SeereisenMagazin Logo klein 347 65CHURFRANKEN · AUSGABE 5/2019hr

19515 04 MS ASTORIA wird an ihrem Anleger Miltenberg passiertMS ASTORIA der Reederei Henneberger wird an ihrem Anleger in Miltenberg passiert. Fotos: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Dr. Peer Schmidt-Walther

Weinschöner Land …
An Land und an Bord in Churfranken zwischen Odenwald und Spessart

Lebensader Main. Das erkannten schon die alten Römer um 100 n. Chr. Wovon heute noch die blühende Region am Mainknie, dem Herzstück des Flusses, ein beredtes Zeugnis ablegt. Mainfranken ist schon längst kein unterfränkisches Niemandsland mehr am Rand von Hessen, Bayern und Baden-Württemberg.
Römische Feldherren allerdings machten sich erst mal nur den strategischen Wert der Region zunutze, indem sie in der Nähe den nach Süden verlaufenden Schutzwall „Vorderer Limes” am Flussufer schlossen. Bis sie quasi die Binnenschifffahrt als Transport- und Lebensader entdeckten. Per Treidel- oder Segelschiff, je nach Flussrichtung, wurden auf dem Main Truppen- und Güter transportiert. Da jedem Legionär pro Tag zwei Liter verdünnter Wein zustanden, waren auch viele Fässer an Bord. Vom 2018er-Trendwein Blanc de noire wussten sie allerdings noch nichts.
Im Mittelalter herrschten hier die Churmainzer Bischöfe. Heute wirbt die fränkische Region an der „Nasenspitze des bayerischen Löwen” als Churfranken für ihre landschaftlichen, kulinarischen, architektonischen und historischen Vorzüge. „Wo der Main am schönsten ist”, meint eine Fremdenverkehrsbroschüre.

Große und kleine Flusskreuzfahrt
Neben Frachtschiffen, die auch Wein in ihren Spezialtanks transportieren, dieseln inzwischen ganzjährig bis zu 135 Meter lange Kreuzfahrtschiffe auf dem Fluss. 2018 wurden 584 Anläufe und 17 Schiffe gezählt mit bis zu 200 internationalen Passagieren, also rund 116.800 insgesamt. Zwischen Bamberg und Mainz ist er auf 386 Kilometern schiffbar. Bis zu 50 Euro fließen pro Passagier in die Kassen der Miltenberger Geschäftsleute, weiß Ulrike Ackermann von der Tourismus-Information. Speziell teure Koffer und Lederjacken werden gekauft. Unter den Gästen häufig ehemalige Kriegsteilnehmer und Menschen mit jüdischen Wurzeln.
Drei Liegeplätze stehen zur Verfügung, davon nur einer mit Landstromanschluss für Übernachter, um Belästigungen von Anwohnern zu vermeiden. Daher sei die Stimmung unter ihnen auch sehr gemischt. Wohingegen sich die Passagiere sehr diszipliniert und angenehm verhalten, hört man von Frau Ackermann weiter.
Wer jedoch nicht gleich auf die große Flusskreuzfahrt zum Beispiel von Köln nach Passau oder weiter gehen kann, dem sei die preiswertere Variante mit der weißen Flotte von Reederei Henneberger in Miltenberg empfohlen. Ihre vier Schiffe MS ASTORIA (51 x 9 m; 2 x 480 PS, 850 Personen), BACCHUS (65 x 10,95 m; 2 x 430 PS, 1000 Personen), MOZART (42 x 8,20m; 2 x 250 PS, 600 Personen) und SIVOTA (41 x 10,40 m; 2 x 320 PS, 400 Personen) bieten von Mai bis November täglich große und kleine Rundfahrten ab Wertheim und Miltenberg an, aber auch Tagesfahrten auf Main und Rhein sowie Abendfahrten und Sonderfahrten mit Musik und Büffet. Da lassen sich die Freuden der Langsamkeit genießen, während das Ufer in romantischer Beschaulichkeit vorübergleitet.

