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Der ADLER DANIA-Eklat und die deutsch-polnischen Beziehungen

Die Adler-Linie verkehrt mit ihren Fahrgastschiffen schon seit langem zwischen deut-schen und polnischen Häfen, darunter in letzter Zeit von Heringsdorf und Wolgast nach Swinemünde und Misdroy. Es sind Kurztrips ins Nachbarland, sogenannte Butterfahrten, bei denen die Adler-Reederei nach Wegfall des Duty-free-Verkaufs seit 2004 im Bordgeschäft das Zollgefälle zu Polen ausnutzt. Schon seit längerem gibt es immer wieder Ärger zwischen deutschen und polnischen Stellen. Doch einen derarti-gen Eklat wie jüngst an Bord und mit der ADLER DANIA gab es noch nicht. Die deut-sche Seite behauptet, nach Darstellung von Adler-Betriebsleiter Alwin Müller und Kapitän Heinz Arendt, dass den polnischen Zöllnern, die an Bord des deutschen Aus-flugsschiffes die Alkoholbestände beschlagnahmen wollten, ausreichende Legitima-tionsdokumente gefehlt hätten und dass von einem polnischen Grenzboot aus Nah-distanz Schüsse aus einer Handfeuerwaffe abgegeben worden seien, quer vor den Bug. Die polnische Seite sprach von Kidnapping, das deutsche Schiff habe die zwei Zöllner, die rechtens gehandelt hätten, aus polnischen Hoheitsgewässern nach Heringsdorf entführt. Bis in die höchsten Stellen von Berlin und Warschau schlugen die Wellen. Der Ärger ist noch nicht ausgestanden. Die Staatsanwaltschaft Stralsund ermittelt nun gegen Kapitän Arendt. Die Adler-Linie, die derzeit vier Schiffe in der Region Usedom-Wollin im Einsatz hat, stellte ihrerseits Strafanzeige gegen die zwei polnischen Beamten.

Das deutsch-polnische Verhältnis hat damit auch eine maritime Schlagseite erhal-ten, die nicht gut für das nachbarschaftliche Miteinander sein kann. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten bereits zuvor einige Kratzer erhalten: Da gibt es die belastenden Ansprüche der Preußischen Treuhand, die man in Polen mit einer Gegenrechnung über die Zerstörungen in der Zeit der Hitlerherrschaft beantwortet. Antideutsche Töne im polnischen Wahlkampf sorgten für Verstimmung in Berlin, vor allem der unsägliche Vergleich des Ostsee-Pipeline-Abkommens zwischen der Bundesrepublik und Russland mit dem Hitler-Stalin-Pakt. Plötzlich auftauchende Pläne für den Bau neuer Atomkraftwerke nahe der deutschen Grenze einerseits und andererseits die Karikatur der TAZ, die den polnischen Präsidenten als „neue polni-sche Kartoffel” verhöhnte, riefen Ärger hervor. Ein „Butterfahrtenkrieg” mit negativen Auswirkungen auf den Tourismus, insbesondere auch auf den Seeverkehr hätte gerade noch gefehlt. Abhilfe könnte ein abgestimmtes Handeln der Zoll- und Grenzor-gane beider Seiten schaffen. Die Ideallösung wären gemeinsame Kontrollen durch Beamte beider Seiten, die wegen der nicht zu leugnenden Schmuggelversuche durchaus sinnvoll sind. Das aber setzt voraus, dass die Verantwortungsträger außer beschwichtigenden Worten und diplomatisch verhüllten Statements auch praktikable Lösungen suchen, bevor die Verstimmung zu dauerhaften Schäden führt.

 

Fast 100-jähriges Fahrgastschiff vor der Auferstehung?

Im Morgengrauen des 16. Oktober 2006 verließ ein Schleppverband mit dem Schlep-per NOORMANN und dem Rumpf des Seebäderschiffes KRONPRINZ ex UNDINE den Rostocker Hafen mit Kurs auf Lübeck. Von dort aus soll per Schub die Fahrt nach Dresden zur dortigen Schiffs- und Yachtwerft (SYWD) weitergehen, sobald der Wasserstand der Elbe dies zulässt. Das frühere, sehr beliebte und traditionsreiche Fahrgastschiff, das jahrelang als ausgeschlachtetes Wrack (der Schiffskörper war aber in Ordnung) auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft lag, soll nun wieder hergestellt werden. Der Verein „SOS Rettet die KRONPRINZ ex UNDINE e.V.” und viele Shiplover, nicht nur in Rostock, hatten sich jahrelang vergeblich darum bemüht, die UNDINE – unter diesem Namen ist sie den meisten bekannt – wieder in Fahrt zu bringen.

