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19104 CRUISE ROMA DSCF7334 Foto Grimaldi Group NeapelIn den nächsten Tagen wird auf der sizilianischen Werft als erstes Schiff die CRUISE ROMA zur Verlängerung erwartet.
Foto: Grimaldi Group, Neapel

Grimaldi-Fähren werden in Palermo verlängert
Die italienische Grimaldi Gruppe lässt, wie im März letzten Jahres schon mitgeteilt, jetzt ihre beiden 225 Meter langen Mittelmeer-Kreuzfahrtfähren CRUISE ROMA und CRUISE BARCELONA, die täglich zwischen Italien und Spanien verkehren, verlängern. Bis zum Mai 2019 werden beide Schiffe nacheinander um ein rund 29 m langes Mittelstück gestreckt. Die insgesamt rund 80 Millionen Euro teuren Maßnahmen, 40 Millionen pro Schiff, werden von der Fincantieri-Werft in Palermo ausgeführt, wo in den vergangen Tagen die von Fincantieri in Triest vorgefertigte Verlängerungssektion eintraf. In den nächsten Tagen wird auf der sizilianischen Werft somit als erstes Schiff die CRUISE ROMA zur Verlängerung erwartet. Die seinerzeit zwischen 2007 und 2008 auch von Fincantieri erbauten Fähren mit einer Bruttoraumzahl (BRZ) von 54.000 haben derzeit eine Fahrgastkapazität von rund 3.000 Passagieren und eine Frachtkapazität auf dem Fahrzeugdeck von rund 3.000 Spurmetern. Nach der Verlängerung verfügen die Fährschiffe über eine Ladekapazität von 3.700 Frachtmetern.
Neben der Vergrößerung des Frachtdecks werden im Rahmen der Werftliegezeit auch in jedem Schiff 80 neue Schlafplätze in Passagierkabinen, zwei Gemeinschafts-Schlafräume mit 450 Pullman-Betten und ein neues „Family Self-Service”-Restaurant mit rund 270 Sitzplätzen hinzugefügt. Zudem werden alle öffentlichen Bereiche überholt und auch ein neues Themenrestaurant eingebaut. Weiterhin erfolgen während der Werftliegezeit technische Veränderungen, die der Energieeinsparung und Emissionsminderung dienen, darunter der Einbau von Scrubbern und ein Batteriesystem zur Speisung der Aggregate mit Strom während der Hafenliegezeit. Aufgrund der Erhöhung der Passagierkapazität wird zudem die Sicherheitsausrüstung der Schiffe ergänzt. Nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten sind die beiden Kreuzfahrt-Fähren dann 252 Meter lang und mit 63.000 BRZ vermessen. www.grimaldi-lines.com/de · Christian Eckardt

 

19104 Typschiff MSC Meraviglia Foto Chantiers de AtlantiqueDas Typ-Schiff MSC MERAVIGLIA. Foto: Chantiers de l’Atlantique, Saint-Nazaire


Aufschwimmen der MSC GRANDIOSA auf französischer Werft
Drittes Schiff der Meraviglia-Klasse wird am 9. November 2019 in Hamburg getauft
Die Kreuzfahrtmarke MSC Cruises, die nach eigenen Angaben weltweit einzige Kreuzfahrtreederei in privater Hand, feierte Anfang Januar auf der französischen Schiffswerft Chantiers de l’Atlantique (ehemals STX France) das so genannte Aufschwimmen der MSC GRANDIOSA im Baudock der Werft. Die Zeremonie fand in Saint-Nazaire statt, wo das Schiff aktuell entsteht. Anschließend verholte der 331 Meter lange und 43 Meter breite Neubau mit Schlepperhilfe an die Ausrüstungspier der Werft, wo nun die finale Ausrüstungsphase erfolgt, bevor das Schiff im Oktober dieses Jahres offiziell an MSC übergeben wird.
Die MSC GRANDIOSA mit einer Vermessung von rund 177.100 BRZ mit 2.421 Kabinen für maximal 6.334 Passagiere, wird das dritte Schiff der Meraviglia-Generation sein und ist das erste von drei Schiffen der Meraviglia Plus-Klasse, die über eine größere Vermessung und 200 Kabinen mehr verfügt als die beiden ersten Schiffe der Meraviglia-Klasse, der MSC MERAVIGLIA und MSC BELLISSIMA. Die MSC GRANDIOSA wird zudem das fünfte neue Schiff sein, das MSC innerhalb von nur zweieinhalb Jahren in seine Flotte aufnimmt. Im Rahmen des Investitionsplanes von MSC Cruises folgen auf die MSC GRANDIOSA bis 2027 insgesamt noch zwölf weitere Kreuzfahrtschiffe.
Auf der MSC GRANDIOSA wird unter anderem die Mediterrane Promenade – der Mittelpunkt des Schiffes – nochmals vergrößert. Gäste genießen unter dem 98,5 Meter langen LED-Himmel verschiedene Unterhaltungsangebote und Spezialitätenrestaurants, darunter auch das neue Restaurantkonzept L’Atelier Bistrot, eine Französisch inspirierte Bar mit Lounge-Bereich, das auch eine Bühne und Tanzfläche bietet, sowie eine Terrasse mit Sitzplätzen.
Wie die beiden anderen Schiffe der Meraviglia-Klasse wird auch die MSC GRANDIOSA zwei brandneue exklusive Shows des „Cirque du Soleil at Sea” präsentieren. Diese sind Teil der langfristigen Partnerschaft zwischen MSC Cruises und dem Cirque du Soleil, dem weltweit führenden Unternehmen für Live-Entertainment.
Nach der Indienststellung der MSC BELLISSIMA im Februar 2019 wird die MSC GRANDIOSA das zweite MSC Kreuzfahrtschiff sein, das mit dem digitalen Sprachassistenten ZOE – dem ersten KI-basierten Assistenten für die Kreuzfahrt – ausgestattet ist. Dieser Service ist eine Erweiterung des Innovationsprogramms MSC for Me und bietet den Gästen eine einfache und stressfreie Möglichkeit, Informationen, die sie sonst an der Rezeption erhalten, komfortabel in der eigenen Kabine abzufragen.
Die MSC GRANDIOSA wird am 31. Oktober 2019 an MSC Cruises übergeben und am 9. November 2019 feierlich im Hamburger Hafen getauft. Nach ihrer Jungfernfahrt von Hamburg bis nach Genua, dem neuen Heimathafen, sticht die MSC GRANDIOSA ab dem 16. November 2019 zu den schönsten Zielen im westlichen Mittelmeer in See. www.msc-kreuzfahrten.de · Christian Eckardt

