SeereisenMagazin Logo klein 347 65OSTSEEMAGAZIN · AUSGABE 3/2018hr

18121 Hafeneinfahrt Warnemuende RP17 062 kl Foto Rostock Port
Das ist meine Hafenstadt – Rostock-Warnemünde.
Foto: Nordlicht für Rostock Port

hr

18321 Arosa GF Joerg Eichler mit P1000902 Foto Reiner Frank RostockJörg Eichler (51), seit fünf Jahren Geschäftsführer bei A-ROSA Flussschiff GmbH. Foto: Reiner Frank, Rostock

Von der Warnow bis zum Duoro
Im Zeichen der Rose nun auch in Portugal / Zwölftes Schiff und neues Fahrtgebiet für Rostocker Reederei / Mehrgenerationenschiff folgt als nächstes
Rostock, 23. Mai 2018 – Die heimische A-ROSA Flussschiff GmbH steuert auf gutem Kurs. Die Nachfrage nach den Premium-Angeboten des Rostocker Unternehmens ist ungebremst gut. 2017 wuchs der Gesamtumsatz bei stabilen Gästezahlen um sechs Prozent. „In diesem Jahr sind wir so weit wie nie zuvor, zeichnet sich bei einem gegenwärtigen Umsatzplus von 15 Prozent zum Vorjahr eine hohe Auslastung der Schiffe ab”, freut sich Jörg Eichler (51), seit fünf Jahren Geschäftsführer bei A-ROSA. Neben Markus Zoepke, Chief Operating Officer, ist inzwischen auch er als Gesellschafter am Unternehmen beteiligt. Beide bilden zusammen das Management. Ein neues Schiff und ein neues Fahrtgebiet, so Eichler, sollen die Möglichkeiten der Flotte für Reisen im Zeichen der Rose weiter ausbauen. Der Kurs wurde nach Portugal abgesteckt.
Der weitere Ausbau der Flotte werde vom englischen Finanzinvestor Duke Street getragen, der im Februar die Gesellschafteranteile von der holländischen Privat-Equit Waterland übernahm. Das Management habe diesen Prozess begleitet, Unruhe in der Belegschaft gab es nicht, zumal der neue Eigner den Wachstumskurs voll unterstützt. So können für das neue Fahrtgebiet mit neuem Schiff allein am Unternehmenssitz in Rostock vier neue Leute eingestellt werden. Allein für den Verkauf, für die Fluganbindungen und vielfältige weitere organisatorische Dinge gibt es mehr zu tun.
Die Rostocker Reederei bietet neben ihren Offerten auf Donau, Rhein (Mosel), Rhône und Seine 2019 erstmals auch Reisen auf dem Duoro an. „Mit Portugal erweitern wir unser Angebot an Städte- und Naturreisen um eine spannende und sichere Destination, die in den vergangenen Jahren bei deutschen Urlaubern an Beliebtheit gewonnen hat”, erklärt Eichler mit Fingerzeig auf Wettbewerber, die hier schon im Geschäft sind. Der Douro ist einer der größten Flüsse der Iberischen Halbinsel. Er entspringt in Spanien und fließt über rund 900 Kilometer bis nach Porto am Atlantik. Von Flussschiffen befahrbar ist er allerdings nur in Teilabschnitten in Portugal. Und deren Größenordnung ist auf 83 Meter Länge, 11,40 Meter Breite und 3,80 Meter Tiefgang begrenzt.
Dafür hat A-ROSA einen maßgeschneiderten Neubau geordert, der diese Rahmenbedingungen erfüllt. Allerdings nicht auf der Neptun Werft, die alle bisherigen elf Schiffe der Flotte gebaut hat, sondern vor Ort unweit von Porto. Die dortige West-Sea-Werft sei auf Schiffe für das Fahrtgebiet spezialisiert, habe alle hier fahrenden Cruiser gebaut, die spezielle Note der Marke soll aber auch der A-ROSA-Neubau erhalten. Einen großen Pool, Sauna und Fitnessraum wird es hier im Gegensatz zu den Wettbewerbern ebenso geben wie auch das typische Marktrestaurant. Einige Kabinen mussten dafür geopfert werden, aber die maximal 126 Passagiere müssen so auf den vier Decks des Schiffes das gewohnte A-ROSA-Ambiente im Premium-Segment nicht missen. Basishafen wird Porto sein. „Eine tolle Stadt”, schwärmt Eichler und bezieht damit auch die malerische Kulisse der Landschaft ein, die als Weltkulturerbe klassifiziert ist und mehr als den bekannten süßen Portwein bietet.
Die Auftragsvergabe nach Portugal bedeute keineswegs eine Abkehr von der heimischen bisherigen Hauswerft, die gegenwärtig ohnehin durch den Sektionsbau und die Viking-Aufträge stark gebunden sei. Bei der Ausschreibung für das bereits avisierte Projekt „Mehrgenerationenschiff” sei Neptun sicher wieder eine wichtige Adresse. Durch den Eigner-Wechsel habe sich der Zeitplan für die Realisierung dieses familienfreundlichen Schiffs mit dem großen Kids-Klub und Entertainments für Junge und Junggebliebene, das voraussichtlich für den Rhein gebaut wird, ein wenig verschoben. Eichler rechnet damit, dass die Spezifikation dafür aber noch in diesem Jahr fertig wird.
Eichler verweist anhand des neuen Katalogs für 2019 auf das Kapitel Gourmetreisen, die vom A-ROSA-Chef-Patissier Oliver Erdmann begleitet werden und wo Spitzenköche ihre Visitenkarte abgeben. Auf der letzten Seite des Katalogs fand auch noch das neue Fahrtgebiet seinen Platz – ein gesonderter Flyer dazu wird Ende Mai herausgegeben. Reiner Frank