Im Jahre 1910 von Kapitän und Eigner Paul Mestermann als KRONPRINZ WILHELM in Dienst gestellt, war sie jahrzehntelang das größte Fahrgastschiff der Region. Sie verkehrte nicht nur vom Stadthafen Rostock nach Warnemünde, sondern unternahm vor allem Touren nach den Kreidefelsen der dänischen Insel Moen und zu den See-brücken von Heiligendamm und Graal-Müritz. Der Aufschwung der Bäderschifffahrt nach der Jahrhundertwende währte allerdings nur bis zum Kriegsausbruch 1914. Dann wurde das Schiff als Verkehrsboot für die Kaiserliche Marine zwischen Wilhelmshaven und Schilligreede eingesetzt, wo ständig die Bereitschaftskräfte der Schlachtflotte ankerten.

Nach dem Krieg in KRONPRINZ umbenannt, folgte eine wirtschaftlich schwere Zeit mit Inflation, kurzem Aufschwung und neuerlicher Weltwirtschaftkrise. Mestermann musste das Schiff verkaufen. Es wechselte zunächst zur damals bedeutendsten Rostocker Reederei Cords, die es aber an Kapitän Paul Hahn weiter veräußerte. Wieder folgte ein Aufschwung, der erneut nur bis zum nächsten Kriegsbeginn 1939 währte. Dann wurde die KRONPRINZ zum Hilfsminensucher umgebaut und sicherte die Fährlinie Warnemünde-Gedser. Beim amerikanischen Luftangriff auf die Arado-Flugzeugwerke Warnemünde erhielt die KRONPRINZ einen schweren Bombentreffer, der das Aus für lange Zeit bedeutete. Paul Hahn und sein Bruder Willi Hahn, der nicht nur Kapitän war, sondern auch als Techniker bei der Kriegsmarine viele schiffbauli-che Kenntnisse und große Erfahrungen gesammelt hatte (er war Testfahrer eines Kleinst-U-Bootes vom Typ „Seehund”) bauten das Schiff mit viel Mühe und mit Hilfe


 

der Werft Otto Ludewig wieder auf, allerdings als Motorschiff. Doch bevor die UNDINE, wie sie nun hieß, wieder mit Urlaubern in See stechen konnte, war ihr Einsatz als Steine-Transporter für den Wiederaufbau Rostocks und als Bergungsschiff gefragt. Viele Wracks lagen ja vor der Küste und mussten beseitigt bzw. für eine Wiederherstellung als Reparationsleistung an die sowjetische Besatzungsmacht geborgen werden. Erst Mitte der 1950er Jahre konnte die UNDINE wieder Seereisen unternehmen, vorwiegend die beliebten Ausfahrten zum Gedser Feuerschiff. Damals agierte sie einmal auch als Filmstar im DEFA-Streifen „Traumschiff” mit Gisela Uhlen und Günter Simon in den Hauptrollen. In den Augusttagen 1961, als die Mauer in Berlin errichtet wurde, suchten einige Fahrgäste die Lustfahrten in See, um vor dem Gedser Feuerschiff über Bord zu jumpen und so in den

Westen zu kommen. Da war es mit den Fahrten auf die Ostsee vorbei. Die UNDINE fuhr dafür Tag um Tag die Warnow hinauf und hinunter zu großen Hafenrundfahrten. Sie war 1975 verstaatlicht und in die Weiße Flotte Stralsund eingegliedert worden.

Als die Wende und mit ihr die Privatisierung der Reederei kam, wurde klar, dass ein technisch so veraltetes Schiff unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht mehr ökonomisch zu betreiben war. Die Abwrackwerft drohte. Nach einigen Bemühungen, ein solch traditionsreiches und mit der Geschichte der Stadt eng verbundenes Schiff zu erhalten, meldete sich ein „Retter” aus Hamburg, ein gesuchter, aus dem Strafvoll-zug entwichener Ganove, wie sich später – zu spät – herausstellte. Der richtete an die Stadt ultimative Forderungen, die nicht zu erfüllen waren und setzte sich daraufhin aus Protest mit dem Schiff ab. Natürlich nicht nach dem Westen, das war ja vorbei, sondern nach Barth. Doch die Überfahrt endete am 13. Januar 1993 in den Bodden-gewässern auf einer Untiefe bei Kinnbackenhagen. Das Schiff wurde ausgeplündert, aber einige Wochen später, dank einer Initiative zweier Barther Unternehmer, abge-borgen. Ein Wiederaufbau stellte sich als möglich, aber aufwändig heraus. Wieder nach Rostock gebracht, harrte die vom letzten „Eigner” erneut so genannte KRONPRINZ der Hilfe, die aber nicht kam.

