HamburgMagazin im SeereisenMagazin
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  Ausgabe 4/2013 
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Herbert Fricke

Herbert Fricke · Ressortleiter HamburgMagazin

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Kreuzfahrt-Boom in Hamburg

Hamburg. Der Hamburger Hafen entwickelt sich zu einem der bedeutendsten Kreuzfahrt-Terminals in Nordeuropa. Immer mehr Reedereien lassen ihre neuen Nordland-Routen in Hamburg beginnen und enden. Ein dritter Kreuzfahrt-Pier nach den Terminals in der Hafencity und in Altona wird gebaut. Kleinere Schiffe wie die SEA CLOUD II machen auch an der Überseebrücke fest. Allein im Juli 2013 machen 20 große Kreuzfahrtschiffe in Hamburg fest, darunter die EUROPA, die DEUTSCHLAND, die AMADEA, die QUEEN  ELIZABETH, die AIDAluna, die AIDAstella, die AIDAsol, die COLUMBUS 2, die MSC MAGNIFICA, die COSTA PACIFICA, die AZAMARA QUEST und etliche andere. Hintergrund ist die Tatsache, dass mehrere internationale Schifffahrtsunternehmen, wie in einem Kommentar des SeereisenMagazin schon vor zehn Monaten vorhergesagt, ihre Destinationen im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer und am Persischen Golf weitgehend „zurückgefahren haben. Anlass sind die Unruhen in Ägypten, der Krieg in Syrien und die Spannungen zwischen Iran und Israel. Die Reedereien weichen auf Kreuzfahrten nach Norwegen, Schweden, Dänemark, Polen, die Baltischen Staaten und St. Petersburg in Russland aus.

 

Reparatur-Arbeiten auf der HANSEATIC verzögern sich

Hamburg. Die Reparatur-Arbeiten auf der HANSEATIC verzögern sich, weil im Maschinenraum des Schiffes während des Werftaufenthaltes auf der Bredo-Werft in Bremerhaven ein Brand ausgebrochen war. Dieses Feuer ist folgenschwerer als zunächst angenommen, so dass zunächst zwei im Juli und August geplant gewesene Grönlandreisen ausfallen müssen. Die Passagiere, die diese Reisen gebucht hatten,  werden von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten großzügig entschädigt. Wann die HANSEATIC wieder in Fahrt kommt, bleibt abzuwarten.

 

Hamburg neuer Hafen von Berlin?

Hamburg. In der Hansestadt als Betreiber mehrerer Cruise-Terminals wird intensiv darüber beraten, inwieweit man Berlin als Destination von Hamburg aus noch stärker in die Fahrpläne der Kreuzfahrtgesellschaften einbinden kann. Vor allem aus den USA ist die Nachfrage von Reedereien besonders groß. Bisher gilt Warnemünde als internationaler „Vorhafen Berlins. Aber die Autobahnverbindung von Hamburg nach Berlin ist nur rund 100 Kilometer länger als von Rostock aus, dauert also nur rund eine Stunde länger.

 

Größtes Schiff der Welt in Hamburg getauft

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Dorothee Stapelfeld hat im Hamburger Hafen das größte Schiff der Welt getauft, das französische Containerschiff  ALEXANDER VON HUMBOLDT. Die größte Reederei Frankreichs, CMA CGM, hat sich entschieden, ihr Flaggschiff in einem deutschen Hafen auf den Namen eines deutschen Forschers taufen zu lassen. Dieses gigantische Schiff ist 400 Meter lang, trägt 16.000 Container und transportiert mehr Ladung als je ein Schiff zuvor. Die Reederei wollte mit dieser Taufe auch unterstreichen, wie wichtig die geplante, aber vom Bundesverwaltungsgericht verzögerte Elbvertiefung für Hamburg als drittgrößtem Hafen Europas ist.

