Die bei Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire, Frankreich gebaute SUMMIT




Fred Friedrich




Mit dem „Xpress Pass“ soll die Einschiffung eigentlich ganz schnell gehen. „Die durchschnittlich 30 Sekunden, die jetzt noch für den Check-In benötigt werden, entfallen auf die freundliche Begrüßung und das Aushändigen der Bordkarte“, heißt es auf der Reederei-Hompage. Dumm nur, wenn die Mehrheit der Mitreisen-den die gleiche Idee hatte und ebenfalls bereits vor Reiseantritt die notwendigen Dokumente online ausgefüllt hat. Womit die Schlange vor den Xpress-Schaltern länger ist als die vor den „normalen“ Countern. Und die Pässe internationaler Passagiere ohnehin noch zusätzlich überprüft werden müssen.

 

Blick zurück ...

... „Celebrity“ wurde 1989 durch die griechische Reedereidynastie Chandris gegründet. Schon seit 1913 ist das weiße X (im griechischen Alphabet ein „Chi“ wie „Chandris“ oder „Celebrity“) auf blauem Grund in der ganzen Welt bekannt – Hunderttausende von Auswanderern erreichten auf Chandris-Schiffen ihre neue Heimat in den USA, in Südamerika oder in Australien. Michael und John Chandris verkauften die Marke „Celebrity“ im Jahr 1997 an Royal Caribbean International. Wie in den Anfangsjahren steht auch beim neuen Eigner eine Klientel im Fokus, „die sich sorglos in einer eleganten und exklusiven Umgebung verwöhnen lassen möchte“. Zumindest die Leser des Condé Nast Traveler-Magazins honorieren dies – sie haben 2005 alle sieben „großen*“ Schiffe der Reederei unter die Top Ten der „Best Cruise Ships in the World“ gewählt. Der „Berlitz Ocean Cruising & Cruise Ships 2005“ bewertet die als drittes Schiff der „Millennium-Klasse“ bei Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire / Frankreich gebaute SUMMIT mit 1697 Punkten (= vier Sterne plus). Die neun Schiffe der Flotte kreuzen in Alaska, den Bermudas, der Karibik, in Kanada und Neuengland, an der mexikanischen Rivie-ra, in Hawaii, durch den Panamakanal, in Südamerika, rund um die Galapagos, im Mittelmeer sowie in Nord- und Ostsee.

 

You are the real Celebrity” ...

... werden wir vom Kreuzfahrtdirektor bei der Einschiffung begrüßt. Freundlich lächelnde Stewardessen in blütenweißen Handschuhen kredenzen Champagner. Den Weg zur Kabine freilich müssen wir uns selbst suchen. „My name is Edwin and it is my pleasure to treat you famously“ empfängt uns dort unser Steward. Ein Satz, den wir während der Reise noch öfter hören werden. Im Hauptrestaurant ebenso wie am Büffet oder im Spa. Knapp 1000 Besatzungsmitglieder aus 55 Nationen kümmern sich um das Wohl der durchschnittlich 2000 Passagiere. Bei Belegung aller Ober- bzw. Zusatzbetten können maximal 2449 Passagiere beför-dert werden.

 

Viele Köche ...

...verderben nicht immer den Geschmack. Nicht weniger als zehn Architekturbüros waren – neben dem firmeneigenen Designteam – für die Ausstattung zuständig. Das Ergebnis ist ein geschmackvolles Miteinander von Holztönen, Marmor, Messing, Stoffen und Bodenbelägen. Sei es nun in den öffentlichen Räumen oder den Kabinen. Dazu gehört beispielsweise der Wintergarten „The Conservatory“. Der integrierte „Flowershop“ offeriert prachtvolle Blumenarrangements, bestehend aus Rosen, Lilien und / oder Orchideen.

 

Gesellschaftlicher Mittelpunkt ...

... ist das sich über drei Decks erstreckende „Grand Foyer“. Im Basement, auf dem Plaza-Deck, gruppieren sich darum die „Guest Relations“. Darunter versteht man Rezeption, Ausflugsbüro sowie spezielle Schalter der Concierges, des Golf-Pro’s, des „Captains Clubs“ (dazu später mehr), einer Bank und des „Future Cruise Consultants“. Hier getätigte Buchungen werden mit Preisabschlägen und diver-sen Extras (wie Bordguthaben etc.) belohnt. Ebenfalls auf dem Plaza Deck befin-den sich das Kino (das auch für Gottesdienste genutzt wird) sowie verschiedene Besprechungs- und Konferenzräume. Ganz vorne im Bug schließlich das „Celebrity Theater“, das auf drei Ebenen 900 Personen Platz bietet. Das darüber liegende Promenadendeck beherbergt die Photo-Galerie und das „Fortunes“-Casino.

