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19504 Meyer Turku 30072019 c 589 Christian EckardtSchon im Sommer gab es von der Werft Meldungen über Manipulationen an den Brandmeldeanlagen auf der COSTA SMERALDA, es gab sogar die Berichte über Sabotage. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Ablieferung der COSTA SMERALDA verzögert sich
Meyer Turku liefert LNG-Flaggschiff von Costa erst im November ab
Das zukünftige Flaggschiff der italienischen Kreuzfahrtreederei Costa Crociere, die COSTA SMERALDA wird von der Werft Meyer Turku aufgrund von Bauverzögerungen erst später als geplant fertiggestellt. Nach aktueller Planung soll nun die erste Reise erst am 30. November in Savona starten. Ursprünglich war die Taufe bereits am 3. November in Savona geplant. Damit muss die Reederei die zuvor geplanten Reisen annullieren.
Konkrete Angaben machte die Reederei nicht, warum das mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Schiff bei Costa verspätet abgeliefert wird. Schon im Sommer gab es von der Werft Meldungen über Manipulationen an den Brandmeldeanlagen auf dem Schiff, es gab sogar die Berichte über Sabotage. Ob dieses mit zur Bauverzögerung führt, ist derzeit nicht bekannt.
Durch die verspätete Ablieferung muss Costa nun die ersten Kreuzfahrten des neuen Flaggschiffes und der zuvor geplanten Eröffnungsaktivitäten absagen. Die erste Kreuzfahrt der COSTA SMERALDA wird nun erst am 30. November 2019 von Savona aus starten. Ob das Schiff dann zuvor noch in Savona auch getauft wird, dazu machte die Reederei noch keine Angaben. Der Reiseverlauf, der für alle Kreuzfahrten bis April 2021 gilt, bleibt unverändert: eine Woche im westlichen Mittelmeer nach Savona (Samstag), Marseille (Sonntag), Barcelona (Montag), Palma de Mallorca (Dienstag), Civitavecchia (Donnerstag) und La Spezia (Freitag).
„Unsere Priorität ist es immer, unseren Gästen ein einzigartiges Urlaubserlebnis zu bieten, das ihre Erwartungen übertrifft. Leider braucht die Meyer Turku Werft mehr Zeit, um sicherzustellen, dass die COSTA SMERALDA genau dem entspricht. Das ist für uns absolut entscheidend. Gleichzeitig möchte ich unterstreichen, dass die COSTA SMERALDA ein völlig innovatives Projekt ist, sowohl in Bezug auf die Technologie als auch auf das Produkt. Insbesondere unsere Entscheidung für den Einsatz des emissionsarmen LNG-Antriebs, in den wir als erste Reederei investiert haben, zeigt den Anspruch Costas zu bahnbrechenden und verantwortungsbewussten Innovationen. Wir setzen damit ein Zeichen für die gesamte Kreuzfahrtindustrie. Wir bedauern diese Verspätung sehr und entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die allen unseren Gästen entstehen, die bereits eine Kreuzfahrt auf der COSTA SMERALDA vor dem 30. November gebucht haben. Auf jeden Fall hoffen wir, dass wir sie an Bord unseres neuen Flaggschiffes begrüßen können. Wir haben bereits die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um ihnen alternative Abfahrtsdaten zu ermöglichen”, kommentierte Costa Crociere Präsident Neil Palomba die Nachricht über die verspätete Ablieferung.
Costa Crociere informiert schnellstmöglich alle Reisebüros und Gäste, die ursprünglich vor dem 30. November 2019 einen COSTA SMERALDA Urlaub gebucht haben. Wie ihr Schwesterschiff COSTA TOSCANA, das 2021 abgeliefert werden soll, wird die COSTA SMERALDA sowohl im Hafen als auch auf See mit LNG, dem weltweit saubersten brennenden fossilen Brennstoff, angetrieben, wodurch die Umweltbelastung minimiert wird. Die Einführung der LNG-Betankung ermöglicht die nahezu vollständige Beseitigung von Schwefeldioxidemissionen und Feinstaubpartikeln.
Mit einer Bruttotonnage von über 180.000 und mehr als 2.600 Kabinen bietet dieses 337 Meter lange Schiff Platz für bis zu 6.500 Passagiere. Die COSTA SMERALDA wird zudem eine Hommage an das Beste Italiens sein. Alle ihre Decks und öffentlichen Bereiche sind nach ikonischen italienischen Orten benannt – und nach diesen entworfen. Das Food & Wine-Angebot an Bord wird die feinsten italienischen kulinarischen Traditionen in Zusammenarbeit mit renommierten Partnerlieferanten präsentieren. Das Schiff wird 11 verschiedene Restaurants (darunter eines, das speziell für Familienessen konzipiert ist), 19 Bars, einen Spa-Bereich mit 16 Behandlungsräumen, einen Wasserpark an Bord mit Wasserrutschen, 4 Pools und spezielle Räumlichkeiten haben, in der sich die Kinder treffen und neue Freunde in ihrem Alter finden können. Die COSTA SMERALDA wird auch ihr eigenes Museum haben: das CoDe – Costa Design Museum, das die Exzellenz des italienischen Designs vorstellt.
Ursprünglich sollte das Schiff noch vor der Taufe am 3. November am 20. Oktober 2019 ihr Debüt in Deutschland geben. Dabei sollte das Flaggschiff der Reederei als erstes LNG-Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen einlaufen. Anschließend war eine 15-tägige Kreuzfahrt von Hamburg nach Savona vorgesehen. www.costakreuzfahrten.de · Christian Eckardt

 