 

18321 PETER PAN DSCF2543 Foto Horst Dieter Foerster fuer TT LineNach viermonatiger Umbauzeit bei der Werft German Dry Docks in Bremerhaven bereitet sich die TT-Line auf die Rückkehr
der um 30 Meter verlängerten PETER PAN vor. 
Foto: Horst-Dieter Foerster für TT-Line

Nach Bornholm ein neuer Betreiber
Fährverkehr hatte Pfingsten die erste Feuertaufe vor der Urlaubssaison / Umbau der PETER PAN länger als geplant / Stena Line kündigt Swap Agreement mit TT-Line / Molslinien ganzjährig zwischen Sassnitz und Rönne / Scandlines neue Hybridfähren wie ein Uhrwerk
Rostock, 22. Mai 2018 – Pfingsten war auch für die Fährreedereien die erste Feuertaufe für die diesjährige Urlaubssaison. Für uns ein Anlass für einen Überblick des Fährverkehrs. Nach viermonatiger Umbauzeit bei der Werft German Dry Docks in Bremerhaven bereitet sich die TT-Line auf die Rückkehr der um 30 Meter verlängerten PETER PAN vor. Planmäßig sollte der Umbau schon Ende Februar abgeschlossen sein, die Betriebsaufnahme der verjüngten, energieeffizienteren und um 500 Lademeter vergrößerten Fähre musste wiederholt verschoben werden. Zu Pfingsten klappte es auch noch nicht. Wenn sie demnächst in Betrieb geht, dürfte sie aber ein Beleg dafür sein, dass die Reeder sich auf wachsende Aufgaben einstellen.
Mit seinen etwa zehn Millionen Einwohnern sei Schweden als Industrie- und Konsumstandort voll in den europäischen Warenfluss eingebunden, erklärt Bernhard Termühlen, Geschäftsführer der TT-Line. Da bei den Urlaubszielen verstärkt die angrenzenden Länder eine Rolle spielen, biete TT-Line eine große Vielfalt von Reisemöglichkeiten an, die besonders in den Sommermonaten gut genutzt würden. Für die Fährreederei ergänze sich die Kombination von Frachteinheiten und Urlaubern, die im Verlauf des Jahres ein sehr unterschiedliches Aufkommen haben. Ein so genanntes Swap-Agreement von TT-Line und Stena Line macht noch in der Saison die gebotene hohe Abfahrtfrequenz von täglich bis zu sechs Abfahrten von Rostock nach Trelleborg möglich. Allein rund 250.000 Gäste der Stena Line nutzten so im vergangenen Jahr die gebotene verdoppelte Abfahrtsdichte auf der Linie, womit ein Zuwachs von 17 Prozent erzielt wurde.
Ab 9. September 2018 fährt Stena nach einem neuen Fahrplan auf der Route Rostock-Trelleborg. Damit endet auch das gemeinsame Angebot von Stena Line und TT-Line auf der Route. „Wir danken TT-Line für die Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Stena Line hat nun die strategische Entscheidung getroffen, sich weiter auf die Entwicklung unseres Kerngeschäfts zu fokussieren, wobei wir uns auf unsere Angebote für Passagiere, traditionelle Frachtkunden und unsere Bahnkunden konzentrieren”, sagt Ron Gerlach, Trade Director Region Germany. „Wir werden weiterhin einen konkurrenzfähigen Zeitplan und eine Frequenz anbieten, die der Nachfrage unserer Kunden entsprechen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung unseres Geschäfts zwischen Deutschland und Schweden”, so Ron Gerlach.