 

Michael’s Club ...

... war ursprünglich als Refugium für die Zigarre bzw. Pfeife rauchende Klientel konzipiert. Heutzutage präsentiert er sich – mit dunklen Holztönen, schweren Ledersesseln und Vorhängen im Laura Ashley-Stil – als Piano Bar. Zwischen 17 Uhr abends und ein Uhr morgens ist er Treffpunkt für die Freunde hochwertiger Brandys und Cognacs. Nach wie vor praktiziert Celebrity eine für amerikanische Schiffe geradezu freizügige Raucherpolitik: In fast allen öffentlichen Lounges und Bars heißt es auf der Backbord-Seite „Feuer frei“. Ausgenommen davon sind Theater, Hauptrestaurant, Waterfall Café, The Normandie, die Bibliothek und die Internetstationen. Und nach wie vor ist die Schiffsführung ausschließlich griechisch. Ungewöhnlich auch, dass Kapitän Michail Karatzas nicht jedem Pas-sagier persönlich die Hand reicht. Es gibt lediglich den knapp fünfzehnminütigen „Captain’s Toast“, bei dem die leitenden Offiziere vorgestellt werden. Etwas volks-tümlicher gibt sich der Master lediglich bei den zahlreichen Festivitäten für die Mitglieder des „Captain Club’s“.

 

Rendezvous, Martini, Champagner ...

... die Namen sind Programm. Die Rendezvous-Bar offeriert ein breites Spektrum klassischer Drinks und Cocktails. Auf der Karte der Martini-Bar finden sich exakt 35 verschiedene Varianten des gleichnamigen Getränkes. Ob gerührt oder ge-schüttelt – hier dürfte jeder fündig werden. Mumm, Veuve Clicquot, Taittinger und ähnlich prominente Marken werden in der Champagne-Bar serviert. Auf Wunsch mit Sevruga- oder Osetra-Kaviar (30 Gramm für 44,50 bzw. 61 US-Dollar). Beim stilechten Genießen von Kaviar scheiden sich bekanntlich die Geister. Für wen es denn partout Wodka dazu sein muss – auch der hat hier die Qual der Wahl. Weitere Alternativen sind verschiedene Champagner-Cocktails bzw. Weiß- oder Rotweine.

 

Cova Café Milano ...

... das berühmte italienische Kaffeehaus war Namensgeber für die sich anschlie-ßende Lokalität. Espresso con panna, Cappuccino, Latte macchiato, Cioccolata, Wiener Melange – lang ist die Liste der dort servierten Kaffeespezialitäten. Auf Wunsch auch mit Alkohol – als Café Ole! ( mit Kahlua), als Aspen (mit Baileys und Kahlua), als French Kiss (mit Grand Marnier), als Café Kingston (mit Tia Maria-Myers) und vielen mehr. Diverse leckere Torten- und Kuchenkompositionen sind „complimentary“. Nachmittags und abends können hier verschiedene italienische Weine und internationale Digestifs konsumiert werden. Ganztags natürlich die Original Cova-Pralinenspezialitäten.

 

The Bar at the Edge of the Earth ...

... ganz oben auf Deck 11 diente ursprünglich tagsüber als Aussichtslounge und nachts als Disko. Als sichtbares Ergebnis der Kooperation zwischen Celebrity und dem Cirque du Soleil präsentiert sich der Raum heute als eine Art „Märchenwelt“. Schade nur, dass die Zusammenarbeit der beiden Partner zum 30. September 2005 endete – vorläufig, wie es heißt. Aber auch sonst gibt es reichlich Unterhal-tung: Die Produktionsshows des mitreisenden Ensembles kombinieren geschickt Klassisches mit Modernem. Perfekte Ballett- und Artistikeinlagen harmonieren mit Operettenintermezzos, die nahtlos in Musical- und Popszenen übergehen. Auf amerikanischen Schiffen darf natürlich der Comedian nicht fehlen. Um seine Pointen zu verstehen, muss man allerdings perfekt in „American English“ sein. Deutsche Passagiere fühlen sich auf dem „Oktoberfest“ da eher zu Hause. Ansonsten unterhält Betsy Bogart am Piano, Paul Strowe auf der Gitarre, das Duo „Savoy“ gibt sich romantisch, die Band „Headlines“ und das „Martini-Quartett“ sind für Pop, das Celebrity-Orchester für die klassischen Tänze zuständig. Ein Augen-schmaus das in Acapulco von lokalen Künstlern aufgeführte „Mexican Folklorico Festival“. An zwei Abenden während einer Reise gibt es zusätzliche Outdoor-Veranstaltungen wie „TexMex“ mit Line-Dance und einem entsprechend „feurigen“ Buffet bzw. die „Mexican Fiesta“ mit einem riesigen Früchtebuffet rund um die Pools.

