SeereisenMagazin Logo klein 347 65HAMBURGMAGAZIN · AUSGABE 6/2019hr

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Das ist meine Hafenstadt – Hamburg – beim Blue Port zu den Cruise Days.
Foto: Hafen Hamburg Marketing Glaubitt

hr

„Overtourism” als beherrschendes Thema
Hamburg. Mit großer internationaler Beteiligung fand in Hamburg die Kreuzfahrt-Messe „Seatrade 2019” statt. Über 5.000 Fachleute der Branche aus aller Welt diskutierten über die weiterhin prosperierende „Kreuzfahrt-Industrie”, wie sie sich selbst bezeichnet. Wichtige Themen waren die Frage, ob (mit jetzt bis zu 10.000 Menschen an Bord) die Grenzen der Schiffsgrößen erreicht seien und wie einem weiteren „Overtourism” in den Kreuzfahrt-Häfen begegnet werden könne. Immer mehr Destinationen beschränken ja bereits die Anzahl der Schiffsanläufe, darunter so attraktive Häfen wie Venedig, Dubrovnik, Barcelona und Riga.

Am besten planscht man auf TUI-Schiffen
Hamburg/Dubai: Einen ganz besonderen Preis bekamen die Hamburger TUI Cruises: Auf der Messe „World’s best Cruise Spa” in Dubai wurden die Schiffe der TUI-Flotte mit dem internationalen „Best Spa Award 2019” ausgezeichnet. Schwimmen, planschen, duschen, rutschen, saunen, dampfen, Kraft- und Ausdauer-Training sowie Massagen aller Art genießen kann man nach Ansicht der Preisrichter am besten an Bord der MEIN SCHIFF-Armada. Besonders der Eisbrunnen und die Bio-Sauna wurden hervorgehoben.

Hochsee-Yachten in Hamburg
Hamburg. Die nächste Bootsmesse „Hamburg ancora Yacht-Festival” findet vom 5. bis 7. Juni 2020 an der Elbe statt. An der Spitze dieses für Hochsee-Segler aus aller Welt bedeutenden Treffens stehen zwei neue Verantwortliche: Teresa Tampe (46) und Peter Kreutz (53). Bootsbauer aus vielen Ländern werden ihre Boote und vielfältige Neuerungen und Ausstattungen präsentieren.

Viele interessante Jobs an Bord
Hamburg. An Bord der meisten Kreuzfahrtschiffe findet sich eine sehr internationale Crew. An Deck sind dies in erster Linie Seeleute aus Osteuropa und Russland. Im Service (Kabinen, Restaurants, Bars) arbeiten vor allem Stewardessen und Stewards von den Philippinen, aus der Ukraine, aus Indien und Indonesien. Dies liegt daran, dass es in Manila, in Odessa, in Bombay und Djakarta bekannte Heuer-Stellen gibt, die den dortigen Bewerbern lohnende Arbeit auf Schiffen der internationalen Kreuzfahrt-Flotte anbieten. Da die Heuern im Vergleich zu dortigen Löhnen an Land für die meisten Bewerber attraktiv sind – und zudem freie Kost und Logis mit dem Job verbunden sind, ist der Andrang entsprechend groß. Auch werden den Bewerbern Sprachkurse angeboten. Weil aber einige Passagiere nicht englisch sprechen und deshalb an Bord auch auf deutschsprachigen Service Wert legen, werben die Reedereien nun auch in Deutschland um Mitarbeiter. So findet am 7. November 2019 im Hamburger Marriot-Hotel mit Unterstützung mehrerer Reedereien die „Cruise Job Lounge” statt. Gesucht werden vor allem Barkeeper, Stewards und Stewardessen für besonders anspruchsvolle Aufgaben, Personal Trainer für den Spa-Bereich, kompetente Köche und Köchinnen, aber auch Nautiker und Schiffs-Ingenieure sowie Sicherheitspersonal. Bei Interesse empfiehlt sich die Anmeldung unter www.careerjoblounge.de 

Zweites LNG-Schiff für AIDA Cruises
Hamburg/Rostock. Nach der seit einem Jahr erfolgreich in Fahrt befindlichen AIDAnova wurde nun in Warnemünde mit dem Bau des zweiten LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffes für AIDA Cruises begonnen. Das neue Schiff wird AIDAcosma heißen. Der Rumpf und die Aufbauten werden auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut, der gesamte Maschinen-Komplex einschließlich der LNG-Tanks auf der Neptun Werft in Warnemünde. Später wird diese Sektion – wie schon bei der AIDAnova – von der Ostsee an die Ems geschleppt und dort in den Rumpf eingebaut. Im Frühjahr 2021 wird die AIDAcosma dann in Dienst gestellt und auf den Nordland-Routen sowie in der Ostsee eingesetzt.