 

MEIN SCHIFF 3 auf Kiel gelegt

In Turku / Finnland fand die feierliche Kiellegung des Kreuzfahrtschiffes MEIN SCHIFF 3 für die Hamburger Reederei TUI Cruises statt. Dieser Neubau wird auf der finnischen Großwerft STX Finland Oy konstruiert und zusammengeschweißt. In einem Jahr, im Mai 2014, soll das Schiff an den Auftraggeber TUI Cruises übergeben werden. Genau ein Jahr danach, im Mai 2015, soll von der gleichen Werft die MEIN SCHIFF 4 ausgeliefert werden. Beide Schiffe sind je 300 Meter lang, haben 15 Decks und bieten 2.500 Gästen Platz. Die Werft gehört zum koreanischen Industriekonzern STX Business Group. 1400 finnische Werftarbeiter sind damit für zwei Jahre vollbeschäftigt, die beiden Kreuzfahrtschiffe für den deutschen Auftraggeber zu bauen. Beide Schiffe sollen rund 30 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als bisherige Kreuzfahrtschiffe. Damit sollen auch die Schadstoff-Emissionen beträchtlich reduziert werden. TUI Cruises ist eine Tochtergesellschaft des amerikanischen Kreuzfahrt-Unternehmens Royal Caribbean Cruises und wird von dem Hamburger Manager Richard J. Vogel geleitet.

 

Neuer Chef bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten

Zielgruppe für Luxus-Kreuzfahrten ist die Erben-Generation

Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, eine hundertprozentige Tochter der TUI, hat einen neuen Chef. Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung, wie das Spitzenamt offiziell heißt, ist der 58jährige Karl J. Pojer. Der bisherige Geschäftsführer Dr. Wolfgang Flägel (53) bleibt zuständig für Finanzen und Personal. Pojer soll das Unternehmen auf jüngeren Kurs bringen. Sein Einstieg bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten erfolgte zeitgleich mit der Indienststellung der neuen EUROPA 2.

Karl J. Pojer ist ein erfahrener Touristik-Manager. Bei TUI leitete er „TUI Hotels & Resorts und war damit  Herr über 248 Hotels und 157.000 Betten. In Deutschlands größtem Reise-Unternehmen war er auch zuständig für den Aufbau und den Betrieb namhafter Ferienclubs und Ferien-Anlagen. Vorher hat er für mehrere namhafte Hotelketten im In- und Ausland gearbeitet. Jetzt ist er also in das internationale Schifffahrtsgeschäft gewechselt.

Unter der Leitung Pojers will Hapag-Lloyd erklärtermaßen eine jüngere Zielgruppe für Luxus-Kreuzfahrten auf See gewinnen. Für die EUROPA 2 werde man sich auf wohlhabende Familien der Altersgruppe 40 plus konzentrieren. Mit anderen Worten:

 

Entsprechend hell und modern ist das ganze Schiff konzipiert. Hellgraue und pastellfarbene Töne dominieren. Die althergebrachten Rituale wie Captains Empfang und Captains Dinner entfallen. Auch einen Captains table wird es nicht mehr geben. Ebenso will Hapag-Lloyd künftig auf die steifen dresscodes an Bord verzichten. In vielem, so scheint es, eifert man den amerikanischen Oceania Cruises-Erfahrungen nach. Jedenfalls wird sich die TUI-Tochter Hapag-Lloyd Kreuzfahrten deutlich von TUI Cruises mit MEIN SCHIFF 1 und 2 unterscheiden. Die Kabinenpreise der EUROPA 1 und EUROPA 2 liegen mit 650 Euro pro Reisetag etwa dreimal so hoch wie bei der konzerneigenen Konkurrenz.

 

Sicherheitsthema Nr. 1: Brandstiftung an Bord

Hamburg. Reedereien, Sicherheitsorgane und Klassifizierungsgesellschaften beraten zur Zeit intensiv über die sehr dringlich gewordene Thematik „Brandstiftung an Bord”. Anlass ist nicht nur die steigende Zahl von Schiffsbränden in jüngster Zeit, wie gerade auf der CARNIVAL TRIUMPH (das SeereisenMagazin berichtete), sondern auch der aufsehenerregende Untersuchungsbericht einer Expertengruppe, die nachträglich den folgenschweren Brand auf der SCANDINAVIAN STAR untersucht hat.

Dieser Brand hatte 1990 im Skagerrak 159 Menschenleben gefordert und ist auch 

vor Gericht nie restlos geklärt worden. Auch der Untergang der ESTONIA, die 1994 nach einer Explosion in der Ostsee versank und 857 Passagiere mit in den Tod riss, konnte ja nie zweifelsfrei geklärt werden.