 

Reisen bildet ...

... und so listet das Tagesprogramm an einem „normalen“ Seetag genau 79 Akti-vitäten auf. Dabei ist die Animation unaufdringlich, fast schon zurückhaltend. Die auf anderen US-Linern üblichen Gaudiveranstaltungen sucht man vergebens. Ausnahmen sind ein Twist- und Rock’n Roll-Contest bzw. die „Masquerade Party“. Statt dessen wird mit wahrer Begeisterung bis zu dreimal am Tag Bingo gespielt. Die sieben kostenfreien Computerkurse sind ebenso schnell ausgebucht wie die kostenpflichtigen Unterweisungen in Word, Excel und Adobe Photoshop. Das Gelernte kann dann in zwei Internet-Cafés in die Praxis umgesetzt werden. Wein- und Foodseminare finden ebenfalls reichlich Zuspruch. Natürlich fehlen die „Klas-siker“ wie Tanzkurs oder diverse Gesellschaftsspiele nicht. Wer will, kann sich am Golfsimulator in die Grundkenntnisse des „Grünen Sports“ einweisen lassen oder sein Handycap verbessern. Sie möchten sich das Rauchen abgewöhnen, Ihr Ge-wicht reduzieren, die Angst vor Seekrankheit oder die verschiedensten Wehweh-chen nehmen lassen? Mit „Acupunture at Sea“ – angeblich – kein Problem.

 

Pampering ...

... lässt sich wohl am ehesten mit „Verwöhnen“ übersetzen. Celebrity hat als eine der ersten Reedereien die Zeichen der Zeit erkannt und entsprechend investiert. So ist auch auf der SUMMIT gut ein Drittel des Ressort-Decks (Deck 10) dem „Well-being“ vorbehalten. „AquaSpa“ nennt sich das Ganze. Kostenfrei zugänglich sind das Fitnesscenter mit einer ganzen Armada von Kraftmaschinen und Ergometern, die Damen- bzw. Herrensauna (mit Meerblick), der Indoor-Bereich mit seinen bei-den Jaccuzis sowie dem Thalasso-Pool mit zwei „Air Beds“, in dem einen 64.000 Liter warmes Meerwasser wohlig umspülen. Dieses „Hallenbad“ ist großzügig verglast und mit exklusiven Holz- und Rattanmöbeln ausgestattet. Warum man ausgerechnet in diesen Ruhe- und Relax-Bereich ein ganztägig geöffnetes Café mit (kleinem) Büffet integriert hat, erschließt sich dem Passagier kaum. Denn der dadurch entstehende Publikumsverkehr sorgt für einige Unruhe. Das gilt leider auch für den relativ stark frequentierten „Persian Garden“ – eine wahre Oase aus verschiedenen Dampfbädern und Ruhezonen. Der (türkische) Hamam gehört ebenso dazu wie das (österreichische) Kräuterdampfbad bzw. die milde und trockene Hitze im „Sahara“. Das Vergnügen hat allerdings auch seinen Preis – 25 US-Dollar pro Tag und Person. Oder 99 US-Dollar für die ganze Reise. Schier endlos ist die Liste der möglichen Massagen und Beautybehandlungen. Nicht ganz so vielfältig die vom Fitness-Trainer angebotenen Kurse (bis hin zum ganz persönlich konzipierten Training für 83 US-Dollar pro Stunde).

 

Let the Sunshine ...

Der Außenbereich bietet zwei Pools von knapp 12 bzw. 6 Metern Länge und  je-weils 4,5 Metern Breite, vier Jaccuzis und zwei Bars. Die Liegestühle stehen dicht an dicht, doch man findet immer ein Plätzchen. Drei Runden auf dem Jogging-Track entsprechen einem Kilometer. Wem das an Frischluftaktivitäten nicht reicht, der findet Shuffleboard, Basket- und Volleyball-Spielfeld, Golfabschlag, Dart und Tischtennis. Im „Tower“ zusätzlich zwei – kaum genutzte – Fußball-Kicker. Die „Kleinen“ haben ihren ureigensten Bereich, die „Ship Mates Fun Factory“, auf Deck 11. Mit eigenem Pool und Außendeck. Auf Wunsch mit ganztägiger Betreuung.

 

The Emporium & The Fortunes ...

... tragen den Grundbedürfnissen amerikanischer Touristen Rechnung: Shoppen und gambeln. Die acht Läden tragen so klingende Namen wie „The Jewelry Shop“, „The Watch Shop“, „The Liquor Store“, „The Logo Shop“, „The Boutique“, „The Bijoux“, „The Perfume Shop“ und „The Formal Boutique“. In letzterer können sich die Herren der Schöpfung den vergessenen (oder nicht vorhandenen) Smo-king für die festlichen Abende ausleihen. Ergänzt wird das Angebot durch „Park West“-Kunstauktionen auf hoher See. Das für die Einkäufe notwendige Kleingeld gewinnt man mit viel Glück an einem der 196 einarmigen Banditen im Kasino. Oder an einem der zwölf Tische für Roulette- bzw. Black Jack oder Baccara.

