Group-Präsident Colin Au, Dream-Cruises-Präsident Thatcher Brown und Peter Fetten, Geschäftsführer der MV Werften legten die traditionellen Glücksmünzen auf die Pallung, bevor der 95 Meter hohe Bockkran die Sektion absenkte.
„Der Bau von Kreuzfahrtschiffen ist eine Herausforderung, vor allem aber eine große Chance für MV Werften”, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. „Er eröffnet auch vielen Zuliefererbetrieben bei uns im Land neue Möglichkeiten. Ich freue mich sehr, dass alle drei Standorte – Wismar, Stralsund und auch Rostock Warnemünde – vom neuen Kurs der Werften profitieren.”
„Die Global Class wurde vom Kiel aufwärts komplett für den Asiatischen Markt konzipiert, d.h. mit spannenderen öffentlichen Areas und größeren Kabinen als auf bisherigen Kreuzfahrtschiffen, unterstützt durch weltweit führende Spitzentechnologie und digitale Systeme, wie sie technikaffine Asiaten gewohnt sind”, sagte Tan Sri Lim Kok Thay. „Eine Werft zu besitzen, bedeutet mehr Flexibilität bei der Integration der neuesten technischen Fortschritte für MV Werften, um das beste Kreuzfahrtschiff der Welt zu bauen.", fügte er hinzu.
Peter Fetten, Geschäftsführer MV Werften sagte: „Bei uns entsteht wahrlich Großes. Der erste ‚Gigant aus MV‘ erreicht nach intensiver Design- und Konstruktionsphase mit der heutigen Kiellegung die nächste Phase im Produktionsprozess, die Dockmontage. Wir danken allen Mitarbeitern und Partnern für die bereits geleistete Arbeit an diesem anspruchsvollen Schiff und freuen uns auf die weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Genting und Dream Cruises.”
Das 342 Meter lange, über 46 Meter breite und 204.000 Bruttoraumzahl (BRZ) große Schiff entsteht in geteilter Bauweise an den beiden Standorten in Rostock und Wismar. In Rostock wird das 220 Meter lange Mittschiff gefertigt. Es wird 2019 nach Wismar verschifft, wo Bug und Heck sowie die Aufbauten montiert werden. Dort werden auch die 2.500 Passagierkabinen eingebaut, die bei MV Werften Fertigmodule in Wismar produziert wurden. Insgesamt sind rund 600 Firmen am Bau der „Giganten aus MV” beteiligt. Die Ablieferung des ersten noch namenlosen Schiffes ist für Frühjahr 2020 geplant, ein zweites im Sommer 2021.
Die Schiffe der Global Class sind für den rasant wachsenden asiatischen Markt konzipiert. Sie werden von der Reederei Dream Cruises, die ebenfalls zur Genting-Familie gehört und weltweite Kreuzfahrten anbietet, betrieben. Zu den Ausstattungen werden ein Themenpark, inklusive einer Achterbahn mit virtueller Realität, ein Multiplex-Kino, ein asiatischer Spa-Bereich ergänzend zu einem europäischen Spa, zahlreiche Shopping-Möglichkeiten sowie authentische asiatische als auch Fast-Food-Restaurants gehören. Mit 2.500 Kabinen bieten die Schiffe bei Doppelbelegung Platz für 5.000 Passagiere, während der Ferienzeiten in Asien sogar für bis zu 9.500 Passagiere, inklusive umfassender lebensrettender Einrichtungen und breiter Feuertreppen. www.mv-werften.com

18504 PONANT Le Commandant Charcot Ponant Animation Stirling Design InternationalLE COMMANDANT CHARCOT – mit dieser Namensgebung würdigt Ponant den „Gentleman der Pole”, der sein Leben voll und ganz der Polarforschung gewidmet hat. Animation: Stirling Design International, Nantes