Staatsschiff von Helmut Kohl
Die kurze Rundfahrt dauert nur eine Stunde. Wir sind in Miltenberg an Bord der SIVOTA gegangen. Die steuert Kapitän und Eigner Edwin Herbert im Tonnen-Slalom durch die Schlingen des Mains, der seit den Römern eine lange Schifffahrtstradition aufweist.
Neben Flussschiffen wurden auf der Erlenbacher Schiffswerft – man glaubt es kaum – sogar Seeschiffe gebaut. Von Herbert erfährt man auch, dass die SIVOTA zuvor BONNA hieß und 1989 auf der Bonner Lux-Werft gebaut wurde. Und Bundeskanzler Helmut Kohl, der das Schiff charterte, zeigte so manchem Staatsgast von der Reling aus seine rheinische Heimat.
Wie ein Film passieren an Back- und Steuerbord malerische Dörfer, waldbestandene Felsklippen und Weinhänge. Dazu satte Ufernatur, steile Hänge mit exzellenten Weinlagen, dichtes Gebüsch. Dutzende Nachtigallen und Spötter scheinen um die Wette zu schmettern. Idylle pur.
Bis voraus wieder die Türme von Miltenberg auftauchen, der denkmalgeschützten „Stadt in Stein und Holz”. Ein Schild am Anleger verkündet: „Perle des Mains”. Die kann man auch, sofern man Ruderer ist, vom gegenüber liegenden Ruderclub – www.miltenberger-ruderclub.de – aus erkunden. Etwas schweißtreibender zwar, aber in Augenhöhe mit der Natur.
Dazu sollte man sich rechtzeitig bei Ludwig Martin Büttner anmelden. Der pensionierte Manager ist auch im Ältestenrat des Deutschen Ruderverbandes aktiv und nebenbei ein beschlagener Fremdenführer auf der Mildenburg.

Brotzeit in der Mainhölle
Auf dem Programm für einen Nachmittag: Landpartie mit Einsichten. Die Zeit sollte man nutzen, entweder geführt oder individuell-aktiv und – mit dem Flair des Besonderen.
Wie wär’s mit einem Elektrofahrrad, neudeutsch E-Bike genannt? Einige Verleihstationen findet man ganz in der Nähre des Schiffsanlegers oder man informiert sich vorab beim Tourismusverband Spessart-Mainland e.V.: www.spessart-mainland.de Tourenvorschläge kann man sich unkompliziert auf sein Smart- oder iphone laden: www.churfranken.de/interaktive-karte.html
Wir haben uns aufgemacht, um von Miltenbergs Nachbarort Markt Bürgstadt aus mit Gästeführerin Marianne Krommer die „6. Etappe des Fränkischen Rotwein-Wanderwegs” zu erkunden. Der führt – mühelos, weil elektrisch sanft unterstützt – vom Historischen Rathaus steil hinauf in die Weinberge der Hohenlinde – mit einem atemberaubenden Blick auf die Stadt – aber auch in die Mainhölle, wie die auf der anderen Mainseite gelegene Weinberganlage genannt wird. Ein Schlückchen Rotwein samt Käse und Brot zur entspannenden Radelpause zaubert sie dabei wie selbstverständlich aus ihrem Gepäck. Dazu fällt einem nur das alte Volkslied ein „Kein schöner Land in dieser Zeit … ”. Wir jubeln fröhlich und machen, leicht angesäuselt, einfach „weinschöner” draus. Das haben wir den alten Römern zu verdanken, die bis ins 2. Jahrhundert nach Christus in der Region lebten und schon damals Weinbau betrieben.

Hexen und Ritter
Eine flache Alternative wäre die Radrundtour am Main entlang: vom ersten Haus am Platze, dem Hotel „Adler” in Bürgstadt, nach Dorfprozelten. Dort geht’s hoch hinauf zur mächtigen Henneburg mit Führung durch den „echten” Deutschordens-Ritter Jürgen, einen freundlichen Riesen mit Geographie-Doktortitel. Auf der anderen Seite geht’s über einen fantastischen Radweg wieder zurück. 40 Kilometer bei Schwierigkeitsgrad Null. Man muss auch keine Angst haben, dass einem der „Saft” ausgeht, denn es gibt überall in der Region gut ausgeschilderte Ladestationen (s. Heft „E-bike-Touren: Wald erfahren”, mit fünf Routen-Vorschlägen; www.walderfahren.de).Trainiert muss man für solche Strecken nicht sein. Umso mehr kann man die Flussaue, Tiere wie Ägyptische Enten, Grau- und Kanada-Gänse samt Bergpanorama genießen.
Im Mittelalter verlief neben dem Main eine wichtige Handelsstraße, was Miltenberg durch das Stapelrecht von Waren großen Reichtum bescherte. Die frühere Bedeutung der Stadt erkennt man am malerischen Ensemble prächtiger Fachwerkbauten wie dem Alten Marktplatz mit seinem achteckigen Brunnen – bekannt als „Schnatterloch”, im historischen „Schwarzviertel” mit seinen Baudenkmälern oder an der frisch restaurierten romantischen Mildenburg hoch über der Stadt. Der Bummel durch Gassen und Winkel gerät zur Entdeckungstour durch Gegenwart und Vergangenheit.