Rostock ist zudem logistischer Knotenpunkt für Güterströme von Skandinavien bis nach Südeuropa und darüber hinaus. Mit der neu eingerichteten Güterzugverbindung Halle-Rostock setzt Stena verstärkt auf intermodale Verkehre. Die seit längerem rückläufigen Bahnwaggon-Verschiffungen haben sich stabilisiert. Der Ausbau des Eisenbahndecks der Fähre MECKLENBURG VORPOMMERN im vorigen Jahr habe für die Bahnen Signalwirkung gehabt, betont Gerlach. Im Passagierverkehr sieht er auf der alten Königslinie zwischen Sassnitz und Trelleborg noch Reserven. Insgesamt soll das touristische Potenzial noch besser erschlossen werden, wobei die Linie Kiel-Göteborg auch hier schon erfreuliche Zuwächse hatte.
Wie ein Uhrwerk laufen inzwischen die neuen Scandlines-Hybridfähren BERLIN und COPENHAGEN zwischen Rostock und Gedser und sorgten für Zuwächse im zweistelligen Bereich. Sie trugen maßgeblich dazu bei, dass das Unternehmen sowohl Umsatz als auch Rentabilität deutlich steigern konnte und ihr bestes Jahresergebnis einfuhr. Durch die Kombination von Diesel- und Batteriebetrieb fahren die Neubauten umweltfreundlicher und energieeffizienter und haben ihre Feuertaufe bestanden.
Die größten Veränderungen gibt es im Verkehr zur Ferieninsel Bornholm. Hier bestreitet die Reederei Färgen nach verlorener Ausschreibung ihre letzte Saison. Ab 1. September folgen ihr als neuer Betreiber die Molslinien, die zwischen Mukran und Rönne die in Rauma im Bau befindliche Ro/Pax-Fähre HAMMERHUS neben dem Oldtimer POVL ANKER einsetzen werden und damit die Linie nunmehr ganzjährig betreiben – in der Hauptsaison 2019 mit sechs bis acht Abfahrten pro Woche. Bornholm steuern in dieser Saison bereits jeweils samstags von Swinemünde mit der NILS DACKE und CRACOVIA auch Schiffe der TT-Line und Polferries an.
Reiner Frank

 

18321 PSW Der Bagger greift an im Grund von LubminDer Bagger greift an im Grund von Lubmin. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

„Nord-Stream 2” baggert los!
Lubmin, 15. Mai 2018 – Trotz sich widersprechender und überschlagender Meldungen, ob der Bau der geplanten Gas-Pipeline „Nord-Stream 2” vor dem mecklenburg-vorpommerschen Seebad Lubmin beginnen darf oder nicht: Seit Dienstagmorgen, greifen die schwimmenden Geräte an.
Insgesamt ein internationales Konsortium, bestehend aus drei Stelzenpontonbaggern, sechs Laderaumsaugbaggern, drei Verholschleppern für die Stelzenbagger, fünf Schleppern, drei Vermessungsbooten, drei Personentransportern, siebzehn Klappschuten und zwei Mehrzweckschiffen. Eine beeindruckende Armada aus mehreren europäischen Ländern mit multikulturellen Besatzungen.