Flottenzuwachs von Ponant ist ein Tribut an den französischen Polarforscher Jean-Baptiste Charcot
Eine Hommage an den berühmten französischen Entdecker Jean-Baptiste Charcot (* 15. Juli 1867; † 16. September 1936) ist der Name des ersten Luxuskreuzfahrteisbrechers der französischen Reederei Ponant: LE COMMANDANT CHARCOT. Mit dieser Namensgebung würdigt das Kreuzfahrtunternehmen den „Gentleman der Pole”, der sein Leben voll und ganz der Polarforschung gewidmet hat und als einer der Ersten, die südlichen und nördlichen Polargebiete erforschte. Zwischen 1903 und 1910 unternahm er zwei Entdeckungsfahrten in die Antarktis. Seine Entdeckungen auf den Gebieten der Biologie, Geologie und Meteorologie spielen bis heute eine wichtige Rolle bei der Untersuchung des Klimawandels. Umso bedeutender die Namenswahl von Ponant: Denn der Luxuseisbrecher setzt dank seines Flüssigerdgas- und Hybrid-Elektroantriebs nicht nur Maßstäbe im Umweltschutz, sondern kann auch mittels des bordeigenen wissenschaftlichen Labors Missionen und Forschungsarbeiten im Bereich Ozeanografie durchführen.
Ab 2021 nimmt der Luxuseisbrecher seinen Dienst auf. Buchungsstart ist der 4. April 2019, Vormerkungen sind bereits seit dem 6. September 2018 möglich. Die Gäste haben dann die Möglichkeit, den geografischen Nordpol, unzugängliche Teile der Antarktis, wie das Rossmeer, die Charcot-Insel und die Peter-I.-Insel, oder auch den äußersten Nordosten von Grönland zu entdecken.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Konzeption
Mit dem Flottenzuwachs präsentiert die französische Kreuzfahrtreederei eine wahre Weltneuheit. Das neueste Schiff von Ponant ist das weltweit erste Luxuskreuzfahrtschiff mit Eisklasse PC 2. Somit können Passagiere erstmals die extremen Zonen der nördlichen und südlichen Hemisphäre mit höchstem Komfort bereisen. Die 150 Meter lange und 28 Meter breite LE COMMANDANT CHARCOT entsteht auf der Vard-Werft, einer norwegischen Tochtergesellschaft des italienischen Schiffbauers Fincantieri, unter der Baunummer 887 zu einem Preis von rund 320 Millionen US-Dollar. Ausgestattet wird der vom Bureau Veritas klassifizierte 30.000 BRZ-Neubau mit Flüssigerdgas- (LNG) und Hybrid-Elektroantrieb, setzt der neue Kreuzfahrteisbrecher Maßstäbe im Umweltschutz.
Für die maximal 270 Passagiere stehen insgesamt 135 Kabinen und Suiten mit Balkon zur Verfügung, davon 68 Suiten mit Fensterfront und privater Terrasse. 187 Besatzungsmitglieder werden sich um das Wohl der Gäste, so auch in den drei Restaurants an Bord, sorgen. Neben 16 bordeigenen Zodiac-Schlauchbooten wird der Neubau auch 2 Helikopter mit sich führen.
Die französische Kreuzfahrtreederei Ponant, der nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Luxusexpeditions-Kreuzfahrten ist, wurde 1988 von Jean Emmanuel Sauvée und einem Dutzend Offiziere der französischen Handelsmarine gegründet. Die Reederei steht heute für höchsten Komfort an Bord, sowie französische Lebensart. Dank der kleinen Kreuzfahrtschiffe mit Yachtcharakter gewährt Ponant Reiseerlebnisse in die abgelegensten Regionen der Welt. www.ponant.com · Christian Eckardt

 