HANSEATIC inspiration feierlich getauft
Hamburg. Hapag-Lloyd setzt auf drei kleinere Kreuzfahrtschiffe, die für sogenannte „Expeditionsreisen” in die Polargewässer der Arktis und der Antarktis sowie zu den Galapagos-Inseln eingesetzt werden sollen. Das zweite Schiff dieser Reihe, die HANSEATIC inspiration, wurde jetzt in Hamburg vor kleinem Publikum von der holländischen Weltumseglerin Laura Dekker getauft. Später wird den nur etwa 230 Gästen an Bord eine 175köpfige Besatzung zur Verfügung stehen. Der Luxus auf diesen Schiffen setzt auf eine zahlungskräftige Klientel, für die rund tausend Euro pro Person und Tag kein Problem darstellen.

CLIA begrüßt Landstrom-Ausbau
Hamburg/Berlin. Die Cruise Lines International Association (CLIA), der nahezu alle Kreuzfahrt-Unternehmen der Welt angehören, begrüßt die Initiative der Bundesregierung zum weiteren Ausbau der Landstrom-Versorgung in den deutschen Häfen. Zu den Aufgaben gehöre nicht nur die Schaffung der notwendigen Anschlüsse, sondern auch die Gestaltung der Strompreise für die Seeschifffahrt.

Hybrid-Schiffe in Betrieb
Oslo/Stockholm. Skandinavien wird zum Schrittmacher für batterie-betriebene Schiffe. So hat die norwegische Ulstein Werft jetzt das elektrisch angetriebene Fährschiff COLOR HYBRID an die Color Line übergeben. Diese 160 Meter lange Fähre soll zwischen Strømstadt in Schweden und dem norwegischen Sandefjord eingesetzt werden. Das neue Fährschiff kann 2.000 Passagiere und 500 Pkw befördern. Die fünf großen Batterien an Bord können jeweils in einer Stunde aufgeladen werden. Auch die norwegischen Hurtigruten haben mit ihrem Expeditionsschiff ROALD AMUNDSEN ein Schiff in Betrieb genommen, welches zumindest zeitweise mit Batterie-Antrieb laufen kann. Dies soll vor allem in sensiblen polaren Bereichen geschehen.

hr

18520 Ozeanopaedie Foto Terra Mater BooksSo kommt das Salz ins Meer und andere meerkwürdige Geschichten

Tom Hird
OZEANOPÄDIE
291 unglaubliche Geschichten vom Meer
Die Meere bedecken drei Viertel der Oberfläche unseres Planeten. Strände sind schön, Tsunamis schrecklich, die Seefahrt gefährlich, die Tierwelt unter Wasser atemberaubend. So weit, so bekannt. Aber wer weiß schon, dass die Weißen Klippen von Dover ein Werk von Mikroalgen sind? Oder dass Algen nicht Pflanzen sind, sondern einfach Algen und ökologisch betrachtet eine der erfolgreichsten Organismen auf dem Planeten, geschweige denn, wie der Tiefseefisch das Licht anmacht?
Denken wir an einen Strand, tauchen Sandburgen, Sonnenschirme, Limonadenverkäufer und bis zum Halse eingegrabene Väter und Mütter vor dem geistigen Auge auf. Tatsächlich tobt unter der sauberen, hellen, kleinkörnigen Oberfläche das pralle Leben. Viele kleine und kleinste Geschöpfe verbringen hier ihr ganzes Leben und haben es recht bequem: Geschützt vor der Sonne, bei annähernd gleichbleibender Feuchtigkeit und gleichem Salzgehalt lässt es sich gut aushalten. Oder nehmen wir die Seepocke, der landauf, meerab wenig Beachtung zuteil wird. Wer hätte gedacht, dass das Krustentier in der Lage ist, auf jeder Welle zu den unwahrscheinlichsten Orten des Meeres zu surfen, sich anzusiedeln und zu überleben? Der Adaptionskönig treibt die evolutionäre Kompetenz auf die Spitze, indem das zwei Zentimeter lange Tier mit seinem sieben Zentimeter langen Penis mit all seinen Mit-Seepocken für die nächste Generation sorgen kann, da sie samt und sonders Hermaphroditen sind. Kein Wunder also, dass die Seepocke zu den favorisierten Studienobjekten von Charles Darwin gehörte. Denn: Mehr Survival of the Fittest geht nicht.

Der Autor
Tom Hird, geboren 1984 in Halifax, Meeresbiologe, Taucher, Autor, Wissenschaftskommunikator, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, seinen Lesern und seinem Fernsehpublikum die Natur unter dem Meeresspiegel nahezubringen. Seine Leidenschaft für Wildtiere und seine Erfahrungen in freier Wildbahn verarbeitet er unterhaltsam und gewitzt im Fernsehen in seiner Rolle als Starmoderator der BBC, in Glossen und Büchern. Wenn er nicht gerade unter Wasser ist, lebt er in London.

Tom Hird
OZEANOPÄDIE
(aus dem Englischen von Nadine Lipp), erscheint bei
Terra Mater Books, A-5061 Elsbethen, Hardcover mit
Schutzumschlag und Lesebändchen, etwa 280 Seiten,
24,- € [D] │33,90 CHF, ISBN 978-3-99055-004-5,
Erscheinungstermin: 11. Oktober 2018.
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