19504 IMG 20190907 WA0011 wolf2Der Havarie-Schaden am Heck der Backbordseite der ASTOR ist erheblich.

ASTOR zieht sich erheblichen Schaden an Außenhaut zu
Passagierwechsel in Frankreich statt in Bremerhaven
Das Kreuzfahrtschiff ASTOR der britischen Reederei CMV, das derzeit für den deutschen Ableger TransOcean Kreuzfahrten verkehrt, hatte bereits am letzten Donnerstag bei einem missglückten Wendemanöver eine Kollision beim Anlegen in der französischen Stadt Nantes. Dabei entstand an der Backbordseite hinten am Heck ein rund zwei Meter über der Wasserlinie ein großes Loch.
Das Schiff durfte die Reise nicht fortsetzten und musste zur Reparatur nach St. Nazaire in das Hafenbecken. Die Reparaturarbeiten dauerten allerdings länger als geplant. Somit konnte die Fahrt in Richtung Bremerhaven zum Passagierwechsel nicht aufgenommen werden. Hier sollte die aktuelle Kreuzfahrt am Dienstag, 10.09. enden und am Abend wieder neu starten. TransOcean vollzog somit den Passagierwechsel in Saint Nazaire und charterte hierzu zwei Flugzeuge, um die aussteigenden Gäste aus Frankreich nach Bremen zu bringen. Die 450 Passagiere für die neue Kreuzfahrt wurden ebenfalls mit Charterflügen nach Nantes geflogen. Wann die nächste Reise, eine 18-Nächte-Keuzfahrt über Portugal und Teneriffa nach Marokko starten wird ist derzeit nicht bekannt. Derzeit liegt das 176 Meter lange,1987 in Kiel erbaute Kreuzfahrtschiff noch immer in Saint Nazaire. Christian Eckardt

 

19504 MVW Global2 BB 1Am Buzzer: Harry Glawe (Wirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern), Tan Sri Lim Kok Thay (CEO und Vorstandsvorsitzender Genting Hong Kong), Peter Fetten (CEO MV Werften), Colin Au (Group President Genting Hong Kong). Mit im Bild ist Projektmanager Rainer Schott (MV Werften, ganz links). Foto: MV Werften, Wismar

 

MV Werften beginnt Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global Class
Genting Hong Kong-Vorstandsvorsitzender und CEO Tan Sri Lim Kok Thay gab am 10. September höchstpersönlich das Startsignal für den ersten Brennschnitt. Die 342 Meter lange und 208.000 BRZ große GLOBAL 2 wird zu den größten und technologisch fortschrittlichsten Kreuzfahrtschiffen der Welt gehören.
Fast exakt ein Jahr nach der Kiellegung des Flaggschiffes der Global Class startete bei MV Werften in Rostock-Warnemünde die Fertigung des zweiten Schiffes der Serie. Genting Hong Kong-Vorstandsvorsitzender und CEO Tan Sri Lim Kok Thay löste mittels Knopfdruck den ersten Brennschnitt für das 342 Meter lange, 46 Meter breite und 208.000 BRZ große Schiff aus.
„Wir freuen uns sehr, dass unsere umfassenden Investitionen an den drei Standorten Früchte tragen und wir bereits heute den Brennstart eines weiteren technologisch fortschrittlichen Kreuzfahrtschiffes für unsere Reederei Dream Cruises feiern können”, so Tan Sri Lim. „GLOBAL 2 wird, auch dank künstlicher Intelligenz, unseren Gästen ein unvergessliches, modernes und hochkomfortables Reiseerlebnis bieten.”
GLOBAL 2 ist baugleich mit ihrem Schwesterschiff GLOBAL 1, die 2021 unter dem Namen GLOBAL DREAM in See stechen wird. Das neue Schiff mit der Baunummer 126 wird in geteilter Weise an allen drei Standorten von MV Werften produziert. So werden zum Beispiel bis zu 30 Großsektionen in Stralsund gefertigt. Die Endmontage findet in Wismar statt. Am dortigen Ausrüstungskai wird derzeit ein eigens dafür gekaufter, 125 Meter hoher Kran montiert. Die Kiellegung des Schiffes ist bereits für Dezember dieses Jahres, die Ablieferung für 2022 geplant.
MV Werften-CEO Peter Fetten sagte: „Der Bau dieser hoch technologisierten und anspruchsvollen Schiffe ist eine Herausforderung, vor allem aber eine riesige Chance für uns. Wir danken allen Kollegen und Partnern für ihre großartige Arbeit während der Design- und Konstruktionsphase und freuen uns, nun mit der Produktion zu starten.”
Wie schon ihr Schwesterschiff, ist auch GLOBAL 2 für den stark wachsenden asiatischen Markt konzipiert. Mit 2.500 Passagierkabinen für bis zu 9.500 Menschen sowie einer Crewstärke von 2.200 sind die GLOBAL DREAM und GLOBAL 2 die ersten Schiffe weltweit für über 10.000 Menschen an Bord – und damit die größten der Welt in Bezug auf die Passagierkapazität. Auch hinsichtlich der Bruttoraumzahl sind sie die größten Passagierschiffe, die jemals in Deutschland gebaut wurden. Mit ihrer hohen Ausstattung an modernster digitaler Technologie, etwa Gesichts- und Spracherkennung oder Klimaregelung und Stimmungsbeleuchtung via App, sind sie bestens auf die fortschrittlichen technischen Vorlieben des asiatischen Marktes ausgerichtet. Die Passagierkabinen sind zudem die geräumigsten der Branche: Mit 20 Quadratmetern sind sie rund 15 % größer als die Standardkabinen anderer Schiffe.
Die 2.503 Passagier- und die 836 Crewkabinen des Schiffes entstehen als komplett vorausgerüstete Module bei MV Werften Fertigmodule in Wismar. Insgesamt sind über 600 Firmen am Bau der GLOBAL 2 beteiligt. Über die Hälfte der Partnerunternehmen kommt aus Deutschland, ein Fünftel aus Mecklenburg-Vorpommern. www.mv-werften.com · Christian Eckardt

 

19504 AIDAperla Batteriesystem Foto AidaDie 300 Meter lange AIDAperla erhält ein Batteriepack mit einer Gesamtleistung von 10 Megawatt. Foto: AIDA Cruises, Rostock

 