18504 Gaeste aus Leipzig freuen sich am CCCB auf die ausgebuchte Full Metal Cruise C EckardtGäste aus Leipzig freuen sich am CCCB auf die ausgebuchte Full Metal Cruise. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Siebte Full-Metal-Cruise startet voll ausgebucht in Richtung England
2.500 Metalheads aus ganz Deutschland stürmen die MEIN SCHIFF 3
Schwarz war die Farbe des Tages im Columbus Cruise Center in Bremerhaven, denn rund 2.500 Fans der Heavy-Metal-Szene aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz checkten am vergangen Sonntag (2. September) auf der MEIN SCHIFF 3 von TUI Cruises ein. Die bereits legendäre und Europas lauteste Kreuzfahrt, die Full Metal Cruise geht schon in die siebte Runde und fand nun zum ersten Mal auf der MEIN SCHIFF 3 statt. Schon am frühen Vormittag zogen die ersten Fans in Richtung Kreuzfahrtterminal, statt Hartschalenkoffer wurden meist Rücksäcke mitgeführt. Statt Hemd mit Sakko meist nur schwarze T-Shirts – mehr braucht ein Metal-Fan wohl auf einer Kreuzfahrt nicht.
Als um die Mittagszeit die Einschiffung startet, waren die ersten Bierkisten am Verkaufstresen im Terminal schon ausverkauft – der Veranstalter hatte schon vorgewarnt, dass die Fans schon vor der Einschiffung großen Durst haben und man genügend Gerstensaft vorrätig haben sollte.
Die Crew von TUI Cruises sowie von ICS Festival Service GmbH, langjähriger Veranstalter des Heavy Metal Festivals „Wacken Open Air”, verwandelten die MEIN SCHIFF 3 für die Überfahrt auf der Nordsee erneut in ein Metal-Meer, denn auf dieser Reise können die Metalheads headbangen und Luftgitarre spielen bis die MEIN SCHIFF 3 bebt. Der Verlauf der Reise, von Bremerhaven über Invergordon und Newcastle upon Tyne wieder zurück nach Bremerhaven, ist fast sekundär, wobei es auf dieser Reise sogar zwei volle Seetage gibt. Auf insgesamt drei Bühnen und zahlreichen Venues präsentieren sich an Bord hochkarätige Bands der Heavy-Metal-Szene. Das umfangreiche Rahmenprogramm der Reise mit 70 Gastkünstlern mit Comedy, Metal-Karaoke, Meet and Greet mit den Stars, Lesungen, Kino, Tätowierer, Metal-Wellness und Musik-Workshops, lässt jedes Heavy-Metal-Herz höherschlagen.
Auch die über 1.000 Mann starke Crew ist schwer angetan von den Freunden der harten und härtesten Musik. Egal wen man fragt, ob Kellnerin oder nautische Crew, alle freuen sich auf die Metalheads. Sie seien immer freundlich, nie ungeduldig, äußerst genügsam und stets für einen dummen Spruch zu haben. Und die Metallfans bekommen genau das, was sie bestellt haben: so viel Musik, Essen und Getränke, wie sie nur wollen zum Festpreis All-Inclusive, es ist der metallische Himmel auf Erden zum einem Preis ab 1.300 € pro Personen in der Doppelkabine. An Bord stehen nun alle paar Meter riesige Sektkühler, bis zum Rand gefüllt mit Bierdosen. Sekt und Wein sind auf dieser Reise eher nicht so gefragt. 27.000 Liter Fassbier und 45.000 Dosenbier, 900 Kilogramm Currywurst und 2,5 Tonnen Pommes sowie rund 700 Flaschen Rum und 800 Flaschen Whiskey wurden zuvor im Proviantraum des Kreuzfahrtschiffes gebunkert, diese Mengen sind inzwischen Erfahrungswerte bei TUI Cruises, die diese Themenkreuzfahrt seit 2013 sehr erfolgreich veranstaltet. Die Fahrten sind jedes Mal in Windeseile ausverkauft, noch nie blieb eine Kabine leer. Neben dem Proviant sind natürlich die Künstler das wichtigste, zuvor mussten aber erst sechs LKW vorfahren, um die Bühnentechnik mit Hilfe eines Ladekrans an Bord zu bringen. Und bei dieser Fahrt sind einige Künstler dabei, die nicht nur Heavy-Metal-Fans kennen: So stieg der Comdian Bülent Ceylan an Bord, oder auch die norddeutsche Band „Torfrock”,
Wenn auch für Außenstehende diese Art der Kreuzfahrt grotesk erscheinen mag, sind diese Reisen inzwischen für die Tourismusbranche längst Alltag. Seit die MAJESTY OF THE SEAS im Jahr 2011 zur ersten Motto-Kreuzfahrt „70.000 Tons Of Metal” in die Karibik auslief, haben Reiseanbieter die Metalfans als Zielgruppe voll für sich entdeckt. Mittlerweile gibt es jährlich diverse Kreuzfahrten auf den Weltmeeren, Indoor-Festivals in Feriensiedlungen wie „Metal Hammer Paradise” am Weißenhäuser Strand oder „Full Metal Mountain”-Skiurlaub in Kärnten.
In den kommen Tagen werden jedenfalls die Headbanger mit Kapitänsmützen oder schwarzer Lederjacke auf dem Pooldeck das Sagen haben, wobei das Publikum alterstechnisch sehr gemischt ist. Vom Jugendlichen bis zum Rentner. So auch der 40jährige Sebastian Augustin aus Zürich, der voll im Altersschnitt für derartige Reisen liegt, und der nun schon die dritte Full-Metal-Cruise zusammen mit seinem 67jährigen Vater buchte. Vielleicht auch wieder im nächsten Jahr, dann geht es Ende April 2019 von Palma de Mallorca auf der MEIN SCHIFF 6 durch das Mittelmeer. www.tuicruises.com · Christian Eckardt