Hillpure am Rotweinwanderweg
Wobei man in der Hauptstraße ganz von selbst auf das prachtvolle Gasthaus „Zum Riesen” aus dem 11. Jahrhundert stößt. Es nennt sich „ältestes Deutschlands”. Schon Kaiser Karl VI., Hans Albers, Heinz Rühmann oder auch Elvis Presley kehrten hier ein und genossen mittelalterliche Lebensfreude und Gastlichkeit. Die sollte man sich unbedingt gönnen. Entweder bei lokalem, rustikalen Faust-Bier oder die edlen Tropfen der bekannten Weingüter Höflich und Fürst.
Die auf roten Buntsandstein-Verwitterungsböden mit Lösslehmauflage gereiften Trauben können sich einfach gut schmecken lassen: ob Rebsorten wie Silvaner, Riesling, Bacchus, Müller-Thurgau, Kerner, Blauer Spätburgunder und Portugieser. Weißburgunder, Frühburgunder, Regent und Dornfelder hingegen sind Neulinge für die Weinmacher, die ihr Handwerk mit Leib und Seele betreiben. Wie Reinhold Hillerich – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! – und seine Frau aus Erlenbach, zu der uns Julia Kompatscher, eine junge Südtirolerin, von Churfranken e.V. führt. Reinhold führt durch seinen Weinberg, nur einen Hektar groß, aber der hat’s in sich.
Am „Fränkischen Rotwein-Wanderweg” liegen einige Betriebe, deren Eigentümer sich wie Hillerich über Gäste freuen, die eigenständige Weine zu schätzen wissen wie Chardonnay und Rotwein-Cuvees im Barrique gereift oder Winzersekt. „Nach dem Motto: Radeln und Wandern müssen keine trockene Angelegenheit sein”, bläst Julia wieder zum Aufbruch. „Auch nicht die Weinlese”, ergänzt Reinhold, „wer helfen möchte, ist willkommen”. Der IT-Ingenieur und Winzer ist bekannt für seinen Spitzen-Portwein „Hillpure” und sein universelles Wein-Wissen.

Zwischen Rehrücken und Kartoffelsalat
Unbedingt sollte man sich auch den Gaumenfreuden hingeben, die der agile Küchenchef Ralf Restel kredenzt. Leicht erreichbar ist sein Traditions-Gasthaus „Zur Krone” in Großheubach. Wir hatten Zeit, um geschmorten Rehrücken zu genießen, der auf der Zunge zerging. Und sich vorab von seiner Frau Niki, studierte Sommelière in Sachen Wein, beraten und informieren zu lassen. Rustikaler geht’s in der „Kurfränkischen Häckerwirtschaft” von Benedikt Baltes in Klingenberg zu. Natürlich mit lokalem Gutsausschank. Zum Bacchus ein gebratener Leberkäs mit frischem fränkischen Kartoffelsalat. Lecker!
Gruselig indes wird es, wenn man von der düsteren Vergangenheit Miltenbergs hört. Im Ort werden gern mehrere Plätze gezeigt, auf denen öffentliche Prozesse und Hinrichtungen stattfanden. Grund dafür war der Hexenwahn, wobei die Main-Stadt zu den Hauptverfolgungsorten gehörte. Zwischen 1590 und 1630 ließen hier rund 200 Menschen ihr Leben, nachdem sie zuvor im Hexengefängnis bestialisch gefoltert wurden.
Warum das so war? Wirtschaftlicher Neid und Ernteausfälle bei Wein und Getreide werden heute als eine der wesentlichen Ursachen angesehen. Darunter litt auch so mancher wohlhabender „Riesen”-Wirt, der mit seiner Familie auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Unter dem Vorwand, dass vor dem Gasthof die Hexen tanzten.
Mittelalterliche Gruselgeschichten, die den Kreuzfahrern aus den USA und Australien Schauer über den Rücken jagen und genügend abendlichen Stoff bieten für die Weiterfahrt mit Kurs auf die Kulturstadt Aschaffenburg.