 

19104 oClass Marina At Sea Foto Oceania CruisesDie neuen Schiffe mit ähnlichen Abmessungen wie bei der MARINA und RIVIERA werden den Gästen noch mehr Komfort, weitere Annehmlichkeiten und viele neue Luxus-Ausstattungselemente bieten. Foto: Oceania Cruises, Southampton

Fincantieri baut zwei Cruiser der neuen Allura-Klasse für Oceania Cruises
Die im oberen Premiumsegment angesiedelte Kreuzfahrtreederei Oceania Cruises, eine Tochtergesellschaft der Norwegian Cruise Line Holdings Ltd., hat erneut bei der italienischen Werft Fincantieri S.p.a. zwei Kreuzfahrtneubauten der neuen Allura-Schiffsklasse zur Ablieferung in den Jahren 2022 und 2025 bestellt.
Diese beiden neuen 67.000 BRZ Schiffe werden jeweils rund 1.200 Gästen Platz bieten und ein ähnliches warmes Ambiente sowie beliebte Designelemente und Annehmlichkeiten der mehrfach ausgezeichneten Schwesternschiffe MARINA und RIVIERA bieten, die von der Fincantieri-Werft zwischen 2011 und 2012 geliefert wurden. Gleichzeitig werden die Schiffe mit ähnlichen Abmessungen wie bei der MARINA und RIVIERA den Gästen noch mehr Komfort, weitere Annehmlichkeiten und viele neue Luxus-Ausstattungselemente bieten. Weitere technische Details liegen zu den Neubauten bislang noch nicht vor.
„Diese neue Schiffsklasse ist eine Weiterentwicklung des Oceania Cruises-Erlebnisses mit all den Elementen, die unsere Gäste schätzen – ein warmer, individueller, wohnlicher Stil, die geräumigsten Standardkabinen auf See, beeindruckende Suiten sowie natürlich die feinste Küche auf See”, erklärt Bob Binder, President und Chief Executive Officer von Oceania Cruises.
„Mit der Erweiterung der Oceania Cruises-Flotte entsprechen wir der großen Nachfrage nach Kreuzfahrten im gehobenen Segment und mit Fokus auf Kulinarik und Destinationen weltweit”, erklärte Frank Del Rio, President und Chief Executive Officer der Norwegian Cruise Line Holdings Ltd. „Die neue Schiffsklasse wird das bereits jetzt in seinem Segment führende Gästeerlebnis von Oceania Cruises noch verbessern und die Nachfrage von neuen und Stammgästen deutlich steigern. Dies wird letztendlich auch der Rendite unserer Aktionäre zu Gute kommen.”
„Das neue Erfolgsprojekt für Oceania Cruises verdeutlicht erneut unsere Leistungsfähigkeit in den Bereichen Produktinnovationen und Diversifikation, um den Ansprüchen aller Kundengruppen zu entsprechen – eine Fähigkeit, die uns unterscheidet”, ergänzt Giuseppe Bono, CEO von Fincantieri. „Der heute bekanntgegebene Auftrag bekräftigt nicht nur unseren ersten Platz im Luxus-Sektor, sondern stärkt gleichzeitig unsere beispiellose Führungsposition im Kreuzfahrt-Bereich. Wir haben einen Auftragsbestand von 55 Schiffen, die wir für die meisten Marken im Markt bauen, und Auslieferungstermine, die bis in das Jahr 2027 reichen.”
Die in Triest ansässige Werftengruppe Fincantieri beschäftigt heute mehr als 19.000 Mitarbeiter, davon mehr als 7.800 in Italien, auf 20 Werften auf vier Kontinenten und gilt dabei als führender westlicher Schiffsbauer. Zu den Kunden zählen führende Kreuzfahrtgesellschaften sowie die italienische, die U.S.-amerikanische und weitere Marinen. Der Auftragswert für jedes der beiden Oceania-Schiffe beläuft sich auf rund 575 Millionen Euro. Das Unternehmen hat eine Exportkredit-Finanzierung zu günstigen Konditionen für 80 Prozent des Vertragspreises pro Schiff erhalten – vorbehaltlich einiger Genehmigungen der italienischen Regierung.
Mit der Bekanntgabe für die Neubauten für Oceania Cruises stehen insgesamt noch zehn Schiffe für die Norwegian Cruise Line Holding in den Auftragsbüchern, davon eins, die NORWEGIAN ENCORE bei der Meyer Werft in Papenburg, die übrigen neun alle bei Fincantieri, die bis 2027 in Dienst gestellt werden. Dazu zählen sechs Schiffe der Leonardo-Klasse (2022-2027) sowie die SEVEN SEAS SPLENDOR (2020) für Regent Seven Seas Cruises.
Die 2002 von Frank del Rio gegründete Oceania Cruises ist eine weltweit führende Kreuzfahrtreederei mit derzeit sechs Schiffen, die den Fokus auf exzellente Kulinarik sowie die Reiseziele legt. Die Flotte umfasst neben zwei Schiffen der Oceania-Klasse für 1.250 Gäste auch vier luxuriöse Schwesterschiffe der so genannten „Regatta-Klasse” mit persönlichem Ambiente für je 684 Gäste. Oceania Cruises bringt seine Gäste zu über 450 Zielen in der ganzen Welt – darunter in Europa, Alaska, Asien, Afrika, Australien, Neuseeland, Neu-England, Kanada, Bermuda, der Karibik, dem Panamakanal, Tahiti und im Südpazifik. Auch 180-tägige Weltreisen befinden sich im Programm. www.oceaniacruises.de · Christian Eckardt