18504 PM Tauf Feuerwerk AIDAnova Foto AIDA CruisesDie AIDAnova wurde vor der Werfthalle in Papenburg mit Licht- und Lasereffekten eindrucksvoll in Szene gesetzt. 
Foto: AIDA Cruises, Rostock

 

25.000 feiern Taufe der AIDAnova in Papenburg

Das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises hat am Freitagabend, 31. August, sein neuestes Schiff, die AIDAnova getauft. Auf dem komplett ausverkauften AIDA Open Air fand auf dem Gelände der Meyer Werft in Papenburg vor 25.000 Zuschauern die spektakuläre Taufshow statt. Gekrönt wurde der Abend mit der größten Solo-Show von Star-DJ und Producer David Guetta.
„Die Taufe von AIDAnova war ein besonderes Ereignis an einem besonderen Ort: Wir freuen uns sehr, dass wir das AIDA Open Air in Papenburg auf dem Gelände der Meyer Werft feiern konnten und damit die Begeisterung für unser neues Schiff mit so vielen Menschen geteilt haben. Gleichzeitig war das Event ein Dankeschön an unseren Partner, die Meyer Werft, und an die vielen tausend Menschen, die dazu beitragen, dass mit AIDAnova bereits das achte AIDA Kreuzfahrtschiff an der Ems entsteht”, sagte AIDA Präsident Felix Eichhorn.
Die AIDAnova wurde vor der Werfthalle in Papenburg mit Licht- und Lasereffekten eindrucksvoll in Szene gesetzt. Mit einer beeindruckenden Lasershow erwachte das Schiff zum Leben. Die 20 mehrfarbigen Laser-Projektoren, über 300 Stroboskope sowie mehr als 100 Scheinwerfer und Spotlights ließen das Schiff erstrahlen. Wasser-Akrobaten stiegen mit ihren leuchtenden Flyboards in 20 Meter Höhe auf, glitten über die Wasseroberfläche und warfen mit erstaunlichen Stunts Fontänen in die Luft.
Ein weiteres Novum: Erstmals taufte keine einzelne Taufpatin das Schiff, sondern eine ganze Familie: Asad (33) und Sonja (31) Mirza mit ihren Kindern Adrian (3) und Sophia (2) aus Hanau. Mama Sonja sprach den Taufspruch.
„Liebes Patenkind, herzlich willkommen in der AIDA Familie. Du bringst die ganze Welt an einem Ort zusammen und Du wirst viele kleine und große Gäste glücklich machen. Wir taufen dich auf den Namen AIDAnova und wünschen dir, deinen Gästen und deiner Crew allzeit gute Reise und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.”
Zielsicher landete die Hand von Taufmama Sonja auf dem Buzzer und die Champagnerflasche zerschellte am Bug. Ein Laser-Welleneffekt brachte den Mund von AIDAnova zum Lächeln und das Auge zum Zwinkern. Anschließend erhellte ein beeindruckendes Höhenfeuerwerk den Himmel über der AIDAnova in goldenen Farben, bevor das Konzert-Highlight des Abends startete.
Mit einem regelrechten Chart-Feuerwerk brachte der Star-DJ und Producer David Guetta die begeisterten Zuschauer mit Songs wie „I Gotta Feeling”, „Flames” oder „When Love Takes Over” zum Mittanzen. Die perfekt inszenierte Laser- und Pyroshow rundete das Live-Konzert-Erlebnis ab.
Nach derzeitiger Planung, die die AIDAnova Ende September auf ihre erste kurze Reise gehen und über die Ems Kurs auf Eemshaven in den Niederlanden zur Endausrüstung und Seeerprobung nehmen. AIDA wird das neue Schiff am 15. November 2018 in Bremerhaven von der Meyer Werft übernehmen. An diesem Tag werden auch die ersten Gäste erwartet, die sich auf eine große Vielfalt an neuen Kulinarik- und Entertainmentangeboten freuen können, wie beispielsweise eine Street Food Meile zum Schlemmen, das erste schwimmende TV Studio oder das Time Machine Restaurant. Das beliebte Theatrium, der Aktivbereich Four Elements mit Klettergarten und Wasserrutschen sowie der Beach Club zum Entspannen sind an Bord von AIDAnova natürlich ebenfalls zu finden. Außerdem an Bord: ein rund 3.500 Quadratmeter großer Wellnessbereich, Outdoor-Fitnessstudio, eine Penthouse Suite über zwei Decks, Singlekabinen, 17 Restaurants und 23 Bars.
Mit der AIDAnova geht das weltweit erste Kreuzfahrtschiff auf große Fahrt, das mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betrieben werden kann, im Hafen und auf See. Bis 2023 folgen zwei weitere AIDA Schiffe dieser neuen Generation, die ebenfalls auf der Meyer Werft in Papenburg gefertigt werden. Weitere Informationen und Filme zum LNG-Betrieb und dem Umweltengagement von AIDA Cruises sind im aktuellen AIDA Nachhaltigkeitsbericht auf www.aida.de/aidacares zu finden.
In ihrer Premierensaison bereist die AIDAnova ab Mitte Dezember 2018 auf siebentägigen Kreuzfahrten die Inselwelt der Kanaren und Madeira. www.aida.de · Christian Eckardt