AIDAperla erhält 2020 das bisher größte Batteriespeichersystem in der Passagierschifffahrt
Anlässlich der Eröffnung der ersten Produktionsstätte von Corvus Energy im norwegischen Bergen unterzeichneten AIDA Präsident Felix Eichhorn und der weltweit renommierteste Anbieter für maritime Batteriesysteme am 5. September 2019 die Vereinbarung zur Elektrifizierung des ersten Kreuzfahrtschiffes von AIDA Cruises.
AIDAperla wird 2020 als erstes Schiff mit Lithium-Ionen-Batterien von Corvus aus Norwegen ausgestattet. Das 300 Meter lange Kreuzfahrtschiff erhält ein Batteriepack mit einer Gesamtleistung von 10 Megawatt. Dies ist das bisher weltweit größte Batteriespeichersystem, mit dem ein Passagierschiff ausgestattet wird.
„Die Integration von innovativer Batterietechnologie in unsere Green Cruising Strategie ist ein weiterer wichtiger praktischer Schritt, den wir in Richtung eines emissionsneutralen Schiffsbetriebs gehen. Corvus Energy ist für uns ein wichtiger Partner bei der Elektrifizierung unserer Schiffe”, sagte AIDA Präsident Felix Eichhorn.
Die Aufladung der Batteriesysteme kann mit Landstrom und während des Seebetriebes (Peak Load Shaving) erfolgen. Neben dem reinen Batteriebetrieb können die Systeme außerdem über einen längeren Zeitraum, z.B. während der Hafenliegezeit oder bei verschiedensten Schiffsmanövern, zugeschaltet werden, um emissionsfreie Energie zur Verfügung zu stellen. Dank des Einsatzes dieser Technologie wird der Verbrauch von fossilem Treibstoff weiter gesenkt und die Effizienz des Schiffsbetriebes deutlich erhöht.
Es ist geplant, die Erkenntnisse aus diesem Pilotbetrieb auch in die Nutzung von Batteriesystemen an Bord weiterer Kreuzfahrtschiffe von AIDA und Costa einfließen zu lassen. Der Einsatz eines Batteriesystems auf einem AIDA-Schiff ist ein weiterer wichtiger Meilenstein in Richtung einer emissionsneutralen Kreuzfahrt. Zuvor hatte AIDA Cruises bereits Ende 2018 mit der Indienststellung von AIDAnova, dem weltweit ersten Kreuzfahrtschiff, das vollständig mit emissionsarmem Flüssiggas (LNG) betrieben wird, einen wegweisenden Technologiesprung vollzogen. Erst vor wenigen Tagen wurde AIDA Cruises mit dem Blauen Engel, dem Umweltzeichen der Bundesregierung, für das umweltfreundliche Schiffsdesign von AIDAnova ausgezeichnet. Bis 2023 werden zwei weitere LNG-Schiffe von AIDA auf Reisen gehen.
Auch in vielen anderen Bereichen geht AIDA Cruises voran. Bereits Ende 2020 werden 12 von 14 AIDA Schiffen, wo verfügbar, Landstrom beziehen können. Seit 2017 nutzt AIDAsol die Landstromanlage in Hamburg-Altona im regulären Betrieb.
Im Rahmen seiner „Green Cruising Strategie” befasst sich AIDA außerdem mit der Erforschung von Möglichkeiten der CO2-freien Gewinnung von Flüssiggas aus regenerativen Quellen (Projekt „Power to Gas”) oder dem Einsatz von Brennstoffzellen in der Kreuzschifffahrt. www.aida.de · Christian Eckardt

 

Alljährlicher Charterwechsel des Kreuzfahrtschiffes DEUTSCHLAND zur schwimmenden Universität WORLD ODYSSEY
Phoenix Reisen hat Chartervertag auf ehemaligen TV-Traumschiff noch bis mindestens 2025
An der Bremerhavener Columbuskaje erfolgt derzeit wieder der regelmäßige Charterwechsel des ehemaligen TV-Traumschiffs DEUTSCHLAND zur schwimmenden Universität WORLD ODYSSEY. Im Rahmen des Wechsels werden dabei nicht nur der Schiffsname und die Schornsteinmarke geändert, sondern es werden auch Teile des Inventars, das sich zum Beispiel im Eigentum von Phoenix befindet, von Bord genommen und im Bremerhavener Überseehafen bis zum nächsten Frühjahr eingelagert. Regelmäßig, seit Herbst 2015 ist das Kreuzfahrtschiff, das in den Sommermonaten in Charter für Phoenix Reisen aus Bonn verkehrt, im Winterhalbjahr für den US-Veranstalter Semester at Sea mit bis zu 600 Studenten weltweit unterwegs. Der aktuelle Chartervertrag mit Semester as Sea für das Schiff läuft noch bis mindestens 2027. Bei Phoenix Reisen läuft der Chartervertrag mit der Eignerreederei Delos Cruise, die das Schiff im Januar 2018 erwarb, noch bis mindestens 2025. Gemanagt wird das Schiff von dem renommierten Unternehmen V.Ships.
Am kommenden Samstagnachmittag (7. September) nimmt das Schiff dann von Bremerhaven Kurs auf Amsterdam, wo am 9. September die erste 106 Tage dauernde Reise als schwimmende Universität in Richtung Ostsee startet. Anschließend nimmt die WORLD ODYSSEY Kurs auf Afrika, Süd- und Mittelamerika und durch den Panamakanal bis nach San Diego in Kalifornien. Dort startet dann am 4. Januar eine ebenfalls 106 Tage dauernde, ostgehende Reise über Hawaii, Japan, Südafrika, die am 20. April 2020 in Amsterdam endet. Anschließend nimmt die schwimmende Universität dann wieder Kurs auf die Unterweser, wo der Charter- und gleichzeitig auch der Namenswechsel erfolgen wird. Die erste Reise im nächsten Jahr unter der Flagge von Phoenix Reisen beginnt für die DEUTSCHLAND am 22. April von der Bremerhavener Columbuskaje aus in Richtung Azoren. Christian Eckardt

 

19504 Seute Deern 4 Havarie 31082019 C Eckardt 7Am späten Freitagabend (30.08.) sackte der hölzerne Großsegler SEUTE DEERN nach erheblichen Wassereinbruch auf den Grund des Alten Hafens. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