 

19104 Blue Port 00792 Foto Hafen HH MarketingDer Blue Port an den Cruise Days in Hamburg. Foto: Hafen Hamburg Marketing

 

Neun Erstanläufe und eine Taufe im Kreuzfahrtjahr 2019 in Hamburg
Kreuzfahrtfans können sich auf die neue Saison in Hamburg freuen, denn gleich neun Erstanläufe sind für den Hamburger Hafen in diesem Jahr geplant. Beim Hafengeburtstag und den Hamburg Cruise Days werden mehr Schiffe denn je in der Hansestadt erwartet und das neue Kreuzfahrtschiff MSC GRANDIOSA soll in Hamburg getauft werden.

Die Highlights des Hafenjahres 2019
Hamburg gehört inzwischen zu den wichtigsten Kreuzfahrthäfen der Welt. Sacha Rougier, Geschäftsführerin der Cruise Gate Hamburg GmbH: „Im weltweiten Ranking der Heimathäfen befindet sich Hamburg unter den Top 20, und liegt bei den Wachstumszahlen sogar noch vor Heimathäfen wie Sydney oder Miami.”
2018 verzeichnete der Hamburger Hafen 220 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen, die 915.000 Passagiere in die Stadt brachten. Damit wurde die Prognose von ursprünglich 880.000 Passagieren deutlich übertroffen. Gegenüber 2017 (198 Anläufe, 813.000 Passagiere) ergibt sich eine Steigerung von über 100.000 Kreuzfahrtgästen. Zwischen 2015 und 2018, ergibt sich eine Wachstumsquote von 76 Prozent. Für 2019 sind bereits 223 Anläufe gemeldet, also noch einmal mehr als 2018. Kommen noch weitere Anläufe hinzu, könnte sogar erstmals die Grenze von einer Million Passagieren geknackt werden.

Landstrom für die HafenCity
Dennoch setze Hamburg auf eine nachhaltige Entwicklung: „Oberste Prämisse der Stadt für die Entwicklung der Kreuzfahrt ist ‚environmental sustainability’, also ökologisch nachhaltiges Wachstum. Es ist unser Bestreben, ein grüner Hafen zu sein.” Gemeinsam mit der Stadt und dem Mutterunternehmen Hamburg Port Authority verfolge CGH konsequent das Ziel einer umweltfreundlichen Energieversorgung an allen Kreuzfahrtterminals. So besteht in Steinwerder die Möglichkeit, Schiffe während der Liegezeit über einen Lkw mit schadstoffarmen Flüssigerdgas (LNG) zu versorgen. Am Altonaer Kreuzfahrtterminal können die Schiffe seit 2016 am Liegeplatz die Motoren ruhen lassen und über die einzige Landstromanlage Europas umweltfreundlich Strom ziehen. Eine weitere Landstromanlage ist auch für das neue Terminal in der HafenCity geplant (ab 2022).

Die Neuankömmlinge 2019
2019 werden neun Kreuzfahrtschiffe den Hamburger Hafen zum ersten Mal anlaufen. Hamburg freut sich auf die folgenden Premieren der EXPLORER OF THE SEAS, der neuen MEIN SCHIFF 2, der HANSEATIC nature und HANSEATIC inspiration von Hapag-Lloyd Cruises, MSC schickt die MSC GRANDIOSA und MSC ORCHESTRA erstmals an die Elbe, direkt von der Bauwerft in Finnland kommt die COSTA SMERALDA nach Hamburg, ebenso die ROALD AMUNDSEN und die WORLD EXPLORER, die erst in diesem Jahr abgeliefert werden.
Die neue MSC GRANDIOSA wird am 2. November 2019 im Hamburger Hafen getauft. Taufpatin des neuesten Kreuzfahrtschiffes der Reederei MSC Cruises ist auch eine Italienerin, die Filmdiva Sophia Loren, die mittlerweile fast alle Schiffe von MSC getauft hat.