Die internationale Gruppe aus Brand-Experten, Kriminalisten, Nautikern und Versicherungs-Detektiven kommt nun zu dem Schluss, dass damals auf der SCANDINAVIAN STAR von Besatzungsmitgliedern mehrere Feuer an verschiedenen Stellen des Schiffes gleichzeitig gelegt worden sein müssen. Diese Besatzungsmitglieder hätten ganz offensichtlich koordiniert gehandelt. So belegt es jedenfalls der Untersuchungsbericht. Das geschah, so das Ergebnis der sehr umfangreichen Recherchen, im Auftrag der damals in Miami ansässigen Eigner des Schiffes. Diese Eignergruppe mit dem Namen SeaEscape hatte das Schiff erheblich überversichern lassen und dann später 24 Millionen Dollar von den Versicherungs-Gesellschaften kassiert. Die Kriminalpolizei ermittelte, dass zum Beispiel der

Maschinenmeister auf der SCANDINAVIAN STAR einen Umschlag mit 800.000 Kronen erhielt (heute etwa 100.000 Euro).  

Die Ergebnisse der Brandermittler werden von den Aussagen mehrerer Überlebender bestätigt. Besatzungsmitglieder hätten damals, anstatt fachmännisch zu löschen, große Fenster absichtlich eingeschlagen, um die Flammen anzufachen. Auch seien Matratzen und anderes brennbare Material absichtlich in die schwelenden Gänge geschleppt worden. Dann sei alles so schnell gegangen, dass die von den Tätern ursprünglich geplante Evakuierung der Passagiere nicht mehr funktioniert habe. Das Seegericht hat später in der Verhandlung einem bei dem Brand ums Leben gekommenen dänischen Lastwagenfahrer die alleinige Schuld zugesprochen. Dieser Mann sei als Pyromane polizeibekannt gewesen. Später stellte sich aber heraus, dass dieser Mann allein in seiner Kabine  verbrannt war und keinesfalls zuvor vier Brände gleichzeitig an weit auseinander liegenden Stellen des Schiffes gelegt haben konnte. Das Ganze lässt nun die diversen Feuer auf mehreren

Kreuzfahrtschiffen in den letzten Jahren in einem anderen Licht erscheinen. Immer wieder hat es den Verdacht der Brandstiftung gegeben, aber bisher konnte kaum je ein Täter ermittelt werden. In den Vorstands-Etagen aller großen Schifffahrtsgesellschaften geht es nun mit äußerster Dringlichkeit um die Frage, wie man solche Auftrags-Brandstiftungen und auch persönliche Rache-Akte auf See künftig verhindern kann. Werften, Schiffskonstrukteure, Feuerwehr-Experten, Personalverwalter, Wasserschutzpolizei, Seeversicherer – sie alle sind in diese Planungen mit eingeschlossen.

 

Hamburg wird zu einem der größten Kreuzfahrthäfen Nordeuropas

Hamburg. Die Wirtschaftsbehörde und das Hamburg Cruise Center e.V. sind dabei, die Hansestadt an der Elbe zu einem der größten Cruise-Terminals in Nordeuropa zu machen. Immer mehr internationale Schifffahrtsgesellschaften planen, von Hamburg aus ihre Schiffe auf die sogenannten „Nordlandreisen” zu schicken. Also nach Kopenhagen, Stockholm, Gdansk, Riga, Tallin, St. Petersburg, Helsinki, Oslo, Bergen – aber auch weit hinauf zum Nordkap, zum Polarkreis, zu den Lofoten, in die grandiosen norwegischen Fjorde.  

Bisher hat Hamburg zwei große Anlege-Stellen für Kreuzfahrtschiffe. Eine in der neuen Hafen-City direkt an der historischen Speicherstadt (die vor allem die Amerikaner begeistert), den zweiten Anleger in Altona direkt an der berühmten Fischauktionshalle, und der dritte Anleger soll nun weiter im Hafen gegenüber den Landungsbrücken auf der anderen Elbseite gebaut werden. Darüber gibt es zur Zeit heftige Diskussionen, weil einzelne Reedereien eigene Kai-Anlagen bauen und für ihre Schiffe reservieren wollen, während die Freie und Hansestadt Hamburg lieber unabhängig und offen für alle bauen will. Allerdings ist das eine Frage der Finanzen. Angeblich haben die Amerikaner schon eine Summe von 180 Millionen Euro für den Bau eines eigenen Piers geboten. 