Museumsschiff SEUTE DEERN sackt nach Wassereinbruch auf den Hafengrund
Gutachter für mögliche Bergung des Großseglers beauftragt
Am späten Freitagabend (30.08.) sackte der hölzerne Großsegler SEUTE DEERN des Deutschen Schifffahrtsmuseums Bremerhaven (DSM) nach erheblichen Wassereinbruch auf den Grund des Alten Hafens und geriet in Schieflage. Dabei ist die 100 Jahre alte SEUTE DEERN nach Erkenntnissen der Feuerwehr Bremerhaven um etwa zwei Meter abgesackt. Der Einsatzort rund um den Dreimaster wurde noch in der Nacht zum Samstag großräumig abgesperrt, da man zunächst von einem Umkippen des Schiffes ausging. Bei dem Absackten wurde auch die Gangway, die an Bord des Schiffes führt, abgerissen. Erste Untersuchungen zur Havarie haben bereits in der Nacht zu Sonnabend begonnen und mit ersten Zwischenergebnissen wird im Laufe dieser Woche gerechnet.
Nach ersten Ermittlungen sind die sechs fest installierten Lenzpumpen ausgefallen. Die Wasserpumpen halten schon seit langem den undichten hölzernen Rumpf des Dreimasters trocken. Warum alle sechs Pumpen am Freitagnachmittag ausfielen, ist derzeit noch unklar. In den folgenden Stunden drang so viel Wasser in das Schiff ein, dass dieses zunächst in Schräglage geriet und in der Nacht zu Sonnabend schließlich um zwei Meter auf den Grund des Museumshafens absackte. Der Bremerhavener Sachverständige Hans-Joachim Möller ist nun mit der Bewertung der aktuellen Sicherheitslage des Schiffes beauftragt worden. Zudem wird er einen Plan für das weitere Vorgehen für eine mögliche Bergung der Bark vorlegen.
Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin und Konrad Otten, Kaufmännischer Geschäftsführer des Deutschen Schifffahrtsmuseums / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte (DSM), verschafften sich bereits am späten Freitagabend einen ersten Eindruck von der Lage vor Ort. „Binnen weniger Monate haben uns die Ereignisse rund um die SEUTE DEERN in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt”, sagt Kleingärtner. „Wir waren schockiert über den Brand im Februar. Wir waren erleichtert als Bremen und Bremerhaven im Mai die Planungsmittel für die Sanierung des Schiffes bewilligt haben. Wir waren glücklich, als wir im Juni den 100. Geburtstag der SEUTE DEERN feiern konnten. Und nun sind wir abermals schockiert, dass das Wahrzeichen Bremerhavens innerhalb weniger Stunden erneut großen Schaden genommen hat.” Konrad Otten ergänzt: „Erneut sind wir der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und der Polizei für ihr besonnenes und umsichtiges Handeln zu großem Dank verpflichtet.” Für Prognosen, was dies für die anstehenden Sanierungsmaßnahmen bedeutet, sei es jetzt noch zu früh. Zunächst müssten die Schadensursache sowie das Ausmaß der Schäden und ihre Folgen für die Statik des Schiffes untersucht werden.
Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz, der sich am Samstag von der Lage rund um das Schiff ein Bild machte erklärte: „Auch wenn die SEUTE DEERN schwer beschädigt ist, müssen wir das Schiff zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aufgeben.” Es komme nun darauf an, eine Bestandsaufnahme zu machen und dann zu entscheiden. „Die SEUTE DEERN ist seit langem ein Wahrzeichen Bremerhavens, dementsprechend müssen anstehende Entscheidungen mit großer Sorgfalt vorbereitet werden.” Als Bremerhavener sei er über die erneute Havarie des Schiffs sehr traurig, so der Oberbürgermeister.
Erst im Mai dieses Jahres waren für die anstehende und dringend notwendige Sanierung der SEUTE DEERN Planungsmittel in Höhe 1,4 Millionen Euro bewilligt worden – anteilig finanziert vom Bund, dem Land Bremen und der Stadt Bremerhaven.
Die SEUTE DEERN ist europaweit der einzige noch erhaltene, rein zivil genutzte hölzerne Großsegler und hat eine bewegte Geschichte. 1919 wurde der Segler als Viermastgaffelschoner ELIZABETH BANDI bei der Gulfport Shipbuilding Co. in Gulfport, unweit der Mississippimündung, mit einer Länge von 53,50 m, einer Breite von 11,30 m und einer Raumtiefe von 4,57 m bei einer Größe von 767 BRT fertiggestellt. Das Schiff war für die Holzfahrt bestimmt und führte am Bug zwei Pforten zur Einführung von Langhölzern in den Laderaum. Auf ihrer Jungfernfahrt, beladen mit Holz für Bahia, verschwand der Kapitän spurlos. Daraufhin verlies auch die Besatzung das Schiff und der Schoner trieb wie ein Geisterschiff vor der Atlantikinsel Saint Thomas.
Im späteren Verlauf verkehrt der Segler in Finnland als Holzsegler von finnischen Häfen nach England. 1938 erwarb die Hamburger Tankreederei das Schiff und ließ es auf der Werft Blohm & Voss zur Dreimastbark umbauen. Als Dreimastbark getakelt, umgetauft auf den Namen SEUTE DEERN, mit einem „süßen Mädchen” am Bug als Gallionsnfigur und am Heck die deutsche Flagge, startete sie ihre neue Karriere als frachtfahrendes Schulschiff für die Reederei Eßberger. Auf der Kieler Woche war die SEUTE DEERN nun ein Star unter den Windjammern. Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde der Aktionsradius der Bark stark eingeschränkt; sie verkehrte ab 1941 nur noch im Küstenbereich bei Rügen auf dem Greifswalder Bodden. 1954 erfolgte ein Verkauf nach Holland und diente unter dem Namen PIETER KOERTS in ihrem neuen Heimathafen Delfzijl als Jugendherberge. Da sich die Stadt Delfzijl die notwendigen Reparaturkosten nicht leisten konnte wurde der Segler nach Deutschalnd verkauft, wobei sich unter anderem Helgoland, Cuxhaven, Hamburg und Bremen um den alten Segler bemühten. Bremen erhielt dann im Jahr 1966 den Zuschlag und gründete mit der Bark SEUTE DEERN die Stiftung „Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven”. An ihrem heutigen Liegeplatz im Alten Hafen in Bremerhaven legte die Bark bereits 1966 an. Im Jahr 1972 wurde sie dem Deutschen Schifffahrtsmuseum zu seiner Gründung von der Stadt Bremerhaven geschenkt. Seit 2005 steht der Dreimaster zusammen mit den anderen Museumsschiffen sowie den Gebäuden des Deutschen Schifffahrtsmuseums unter Denkmalschutz. Die aus Nadelholz gebaute Bark gilt als eines der beliebtesten Wahrzeichen Bremerhavens, mit dem sich viele Menschen besonders verbunden fühlen und ist heute der letzte große hölzerne Frachtsegler der Welt, der im Original erhalten geblieben ist. Christian Eckardt

 

19504 Global Class Wismar Foto MV WerftenDer 208.000 BRZ große Neubau erhält den Namen GLOBAL DREAM und soll Anfang 2021 in Fahrt kommen. Foto: MV Werften, Wismar

 