Der Hafengeburtstag
Im Mai werden wieder rund eine Million Besucher zum Hamburger Hafengeburtstag erwartet. Das größte Hafenfest der Welt findet vom 10. bis 12. Mai 2019 zum 830. Mal statt und wird ein maritimes Programm von der HafenCity über die Landungsbrücken bis zur Fischauktionshalle bieten.

Hamburg Cruise Days
Die Hamburg Cruise Days brechen in diesem Jahr einen neuen Rekord. Vom 13. bis 15. September 2019 werden bei der Kreuzfahrtsause gleich ein ganzes Dutzend der großen Pötte den Hamburger Hafen anlaufen. In diesem Jahr sind folgende Schiffe dabei: EUROPA, EUROPA 2, AMADEA, MEIN SCHIFF 4, AIDAvita, AIDAperla, AIDAsol, COSTA MEDITERRANEA, MSC PREZIOSA und die WORLD EXPLORER sowie die beiden Flusskreuzfahrtschiffe SANS SOUCI und FREDERIC CHOPIN.
Unumstrittenes Highlight des Events ist dann auch wieder die Große Hamburg Cruise Days Parade. Am Samstagabend werden fünf Kreuzfahrtschiffe – begleitet von 20 Begleitschiffen und einem großen Feuerwerk – gemeinsam elbabwärts schippern: Angeführt wird die Parade von der AIDAperla und Fähren der HADAG, außerdem nehmen die EUROPA, die MSC PREZIOSA, die MEIN SCHIFF 4 und die WORLD EXPLORER an der Parade teil. Wer nicht live dabei sein kann, wird die Parade wie in den vergangenen Jahren in einer Live-TV-Sendung des NDR mitverfolgen können. Einen weiteren Höhepunkt und gleichzeitig eine Premiere planen die Veranstalter bereits am Freitagabend: Dann wird es erstmalig eine spektakuläre Licht- und Laserinszenierung geben, untermalt mit Pyroeffekten und einer sphärischen Soundkulisse.

Neue Impulse für die Branche: das Business Deck
Die strategische Entscheidung, das Publikumsevent Hamburg Cruise Days mit internationalen Branchenveranstaltungen wie der europäischen Leitmesse Seatrade Europe zu verknüpfen, hat sich bereits in den Eventjahren 2015 und 2017 bewährt und Hamburg weiter als Kompetenzzentrum für die internationale Kreuzfahrtbranche etabliert. Diese Verbindung wird 2019 weiterentwickelt und auf ein neues Level gehoben: Mit der Einführung des „Business Deck”, einem neuen Fachworkshop-Format, wollen die Hamburg Cruise Days künftig einen eigenen fachlichen Schwerpunkt und Impulse für die Zukunft der Kreuzfahrt setzen. Das Business Deck findet erstmals am 13. September 2019 statt; als wissenschaftlichen Kooperationspartner konnten die Hamburg Cruise Days die renommierte EBC Hochschule gewinnen.
„Das Business Deck versteht sich als inspirierende Plattform für den Branchendialog”, erklärt Veranstalterin Katja Derow das neue Konzept. „Wir wollen Diskussionen auf Augenhöhe über die Herausforderungen der Branche anstoßen, Lösungsansätze über Grenzen hinweg entwickeln und Impulse setzen. Eine internationale, vielfältige und gezielte Zusammenstellung der Teilnehmer wird dem Workshop dabei Gewicht und Strahlkraft verleihen.”

 

Kreuzfahrtsaison 2019 in Rostock-Warnemünde mit sieben Erstanläufen
An 117 Tagen werden 199 Anläufe von 41 Schiffen erwartet
Rostock-Warnemünde ist auch im Jahr 2019 der am stärksten besuchte deutsche Kreuzfahrthafen. Die Kreuzfahrtsaison beginnt in diesem Jahr in Warnemünde am 19. April mit dem Anlauf der MSC POESIA. 187 Mal werden die Schiffe in Warnemünde und zwölf Mal im Überseehafen anlegen. Sieben Schiffe nehmen erstmals Kurs auf die Warnowmündung: AEGEAN ODYSSAY, CELEBRITY REFLECTION, NIEUW STATENDAM, NORWEGIAN PEARL, SEABOURN OVATION, SILVER SPIRIT und VIKING JUPITER.
Auch die in Rostock beheimatete, größte Kreuzfahrtreederei Deutschlands, AIDA Cruises, wird in diesem Jahr erstmalig die drei Kußmundschiffe AIDAaura, AIDAdiva und AIDAmar nach Warnemünde schicken. Neben den 45 Passagierwechselanläufen von AIDA Cruises sind zudem 47 sogenannte Teilreisewechsel von den italienischen Reedereien Costa Crociere und MSC Crociere sowie der amerikanischen Reederei Princess Cruises geplant, bei denen insbesondere italienische und deutsche Passagiere an bzw. von Bord gehen.
Nur noch vier Anläufe wird die spanische Reederei Pullmantur in Rostock-Warnemünde abfertigen, da man Passagierwechsel zukünftig wieder im schwedischen Malmö durchführen wird. Hintergrund dafür ist die gestiegene Nachfrage nach Norwegen- und gleichzeitig gesunkene Nachfrage nach Ostsee-Kreuzfahrten bei den spanischen Kreuzfahrttouristen.
Im Fahrplan 2019 stehen 34 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen mit einer Schiffslänge von über 300 Metern: Dazu gehören die CELEBRITY REFLECTION und CELEBRITY SILHOUETTE mit jeweils 319 Metern Länge, NORWEGIAN GETAWAY mit 326 Metern sowie REGAL PRINCESS mit 330 Metern Länge. Mit einer Bruttoraumzahl von 145.655 ist NORWEGIAN GETAWAY das größte Schiff der kommenden Saison. Die Reederei Viking Ocean Cruises mit Sitz in der Schweiz hat Warnemünde insgesamt 20 Mal in die Fahrpläne ihrer vier baugleichen Schiffe VIKING JUPITER, VIKING SEA, VIKING SKY und VIKING SUN aufgenommen.