Nun hoffen alle, dass die Sachsen in der renommierten Werft in Dresden Laubegast, deren Chef übrigens ein Schiffbauingenieur aus Rostock ist, die Sache in den Griff bekommen. Gesucht wird allerdings ein Investor, der das Ganze auch finanziell unter-stützt. Das Schiff soll im Outfit von 1910 /1930 wieder hergestellt werden, aber als Motorschiff und mit Kojen für Mehrtages-Reisende. Wie es konkret aussehen soll, ist noch nicht geklärt. Vorher muss der Schiffsrumpf in Dresden sein, möglichst vor dem Wintereinbruch! Zu ihrem 100. Geburtstag könnte die KRONPRINZ vielleicht wieder mit Touristen an Bord in Rostock die Leinen los machen, zu Fahrten auf die Ostsee.

 

Schiffswrack vor Klaipeda verschwindet

Vor 18 Jahren strandete der DSR-Stückgutfrachter RUDOLF BREITSCHEID an der Nord-mole der Hafeneinfahrt von Klaipeda, Litauen. Die Seekammer der DDR warf dem Kapitän und dem 1.Offizier fahrlässige Pflichtverletzung und Leichtfertigkeit, einge-schlossen mangelhafte Reisevorbereitungen vor und befand, dass sie den Seeunfall schuldhaft verursacht hatten. Das nach dem 1944 von den Nazis im KZ Buchenwald ermordeten ehemaligen SPD-Vorsitzenden benannte Schiff, 1964 auf der Warnow-werft Warnemünde gebaut, umgebaut und modernisiert 1985 in Rijeka, Jugoslawien, beförderte Stahlhalbzeuge aus der Sowjetunion nach Rostock.  

An jenem Unglückstag vom 24. zum 25. September 1988 herrschte Sturm mit Stärken um 7 bis 9 Beaufort – http://de.wikipedia.org/wiki/Beaufortskala – als der Frachter auslief und im Seekanal von Klaipeda bei schwerer Brandung außerhalb der Fahrrin-ne festkam. Er vermochte nicht wieder freizukommen und vertrieb stattdessen unauf-haltsam auf die Mole. Das Achterschiff setzte hart auf den Nordmolenkopf auf, und die RUDOLF BREITSCHEID bekam Backbord-Schlagseite von 13°. Das Schiff drohte an der Mole vollends zu zerschellen, so dass die Besatzung von Bord gehen musste. Das geschah mit Hilfe eines Bootsmannstuhls nebst Jolltau, vom Achterschiff zum Molen-feuer, und mit einem SAR-Hubschrauber der sowjetischen Baltischen Flotte. Alle 41 Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Die Ladung konnte Tage später abgeborgen werden, das Schiff selbst aber endete, nachdem es in zwei Teile auseinander gebro-chen war, als Totalverlust. Noch Jahre später konnte man beim Einlaufen in Klaipeda die Reste des Wracks, das mit den Aufbauten und einem Teil des Rumpfes aus dem Wasser ragte, sehen. Auf den ersten Blick sah es aus, als hätte ein Schiff am Molen-kopf festgemacht. Auch viele Fährschiff- und Kreuzfahrtpassagiere haben dieses Bild in Erinnerung. Erst beim Passieren der Unglückstelle konnte man das Drama von 1988 ganz erkennen.

Jetzt wird das Wrack gehoben, damit ein gefährliches Schifffahrtshindernis verschwindet. Es ist immer weiter zugeschwemmt worden und tiefer gesackt und nur noch mit einigen Teilen zu sehen. Gleichzeitig wird das Wrack des bereits 1981 in der Hafeneinfahrt von Klaipeda gesunkenen britischen Tankers GLOBE ASIMI beseitigt, von dem seinerzeit rund 16.000 Tonnen Öl ausgelaufen waren und den nördlichen Bereich der Kurischen Nehrung verunreinigt hatten. Der Hafen Klaipeda will seine Umschlagsleistungen, die derzeit bei 24 Millionen Tonnen pro Jahr liegen, weiter erhöhen und investiert dazu erhebliche Summen, auch in die Erhöhung der Schiffs-sicherheit, wozu die Wrackbeseitigung gehört.