Zu den Kreuzfahrtgesellschaften, die von Hamburg aus operieren wollen, zählen AIDA Cruises, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, Cunard Line, TUI Cruises, Royal Caribbean Cruises, MSC Kreuzfahrten, Costa Kreuzfahrten und noch etliche kleinere Veranstalter. Dieser Boom lässt sich erklären durch die brisant gewordene Lage in anderen Fahrtgebieten, vor allem im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer und in der Golfregion. Einmal ist es dort, wie die Erfahrung zeigt, vielen Passagieren im Sommer schon rein klimatisch zu heiß, andererseits wird die Gegend auch politisch immer heißer. Bei einer Ausweitung der islamistischen Bewegung in Ägypten, Syrien, Tunesien und anderen Zielgebieten sinkt die Attraktivität dieser Regionen für Touristen und für Kreuzfahrer. Hinzu kommt, dass mittlerweile früher attraktive Anlauf-Häfen wie Sharm-el-Sheik oder Hurghada von russischen Touristenmassen überlaufen sind. 

 

Kreuzfahrt-Kongress mit allen wichtigen Unternehmen der Branche

Hamburg. Deutschlands größte Hafenstadt steht vor einer Reihe bedeutsamer Ereignisse. Der Hafengeburtstag Anfang Mai lockt wieder Hunderttausende in die Hansestadt. Große Kreuzfahrtschiffe, historische Segelschiffe, das berühmte Schlepperballett, die bunte Hafenmeile von der Überseebrücke bis zum Altonaer Kreuzfahrtterminal – das alles gehört zum Flair dieses maritimen Großereignisses. – Aber im September folgt dann der größte Kreuzfahrt-Kongress Europas! Die 250 bedeutendsten Schifffahrtsgesellschaften aus 50 Ländern stellen hier ihre Schiffe, ihre Programme und ihre maritimen Zukunftsideen vor. Die namhaftesten Vertreter aller Kreuzfahrt-Reedereien haben ihr Kommen angesagt. Geleitet wird die „Seatrade Europe Fair von Richard J. Vogel, dem Chairman von TUI Cruises. 6,1 Millionen Kreuzfahrtgäste habe die Branche im vergangenen Jahr gezählt, sagte er. Das sei ein Zuwachs von über sieben Prozent gegenüber 2011. Und diese Entwicklung gehe weiter, das verrieten schon die Frühbuchungen für 2013 und 2014.  Vogel teilte mit, dass alle namhaften Werften im In- und Ausland derzeit ausgebucht seien mit Neubau-Aufträgen. Allein bei der Meyer Werft in Papenburg stünden sechs Superschiffe im Auftragskalender. Die Neptun Werft  in Warnemünde werde 14 neue Flußschiffe bauen. Auch die Auftragsbücher von STX Frankreich, STX Finnland, Fincanteri in Italien und drei koreanischen und chinesischen Werften seien voll.  Insgesamt würden demnächst 21 große Kreuzfahrtschiffe gebaut! Dazu komme der originalgetreue Nachbau der TITANIC auf der chinesischen Werft Jinling Shipyard im Auftrag des australischen Milliardärs Clive Palmer. Diese Replica solle auf der Route Southampton-New York verkehren. Höhepunkt in diesem Jahr sei die Indienststellung der NORWEGIAN BREAKAWAY – die bei der Meyer Werft in Papenburg konstruiert und gebaut wurde. Übrigens ist die Rangfolge der drei bedeutendsten europäischen Kreuzfahrthäfen der Gegenwart: 1. Barcelona, 2. Southampton, 3. Hamburg. Das SeereisenMagazin wird über den Kongress in Hamburg ausführlich berichten.

hr

Udo Lindenberg und Herbert Fricke auf der MEIN SCHIFF 1.

Wieder „Panik auf See

Udo Lindenberg und TUI Cruises gehen wieder auf Tour, mit dem Panik-Orchester und 2.500 rockverrückten Passagieren. Die MEIN SCHIFF 2 wird zum „Rockliner. Am 25. Mai 2014 geht es ab Hamburg Richtung Norden nach Oslo und Kopenhagen.