Weitere Investitionen, um noch weiter zu wachsen
Bis zum Jahr 2020 wird Rostock Port gemeinsam mit dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock mehr als zehn Millionen Euro in den Neubau eines weiteren Passagierterminals investieren. Nach Abschluss des im Februar 2018 eingeleiteten Baugenehmigungsverfahrens zur Erweiterung des „Seetouristischen Informations- und Organisationszentrums” erfolgte im Oktober 2018 der Startschuss für den Baubeginn eines überdachten Gebäudekomplexes am Liegeplatz P8 in Warnemünde. Das Gebäude soll insgesamt eine Länge von 186 Metern und eine Breite von 30 Metern haben. Die Höhe orientiert sich am Warnemünde Cruise Center. Die Bruttogeschossfläche wird rund 3.400 Quadratmeter betragen. Im Winterhalbjahr 2018/19 ist die Gründung für den Gebäudekomplex geplant, der eigentliche Hochbau wird im Winterhalbjahr 2019/20 realisiert.

Kiel erwartet in diesem Jahr 163 Kreuzfahrtschiffe
Zweitgrößter Kreuzfahrthafen in Deutschland ist Kiel, wo bereits Ende Januar die Saison mit der Abfertigung der neuen MEIN SCHIFF 2 von TUI Cruises beginnt. Für die Saison 2019 zeichnet sich in Kiel ein weiteres Wachstum bei den Schiffsgrößen ab. Dabei werden in diesem Jahr 163 Anläufe durch 25 Schiffe von 16 Veranstaltern erwartet, darunter auch ein paar Megaliner. Neben den Erstanläufen der MEIN SCHIFF 2, der VASCO DA GAMA und der WORLD EXPLORER, wird AIDA Cruises erstmals die AIDAprima (124.000 BRZ) in Kiel stationieren, die während der Hafenliegezeit zudem mit umweltfreundlichem LNG versorgt werden kann. Noch größer ist die MSC MERIVIGLIA (171.600 BRZ), die einen neuen Tonnage-Rekord in Kiel aufstellen wird und Platz für bis zu 5.700 Passagiere bietet. Hafenchef Dr. Dirk Claus: „Wir dringen in eine neue Größenklasse vor und werden unsere Position als führender Reisewechselhafen an der deutschen Ostseeküste ausbauen.” Die neue Saison wird am 31. März von der VIKING SKY eröffnet. Häufigste Gäste sind erneut die Schiffe von AIDA, TUI Cruises, MSC und Costa, wobei die COSTA PACIFICA die Zahl der Kreuzfahrten ab Kiel verdoppelt. Neu in Kiel ist u. a. die NIEUW STATENDAM der Holland America Line. Der Port of Kiel vermerkt in diesem Jahr mehrere Vierfachanläufe und einen Fünffachanlauf. Christian Eckardt

 

19104 Spectrum of the Seas MG 1476 Foto Meyer WerftDie SPECTRUM OF THE SEAS (RCI) und ...

19104 Spirit of Discovery MG 2362 1 Foto Meyer Werft ... SPIRIT OF DISCOVERY (Saga Cruises) im Baudock, die im Frühjahr bzw. im Sommer 2019 ...

19104 Norwegian Encore MG 5265 Foto Meyer Werft... sowie die NORWEGIAN ENCORE, die im Herbst abgeliefert werden. Fotos: Meyer Weft, Papenburg 