 

All you can eat ...

GTS SUMMIT ist kein All-inklusive-Schiff. Auch wenn ein Blick in das tägliche Programm anderes vermuten lässt:

Uhrzeit

Art

Restaurant

05:30-06:00

Early Risers Breakfast

Waterfall Cafe

06:00-11:30

Frühstücksbüffet

Eier- und Omelett Station

Waterfall Cafe

06:00-10:00

Waffeln und Pfannkuchen

Waterfall Grill

07:00-09:00

Frühstück (Open Seating)

Cosmopolitan Restaurant

07:30-10:00

Light & Healthy Breakfast

AquaSpa Cafe

08:30-11:00

European Croissant & Danish

Cova Cafe**

12:00-14:00

Lunch (Open Seating)

Cosmopolitan Restaurant

12:00-14:30

Lunch Büffet

Waterfall Cafe

12:00-15:00

Deli Sandwiches

Waterfall Grill

12:00-19:00

Hamburgers & Hot Dogs

Poolside Grill

12:00-20:00

Healthy Choice All Day Dining

AquaSpa Cafe

12:00-21:00

Frozen Yogurt & Ice Cream

Waterfall Cafe

12:00-01.00

Homemade Pasta & Salad Bar

Waterfall Cafe

12:00-01:00

Create your own Pizza

Waterfall Cafe

15:00-17.00

Taste of Europe Pastries

Cova Cafe**

16:00-17:00

Casual Afternoon Tea

Waterfall Cafe

16:45-22.00

Sushi

Casual Dining Boulevard

18:00-22:00

Special Dining (reservierungspflichtig)

Normandie Restaurant***

18:00-22:00

Casual Dining (reservierungspflichtig)

Casual Dining Boulevard

18.00-20:00

20:30-22:30

Main Seating Dinner

Late Seating Dinner

Cosmopolitan Restaurant

Ab 23:30****

Late Night Snacks

In allen Bars und Lounges

** kostenpflichtig / *** Cover Charge = 30 US-Dollar pro Person / **** an manchen Tagen wird alternativ ein Late Night Buffet offeriert

 

Die Küche ...

... ist fest in deutscher bzw. europäischer Hand. Der Küchenchef, Dennis Starch, stammt aus Berlin, der Sous Chef, Heiko Baller, aus Pforzheim und der Chefkon-ditor, Steffen Kuhn, aus der Nähe von Frankfurt. Unterstützung erhalten die drei durch den französischen Food- und Beverage-Manager Didier Vacher. Die rund 120köpfige Mannschaft produziert tagtäglich zwischen acht- und neuntausend Gerichte. Dabei orientiert sich die Küche naturgemäß am Geschmack der meist amerikanischen Gäste. Celebrity kooperiert eng mit Michel Roux, einem in den Vereinigten Staaten sehr bekannten Gourmetkoch. Chef Starch betont ausdrück-lich, dass sämtliche Speisen „just in time“ frisch auf dem Schiff zubereitet werden. Auf den Einsatz von Convenience-Produkten wird verzichtet. Lediglich „Sugarfree Icecream“ würde servierfertig eingekauft. Für deutsche Gäste etwas kümmerlich ist die morgendliche Auswahl an Wurst und Käse, dafür sind erstaunlich viele Brotsorten und knusprige Brötchen erhältlich. Für unseren Geschmack dagegen eher exotisch sind Frühstückspizza oder -burritos. Zum Lunch werden mindestens zwei Vorspeisen, eine Suppe und eine Kaltschale, verschiedene Salate, und vier Hauptgerichte (sowie zusätzlich zwei „leichte“ Gerichte) offeriert. Noch größer ist die Qual der Wahl am Abend: Vier Vorspeisen, zwei Suppen, eine Kaltschale, zwei Salate mit vier Dressings, fünf Hauptgerichte, sechs Desserts sowie eine Käse-auswahl. Nicht auf der Karte, aber täglich zusätzlich erhältlich sind Caesar Salad, Sorbet, Salmon und Steak. Mit Baked Potato oder French Fries. Zum Dessert außerdem diverse Sorten Kaffee und Tee. Vegetarier wählen aus einer gesonder-ten Menükarte. Das Angebot im Speisesaal bzw. an den Buffets ist nicht identisch. Letztere präsentieren meist ein internationales Angebot, manchmal auch Themenbuffets, z.B. asiatisch oder italienisch. Bedauerlicherweise wiederholt sich die Speisekarte zum alternativen „Casual Dinner“ nach jedem dritten Abend. Man will damit wohl vermeiden, dass allzu viele Tische im Hauptrestaurant leer bleiben. Schade, denn sowohl die angebotene Räumlichkeit als auch die zeitliche Unabhängigkeit scheint bei den Gästen anzukommen.