18504 vor der Taufe Kapitaen Boris Becker mit der Tauffamilie vor der AIDAnova Foto Aida CruisesErstmals taufte keine einzelne Taufpatin das Schiff, sondern eine ganze Familie: Asad (33) und Sonja (31) Mirza aus Hanau mit ihren Kindern Adrian (3) und Sophia (2), das Model Franziska Knuppe und AIDAnova-Kapitän Boris Becker. Foto: AIDA Cruises, Rostock

18504 200.000 Kreuzfahrtgast am CCCB in Bremerhaven 31082018 C EckardtMit einem Blumenstrauß sowie einem Übernachtungsgutschein im Amaris-Hotel wurden Sie von Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und Karen Reinke vom Terminalbetreiber als 200.000 Fahrgäste am Columbus
Cruise Center (CCCB) in diesem Jahr begrüßt. 
Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Columbus Cruise Center begrüßt 200.000 Kreuzfahrtgast in diesem Jahr
In den vergangen 15 Jahren gingen rund 1.3 Millionen Gäste in der Seestadt an Bord

Damit hatte das Ehepaar Delesen aus Erkrath in Nordrhein-Westfalen beim Fahrtantritt zu einer 13-tägigen Ostseereise mit der ALBATROS von Phoenix Reisen in Bremerhaven gar nicht gerechnet: Mit einem Blumenstrauß sowie einem Übernachtungsgutschein im Amaris-Hotel wurden Sie von Oberbürgermeister Melf Grantz und Karen Reinke vom Terminalbetreiber als 200.000 Fahrgäste am Columbus Cruise Center (CCCB) in diesem Jahr begrüßt. Bislang wurden noch nie so viel Gäste hier in einer Saison abgefertigt, wobei ja noch rund 20 Abfahrten in diesem Jahr an der Columbuskaje bis Dezember erfolgen.
Damit setzt das CCCB seine überaus positive Entwicklung seit den letzten Jahren fort. Schon nach einer erfolgreichen Saison 2017 mit 84 Schiffsabfahrten und 166.000 Passagieren werden in diesem Jahr insgesamt rund 230.000 Passagiere bei mehr als 110 Abfahrten erwartet. Größter Kunde von den Passagierzahlen ist dabei TUI Cruises, die in den Sommermonaten regelmäßig mit der MEIN SCHIFF 3 und MEIN SCHIFF 5 zu Gast war. Die meisten Anläufe absolvierte wieder der langjährige Kunde Phoenix Reisen, wobei am 25. Juli alle vier Schiffe des Veranstalters aus Bonn, die DEUTSCHLAND, ALBATROS, AMADEA und ARTANIA zeitgleich an der Pier lagen. Auch Costa Kreuzfahrten ist in diesem Jahr wieder regelmäßiger Gast und steuerte alle zehn Tage das Terminal an der Unterweser mit der COSTA MEDITERRANEA mit internationalen Gästen, aber auch deutschen Gästen an.
Neben dem Neubau der Meyer Werft, der NORWEGIAN BLISS, die im April von Bremerhaven zu einer Kurzreise nach Southampton startete, wird im November ein weiterer Meyer-Neubau erwartet: Die AIDAnova von AIDA Cruises. Das neueste und derzeit umweltfreundlichste Kreuzfahrtschiff mit Flüssigerdgasantrieb (LNG) wird nach der Ablieferung am 15. November voll ausgebucht mit rund 5.000 Passagieren von Bremerhaven zu einer Kurzreise nach Oslo und Hamburg starten.
Einen groben Überblick für das kommende Jahr gab Karen Reinke vom CCCB, dass zumindest die Gästezahlen, die über das Terminal in Bremerhaven abgefertigt werden, ungefähr auf dem diesjährigen, hohen Niveau verbleiben werden. Konkrete Angaben zu den erwarteten Schiffsanläufen im nächsten Jahr werden vom Terminal erst zum Jahresanfang 2019 veröffentlicht.