Vor zwei Jahren war der erste Rocker-Ausflug an Bord ja schon ein großer Erfolg.  SeereisenMagazin-Korrespondent Herbert Fricke war der erste, der schon 2009 in seinem Buch „Geständnisse an der Reling über das Projekt „Rockliner berichtet hatte.

Gemeinsam mit Udo Lindenberg hatte er das Projekt an der Bar der MEIN SCHIFF 1 am Polarkreis ausgekungelt. Herbert Fricke hat auch die Geschichte der denkwürdigen Kollision der STOCKHOLM mit der ANDREA DORIA recherchiert – Udo Lindenberg  einen Millionenhit daraus gemacht: „Aber sonst ist alles klar auf der ANDREA DORIA. 

Wer mit will auf den Udo-Törn im nächsten Jahr, sollte sich ganz schnell Tickets besorgen unter www.tuicruises.com – denn wie beim letzten Mal wird die rockige Kreuzfahrt ganz schnell ausverkauft sein.

 

 

 

 

 

Udo Lindenberg und Herbert Fricke auf der MEIN SCHIFF 1.

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Konten leeren, Glück vermeeren!

Ein Kommentar von Herbert Fricke

Genau genommen sind wir ja schon mitten drin in der Geld-Entwertung. Aber auszusprechen traut sich das keiner, weil ja nun der sogenannte Wahlkampf kommt – mit all seinen Verdrehungen und Unwahrheiten, ja sogar mit seinen dreisten Lügen. Denn auch jeder Dumme kann sich ausrechnen, dass – beispielsweise – unsere „armen” griechischen Europa-Brüder nie und nimmer all die Milliarden zurückzahlen können und zurückzahlen wollen, die sie gerade abstauben. Auch Zypern ist ein Milliardengrab. In Hamburg, Köln und Wanne-Eickel mussten Schwimmbäder, Bibliotheken und Altenheime dichtgemacht werden, weil sie „sich nicht rechnen”. Da geht es um einige wenige Millionen. Auf Zypern geht es um Milliarden. Die sollen „sich rechnen”?

Aber man braucht gar nicht bis ins Mittelmeer zu denken. Hier bei uns ist die Verschwendung ja auch in vollem Gange. In Hamburg wurde für die deutsche Marine  jüngst die Fregatte HAMBURG gebaut. Kostenpunkt: 1,3 Milliarden Euro! Oder auch: drei Elb-Philharmonien! Über den musikalischen Bau-Zoff an der Elbe regen sich alle auf. Mit Recht. Über die rausgeschmissenen Rüstungs-Milliarden niemand. Solche Fregatten haben, glücklicherweise, keine Feinde. Die vorangegangenen Lenkwaffen-Zerstörer haben nie einen scharfen Schuss abgefeuert. Schwimmende Milliardengräber. Im praktischen Einsatz, zum Beispiel gegen Piraten am Horn von Afrika, haben sich unsere Fregatten als völlig ungeeignet erwiesen. Da brauchte man kleine schnelle Boote und keine schwimmende träge Hochtechnologie. Dies ist nur  ein Beispiel für Fehlplanung und Steuergeldverschwendung. Ähnliche Schiffe hat man den Griechen aufgeschwatzt. Gegen wen denn eigentlich? Unsere „südliche Flanke” müsse geschützt werden, labern Verteidigungs-Staatssekretäre. Ach so, gegen die angriffslustigen Türken ... die wollten doch mal rein in die EU – und sie nicht versenken!

Wir werden von einer Politkaste aus Opportunisten regiert. Auch die sogenannte Opposition bietet bisher weder Denker noch Lenker auf. Das Rumgeeiere in den dutzend gleichen und immer gleich langweiligen Talkshows ist öde, blöde und stereotyp. Immer wieder Bosbach, Trittin und Lindner. Immer wieder die gleichen „Experten”. Bevor sie reden, weiß man schon, was kommt. Neue, andere Argumente sind nicht erwünscht. Die gleiche Leier jeden Abend. Neulich haben Jauch, Maischberger, Illner, Beckmann, Will, hart aber leer alle das gleiche hochbrisante Thema „Frauenquote” abgenudelt . Jede Minute Fußball ist spannender als dieses Flach-Gesülze. Ja, ja – jetzt kommt gleich  wieder das Argument, dies seien „Stammtisch-Parolen”. Ach, würden die Damen und Herren Politplauderer von der Leyen, Rösler, Kauder, Schröderlein, Pummel-Roth, Altmaier-Adipositas und Eifer-Künast (es gibt nichts, worin die nicht „Expertin” ist !) – ach würden die alle doch ab und zu an einem ganz normalen Stammtisch sitzen, dann wüssten sie, was die Menschen wirklich bewegt. Bestimmt nicht die „Frauenquote” in Vorstands-Etagen

Zurück zum Währungswahn: Italien, Spanien, Portugal kommen ja noch.  Griechenland – das war doch nur Geplänkel, Schneegestöber, statt Lawine.