 

„Cosmopolitan” ...

... das Hauptrestaurant erstreckt sich über zwei Decks. Überdimensionierte Bull-augen lassen es hell und lichtdurchflutet erscheinen. Geradezu grandios aller-dings ist die Aussicht durch die voll verglaste Heckfront. Schwere Kristallgläser, hochwertiges Porzellan, funkelndes Silber auf weißem Damast – ein stimmiges Ambiente. Es überwiegen Tische für vier, sechs und acht Personen. Die wenigen „Tables for Two“ sind nach Aussage des Maitre d’ heiß begehrt. Celebrity leistet sich noch den Luxus von Sommeliers. Bei der „Mutter“ Royal Caribbean wird diese Aufgabe längst vom Tischsteward bzw. vom Busboy übernommen. Und man ist einer weiteren Tradition treu geblieben: Einmal auf jeder Reise heißt es exakt um Mitternacht „Das Galabuffet ist eröffnet“.

 

The Normandie ...

... auch das Flaggschiff der French Line entstand einst – wie die SUMMIT – in Saint Nazaire. Das Spezialitätenrestaurant „The Normandie“ knüpft an die längst ver-gessene Epoche der Namensgeberin an: Zahlreiche Art Deco Elemente vom wohl luxuriösesten Oceanliner seiner Zeit wurden kopiert. Zwei vor der Verschrottung gerettete, originale Wandpaneele von Jean Dunand, die einst den Rauchersalon der NORMANDIE schmückten, sind heute Blickfang in „The Normandie“. Es bietet maximal 134 Personen Platz und ist – trotz einer Covercharge von 30 US-Dollar pro Person – oftmals ausgebucht. Das Tagesprogramm empfiehlt, für das sechs-gängige Menü mindestens zweieinhalb bis drei Stunden einzuplanen. Sieben Köche sind alleine dafür zuständig. Kleiner Hinweis: Zu jedem Gang wird ein separater Wein empfohlen. Das Glas zwischen 8,50 und 33 US-Dollar.

 

Selfservice ...

„The Waterfall Grill“ und „The Waterfall Café“ sind im hinteren Drittel des Ressort-Decks (Deck 10) angesiedelt. Hier trifft man sich zum legeren Frühstück, zum Lunch oder zur Tea Time und genießt aus gut 25 Meter Höhe durch die in den Boden eingelassenen Fenster einen spektakulären Ausblick auf das darunter liegende Meer. Neben den beiden jeweils gut 30 Meter langen Hauptbuffets gibt es eine ganze Reihe spezieller Stationen für Eierspeisen, Omelettes, Waffeln, Pfannkuchen und Gebäck. Zur Lunchtime wechselt das Angebot. Dann heißt es „Create your own ...“. Ob Pizza, Pasta oder Sandwich, die Köche bereiten lächelnd auch die abenteuerlichsten Zusammenstellungen aus einer langen Zutatenliste zu. Ein Teil des „Waterfall Grills“ verwandelt sich abends ins Sushi-Spezialitäten-restaurant, ein anderer in das „Casual Dining Resort“ (Reservierung empfohlen). Es gibt zwei Outdoor-Bereiche. Vom Heck aus hat man eine wunderbare Rund-umsicht – nachmittags untermalt von Lifemusik (meist Country). Mittschiffs befin-det sich der „Pool Grill“ mit so typisch amerikanischen Leckereien wie Burgern, Hot Dogs, Spare Ribs. Aber auch Sauerkraut mit Würstchen sind täglich satte sieben Stunden lang erhältlich. Das AquaSpa-Café bietet ganztägig „The Healthy Choice“ – leichte und gesunde Kleinigkeiten zum Frühstück und Mittagessen (letzteres sogar bis 20 Uhr).

 

Ambiente ...

Auf einer elftägigen Reise gilt sieben Mal der Bekleidungsvorschlag „Casual“, einmal „Informal“ und dreimal „Formal“. Im Tagesprogramm heißt es dazu „Guest are expected to respect this sailing tradition for the ambiance of the cruise“. Was aber nicht von allen Mitreisenden umgesetzt wurde. Generell sind T-Shirts, Shorts, Jeans, Tanktops, Badeanzüge und -hosen im Hauptrestaurant unerwünscht.

 

Kabinenkategorien ...