Bremerhaven, Deutschlands traditioneller Kreuzfahrthafen
Mehr als sieben Millionen Menschen wanderten über Bremerhaven seit seiner Gründung im Jahre 1827 nach Nordamerika aus und schon im Jahr 1890 wurde die erste Kreuzfahrt in Deutschland von Bremerhaven aus durchgeführt. 1890 annoncierte der Norddeutsche Lloyd eine Fahrt nach Norwegen und zum Nordkap, wobei diese Reise nicht als „Kreuzfahrt”, sondern als „Lustfahrt” bzw. „Vergnügungsreise” angepriesen wurde.
Nach dem Ende der Transatlantikreisen von Bremerhaven nach Nordamerika setzten ab Mitte der 1960er Jahre immer mehr Reedereien auf die Kreuzfahrten und bis Mitte der 90er Jahre war die Seestadt sogar Deutschlands größter Kreuzfahrthafen, noch weit vor Hamburg. Deutsche Kreuzfahrtanbieter wie Hapag-Lloyd, Transocean, Delphin, Neckermann und Phoenix Reisen haben an der Columbuskaje ihre Wurzeln. Konkrete Zahlen über die hier bislang eingeschifften Gäste bzw. Schiffsanläufe, bis zur Aufnahme des CCCB im Jahr 2003 als Betreibergesellschaft, liegen dem Hafenbetreiber bremenports leider nicht vor, aber grobe Schätzungen gehen in dem Zeitraum von 1970 bis 2000 von rund 600 Schiffsanläufen vornehmlich deutscher bzw. sowjetischer Kreuzfahrtschiffe mit rund 600.000 Passagierabfertigungen am alten Columbusbahnhof aus.
Mit dem Umbau des alten Columbusbahnhofes in eine moderne zeitgemäße Abfertigungsanlage ging auch die Betreibergesellschaft Columbus Cruise Center Bremerhaven an den Start, die sich seit dem Jahr 2003 um die Vermarktung des Terminals und der Abfertigung der Kreuzfahrtschiffe kümmert. Zu diesem Zeitpunkt hatten Hamburg, Kiel und Rostock-Warnemünde die Seestadt bei den Abfertigungszahlen schon weit überholt. Doch nach einigen Jahren Durststrecke konnte sich das mit modernste Terminal in Europa in den letzten Jahren bei den Reedern gut behaupten. Eine gute nautische Anbindung, eine schnelle und zuverlässige Abfertigung aber auch die neuen touristischen Attraktionen in Bremerhaven spielen dabei für immer mehr Reedereien eine Rolle, sich mit der Destination an der Unterweser auseinanderzusetzen.
Seit Eröffnung des Terminals nach dem Umbau 2003 gab es jährlich bis 2016 im Schnitt 65 Anläufe pro Jahr mit grob geschätzten 70.000 Passagieren. Bis zum Ende dieses Jahres werden insgesamt 1.109 Schiffsanläufe seit 2003 am CCCB gezählt und in dieser Zeit wurden dabei grob geschätzt 1.3 Millionen Passagiere mit durchschnittlich 1,5 Gepäckstücken an der Columbuskaje in Bremerhaven abgefertigt. www.columbuscruisecenter.com · Christian Eckardt

 

Mein Schiff 1 in Bremerhaven 1 28082018 C EckardtSeit Mai 2018 schickt TUI Cruises die 315 Meter lange und 36 Meter breite MEIN SCHIFF 1 mit einer Bruttoraumzahl von 111.500 auf Reisen, die Sommersaison über in der Ostsee, den Winter über auf den Kanarischen Inseln. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Erstanlauf für MEIN SCHIFF 1 von TUI Cruises in Bremerhaven
Ausrüstung des Schwesterschiffes im Winter 2019 auch in der Seestadt möglich