Papenburger Meyer Werft ist Vorreiter bei LNG-Kreuzfahrtschiffen
Ab 2019 werden drei Kreuzfahrtschiffe pro Jahr abgeliefert
Turbulent ging es im Jahr 2018 bei der Meyer Werft zu, ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Mit der AIDAnova wurde im Dezember das größte je in Deutschland gebaute Passagierschiff und das erste Kreuzfahrtschiff der Welt mit LNG-Antrieb fertiggestellt. Insgesamt ist die Auftragslage weiterhin sehr gut, wie die Werft jetzt mitteilte, die Beschäftigung ist bis Ende 2023 gesichert. „Insgesamt ist die Anzahl der Mitarbeiter in der Meyer Gruppe in Deutschland im letzten Jahr um 400 Personen gewachsen”, so Geschäftsführer Tim Meyer. Nahezu alle großen Kreuzfahrtreedereien der Welt gehören derzeit zum Kundenkreis der Werften. Viele anspruchsvolle und innovative Großprojekte werden auf den Werften umgesetzt.
Gerade in Hinblick auf Umwelttechnik hat die Meyer Werft in diesem Jahr neue Technologie-Standards in der Branche gesetzt. Mit der neuen AIDAnova schaffte die Werft, trotz einer verzögerten Auslieferung, eine globale Pionierleistung: LNG wurde als umweltfreundlicher Treibstoff der Zukunft für Kreuzfahrtschiffe am Markt eingeführt. Mit insgesamt zwölf weiteren LNG-betriebenen Schiffen im Auftragsbestand ist die Meyer Gruppe führend im Kreuzfahrtschiffbau. Inzwischen geht die Entwicklung aber noch weiter, denn an der Brennstoffzellentechnologie und weiteren technischen Innovationen auf Passagierschiffen wird intensiv geforscht.
Die Papenburger Meyer Werft hat im Jahr 2018 die Kreuzfahrtschiffe NORWEGIAN BLISS für die Norwegian Cruise Line und die AIDAnova für AIDACruises abgeliefert. Die ebenfalls zur Meyer Gruppe gehörende Neptun Werft in Rostock-Warnemünde baute, neben dem Flüssig-Gastanker CORAL EnergICE, einem Fährschiff und weiteren Flusskreuzfahrtschiffen für Viking River Cruises mit den schwimmenden Maschinenraummodulen die Herzstücke der Kreuzfahrtschiffe, die in Papenburg bzw. Turku dann vollendet werden. Ab 2019 werden auf der Meyer Werft pro Jahr drei Kreuzfahrtschiffe geliefert, entsprechend hoch ist der Personalbedarf der Werft.
Im Frühjahr kommt die SPECTRUM OF THE SEAS für Royal Caribbean International in Fahrt und im Sommer wird die SPIRIT OF DISCOVERY für Saga Cruises abgeliefert, die im Baudock I der Werft entsteht. Für den Herbst steht die Fertigstellung der NORWEGIAN ENCORE für die Norwegian Cruise Line an, das letzte Schiff aus der so genannten Breakaway-Plus-Klasse.
„Mit weitreichenden Veränderungen und Investitionen machen wir uns fit für die Zukunft”, so Tim Meyer weiter. „Dafür suchen wir weitere Mitarbeiter sowohl im gewerblichen Bereich als auch IT-Spezialisten. Nur dank des Einsatzes unserer Mitarbeiter und unserer Partner können wir die Herausforderungen der Zukunft meistern”. Christian Eckardt

 

19104 Mein Schiff 1 in Bremerhaven 28082018 C EckardtDie baugleiche neue MEIN SCHIFF 1 am 28. August 2018 in Bremerhaven. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Meyer-Neubau MEIN SCHIFF 2 wird zum Jahresanfang in Kiel erwartet
Endausrüstung erfolgt witterungsbedingt nicht in Finnland
Noch liegt die neue MEIN SCHIFF 2 von TUI Cruises an der Pier auf der Meyer Werft im finnischen Turku, doch Anfang Januar macht sich der 316 Meter lange Neubau auf den Weg nach Kiel. Mit an Bord sind dann die ersten 150 Crewmitglieder, die so genannte „Start-Up Crew”, die sich um die ersten wichtigen Dinge an Bord kümmern, wobei hier derzeit noch die Handwerker das sagen haben. Am Liegeplatz am Ostseekai geht die gesamte Crew an Bord und bis Ende Januar soll das Kreuzfahrtschiff dort vollständig ausgerüstet werden.
Die MEIN SCHIFF 2 soll auf jeden Fall vor der Eisbildung die finnischen Gewässer verlassen und schon vorher nach Kiel überführt werden. Denn bei der Ablieferung des Schwesterschiffes MEIN SCHIFF 1 in diesem Frühjahr konnte die Werft aufgrund der Vereisung der Küstengewässer rund um Turku die Werft erst sehr spät um Mitte April verlassen, um mit der notwendigen Seeerprobung des Schiffes zu beginnen. Dem wollen die Werft und die Reederei bei den rund 2.900 Passagieren fassenden MEIN SCHIFF 2 nun vorbeugen und somit das Schiff schon früher als ursprünglich geplant nach Deutschland überführen.
Die neue MEIN SCHIFF 2 wird dann um den 23. Januar von Kiel nach Hamburg aufbrechen, wo sich der Neubau am Cruise Terminal Steinwerder am 25. Januar erstmals der Öffentlichkeit und Reisebüroexpedienten vorstellen wird. Abends legt das Schiff dann für eine Gästefahrt ab und am 27. Januar wird das Kreuzfahrtschiff an der Columbuskaje in Bremerhaven erwartet. Hier wird es ernst, denn am 29. Januar startet hier eine erste, 5-Nächte-Vorpremierenfahrt mit Gästen, die über Zeebrügge nach Amsterdam führt. Anschließend kehrt der Kreuzfahrer am 3. Februar zurück nach Bremerhaven, wo abends die Taufreise nach Gran Canaria beginnt. Im Laufe dieser Reise wird das Schiff am 9. Februar in Lissabon getauft. Christian Eckardt
 