Die insgesamt 1019 Kabinen (813 außen, 206 innen – 26 sind behindertenge-recht ausgestattet) gliedern sich in 18 Kategorien, wobei sich die meisten ledig-lich durch die Lage unterscheiden. Alle sind mit Telefon, multifunktionalem TV-Gerät, Minibar, Safe, Klimaanlage und einem (oft als Zusatzbett nutzbaren) Sofa ausgestattet. Helle Holztöne und zahlreiche Spiegel lassen sie größer erschei-nen, als sie tatsächlich sind. Auch bei längeren Reisen ist die Garderobe leicht unterzubringen. Die Nasszellen (WC, Dusche und Fön) verfügen ebenfalls über ausreichend Stauraum. Die Standardkabinen sind – innen wie außen – jeweils 16 Quadratmeter groß. Bei „Deluxe Ocean View“ kommen noch 3,5 Quadratmeter für den Balkon hinzu. Bei den Familienkabinen beträgt das Verhältnis Kabine zu Bal-kon fast eins zu eins (25 zu 22,4 Quadratmeter).

Die vier Suitentypen verfügen alle über begehbaren Kleiderschrank, Bad mit Whirl-pool-Wanne sowie PC mit Internet-Zugang und Drucker:

Sechsundzwanzig Sky Suiten (circa 23,3 Quadratmeter + Balkon 5,3 Quadrat-meter),

acht – balkonlose – Celebrity Suiten (ca. 43,3 Quadratmeter) mit seperatem Wohnbereich und zwei Audio / Video-Anlagen,

acht gleich ausgestattete, etwas größere Royal Suiten (circa 50 Quadratmeter + Balkon 18 Quadratmeter),

zwei Penthouse Suiten (circa 133 Quadratmeter), zusätzlich mit Fitness-Geräten, Fax, Piano, Marmor-Bad mit Whirlpool-Badewanne, separater Dusche mit Massagedüsen sowie separater Toilette und elektrischen Jalousien und einer 102 Quadratmeter großen Veranda mit Jacuzzi ausgestattet.

 

Concierge-Class ...

Diese Kategorie ist mit etwa 17,7 Quadratmeter etwas größer als eine „normale“ Balkonkabine, unterscheidet sich jedoch in Ausstattung und Service: Zur Begrü-ßung stehen eine Flasche Champagner, ein Obstteller und Canapés bereit (Obst und Häppchen werden täglich neu serviert). Die Betten sind mit einer speziellen Matratze und hochwertigen Federbetten ausgestattet. Im Bad erwarten einen – neben der täglich frischen Rose – übergroße Bade- und Handtücher aus ägypti-scher Baumwolle, eine Auswahl an Shampoos, Body Lotions, Seife, Pfefferminz-pastillen und extra dicke Bademäntel. Außerdem stehen Fernglas und Regen-schirm zur Verfügung. Weitere Annehmlichkeiten sind

Vorrang bei Ein- und Ausschiffung

kein Anstehen beim Tendern

spezielle CC-Events

Priorität bei Sitzplatzreservierung im Restaurant und bei Ausflugsbuchungen

Schuhputzservice.

Tipp: Buchen Sie – soweit verfügbar – eine CC-Kabine im Heckbereich. Kostet nicht mehr, verfügt dafür aber über einen großzügig dimensionierten Balkon mit Platz für zwei Liegen, zwei Stühlen, einen Ess- und einen Beistelltisch. Allerdings ist – zumindest auf dem Sky-Deck – mit Geräuschbeeinträchtigung durch das darüber liegende Außendeck des Waterfall-Grills zu rechnen.

 

Per Fernbedienung ...

... lässt sich in allen Kabinen das Celebrity-Network nutzen. Auf Tastendruck sind beispielsweise die Tagesendstände der Aktienkurse an der Börse von New York oder des Nasdaq zu erfahren. Wenn im Tagesprogramm nichts Passendes zu finden ist – wie wäre es mit einem aktuellen Spielfilm? Wahlweise aus den Gat-tungen Action, Abenteuer, Drama, Komödien und Kinderfilme. Ab 9,98 US-Dollar ist man dabei (wobei Movies der Gattung „Nur für Erwachsene“ gesperrt werden können). Auch so profane Dinge wie Ausflugsbuchungen oder die Bestellungen über den Roomservice sind über das TV-Gerät möglich. Wer will, bestellt sich von der Kabine aus den passenden Wein zum Abendessen. Oder informiert sich über den aktuellen Stand seines Kabinenkontos. Die Menüführung ist einfach und un-kompliziert (und auch in deutscher Sprache möglich).

 

Captain’s Club ...