Erstmalig machte am vergangen Dienstagmorgen das neueste Kreuzfahrtschiff von TUI Cruises, die MEIN SCHIFF 1 unter dem Kommando von Kapitän Andreas Greulich für einen Passagierwechsel am Columbus Cruise Center in Bremerhaven fest. Rund 2.900 Gäste gingen nach Abschluss einer in Kiel gestarteten Südnorwegenreise von Bord, die gleiche Anzahl an Reisenden stieg an der Columbuskaje für eine 12tägige Reise mit Kurs auf die Kanarischen Inseln wieder an Bord. Im Rahmen einer anschließenden Plakettenübergabe aufgrund des Erstanlaufs in der Seestadt, lobte Kapitän Greulich sowohl die nautischen als auch die Infrastrukturbedingungen an der Unterweser. Greulich, langjähriger Kreuzfahrtkapitän unter anderem 15 Jahre auch für die Reederei Deilmann, war somit nicht das erste Mal in Bremerhaven. An der offiziellen Plakettenübergabe in der „Großen Freiheit” auf Deck 5 nahmen unter anderem Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und der Landrat des angrenzenden Landkreises Cuxhaven, Kai-Uwe Bielefeld, teil.
Seit Mai 2018 schickt TUI Cruises die 315 Meter lange und 36 Meter breite MEIN SCHIFF 1 mit einer Bruttoraumzahl von 111.500 auf Reisen, die Sommersaison über in der Ostsee, den Winter über auf den Kanarischen Inseln. Das neue Flaggschiff, rund 22 Meter länger als die Vorgängerschiffe, mit Platz für rund 2.900 Passagiere sowie 1.100 Crewmitglieder auf den 16 Decks, entstand auf der Werft Meyer Turku Oy in Finnland und wurde im Mai während des Hafengeburtstages in Hamburg getauft. Dabei steht das Schiff ganz im Zeichen von Sport und Wellness. Sportbegeisterte Gäste finden, wie schon auf den Vorgängerschiffen, einen 25-Meter langen Außenpool und einen Fitness- und SPA-Bereich mit einer Fläche von 2.000 Quadratmetern. Eine Kletterwand und Vorrichtungen für TRX-Training, ein effektives Ganzkörper-Workout, befinden sich in der überdachten Arena auf Deck 14. Allein der Jogging-Parcours hat eine stolze Länge von 438 Metern. Für das leibliche Wohl der Passagiere sorgt das vielseitige kulinarische Angebot mit 12 Restaurants und Bistros sowie über 15 Bars und Lounges. Im Vergleich zu den fünf Schwesterschiffen erhielt die neue MEIN SCHIFF 1 am Heck auch einen neuen größeren Diamanten: Dabei handelt es sich um eine 35 Meter breite Stahl- und Glaskonstruktion, die einen wunderbar offenen und leisen Raum ergibt.
„Mit der Indienststellung unserer neuen Nummer 1 sind wir unserem Unternehmensziel, bis 2020 eine der weltweit modernsten und umweltfreundlichsten Kreuzfahrtflotten zu haben, noch einmal bedeutend nähergekommen”, erklärte Wybcke Meier im Rahmen der Schiffsübernahme im Frühjahr. Wie bei den vorherigen vier Neubauten setzt TUI Cruises auf einen umweltfreundlichen Schiffsbetrieb und hat dabei nochmals Neuerungen im Umweltschutz umgesetzt: So führt auch bei der neuen MEIN SCHIFF 1 der Einsatz moderner Abgastechnologien zu erheblich reduzierten CO2-, und Luftschadstoffemissionen. Durch den weltweiten und dauerhaften Betrieb dieser Systeme sind die Neubauten der Mein Schiff-Flotte Spitzenreiter in der Branche in Sachen Emissionsminderung. Effiziente Technologien im Hotelbetrieb an Bord sorgen für einen sparsamen Treibstoff- und Energieverbrauch sowie einen effizienten Wasserverbrauch.