Nach Staubsauger-Art
Im sonst eher stillen Hafen Lubmin hinter dem ehemaligen Kernkraftwerk Lubmin brummt es. Von hier laufen die Schiffe aus, um mit dem Graben der Trasse durch den Greifswalder Bodden zu beginnen. Wichtigstes Gerät sind der luxemburgische Stelzenpontonbagger GIAN LORENZO BERNINI, ausgerüstet mit einem Liebherr-Bagger aus Rostock, und sein belgischer „Kollege” VITRUVIUS. Für den Transport des Baggerguts sind die beiden Hopperbargen PAGADDER und SLOEBER zuständig. Sie transportieren und verklappen das Material vom Grund des Boddens nicht nur, sondern säubern mit ihren „Rüsseln” auch den Graben für die Rohre nach Art eines Staubsaugers.
Zusätzlich sind die luxemburgischen Hopperbargen L’AIGLE, L’ETOILE, BOUSSOLE, MARQUISE DE PRIÉ zunächst für sieben Wochen gechartert und pendeln ebenfalls zwischen Baggern und Verklappungsposition hin und her. Die Kurse im Greifswalder Bodden bekommen dann den Charme von Schiffs-Autobahnen.
SeereisenMagazin ist auf dem dänischen, unter holländischer Flagge fahrenden, 3.040 PS-Schlepper-Kraftprotz SKINFAXE dabei gewesen, als der 60 Meter lange und 18 Meter breite BERNINI Bagger auf seine Anfangsposition vor dem Lubminer Strand geschleppt worden ist. 34 Meter hoch sind die Stelzen, auf denen die beiden Pontonbagger jetzt ruhen und fest im Grund verankert sind.

Kapitäne fahren sich frei
Umsteigen auf die L’AIGLE. Das Team der Brüderschaft Wismar-Rostock-Stralsund (WiRoSt) hat in Absprache mit der Maklerei COE Shipping Rostock einen detaillierten Plan erarbeitet. Der Greifswalder Lotsen-Ältermann Dr. Christian Subklew und sein Rostocker Seelotsen-Kollege Arne Bergholz auf der L’ETOILE sollen mit ihren Einweisungen erreichen, dass diese großen Fahrzeuge von rund 100 Meter Länge zukünftig von der Lotsenpflicht befreit sind. Dazu müssen die Kapitäne und Steuerleute sich im Revier zwischen Osttief, Landtief, Greifswalder Oie und Ruden freifahren, wie es fachlich heißt. Dabei geht es um deutsche Standardredewendungen und Basissätze laut IMO-Reglement (Internationale Maritime Organisation), Fahrtstrecken, Funk-Meldepunkte und Geschwindigkeiten). So verlangen es die Vorschriften des Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund (WSA).
„Wir sind froh”, so Subklew, „dass dieses Unternehmen nun endlich startet!” Es sei auch ein Gewinn für die Region. Auch wenn sich der NABU (Naturschutzbund Deutschland) dagegenstellt. Er könne es nicht verstehen, so Subklew weiter, dass hier gemeinsame Sache mit den Interessen der USA, Polens und der Ukraine gemacht werde, die eigene Interessen vertreten zum Nachteil Deutschlands.
Wie sich während der „Proberunden unter Aufsicht” herausgestellt hat, ist das Navigieren im Revier, trotz modernster Navigationstechnik, selbst für erfahrene Nautiker kein „elektronisches Kinderspiel”, sondern harte Konzentrationsarbeit. Ebenso für die Bagger- und Schlepperfahrer, die schwere körperliche Arbeit mit Trossen, Leinen und Ketten leisten. Und das nicht nur bei Sonnenschein, wie in diesen Tagen, sondern auch bei Schlechtwetter wie Sturm und Seegang. „Damit irgendwann”, meint Subklew, „das preiswerte Gas aus Russland ins Land strömen kann”. Dr. Peer Schmidt-Walther