... rund 200.000 Repeater haben sich hier mittlerweile registrieren lassen. Bereits mit der zweiten Reise hat man den Status „Classic“ erreicht, ab der sechsten ist man ein „Select“-Mitglied. Die höchste Stufe – „Elite“ – ist mit der elften Reise er-klommen. Lohn der Treue sind spezielle Incentives. Dazu gehört die mehrmals im Jahr erscheinende Clubzeitschrift ebenso wie spezielle Clubreisen oder Events an Bord. Cocktailparties mit dem Kapitän und den Offizieren beispielsweise. Oder eine Küchenführung, eine Weinverkostung, Gutscheine für das Spa, das Casino und für den Internetzugang. Reisen mit Royal Caribbean Cruise Line und Celebrity werden zur Festlegung des Status gleichermaßen berücksichtigt.

 

Kleinigkeiten ...

... sind es, die den Unterschied ausmachen. Wenn einen nach dem – schweiß-treibenden – Landgang beispielsweise eisgekühlte Handtücher an der Gangway erfrischen. Oder beim Anstehen nach dem Tendern Getränke serviert werden. Oder man in allen öffentlichen Toiletten Schalen mit frischen Blütenblättern findet. Und anstelle von Papiertüchern weiche Frottiertücher bereitstehen. Oder der Ste-ward auch noch ein zweites (und drittes) Hauptgericht serviert und dadurch den gesamten Arbeitsablauf durcheinander bringt, sich aber trotzdem keinen Stress anmerken lässt. Äußerst angenehm auch, dass selbst am Ausschiffungstag noch das Frühstück auf die Kabine bestellt werden kann. Standard auf amerikanischen Schiffen ist der „International Host“. Auf der SUMMIT wird dieser Posten von der sympathischen Belgierin Kathy Criel wahrgenommen. Sie spricht – neben spanisch, französisch und holländisch – perfekt deutsch. Deutsch auf Wunsch auch die Tagesprogramme und die Speisekarte. Außerdem ist an der Rezeption –

 

* Platz 1 = INFINITY, 2 = CONSTELLATION, 3 = MERCURY, 4 = SUMMIT, 5 = GALAXY, 8 = MILLENIUM und 10 = MERCURY. Nicht in die Kategorie „Large Ship“ fallen die ZENITH und die X-PEDITION. Die HORIZON hat mittlerweile die Celebrity-Flotte verlassen.


Hell und lichtdurchflutet: Das AquaSpa mit Thalassopool

 

Standardkabine außen – hier mit Panoramafenster und mal mit Balkon

 

Fantastische Aussicht: Die Celebrity Suite

 

Am Abend verwandelt sich ein Teil des „Waterfall Grill” in das „Casual Dining Resort”

 

Cova Cafe – Das berühmte italienische Kaffeehaus war Namensgeber

 

 

„The Conservatory” – Wintergarten mit integriertem Blumenladen

 

Gesellschaftlicher Mittelpunkt: Das Grand Foyer

 

Das Sonnendeck: Zwei Pools und vier Jacuzzis

 

Zweistöckig: Oben Martini-Bar – unten Rendezvous-Bar

 

Michaels Club: Pianobar im altenglischem Stil

 

Outdoor-Bereich des Ocean Grill im Heck des Schiffes

 

TheNormandie: Zwei originale Wandpaneele aus dem Rauchersalon der NORMANDIE sind heute Blickfang in „The Normandie

 

soweit empfangstechnisch machbar – die „Deutsche Rundschau“ erhältlich. In der Bücherei kann nicht nur leichte (oder schwere) Literatur ausgeliehen werden, 

auch I-Pods sind für 10 US-Dollar pro Tag erhältlich. Dazu kann aus einer Kollek-tion von mehr als achttausend Musiktiteln gewählt werden. 

 

Fazit ...

... luxuriöse Einrichtung und elegantes Ambiente unserer Schiffe machen eine  Kreuzfahrt mit Celebrity Cruises zu einem ganz und gar unvergesslichen Erlebnis“ verspricht der Katalog. Dem kann zugestimmt werden. Über die „Kulinarischen Meisterleistungen“ allerdings kann man geteilter Meinung sein. Um keine Miss-verständnisse aufkommen zu lassen: Das Essen ist gut bis sehr gut. Allerdings bei schwankender Qualität: Mal ist das Steak zart und mürbe und ein anderes Mal genau das Gegenteil. Mal ist der Lachs saftig, mal strohtrocken. Insgesamt jedoch ist das Preis- / Leistungsverhältnis ausgezeichnet. Wobei – wie bei Royal Caribbean International üblich – auch bei Celebrity je nach Auslastung tages-aktuelle Raten gelten.

 

Nebenkosten ...