Infoormationen
Der Main fließt in vielen Mäandern und wurde von den Kelten daher Schlange genannt, von den Römern Moenus. Er hat einen doppelten Ursprung: als Roter Main in der Fränkischen Alb und als Weißer Main im Fichtelgebirge. Beide Quellflüsse vereinigen sich südwestlich von Kulmbach zum 553 Kilometer langen Main. Schiffbar ist er auf 386 Kilometern Länge zwischen Bamberg und Mainz.
Personenschifffahrt: www.reederei-henneberger.com
Mainland Miltenberg – Churfranken e.V., Hauptstraße 57, 63897 Miltenberg; www.churfranken.de · Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · Telefon 09371-660 6975

 

19515 05 Fahrt vorbei an der romantischen MainhoelleFahrt vorbei an der romantischen „Mainhölle”.

19515 06 Schiffsfuehrer und Reeder Edwin Herbert am RuderSchiffsführer und Reeder Edwin Herbert am Ruder.

19515 09 Weinberg in der Mainhoelle am Hang des SuedspessartsWeinberg in der Mainhölle am Hang des Südspessarts.

190515 10 Weinberg Huette am Rotwein WanderwegWeinberg-Hütte am Rotwein-Wanderweg.

19515 15 Blick aus der Vinothek auf das Buergstaedter RathausBlick aus der Vinothek auf das Bürgstädter Rathaus.

19515 17 Volles Haus in der Kurfraenkischen Haeckerwirtschaft in KlingenbergVolles Haus in der Kurfränkischen Häckerwirtschaft in Klingenberg.

19515 18 Winzer Reinhold Hillerich in seinem WeinbergWinzer Reinhold Hillerich in seinem Weinberg. Der Erlenbacher ist bekannt für seinen Spitzen-Portwein „Hillpure” und sein universelles Wein-Wissen.

19515 19 Steile Lagen im Hillerich Wingert bei ErlenbachSteile Lagen im Hillerich Wingert bei Erlenbach aus anderer Sicht.

19515 25 Die beruehmte Schiffswerft in ErlenbachDie berühmte Schiffswerft in Erlenbach.

19515 47 Deutschlands aelteste Gaststaette Zum Riesen in MiltenbergDeutschlands älteste Gaststätte „Zum Riesen” in Miltenberg.

19515 32 Autor PSW rechts mit Ritter Dr Juergen auf der HenneburgAutor PSW rechts mit Ritter Dr. Jürgen auf der Henneburg.

19515 01 Ein großer Tanker passiert unterhalb der HenneburgEin großer Tanker passiert Stadtprozelten unterhalb der Henneburg.

hr

19515 Brigitte Duffeck FotoMainland Miltenberg Churfranken
Brigitte Duffeck,

Geschäftsführerin Mainland Miltenberg-Churfranken e.V., im SM-Gespräch
Die Stadt Miltenberg am Main wird auch von Flusskreuzfahrtschiffen angelaufen. Wie viele sind das pro Jahr?
In 2018 waren es 584 genehmigte Anläufe und 17 Schiffe mit bis zu 200 Gästen blieben über Nacht.
Profitiert die Stadt davon, falls ja, in welcher Weise?
Die EMB (die EMB-Energieversorgung Miltenberg-Bürgstadt GmbH & Co. KG) erhält die Liegegebühren. Generell tragen die internationalen Gäste dazu bei, dass die Stadt belebt ist. Der Einzelhandel, die Gastronomie und Winzer profitieren ebenfalls von den Schiffstouristen. Die Gäste kaufen gerne Schuhe, Kleidung, Schmuck, Koffer und Souvenirs ein. Auch regionale Spezialitäten wie z.B. Churfranken Bitter, Kaffee und Süßigkeiten sind sehr beliebt.
Hier noch die Liegepreise: bis 6 Stunden 125,00 €, bis 12 Stunden 175,00 €, bis 18 Stunden 200,00 €, über 18 Stunden 250,00 € (Nettopreise).
Haben Sie einen Überblick darüber, was die Gäste bei ihren Landausflügen unternehmen?
Den Gästen werden Stadtführungen (auch mit kulinarischen Köstlichkeiten), Wanderungen, Weinverkostungen sowie Malkurse an Bord angeboten. Bei einigen Veranstaltern ist auch das Kaffeetrinken bei „Einheimischen”, das sogenannte Home Hosting, im Angebot. In der Vergangenheit wurden auch Aktivitäten im Museum und Brotbackkurse angeboten.
Sind noch Fracht- und Flussschiffe in Miltenberg beheimatet, wenn ja welche? Es sind auch Anlegestellen für Frachtschiffe vorhanden.
Es sind noch einige wenige. Diese werden allerdings vom Wasserschifffahrtsamt betreut.
Wie weit reicht die Flussschifffahrts-Tradition zurück?
Im Prinzip bis zu den Römern.