Global-Class-Neubau der MV-Werften erhält den Namen GLOBAL DREAM
Die Genting Cruise Lines, Muttergesellschaft der chinesischen Dream Cruises, gab während der Touristikmesse IBTM in Beijing den Namen des derzeit bei den MV Werften in Wismar und Warnemünde im Bau befindlichen Schiffes bekannt: Der 208.000 BRZ große Neubau erhält den Namen GLOBAL DREAM und soll Anfang 2021 in Fahrt kommen. Ein Schwesterschiff der GLOBAL DREAM soll Anfang 2022 in Dienst gestellt werden.
Auf der Veranstaltung wurde zudem eine bei den MV Werften produzierte Balkonschaukabine vorgestellt. Mit einer Fläche von 20 Quadratmetern werden die luxuriösen Kabinen der GLOBAL DREAM, ausgelegt für zwei Passagiere, die geräumigsten Kabinen der Branche sein und etwa 15% größer als die Standardkabinen der meisten anderen Kreuzfahrtschiffe. Mit zwei Badezimmern und einem ausziehbaren Schlafsofa bieten diese Kabinen aber Platz für bis zu vier Personen. Ein Sichtschutzvorhang kann geschlossen werden, um den Raum in separate Sitz- und Schlafbereiche zu unterteilen. Die GLOBAL DREAM, das größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff mit einer Standardkapazität von 4.700 Passagieren kann durch die Nutzung der Schlafsofas, vor allem in den Ferienzeiten bis zu 9.000 Passagiere aufnehmen.
„Die GLOBAL DREAM wird durch künstliche Intelligenz ein topaktuelles Kreuzfahrterlebnis bieten, das den Komfort und die Geschwindigkeit unserer Gäste an Bord maximiert”, sagte Kent Zhu Fu Ming, Präsident von Genting Cruise Lines. „Um das Neue mit dem Traditionellen in Einklang zu bringen, können unsere Gäste auch ein authentisches asiatisches Erlebnis und unsere herzliche asiatische Gastfreundschaft auf der GLOBAL DREAM genießen, die durch die über 50-jährige Erfahrung der Genting Group in der asiatischen Hotellerie entwickelt wurde.”
Die Technologie an Bord wird beispielsweise Bluetooth-Schlösser und ein neues intelligentes System umfassen, mit dem Fahrgäste verschiedene Funktionen wie die LED-Stimmungsbeleuchtung und die Klimaregelung über eine Smartphone-App, die Spracherkennung oder ein Touchscreen-Bedienfeld steuern können. Sensoren können auch Insassen in der Kabine erkennen, um die Beleuchtung und die Temperatur für eine bessere Energieeffizienz automatisch anzupassen. Dreifach belüftete Klimaanlagen sorgen für eine gleichmäßige Luftverteilung.
Das 342 Meter lange, über 46 Meter breite GLOBAL DREAM mit der Baunummer 125, für die am 11. September 2018 die feierliche Kiellegung in Rostock-Warnemünde erfolgte, entsteht in geteilter Bauweise an den MV-Werften-Standorten in Rostock und Wismar. In Rostock wird das 220 Meter lange Mittschiff gefertigt. Es soll noch in diesem Jahr nach Wismar verschifft werden, wo im überdachten Baudock die Bug- und Heck-Sektionen sowie die Aufbauten montiert werden. Dort werden auch die 2.500 Passagierkabinen eingebaut, die bei MV Werften Fertigmodule in Wismar produziert wurden. Insgesamt sind rund 600 Firmen am Bau der „Giganten aus MV” beteiligt.
Wo die finale Ausrüstung des Schiffes im nächsten Jahr stattfinden wird, ist bislang noch nicht entschieden. Hierzu äußert sich die Werft derzeit noch nicht. Eine Möglichkeit wäre, dass dies auch an der neuen Pier im westlichen Kaiserhafen III in Bremerhaven bei der ebenfalls zum Genting-Konzern gehörenden Lloyd Werft erfolgt. Rüdiger Pallentin, Geschäftsführer der Lloyd Werft teilte hierzu auf Anfrage mit, dass es hierzu bislang keine Absprachen mit der MV Werft in Wismar geben würde. Eine Reservierung der Pier wurde hierzu bislang noch nicht vorgenommen.
Die Schiffe der Global Class sind für den rasant wachsenden asiatischen Markt konzipiert. Sie werden von der Reederei Dream Cruises, die wie die MV Werften, ebenfalls zur Genting-Familie gehört und weltweite Kreuzfahrten anbietet, betrieben. Zu den Ausstattungen werden ein Themenpark, inklusive einer Achterbahn mit virtueller Realität, ein Multiplex-Kino, ein asiatischer Spa-Bereich ergänzend zu einem europäischen Spa, zahlreiche Shopping-Möglichkeiten sowie authentische asiatische als auch Fast-Food-Restaurants gehören. Christian Eckardt

 

19504 disney wish Artist DisneyDer in Auftrag gegebene Neubau DISNEY WISH wird ab Ende 2021 in See stechen.

 

Meyer-Neubau für Disney erhält den Namen DISNEY WISH
Auf einer öffentlichen Veranstaltung des weltweit größten Unterhaltungsunternehmens Disney im kalifornischen Anaheim wurde jetzt offiziell der Name für den ersten der drei Neubauten der so genannten „Triton-Klasse” mit der Baunummer S 705 bekannt gegeben, der bei der Meyer Werft in Papenburg beauftragt wurde. Dieser wird unter dem Namen DISNEY WISH ab Ende 2021 in See stechen.
Alle drei geplanten neuen Disney-Schiffe mit einer Vermessung von rund 140.000 BRZ werden mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben und werden über 1.250 Kabinen verfügen. Somit sind diese Schiffe leicht grösser als die bestehenden 340 Meter langen Schiffe DISNEY DREAM und DISNEY FANTASY sein, die Platz für 4.000 Passagiere bieten. Am Heck des Schiffs wird traditionell wieder ein Disney-Charakter zu sehen sein – bei der DISNEY WISH wird dies Rapunzel vom Film „Neu verföhnt” sein. Rapunzel steht für den Wunsch, die Welt zu entdecken und zu erleben. Das Atrium des Neubaus soll hell und groß sein, eines Disney-Schlosses nachempfunden.
Die Disney Cruise Line verkündete am 3. März 2016 seine Pläne zum Bau von zwei neuen Kreuzfahrtschiffen auf der Meyer Werft, im Juli 2017 gab die Reederei dann ihre Pläne zum Bau eines dritten Kreuzfahrtschiffes bekannt. Disney Cruise Line bietet Familien ein vollkommenes Kreuzfahrt-Erlebnis an, das die Disney-Magie mit dem Nervenkitzel verbindet, verschiedene Teile der Welt zu erkunden. Mit der von der Meyer Werft gelieferten DISNEY DREAM und DISNEY FANTASY in 2011 und 2012 führte Disney Cruises bereits verschiedene Neuerungen ein. Dazu gehören eine neuartige Wasserrutsche („AquaDuck”) sowie virtuelle Bullaugen („Magical Portholes”) in den Innenkabinen, durch die in Echtzeit das Meer, aber auch animierte Disney Charaktere erspäht werden können. Weitere Details zu den Neubauten machten die Werft bzw. die Reederei bislang noch nicht.
Weiterhin plant Disney Cruise Line eine weitere eigene Privatinsel auf den Bahamas mit dem Namen Lighthouse Point. Der Bau soll 2020 beginnen und die Eröffnung ist für 2023 vorgesehen. Christian Eckardt