18321 PSW Lotsen Aeltermann Dr Christian Subklew bei der NavigationLotsen Ältermann Dr. Christian Subklew auf der Brücke des Baggers bei der Navigation. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

 

18204 Neues Terminal Grafik 180128 P1 1 Animation Rostock PortIn Warnemünde am Anleger neben dem Cruise Center entsteht ein Glasterminal, dass zur Saison 2020 einsatzklar sein soll.
Animation: Rostock Port

 

Kreuzliner steuern wieder die Warnow an

In Rostock und Kiel beginnt mit dem Anlauf der BOUDICCA die Saison der Passagierschifffahrt / 205 Anläufe von 43 Schiffen werden in Warnemünde und im Seehafen Rostock erwartet / Neun Neulinge im Reigen der Schiffe / Studie zur Wertschöpfung
Rostock, 5. April – Es geht wieder los – die Kreuzfahrtsaison an der Ostsee beginnt. Am Warnemünder Cruise Center liefen an den vergangenen Tagen die letzten Vorkehrungen. Im Terminalgebäude und am Kai wurde Klar-Schiff gemacht. Vor einem Liegeplatz war zuvor noch gebaggert worden und für ein noch sicheres Festmachen bei Doppelanläufen ein zusätzlicher Poller gesetzt. Als erstes Schiff der Saison wird am 8. April die BOUDICCA von der Reederei Fred Olsen erwartet, mit der tags zuvor schon in Kiel die Saison eingeläutet wurde. Ein Anlauf zum „Warmmachen” für den diesjährigen Kreuzfahrtbetrieb von Rostock Port. Mit der AIDAdiva folgt am 26. April der erste Passagierwechsel und damit auch die erste große Bewährungsprobe für die Dienstleister. Dann geht es Schlag auf Schlag. Insgesamt 205 Anläufe von 43 Kreuzfahrtschiffen sind bei Rostock Port in diesem Jahr gemeldet. Es gibt neun Neulinge. Von den 205 Anläufen erfolgen 182 in Warnemünde und 23 im Seehafen. „Wir sind für die Saison gut gerüstet”, versichert Christian Hardt, Leiter Kreuzschifffahrt bei Rostock Port und bestätigt, dass sich der Trend zu großen Schiffen fortsetzt. Allein 39mal steuern Kreuzfahrtriesen mit einer Schiffslänge von über 300 Metern die Warnow an. Das größten ist von der Tonnage her die NORWEGIAN BREKAWAY von NCL, die bis zu 4.000 Passagieren Platz bietet.
Arbeitsspitzen bilden die Mehrfachanläufe. Dabei gibt es einen „Fünfer” am 17. Juni und zwei „Vierer” am 29. und 31. August. Besondere Herausforderungen werden die Passagierwechsel stellen. Gemeldet sind insgesamt 53 Vollreisewechsel (43 allein für AIDA), aber auch 57 Teilreisewechsel (für MSC, Costa, Princess und NCL). Für die Abfertigung der Passagiere der ZENITH vom spanischen Veranstalter Pullmantur im Seehafen wurde Baufreiheit für ein größeres Zeltterminal geschaffen. Die Spanier kommen neunmal, erstmals am 5. Mai.
Auch in Warnemünde muss am Anleger neben dem Cruise Center noch zwei Sommer ein Zeltterminal der Abfertigung dienen. Hier beginnen nach der diesjährigen Saison aber im Oktober die Arbeiten eines Neubaus mit einer Grundfläche von 2.140 Quadratmetern, das über zwei Winterhalbjahre entsteht und zur Saison 2020 einsatzklar sein soll. In der ersten Stufe sind die Tiefbauarbeiten bis hin zum Fundament vorgesehen, auf dem dann 2019 zunächst noch einmal ein Zelt aufgebaut wird. In der zweiten Stufe folgt der Hochbau – ein Glasterminal mit fünf Funktionsräumen und ein zweigeschossiges Servicegebäude mit zweimal 490 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, die von einer 4.900 Quadratmeter großen Dachkonstruktion überspannt sind.
Ein neuer Passagierrekord mit etwa 700.000 Gästen wird bei Rostock Port erwartet. Mit 641.000 Personen konnte Rostock nach Kopenhagen bereits im Vorjahr die meisten Reisenden in den Kreuzfahrthäfen an der Ostsee abfertigen. Nach einer Studie von Peter Wild für die Vereinigung der Ostsee-Kreuzfahrthäfen, Cruise Baltic, bringen die Kreuzliner den Anlaufhäfen nicht unerhebliche wirtschaftliche Effekte. Pro Schiffsanlauf beziffert er die durchschnittlich mit 300.000 Euro. Reiner Frank