Kreuzfahrtreedereien stornieren Reisen nach Amsterdam als Folge der Tourismusabgabe – MSC und CMV verlegen ihre Abfahrten nach Rotterdam
In den vergangen Jahren hat der so genannte Overtourism, verursacht unter anderem durch den Kreuzfahrttourismus oder auch die Low Cost-Airlines, insbesondere viele Großstädte mit der Flut der Menschen überfordert. Der Anstieg der Besucherströme ist vielerorts so massiv, dass sich Bürger bereits in Form von Initiativen zusammentun, um dem Ansturm Einhalt zu gebieten. Neben Metropolen wir Barcelona, Venedig oder Amsterdam sehen sich auch klassische Urlaubsziele wie Mallorca mit dem Phänomen der Menschenmassen konfrontiert. Der Umgang mit den Massen ist für Tourismus-Ämter prinzipiell ein Spagat, da es auf der einen Seite gilt, die Bewohner und ihre Bedenken zu respektieren, auf der anderen Seite aber ein gastfreundliches Image gegenüber Besuchern auszustrahlen. So hat Amsterdam bereits einige Maßnahmen umgesetzt und als eine der ersten Städte den Dialog zu Airbnb gesucht, um die Aufenthaltsdauer zu regulieren und eine geregelte Einnahme der Tourismus-Abgabe zu erwirken.
Seit ein paar Jahren gehören auch die immer größer werdenden Kreuzfahrtschiffe zu den Verursachern von Overtourism, so beispielsweise in Venedig, aber auch in der kroatischen Küstenstadt Dubrovnik. Hierzu schränkt Dubrovnik die Anzahl der Anläufe in den Häfen ein und auch die norwegische Hafenstadt Bergen will ab Sommer 2019 nur noch drei Schiffe mit maximal 8.000 Gästen pro Tag erlauben.
Die niederländische Grachtenstadt Amsterdam ist ein beliebtes Reiseziel von Gästen aus aller Welt, doch durch den Massentourismus wird die Lebensqualität der Anwohner zerstört, die von einer Zumutung sprechen. Daher hat das rot-linke Stadtparlament ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, bei dem unter anderem keine Schnellrestaurants und Souvenirshops mehr eröffnet werden dürfen. Die „harten Maßnahmen” seien nötig, um die Lebensqualität in der Stadt zu sichern. Denn jährlich kommen rund 18 Millionen Menschen in die niederländische Stadt, und jedes Jahr werden es mehr. Als weitere Maßnahmen werden tausende Parkplätze in der Innenstadt entfernt und die Touristensteuer wurde von sechs Prozent des Übernachtungspreises auf mehr als zehn Prozent angehoben.
Neben dem Verbot von privaten Vermietungen über Airbnb sollen die Reisebusse die Amsterdamer Innenstadt nicht mehr anfahren dürfen und sogar der Auto- und Fahrrad-Verleih in der Innenstadt für Touristen wird beschränkt. Zudem gibt es Überlegungen, das Kreuzfahrtterminal aus der Innenstadt zu verlegen.
Als Folge der neuen Tourismusabgabe in Amsterdam für die Kreuzfahrtindustrie führt dies nun zum Abzug von zwei langjährigen Reedereien aus der Grachtenstadt, denn MSC Cruises und CMV werden ab 2019 bei einem Großteil der geplanten Reisen auf Rotterdam ausweichen. Begründet wird dies mit der Abgabe in Höhe von 8 € pro Tag pro Gast.
Gianluca Suprani, Leiter der globalen Hafenentwicklung und der Landaktivitäten bei MSC Cruises, warnte im Zusammenhang mit der neuen Abgabe davor, dass Amsterdam durch den Verlust von Passagieren einige tausend Euro verlieren könnte, da man davon ausgeht, dass jeder Gast zwischen 50 und 100 Euro während eines Hafenaufenthaltes ausgibt. Immerhin ist bei MSC die Rede von rund 50.000 Passagieren im Jahr 2019.
Nun hat auch der britische Kreuzfahrtveranstalter Cruise and Maritime Voyages (CMV) nachgezogen und angekündigt, die meisten in Amsterdam geplanten Anläufe in 2019 und 2020 nach Rotterdam zu verlegen. Dabei handelt es sich immerhin um 37 Anläufe, 30 mit der 1.400 Passagiere fassenden COLUMBUS und sieben mit der MAGELLAN, die über eine Kapazität für rund 1.800 Passagiere verfügt.
CMV-Vorstandsvorsitzender Christian Verhounig äußerte sich enttäuscht über die Entwicklung in Amsterdam: „Die späte Einführung dieser neuen und nicht gestaffelten Gebühr kann nicht so einfach an den Kunden weitergegeben werden. Die Kommunalpolitiker haben nicht anerkannt oder verstanden, dass die Kreuzfahrtindustrie ihre Budgets zwei bis drei Jahre im Voraus planen und derartige Kosten nicht einfach aufgefangen werden können, zumal es keinen angemessenen Umsetzungszeitplan gibt”. „Glücklicherweise haben wir mobile Vermögenswerte und können, wenn dies auch durch politische Aktion notwendig wird, unsere Programme kurzfristig ändern.” so Verhouning weiter. Daher wird CMV, seit 2010 ein regelmäßiger Gast in Amsterdam, der Grachtenstadt den Rücken kehren.
Chris Coates, Commercial Director der CMV Group, sagte: „Die Zusammenarbeit und die Dienstleistungen, die der Hafen von Amsterdam und das Passagierterminal Amsterdam in den letzten zehn Jahren angeboten haben, waren hervorragend. Daher ist es besonders enttäuschend, dass CMV den Betrieb hier nun deutlich reduziert.”
CMV hat sich mit Cruise Port Rotterdam zunächst auf einen Dreijahresvertrag geeinigt. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung und Zusammenarbeit und freuen uns darauf, eine langfristige und für beide Seiten vorteilhafte Geschäftspartnerschaft mit dem Cruise Port Rotterdam zu schmieden und viele Tausend Passagiere in diese attraktive und dynamische Uferstadt zu bringen”, erklärte Coates weiter.
Die Kreuzfahrtsaison 2019 in Rotterdam startet bereits am 5. Januar mit dem Anlauf der OCEANA von P&O Cruises und umfasst schon jetzt, ohne die angekündigten Anläufe von CMV, 82 Anläufe verschiedener internationaler Reedereien. Darunter befinden sich neben dem deutschen Dauergast AIDA Cruises auch die beiden Neubauten COSTA SMERALDA von Costa Cruises und im November die MSC GRANDIOSA von MSC Cruises. Christian Eckardt