 

19504 Nicht nur heisse Luft kommt aus den Schornsteinen der Kreuzfahrtschiffe Foto C Eckardt Nicht nur heiße Luft kommt aus den Schornsteinen der Kreuzfahrtschiffe. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

CLIA-Statement zum NABU-Kreuzfahrtranking 2019
Abgasreinigungssysteme sind bereits auf 129 Schiffen erfolgreich im Einsatz, Nachrüstung für 40 weitere Schiffe geplant
Der Kreuzfahrtverband CLIA nimmt anlässlich eines am 21. August veröffentlichten Kreuzfahrtrankings des NABU Stellung zu einigen Aussagen. Grundsätzlich verfolgen der NABU und CLIA dieselben Ziele, nämlich Emissionen zu reduzieren und die Umwelt zu schützen. Die Auffassungen hinsichtlich der entsprechenden technischen Verfahren und der möglichen Umsetzungsgeschwindigkeit unterscheiden sich jedoch. Die Unterstellung, die Kreuzfahrtbranche verweigere sich im Grunde geschlossen dem Klimaschutz, ist ungerechtfertigt mit Blick auf die Vorreiterrolle, die die Kreuzfahrtbranche im maritimen Umweltschutz einnimmt.
Einige Aussagen und Behauptungen des NABU müssen näher erläutert werden, da diese zu Fehlschlüssen und Missverständnissen führen könnten. Dabei geht es insbesondere um folgende fünf Aspekte:
Schweröl: Die Emissionen eines Kreuzfahrtschiffes hängen nicht allein vom eingesetzten Treibstoff ab. Der Einsatz von Schweröl ohne entsprechende Filter ist u.a. in der Nord- und Ostsee und den angrenzenden Häfen verboten. Kreuzfahrtschiffe, die Schweröl nutzen, müssen gleichzeitig gesetzlich anerkannte Technologien einsetzen (sogenannte Abgasreinigungssysteme), die die Schwefelemissionen auf das Niveau von schwefelarmem Dieselkraftstoff reduzieren.
Alternativ können die Schiffe andere Treibstoffe verwenden, wie Marinediesel oder Flüssiggas (LNG, liquefied natural gas). Beim Antrieb mit LNG entstehen keinerlei Schwefeloxide und Rußpartikel. Die Einhaltung dieser Vorgabe prüfen die zuständigen Behörden regelmäßig.
Ein strengeres, weltweites Schwefellimit wurde bereits beschlossen. Ab dem 1. Januar 2020 sind global verbindlich nur noch Treibstoffe zulässig, die maximal ein Siebtel des Schwefelgehalts von derzeit zulässigen Treibstoffen enthalten. In Nord- und Ostsee sowie den Häfen gilt bereits seit dem 1. Januar 2015 eine Höchstgrenze von 0,1 Prozent Schwefelanteil. Obwohl Kreuzfahrtschiffe weniger als ein Prozent der weltweiten Schifffahrtsflotte ausmachen, geht CLIA hier noch einen Schritt weiter und spricht sich für ein Mitführverbot von nicht zulässigen Treibstoffen für Schiffe aus. Dieser verschärfte Standard würde die zuständigen Behörden bei der Überprüfung der Einhaltung der neuen Regelungen zusätzlich unterstützen.
Abgasreinigungssysteme: Die Behauptung, das Gros der Kreuzfahrtschiffe nutze Schweröl und verzichte dabei auf den Einsatz von Abgastechnik, ist schlicht falsch: Nach Erhebungen der CLIA sind mit 129 Schiffen bereits knapp die Hälfte der aktuell etwa 268 Schiffe der weltweiten Flotte der CLIA-Mitglieder mit Abgasreinigungssystemen ausgestattet. Bei 40 weiteren ist die Nachrüstung solcher Systeme geplant oder es wurde schon damit begonnen. Die Behauptung, die Industrie verzichte auf den Einsatz von Abgastechnologie, entbehrt jeder Grundlage.
Mehrstufige Abgasreinigungssysteme reduzieren laut Angaben der Hersteller die Schwefelemissionen um 99 Prozent und Stickoxide um 95 Prozent, genauso wie Rußpartikel. Die Zahl der Schiffe mit Abgasnachbehandlungssystemen stieg beständig: 2017 waren es 99 Schiffe, mittlerweile sind 129 Schiffe damit ausgestattet.
Landstrom: Es ist schwer nachvollziehbar, dass in diesem Ranking ein Parameter bewertet wird, der in der Praxis nicht erfüllt werden kann. Der NABU beurteilte erstmals, ob Kreuzfahrtschiffe über einen Landstromanschluss verfügen und diesen auch nutzen, um während der Liegezeit im Hafen Strom aus erneuerbaren Quellen in ihr Bordnetz einzuspeisen.
Derzeit gibt es in Europa mit dem Hamburger Hafen und dem Hafen von Kristiansand (Norwegen) allerdings lediglich zwei Häfen, die entsprechend mit Landstromanlagen für Kreuzfahrtschiffe ausgerüstet sind. Aus welchen Quellen dieser Strom kommt, liegt außerhalb des Einflussbereichs der Kreuzfahrtindustrie. CLIA unterstützt die kontinuierliche Entwicklung einer kosteneffizienten Infrastruktur für sauberen Landstrom in Häfen, die von Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden – vorausgesetzt, die Nettoauswirkungen bewirken eine Gesamtemissionsreduzierung im Vergleich zum Einsatz der Schiffsmotoren.