 

18204 NCL Breakaway vor Tallinn Foto NCLDas größte Schiff, dass 2018 Warnemünde anläuft, ist von der Tonnage her die NORWEGIAN BREKAWAY von NCL, die bis
zu 4.000 Passagieren Platz bietet – hier vor der Stadtkulisse von Tallinn.
Foto: NCL, Wiesbaden

 

18221 A ROSA SEC 5940 2 Foto A Rosa RostockPersonal-Schulungen der Marineacademy im Vorfeld. Im Bild links Direktor Dirk Sobotka.
Foto: A-Rosa, Rostock

 

Gut gerüstet in die neue Saison
Rostocker A-Rosa Flussschiff GmbH bereitete sich mit Verjüngungskuren ihrer Schiffe und Schulung des Personals auf weiteres Wachstum vor

Rostock, 20. März – Für die A-Rosa Flussschiff GmbH Rostock ist die Saison 2018 bereits in vollem Gange. Bis zum 10. beziehungsweise 11. Januar liefen für die A-ROSA FLORA und A-ROSA AQUA noch Nach-Silvester-Programme, am 9. März starteten auf der Donau die BELLA und MIA mit Kurzreisen in die neue Saison. Die weiteren Schiffe der Flotte folgten, zuletzt STELLA und LUNA am 18. März auf der Rhone und einen Tag später VIVA auf der Seine. In der kurzen Winterpause waren wieder umfangreiche Vorkehrungen zu treffen, wurde das Personal geschult, waren vor Reisebeginn die Schiffe mit vielfältigen Verjüngungskuren wieder einsatzklar zu machen, wie Dirk Sobotka (49), Direktor Strategie und Development im Rostocker Unternehmen berichtet.
Von der Reinigung und dem Austausch der Teppiche und Baldachine bis zu Rohrleitungsarbeiten, vom Aufpolieren der Möbel bis zur Überholung der Glastechnik und der Türautomatik stand ein umfangreiches Programm in den Basishäfen zwischen Linz und Lyon sowie auf der Werft in Amsterdam auf der Tagesordnung. Da wurden unter anderem auf den Sonnendecks der MIA und „Riva“ neue Rasenteppiche gelegt, erfolgten Kesselreinigungsarbeiten, mussten FLORA und MIA zur Klasse-Erneuerung ins Dock. Die BRAVA wurde mit neuen umweltfreundlichen Hauptantriebsmotoren ausgestattet, die nicht nur helfen, Treibstoff zu sparen, sondern auch CO 2-Emissionen zu senken.
Bei der Vielzahl von Instandsetzungs- und Verschönerungsarbeiten konnte sich A-Rosa wieder auf bewährte heimische Partner stützen. Neu wurde die MIS Vorpommern GmbH aus Miltzow für die Kesselreinigung gewonnen. Ein Ergebnis der Kooperation in der MAZA MV, dem maritimen Zuliefernetzwerk regionaler schiffbaurelevanter Zuliefer-, Ausrüstungs- und Industriedienstleistungsunternehmen, wie Sobotka betont.
Zu den Saisonvorkehrungen zählt auch die Schulung des Personals. Neben der großen Schulungswoche von Ende Februar bis Anfang März gab es einige Sicherheits- und Qualifizierungslehrgänge durch die heimische Marineacademy. Von Wellness über Küchentechnik bis hin zum Einsatz neuer Produkte und dem Austausch von Rezepturen für Allergiker bis hin zu nautisch-technischen Fragen in den Fahrtgebieten der Flusskreuzer wurde ein umfangreiches Programm geboten.
Insgesamt sind 650 Mitarbeiter bei der A-Rosa Flussschiff GmbH Rostock tätig, das Gros auf den elf Schiffen der Flotte, etwa 90 am Unternehmenssitz auf der Rostocker Holzhalbinsel, etwa 25 in Chur in der Schweiz. Verstärkung ist willkommen. So sind beispielsweise neben Schiffsingenieuren vor allem Elektriker gefragt, für deren weitere Entwicklung Sobotka hier eine gute Perspektive bis hin zum Leiter Maschinenanlagen sieht. In Zusammenarbeit mit dem Duisburger Berufskolleg werden Azubis als Binnenschiffer ausgebildet. Gegenwärtig sind es neun – sowohl Schiffsjungen, aber auch drei Schiffsmädchen, die hier lernen. Was möglich ist, veranschaulicht der Werdegang von Jenny Marx vom Matrosen zum Nautischen Offizier.
Nach einer guten Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres, wo der Umsatz um sechs Prozent stieg, ist der Kurs auf weiteres Wachstum eingestellt. In den kommenden Jahren wird das sicher nur durch eine Erweiterung der Flotte möglich sein. Der neue Eigner, der englische Finanzinvestor Duke Street, hat auch den Bau neuer Schiffe in Aussicht gestellt. Die angelaufene Saison 2018 verspricht dafür eine gute Basis zu sein. Die Zahl der Vorausbuchungen liegt zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 20 Prozent besser.
www.a-rosa.de · Reiner Frank