 

Welcher Realist glaubt denn, diese Länder könnten auch nur annähernd begleichen, was sie an Schulden angehäuft haben? Sogar wir selbst, wir 80 Millionen Bundesdeutsche, werden unsere Schuldenberge redlich nie wieder los. Wer so etwas in Aussicht stellt, hält andere für blöd. So etwas funktioniert allenfalls per „Schuldenschnitt”. Der wird kommen, ob schleichend oder radikal. Eine derbe Inflation können sich die Wahlstimmenfänger nicht leisten. Also werden sie den Trick mit dem Schnitt versuchen.

Was mich wundert, ist die Ignoranz der Jüngeren. Deren Zukunft wird per Überweisung an marode Schuldenstaaten demoliert. Gut gemeinte, aber falsche Transformation der eigenen Reserven. Diese Reserven, die unserer nächsten Generation gehören, werden schleichend wegverschwendet. Für welch vergleichsweise irrelevanten politischen und gesellschaftlichen Ziele sind wir Eltern und Großeltern damals auf die Straße gegangen! Jetzt geht es um das wirtschaftliche Überleben, um Stabilität und eine von den Eltern hart erarbeitete Ebene, die man Wohlstand nennt. Aber die jetzige Generation der 30-, 40-Jährigen hält merkwürdig still, scheint es einfach hinzunehmen, dass finanzpolitische  Verantwortungslosigkeit ihnen gerade die Zukunft  verbaut. Solche Schuldenberge aufzuhäufen, halte ich für ein Vergehen an unseren Kindern und Enkeln.

Wenn es nun aber so kommt wie es kommen muss, angesichts der Unfähigkeit unserer politischen Leitfiguren, dann müssen nun auch wir Senioren Ex-Leistungsträger unser Dasein überdenken. Der unanständig gewordene Vater Staat, der seine Kinder missbraucht und steuersüchtig geworden ist, wird immer gieriger.  Dieser Staat ist  verschwendungssüchtig. Er ist ein steuerpolitisches Säugetier. Er braucht das Geld für seine vielen unsinnigen Ausgaben. Also wird er auch Ihren Wohlstand abkassieren, liebe deutsche Arbeitstiere der Vergangenheit. Der Rentengeier kreist schon über den deutschen Bundesländern.

Das Thema „Konten-Offenlegung” wird im Finanzministerium schon diskutiert. Man wird das alles nie „Enteignung” nennen, aber was da kommt, kommt dieser Vokabel ziemlich nahe. Das heißt, verehrte Silberlocken, liebe Glatzen, verwandelt  Eure Rücklagen jetzt egoistisch in eigene Wohltaten für Euch selbst. „Konten leeren, Glück vermeeren”, heißt meine Überschrift. Rauf aufs Schiff und rein ins Glück! Es gibt so schöne Kreuzfahrtschiffe, so interessante Routen, so beglückende Reisen, es gibt noch so viel zu sehen, auch wenn man 60, 70 oder 80 ist – jedenfalls scheint mir jeder Passagepreis besser und sinnvoller angelegt, als für einen „Rettungsschirm”  in Saloniki oder Nikosia, oder für die Abgreifkonten unersättlicher Eurokraten. S I E  haben für ihr Geld hart gearbeitet, die allermeisten jedenfalls, jetzt soll ihr Geld für Sie arbeiten und ihnen ein spätes Glück an Bord ermöglichen. Zum Ausgeben Ihrer Ersparnisse brauchen Sie keinen ungetreuen Vater Staat. „Was weg ist, ist weg” sagt der Volksmund. Gut, wenn Sie es für sich selber weggegeben haben. Die Sintflut, die nach uns kommt, kommt sowieso. Schwimmen wir lieber auf der Welle, als uns ihr auszuliefern!

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