Willkürliche Punktevergabe: Ein wissenschaftlicher und nachvollziehbarer Ansatz ist beim NABU Kreuzfahrtranking nicht zu erkennen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass der NABU die Umwelttechnologien von Jahr zu Jahr unterschiedlich bewertet. So wird beispielsweise der Einsatz von Abgasreinigungsanlagen und anderen Umweltschutzmaßnahmen in diesem Ranking nur gewürdigt, wenn sie über die gesetzlich festgelegten Standards hinausgehen. Auch die Punktevergabe in der neuen Kategorie zur Klimabilanz ist nicht einheitlich. Während für die Nutzung von Segeln zwei Punkte vergeben werden, bringt die gleichzeitige Nutzung von Landstrom und einem Air Lubrication System auf demselben Schiff trotzdem insgesamt nur einen Punkt. Darüber hinaus werden keinerlei operative Maßnahmen berücksichtigt, welche die Emission von Treibhausgasen im Schiffsbetrieb reduzieren.
Hohes Engagement der Branche: Der Fortschritt zeigt, dass die Branche als Ganzes am Einsatz neuer Technologien arbeitet. Neben den Abgasreinigungssystemen kommen immer mehr Schiffe mit alternativen Antrieben auf den Markt. Weltweit hat die Kreuzfahrtindustrie bereits mehr als eine Milliarde US-Dollar in neue Technologien und sauberere Kraftstoffe investiert, um die Luftemissionen der Schiffe deutlich zu reduzieren. Die zukunftsorientierte Branche hat mehr als 22 Milliarden US-Dollar für den Bau hochmoderner, mit LNG betriebener Kreuzfahrtschiffe bereitgestellt, die so noch geringere Emissionen und eine höhere Energieeffizienz erreichen werden. So wurde 2018 das erste Kreuzfahrtschiff weltweit in Dienst gestellt, das ausschließlich mit Flüssiggas betrieben wird. Noch in diesem Jahr folgt ein weiteres Schiff, 26 weitere Schiffe mit LNG-Antrieb sind weltweit bestellt. Die Reedereien investieren erheblich in neue Schiffe und Technologien: Mehr als jeder vierte Euro, den die Reedereien allein im Jahr 2017 in Europa ausgaben, entfielen auf den Schiffbau und die Instandhaltung der Kreuzfahrtschiffe. Das entspricht 5,63 Milliarden Euro. Die Forderung des NABU, die Ausstattung der gesamten Kreuzfahrtflotte mit Umwelttechnologien stärker voranzutreiben, wird bereits erfüllt.
Klima- und Umweltschutz bleibt für CLIA und ihre Mitglieder eine Daueraufgabe. Das zeigen die Investitionen in die Schiffsausstattung und der ständige Dialog mit internationalen Seeschifffahrtsorganisationen. Jedes Jahr verzeichnet die Kreuzfahrtbranche Fortschritte und wird damit auch in Zukunft Vorreiter im maritimen Umweltschutz bleiben.
Die Cruise Lines International Association (CLIA) ist die vereinte Stimme der internationalen Kreuzfahrtbranche. Als der weltweit größte Verband der Kreuzfahrtindustrie mit insgesamt 15 Niederlassungen ist CLIA in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Australasien vertreten. CLIA unterstützt Regularien und Praktiken, die ein sicheres und intaktes Kreuzfahrtumfeld für jährlich mehr als 25 Millionen Passagiere fördern. Zudem fördert CLIA das Ansehen, die Attraktivität und die Erschwinglichkeit des Kreuzfahrterlebnisses. Zu den Mitgliedern zählen die weltweit angesehensten Fluss- und Hochsee-Kreuzfahrtlinien – darunter auch Anbieter von Spezial-Kreuzfahrten – sowie Reiseveranstalter, Zulieferer, Häfen und Hafenbehörden, Destinationen und zahlreiche weitere Geschäftspartner, die sich dem nachhaltigen Erfolg der Kreuzfahrtindustrie verschrieben haben.
Der NABU erfasste dieses Jahr in seinem Kreuzfahrtranking erstmalig auch Technologien zum Klimaschutz im Bereich der Antriebe und der Energieversorgung, die nun in einer gesonderten Kategorie ausgewiesen sind. Einzig zwei Segelschiffe sowie jene Schiffe, die über einen Landstromanschluss verfügen und über diesen ihren Energiebedarf während der Liegezeit im Hafen mit Strom aus erneuerbaren Quellen speisen, schneiden hier besser ab. Auch Hurtigruten setzt mit dem Hybridschiff ROALD AMUNDSEN neue Maßstäbe, die einen Effizienzgewinn des weiterhin dieselelektrischen Antriebs und damit eine CO2-Minderung ermöglichen.
Die Bewertung anhand der Luftschadstoffemissionen führt wie auch bereits im vergangenen Jahr die deutsche Reederei AIDA mit ihrem jüngsten Flottenzugang, der AIDAnova an. Der italienische Mutterkonzern von AIDA, Costa Crociere, konnte mit seinem ebenfalls flüssiggasbetriebenen Neuzugang COSTA SMERALDA gleichziehen. Auf dem dritten Platz landen drei Schiffe der Reederei Hapag-Lloyd: Die EUROPA 2, Sieger des Jahres 2013, sowie die beiden neuen Expeditionskreuzfahrtschiffe HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration. Weit abgeschlagen und seit jeher auf die letzten Plätze abonniert sind die Schiffe der Branchenriesen MSC und Royal Caribbean. Auch der deutsche Anbieter TUI Cruises rangiert mittlerweile nur noch auf dem 13. Platz. Christian Eckardt

Hier finden Sie eine komplette Übersicht des NABU der Schiffe für den europäischen Markt.
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/verkehr/schifffahrt/kreuzschifffahrt/26845.html

 