Als eines der ersten Kreuzfahrtschiffe verfügt die MEIN SCHIFF 1 über Katalysatoren für die Haupt- und Hilfsmaschinen. Dadurch werden weltweit die Stickoxid-Emissionen weiter reduziert, insbesondere in Küsten- und Hafenregionen, so dass damit ein aktiver Beitrag zur lokalen Luftreinhaltung geleistet wird. Wie die anderen vier Neubauten verbraucht auch die MEIN SCHIFF 1 mehr als ein Drittel weniger Energie als vergleichbare Schiffe. Dazu tragen unter anderem ein umfassendes Energiemanagementsystem, ein innovatives Lichtkontrollsystem, hocheffiziente Klimaanlagen, die hydrodynamische Rumpfform der Schiffe und ein umfangreiches LED-Konzept sowie ein umweltfreundlicher Unterwassersilikonanstrich bei. Allein der Verzicht auf die Minibars in den insgesamt 1.437 Passagierkabinen spart täglich 0,33 t Treibstoff sowie Kühlmittel ein. Gleichzeitig wird die Abwärme von Motoren intensiv genutzt, beispielsweise für die Beheizung der Pools und für die Dampferzeugung in der Wäscherei.
Weiterhin legt TUI Cruises Wert darauf, dass bei der Hotelausstattung setzt die MEIN SCHIFF 1 Maßstäbe: Sämtliche Textilien von der Bettwäsche über Handtücher bis hin zu den Bademänteln auf den Kabinen sind aus zertifizierter GOTS-Bio-Baumwolle hergestellt. Die Bettwäsche ist zusätzlich Fair-Trade zertifiziert. Darüber hinaus stammen, wie bei allen vorherigen Neubauten, sämtliche Holzeinbauten in den Kabinen aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft, FSC-Mix, und es wurden Naturmaterialien wie Wolle oder Kork verwendet.
Auf der Werft im finnischen Turku laufen derzeit die Arbeiten an dem Schwesterschiff, der MEIN SCHIFF 2 in vollen Zügen weiter. Die Stadt Bremerhaven hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder bemüht, die Taufe der neuen MEIN SCHIFF 2 in Bremerhaven zu veranstalten. Doch die wird nun im Frühjahr 2019 in Lissabon durchgeführt. Doch dafür wird die Premierenreise des Neubaus von Meyer Turku nach der offiziellen Übergabe an die Reederei an der Columbuskaje am 24. März 2019 starten. Weiterhin ist es möglich, dass am Columbus Cruise Center auch die Ausrüstung des Schiffes erfolgt, denn die frühe Ablieferung eines Kreuzfahrtschiffes aus Finnland birgt auch ein gewisses Risiko. Schon bei den Probefahrten der neuen MEIN SCHIFF 1 sorgte Eisgang für Probleme. So mussten zunächst Eisbrecher die Fahrrinne vor der finnischen Hafenstadt Turku freiräumen, damit der Unterwasseranstrich des Kreuzfahrtschiffes keinen Schaden nimmt. Dieses Problem könnte sich auch bei der neuen MEIN SCHIFF 2 stellen.
Wie ein Reedereisprecher nun in Bremerhaven mitteilte, gibt es zusammen mit der Werft die Überlegung, die finale Ausrüstung mit allen Einrichtungsgegenständen des Neubaus in einem deutschen Hafen durchzuführen. Hierzu hatte TUI Cruises unter anderem Angebote in Kiel und Bremerhaven eingeholt. Bis Ende des Monats August soll hierzu eine Entscheidung getroffen werden. Somit könnte das dann technisch vollständig betriebsbereite Schiff um den Jahreswechsel in deutschen Gewässern auftauchen.
TUI Cruises bekommt im Jahr 2023 dann noch ein weiteres Schwesterschiff von Meyer Turku geliefert. Erstmalig wurden zudem vor ein paar Wochen bei Fincantieri in Italien zwei Neubauten mit LNG-Antrieb bestellt, die 2024 und 2026 in Dienst gestellt werden sollen. Über die beiden baugleichen Kreuzfahrtschiffe, die am Standort Monfalcone entstehen sollen, ist bislang noch wenig bekannt, sie werden jedoch mit einer Vermessung von jeweils 161.000 BRZ angegeben. Damit wird die Mein Schiff-Flotte von TUI Cruises bis 2026 auf neun Einheiten wachsen, damit soll die Position als zweitgrößter Anbieter auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt ausgebaut werden. www.tuicruises.com · Christian Eckardt