Kaffee, Tee, Wasser, Eistee, Limonade und Fruchtpunsch sind ganztägig am Automaten kostenfrei erhältlich. Ansonsten (alle Preise in US-Dollar): Kaffee-spezialitäten im Cova Café Milano kosten zwischen 2,50 und 5,50 (mit Alkohol). In den Bars zahlt man für ein Glas Sekt bzw. Champagner zwischen 6,50 und 12,00 · für ein Glas Wein von 5,75 bis 8,95 · für Aperitif, Whisky, Gin, Wodka oder Rum zwischen 5,00 bis 18,00 · für Brandies und Cognacs zwischen 6,25 und 37,50 · für die Martinis 8,95 · Amerikanische Biere 3,50, internationale (Heineken, Amstel, Carlsberg, Beck’s) 4,25 · Mineralwasser für 1,35 (Glas) bis 3,50 (Evian, 1,5 Liter) · Cocktail des Tages 4,25, die alkoholfreie Variante 3,75 · Champagner Cocktails 8,25 · „Caviar and Champagne Special“ zwischen 103,00 bzw. 153,00 (jeweils zwei Portionen Sevruga oder Osetra-Kaviar mit einer halben Flasche Michel Roux Brut bzw. Mumm’s Cordon Rouge) · Zusätzlich ist ein „Soda-Package“ zu kaufen. Es kostet 5,00 und ist nur für die Gesamtdauer der Reise zu erwerben (gilt aller-dings nicht im Hauptrestaurant). Bei allen Getränken werden automatisch 15 Pro-zent Bedienungszuschlag erhoben. 

Kurse in Adobe Photoshop, Microsoft Word und Excel kosten 20,00 · der Zugang ins Internet pro Minute 0,75 (Pakete für 100 bis 500 Minuten sind für 70,00 bis 250,00 erhältlich) · Telefonat 7,95 pro Minute · Der Preis für die Ausflüge schwankt zwischen 24,00 (vierstündige Stadtwanderung) und 170,00 (dreistündiges Schwimmen mit Delphinen) Das AquaSpa berechnet für eine Schwedische Massage (50 Minuten) 120,00 · für eine Aroma Stone Therapy (75 Minuten) 193,00 · an Hafentagen gelten ermäßigte Preise · Im Fitness-Studio sind Kurse für Yoga, Pilates (und andere) zu jeweils 10,00 buchbar · Im Beautysalon zahlt man für eine Gesichtsbehandlung mit Elemis-Produkten 120,00 (50 Minuten) · für einen Haarschnitt zwischen 25,00 und 32,00 (Herren) bzw. 57,00 bis 77,00 (Damen) · Der Bordfotograf verlangt 14,95 für ein Standardbild bzw. 19,95 für ein Porträt. Die Trinkgeldempfehlungen reichen von 10,50 für die Standardkabinen über 11,00 für die Concierge-Class bis zu 14,50 für Suiten (jeweils pro Person und Tag). Das Tipping ist persönlich oder über das Kabinenkonto möglich.

 

Die SUMMIT auf einen Blick

Tonnage: 91.000 BRZ · Länge: 294 Meter · Breite: 32 Meter · Tiefgang: 8 Meter · Geschwindigkeit: 24 Knoten · Passagierdecks: 11 · 10 Passagier-Aufzüge · Pas-sagiere: 1950 (maximal 2449) · Mannschaft: 999 (Griechen / international) · Schiffsregister: Bahamas · Werft: Chantiers de l’Atlantique in St. Nazaire, Frank-reich · Antrieb: Gasturbine · Jungfernfahrt: 1. Oktober 2001 · Taufpatin: Paulina Wilhelmsen · Baureihe: Millennium Klasse · Einsatzgebiet: Karibik, Alaska, Hawaii, Panamakanal, Mexikanische Riviera · Ausstattung: 3 Restaurants für bis zu 2058 Personen · 7 Bars / Cafés mit Platz für 1295 Passagiere · Elemis Aqua Spa mit Aerobic-Bereich & Fitness-Geräten · Schönheitssalon · Friseur · Sauna · Dampfbad · Massage-Räume · Thalassotherapie-Schwimmbecken · Tischtennis · 1 Innen- und 2 Außen-Swimmingpools · 2 Innen- sowie 4 Außen-Whirlpools · Jogging-Bahn · Sport-Deck mit Basketball-Feld · Volleyball Golf Simulator · Shuffle-board · Dart · Boutiquen · Cyberspace Videospiel-Raum · Ship Mates Fun Factory Jugend Center · Teenager Center · Foto Galerie · Fortunes Casino · Words Library · Online@Celebrity · The Conservatory Wintergarten · Cova Café Milano · Michael’s Club (Piano-Bar) · Krankenstation

 


Dieses Schiffsporträt entstand anlässlich der Reise „Mexikanische Riviera“ vom 30. September bis 10. Oktober 2005.




Stilvolles Ambiente im Hauptrestaurant „Cosmopolitan