Neubauboom bei der italienischen Fincantieri-Werftengruppe
Um auch langfristig der immer stärkeren Nachfrage nach Kreuzfahrten entgegenzukommen, haben die weltweiten Kreuzfahrtanbieter insgesamt 110 Kreuzfahrtschiffe bis 2027 bei den Werften bestellt und hier sind die europäischen Werften noch führend.
Dabei hat die italienische Fincantieri-Gruppe, inklusive der Vard-Werftengruppe, mit insgesamt 49 Schiffen von 2019 bis 2027 den ersten Platz mit einem Gesamtvolumen bezogen auf die Vermessung von 4.347.060 BRZ eingenommen. Dazugezählt werden können auch noch die 11 Einheiten, die bis 2024 von der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire produziert werden, da die Traditionswerft seit 2018 zu 50% zu Fincantieri gehört.
Auf dem zweiten Platz der weltweiten Kreuzfahrtschmieden steht die Meyer Werft in Papenburg und dem Schwesterunternehmen im finnischen Turku. Das Familienunternehmen hat bis 2025 insgesamt Aufträge für 18 Kreuzfahrtschiffe.
Schon auf den dritten Platz, im Zusammenhang auf das Schiffsvolumen, kommen die zum Genting-Konzern gehörenden MV Werften mit den drei Standorten in Wismar, Warnemünde und Stralsund, die derzeit über ein Auftragsbuch für fünf Schiffe bis 2022 mit einer Gesamtvermessung von 512.600 BRZ verfügt.
Als nächstes folgen dann schon zwei chinesische Werften. Die Shanghai Waigaoqiao soll zwischen 2023 und 2024 zwei Schiffe mit je 133.500 BRZ – in Partnerschaft mit dem britisch-amerikanischen Kreuzfahrtunternehmen Carnival und dem italienischen Schiffsbauer Fincantieri, produzieren. China Merchants Heavy wird insgesamt acht Expeditionsschiffe bis 2022 mit einem Gesamtvolumen von 85.000 BRZ abliefern.
Bis auf eine Ausnahme werden die übrigen 17 bestellten Hochseekreuzfahrtschiffe alle auf kleineren europäischen Werften gebaut.
Interessant ist die Ausrichtung auf die Antriebstechnologie der Aufträge, werden doch 22 Schiffe bis 2027 nach aktueller Planung mit dem umweltfreundlichen Flüssigerdgas (LNG) betrieben. Hierzu hat allein doch die Meyer Werft in Papenburg und Turku 14 LNG-Neubauten im Auftragsbuch, fünf wird Fincantieri bauen und zwei entstehen auf der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique. Christian Eckardt

 

19404 Hamburg Foto C EckardtAb September 2019 starten die Dreharbeiten an Bord der HAMBURG von Plantours Kreuzfahrten aus Bremen, auf einem der kleinsten Kreuzfahrtschiffe in Deutschland. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

 

ARD-Erfolgsformat „Verrückt nach Meer” mit neuem Schiff
Ab September 2019 starten die Dreharbeiten an Bord der HAMBURG von Plantours Kreuzfahrten
Das ARD-Erfolgsformat „Verrückt nach Meer” nimmt mit einem neuen Schiff Kurs auf 50 weitere Folgen. Ab September 2019 starten die Dreharbeiten an Bord der HAMBURG von Plantours Kreuzfahrten aus Bremen, auf einem der kleinsten Kreuzfahrtschiffe in Deutschland. Zu Drehbeginn nimmt die HAMBURG Kurs auf die nordamerikanischen Great Lakes, weitere Routen mit Dreharbeiten führen in die Karibik mit Kuba, nach Brasilien und in die Antarktis. Sendestart ist das Frühjahr 2020.
Im Auftrag der ARD produziert die erfahrene Kölner Produktionsfirma Fandango die neuen Folgen der ebenso unterhaltsamen wie informativen Reisedokumentation. Produzent Geronimo Beckers setzt mit der HAMBURG auf „eine Kombination aus enormer Routenvielfalt, außergewöhnlichen Destinationen und einer ebenso leidenschaftlichen wie professionellen Schiffsbesatzung.” „Wir wollen die Zuschauer – neben klassischen Reise-Attraktionen, wie zum Beispiel einem Besuch bei den legendären Niagara-Fällen – auch immer wieder auf unterhaltsame Abenteuer abseits des touristischen Mainstreams mitnehmen”, ergänzt Fandangos Head of Development, Daniel von Rosenberg.
Für den Bremer Veranstalter Plantours Kreuzfahrten startet der Drehbeginn pünktlich zum 30sten Firmengeburtstag. Geschäftsführer Oliver Steuber freut sich entsprechend: „Für das sehr besondere Routing der HAMBURG wurden wir bereits mehrfach ausgezeichnet, jetzt nehmen wir sogar Kurs auf deutsche Wohnzimmer. Wichtig für uns war von Beginn an, dass wir das echte Leben an Bord unseres Schiffes vor die Kameras bringen. Hier verfolgt die ARD gemeinsam mit der Produktionsfirma einen gelungenen Fahrplan. Und nicht zuletzt finden die Dreharbeiten in einem kleinen und sehr vertrauensvollen Rahmen statt, der sowohl unseren Gästen als auch unserer Mannschaft an Bord sehr entgegen kommt.”
Die ersten Folgen von „Verrückt nach Meer” mit der HAMBURG sollen ab Frühjahr 2020 in der ARD auf dem gewohnten Sendeplatz um 16.10 Uhr ausgestrahlt werden.
„Verrückt nach Meer” ist eine Doku-Serie der ARD, die seit 2009 zunächst nur auf der ALBATROS von Phoenix Reisen produziert wird und erstmals im Januar 2010 ausgestrahlt wurde. Dabei ist diese Doku-Serie eine Art reale Variante des ZDF-Dauerbrenners „Das Traumschiff” und begleitet die ALBATROS auf ihren Fahrten zu den schönsten Urlaubsgegenden der Welt. Dabei bekommen die Zuschauer zahlreiche Eindrücke von den täglichen Arbeitsabläufen der 350-köpfigen Crew um den norwegischen Kapitän Morten Hansen, welcher mit seiner charmanten Art stets gute Laune verbreitet. Die Kamera gewährt sowohl Einblicke in die Organisationsroutinen des Kreuzfahrtdirektors und der Küchenchefs, die sich um das seelische und leibliche Wohl der Passagiere kümmern, als auch in den Maschinenraum und die technischen Abläufe an Bord des Schiffes. Auf der anderen Seite werden auch Geschichten rund um die Passagiere erzählt und deren Erlebnisse auf dem Schiff in Bild und Ton festgehalten.
Für die Staffel 10 wird weiterhin an Bord der ALBATROS im Herbst 2019 und im August 2020 sowie auf der AMERA von Phoenix Reisen im Frühjahr 2020 gedreht. www.plantours-partner.de · Christian Eckardt