Welche Wassersportarten kann man in Miltenberg betreiben?
In Miltenberg gibt es eine Anlegestelle für mindestens zwei Liegeplätze, die mit dem einheitlichen Informationssystem (für wassertouristische Angebote in Deutschland, der Gelben Welle, gekennzeichnet sind). Außerdem können sich Gäste ein Boot beim Bootsverleih Miltenberg ausleihen und das Mainknie erleben. Folgende Wassersportarten werden vom Yacht-Club Miltenberg e.V. 1971 durchgeführt: Wasserwandern (auch Gastliegeplätze vorhanden), Motorbootsport, Segeln, Wasserski, Wakeboard, Stand-up-Paddeln und Jetski-Touren.
Als Chef-Touristikerin der Stadt können Sie den Gästen für einen individuellen Landausflug sicherlich wertvolle Tipps geben.
Empfehlenswert ist ein Rundgang durch die Altstadt, verbunden mit einem Einkaufsbummel und den Genuss von regionalen Köstlichkeiten. Je nach Anlegestelle und Zeitrahmen empfiehlt sich ein Spaziergang entlang dem Mainufer und ein Abstecher zur Mildenburg mit dem Museum Burg Miltenberg. Es erwartet sie ein spannungsreicher Dialog zwischen Ikonen und moderner Kunst in alten Burgmauern und einer der schönsten Ausblicke über Miltenberg vom Bergfried: jeden Montag um 14:00 Uhr Kunstvolles und Spannendes bei einer Museumsführung. An den anderen Tagen warten bei einer Stadtführung „Geschichte und Geschichten” bzw. Bieriges und Handwerkliches beim Brauerei-Erlebnis auf die Gäste. Jeweils um 14:00 Uhr. Weitere Details unter www.miltenberg14uhr.de 

 