hr

18321 Cover OCEANUM SPEZIAL OSTSEEOSTSEE-FAHRT
Dr. Peer Schmidt-Walthers Herz schlägt seit seiner Kindheit für die Ostsee zwischen Flensburg, genauer gesagt Eckernförde, und Usedom, die ideale Sommerfrische mit Stränden, Steilküsten und Seebrücken, mit stillen Natur- und Vogelparadiesen, Herrenhäusern und Schlössern im grünen Hinterland. Nicht zu vergessen die Städte direkt am Meer mit ihrer Backsteinpracht und ihren lebendigen Häfen.
Der Autor – Geograf, Schifffahrts- und Reise-Journalist mit Matrosenbrief und Patent, Hochschul-Dozent für Maritimen Tourismus sowie Kapitänleutnant der Reserve – ist im schleswig-holsteinischen Ostseebad Eckernförde aufgewachsen. Seit 1994 lebt er aber in Mecklenburg-Vorpommern am Stralsunder Hafen. Von dort zieht es ihn immer wieder hinaus auf See. – Jetzt stellt er sein 20. Buch in Stralsund vor. Er hat es dem Meer gewidmet, mit dem er auf das engste verbunden ist. Doch er reist keineswegs nur auf Kreuzfahrtschiffen, sondern sucht immer wieder das Besondere: an Bord von Frachtern, Forschungsschiffen, Eisbrechern und Großseglern. Und das nicht nur bei Sonnenschein. Kälte, Eis und Sturm halten den passionierten Kajakfahrer und Ruderer nicht davon ab.
Er war bei der Deutschen Marine und ist auf der GORCH FOCK (II) gefahren. Die hat ihn so nachhaltig beeindruckt, dass er alles dafür getan hat, um für ihre Vorgängerin, die erste GORCH FOCK von 1933, die Rückholaktion nach Stralsund zu starten. Bis zur Versenkung 1945 war sie hier beheimatet. Ein Blick hinter die maritimen Kulissen lohnt sich, wenn Peer Schmidt-Walther auf Ostsee-Fahrt geht.

Dr. Peer Schmidt-Walther
OCEANUM Das maritime Magazin
SPEZIAL OSTSEE
ISSN 2366-7869, ISBN 978-3-86927-602-1
176 Seiten, Euro 16,90, 14,8 x 21 cm, Broschur
© 2018, Oceanum Verlag e.K., Wiefelstede
Herausgeber: Harald Focke und Tobias Gerken
Internet: www.oceanum.de