 

19104 Funchal Lissabon 10032014 C.EckardtDie FUNCHAL an ihrem langjährigen Liegeplatz in Lissabon. Foto: Christian Eckardt, Hagen im Bremischen

Kreuzfahrtklassiker FUNCHAL soll zukünftig als Partyschiff verkehren
Anfang Dezember wurde in Lissabon das mittlerweile 57 Jahre alte Kreuzfahrtschiff FUNCHAL für 3,9 Millionen Euro an die Signature Living versteigert, die von John Hanbidge von QPS Marine Ships / Cruise Ventures vertreten wurde. Der neue Eigner, ein britischer Party-Hotel- und Apartmentanbieter aus Liverpool verkündete zunächst, dass das Kreuzfahrtschiff vom derzeitigen Liegeplatz am Tejo in Lissabon an die Themse nach London überführt werden soll, um es dort dauerhaft als Hotelschiff zu nutzen. Auch eine Investorengruppe aus Deutschland hatte Interesse an der FUNCHAL, die ebenfalls ein Einsatz als Hotelschiff plante, jedoch im Hamburger Hafen.
Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen erschien dann auf der homepage von Signature Living eine neue Darstellung der FUNCHAL als umgebautes Partyhotelschiff. So möchte man mit dem Schiff zukünftig von Liverpool aus Partyreisen zu den Balearen unternehmen, wobei ja schon seit Jahren die Inseln Mallorca und Ibiza als Hochburgen des meist jungen tanzwütigen Partyvolks gelten. Nach den Veröffentlichungen des neuen Eigners soll die FUNCHAL nach einem Umbau schon ab Frühjahr 2019 vom Mercy in Richtung Spanien aufbrechen, wobei die Rede von 400 Kabinen auf dem schwimmenden Partypalast ist. Derzeit ist das klassische Kreuzfahrtschiff für 470 Passagiere in 244 Kabinen ausgelegt.
Letzter Eigentümer der FUNCHAL war der portugiesische Geschäftsmann Riu Alegre, der nach einem umfangreichen Umbau und Restaurierung des Schiffes vor sechs Jahren es unter die Flagge seiner Reederei Portuscales Cruises brachte, zu der anfangs drei weitere Kreuzfahrtschiffe der ehemaligen Classic International Cruises gehörten. Doch die erhoffte Nachfrage blieb aus und bis auf die ASTORIA konnte er keines der Schiffe in Fahrt bringen. Zwei Kreuzfahrtschiffe wurden schon zum Verschrotten veräußert, zuletzt im vergangenen Herbst die PORTO (ex ARION).
Das 152,65 Meter lange Kreuzfahrtschiff FUNCHAL wurde 1961 auf der dänischen Helsingør Skibsværft og Maskinbyggeri für die portugiesische Gesellschaft Empressa Insula de Navagacao als Passagier- und Postschiff für den regelmäßigen Dienst zwischen Lissabon, den Azoren und Madeira erbaut.
Vor 40 Jahren wurde die FUNCHAL, die bislang immer nur unter diesem Namen verkehrte, zu einem vollwertigen Kreuzfahrtschiff umgebaut und die Dampfturbinen durch Dieselaggregate ersetzt. Im Jahr 1987 wurde das 10.000-BRZ-Kreuzfahrtschiff an die Warwick Shipping Company verkauft und lange an die schwedische Fritidskryys verchartert. Bis zum Herbst 2012 gehörte das Schiff dann der Arcalia Shipping und wurde von dessen Tochterunternehmen Classic International Cruises vermarktet.
Der portugiesische Investor Riu Alegre hatte dann im Jahr 2012 neben der FUNCHAL auch noch die im deutschsprachigen Raum sehr bekannten klassischen Kreuzfahrtschiffe ARION, ATHENA und PRINCESS DANAE aus der Insolvenzmasse von Classic International Cruises übernommen, die ebenfalls nach umfangreichen Umbauten wieder in Fahrt kommen sollten. Einzig für die ehemalige VÖLKERFREUNDSCHAFT konnte unter dem neuen Namen ASTORIA ein langfristiger Chartervertrag mit der britischen Kreuzfahrtreederei CMV abgeschlossen werden. Christian Eckardt

19104 FUNCHAL Anlage 00007 Animation Signature Living LondonDas Deck des künftigen Partyschiffes FUNCHAL. Animation: Signature Living, London