19515 Ulrike Ackermann Foto Drei am MainDie Fragen ab hier hat die Geschäftsführerin von Drei am Main, der Tourismus Information Miltenberg, Ulrike Ackermann, beantwortet. Sie ist direkt für Miltenberg zuständig:
Drei am Main, Engelplatz 69, Rathaus, 63897 Miltenberg, www.miltenberg.info/miltenberg-14-uhr, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Telefon 09371-404 119
Kulinarisch hat die örtliche Gastronomie bestimmt auch einiges zu bieten. Welche regonalen Spezialitäten sollte man unbedingt probiert haben?
Kulinarisch hat die Region Churfranken einiges zu bieten. Vom Sterne-Restaurant im „Schafhof” in Amorbach über ausgezeichnete Restaurants, die eine Bib Gourmand erhalten haben, das sind die „Krone” in Großheubach und der „Stern” in Bürgstadt. Allerdings haben weitere Häuser ebenfalls Auszeichnungen erhalten. Alle aufgelistet finden man hier: https://www.churfranken.de/genuss-wein/gastronomie/genuss-region-churfranken/ 
Aber auch Gasthäuser, die eine eigene Metzgerei mit dabei haben, überzeugen mit einer hervorragenden Küche wie z.B. der Gasthof und Metzgerei „Zum Stern” in Rüdenau.
Eine gewichtige Rolle spielt in all unseren Gasthäusern das Thema „Regionalprodukte”. Viele Häuser legen großen Wert darauf, dass möglichst viele Angebote aus der Region stammen.
Welche Gaststätten könnten Sie dafür empfehlen? Bekannt ist ja inzwischen der Churfränkische Rotweinpfad (Fränkischer Rotwein Wanderweg). Was erwartet den Gast dort bei einer Wanderung?
In erster Linie einmal eine entspannte Wanderung durch die Weinberge, aber auch Wälder von Churfranken. Traumhaft sind zwischendurch die Ausblicke ins Maintal. Oder von den Weinbergen im nördlichen Bereich von Churfranken, nämlich in Großostheim zur Skyline von Frankfurt oder zum Schloss Johannisburg in Aschaffenburg. Sehr schön zu betrachten sind auch die Buntsandstein-Terrassen, besonders zwischen Erlenbach und Klingenberg. Dort befinden sich auch die terroir f Punkte Churfranken. Diese zählen zu den magischen Orten von Franken mit ganz besonderer Aussicht. Jeden Sonn- und Feiertag bieten die Winzer aus Erlenbach einen Weinausschank direkt dort vor Ort im Weinberg an. Ein wenig unterhalb des Fränkischen Rotwein Wanderwegs auf dieser Strecke befindet sich der Churfranken Kräutergarten. Dort in den Terrassen werden unterschiedliche Kräuter angebaut, die der Gast in haushaltsüblichen Mengen ernten darf.
Der Fränkische Rotwein Wanderweg führt auch immer durch die Weinbauorte. Da gibt es die Möglichkeit, Winzer zu besuchen oder sich in der einen oder anderen Häckerwirtschaft zu stärken.
Welche bekannten Weinlagen sind in Churfranken zu Hause und eine Probe wert?
Am bekanntesten ist wohl der Centgrafenberg bzw. der Hundsrück in Bürgstadt. Die Bürgstadter Weine, insbesondere der Spätburgunder, sind international bekannt und hoch prämiiert. Die international bekanntesten Spätburgunder stammen vom Weingut Fürst in Bürgstadt. Deshalb unbedingt probieren. Aber nicht nur die Bürgstadter produzieren hervorragende Qualität. Von Großostheim bis Dorfprozelten gibt es viele Winzer, die Ihr Handwerk absolut beherrschen. Auf unserer Homepage finden Sie den „Beweis” dafür in Form einer Aufstellung der Auszeichnungen, die die Chufränkischen Winzer errungen haben. https://www.churfranken.de/genuss-wein/wein/ausgezeichneter-weingenuss/
Was würden sie einem „durchschnittlichen” Gast empfehlen, der ein paar Tage Urlaub in Miltenberg und Umgebung erleben möchte?
Auf jeden Fall eine Stadtführung durch die Fachwerkstadt Miltenberg. Wenn man dann schon dort ist, sollte man das so planen, dass auf jeden Fall noch Zeit ist für das älteste Gasthaus Deutschland, das Gasthaus „Zum Riesen”. Dort gibt es neben einer hervorragenden Fränkischen Küche auch eine Bierprobe des hiesigen Brauhauses „Faust”.
Das Thema Wein ist dann schon fast ein Muss. Hier empfiehlt sich auf jeden Fall eine Tour durch die Weinberge in Bürgstadt oder Großheubach mit anschließendem Besuch einer Häckerwirtschaft. Eine Häckerwirtschaft funktioniert so, dass die Winzer zeitweise einen Gastraum in Ihrem Weingut öffnen. Dort gibt es dann einfache Gerichte und natürlich den Wein des Weinguts. Besonders ist hier, dass die Menschen nicht einzeln an einem Tisch sitzen, sondern zusammenrücken, bis wirklich niemand mehr an den Tisch passt. Dadurch entstehen natürlich Gespräche unter den Gästen. Weine der ganzen Region Churfranken zu verkosten, ist in der Churfranken Vinothek am Rathaus in Bürgstadt möglich.
Durch eine Radtour am Main entlang, das Kennenlernen der hiesigen Gastronomie und Kennenlernen von Regionalen Produkten https://www.churfranken.de/genuss-wein/regionale-spezialitaeten/ kann ein Besuch in Churfranken abgerundet werden. https://www.churfranken.de/genuss-wein/brennereien-destillerien/

Das Interview führte Dr. Peer Schmidt-Walther im Juni 2019.