OstseeMagazin im SeereisenMagazin
Verantwortlich:  Dr. Robert Rosentreter ·  roby.rosentreter@web.de
   

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Foto: Dr. Robert Rosentreter, Warnemünde

Dr. phil. Robert Rosentreter,

Fregattenkapitän a.D.,

Marine- und Schifffahrts-Historiker,

Ressortleiter OstseeMagazin – „” ‚’

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13. Müritz Sail

Vom 22. bis 25. Mai findet in Waren an der Müritz die diesjährige Müritz Sail statt. Sie bildet zugleich den Auftakt der maritimen Volksfeste an der Ostseeküste, die jährlich Millionen Besucher anlocken. Waren bietet 2014 wieder ein buntes und attraktives Programm. Dazu gehören Segelregatten und andere Wassersportwettkämpfe, ein buntes Treiben im Hafengelände mit Schaustellern und Kleinkunstangeboten, die traditionelle Taufe eines Kuhnle-Hausbootes, Schiffsrundfahrten auf der Müritz und Rundflüge mit dem Wasserflugzug. Tandemflüge mit dem Gleitdrachen finden ebenfalls statt. Höhepunkte sind die Flottenparade aller teilnehmenden Schiffe und Boote und ein großer Festumzug durch die Stadt. Erwartet werden zu dieser 13. Müritz Sail mehr als 60.000 Besucher, bei günstigem Wetter ist sogar mit bis zu 100.000 Besuchern zu rechnen.  

 

Wismar vor der ersten Kreuzfahrtsaison

Die Hansestadt Wismar hat sich in die Phalanx der Kreuzfahrtstandorte an der Ostsee eingereiht. Ab Mai werden die ersten Kreuzliner erwartet. Am Columbus Cruise Center sollen in diesem Jahr 15 Schiffe festmachen, die voraussichtlich 20.000 Touristen in die Welterbe-Stadt bringen werden. Der Kreuzfahrtkai befindet sich im Hafen in unmittelbarer Nähe der historischen Altstadt, so dass eine Besichtigung der Baudenkmäler wie z.B. der Georgenkirche, der Nikolaikirche, der Marienkirche und all der anderen Sehenswürdigkeiten bei einem Bummel zu Fuß möglich ist. Für Tagesausflüge bieten sich vor allem die Landeshauptstadt Schwerin mit ihrem Märchenschloss, aber auch Bad Doberan mit seinem Münster, Lübeck, ebenso Rostock, Hamburg und Berlin an. Ausfahrten mit der Kogge WISSEMARA oder dem Traditionssegler ATALANTA in die Wimar-Bucht, mit kurzem Anlauf und Aufenthalt in Kirchdorf oder Timmendorf auf der Insel Poel hätte auch seine Reize. Die Zahl der Kreuzfahrer-Anläufe in Wismar ist dieses Jahr noch überschaubar, aber für den Anfang bemerkenswert genug. Die Stadt hat da noch viele Potenziale.

 

Die Pleite der P&S Werft Stralsund und die Folgen

Trotz aller Beteuerungen und Versuche ist die Hoffnung, die Volkswerft Stralsund nach der P&S-Pleite noch zu retten, auf den Nullpunkt gesunken. Die Landesregierung und der Insolvenzverwalter haben es nicht geschafft, einen potenten Käufer zu finden. Konkursverwalter Brinckmann versicherte, dass er mit 100 Investoren verhandelt habe, doch keiner hatte an einer Werft Interesse. Das Angebot von Vitali Jussofow, der die Nordic Yards in Wismar und Rostock-Warnemünde betreibt, wurde  bisher nicht akzeptiert. Die Landesregierung will aber das Gelände als maritimen Industriepark als Ganzes erhalten. Die Firma Liebherr hat ein starkes Interesse daran. Doch müsste die Fahrrinne  der Ostansteuerung Stralsunds vertieft werden, was an die 300 Millionen verschlingen würde. Ob Schwerin das letztlich in diesem Sinne regeln wird, bleibt abzuwarten. In Stralsund wird schon darüber hinaus spekuliert, ob die Vertiefung der Fahrrinne (50 Kilometer) künftig nicht auch das Anlaufen von Kreuzfahrtschiffen ermöglichen könnte. Das ist natürlich mehr als fraglich, zumal ja auch ein Terminal erforderlich wäre. Doch was auch immer kommen mag, die stolze „Loggerfabrik, eine der weltweit bedeutendsten Spezialwerften für Fischereischiffe, ist nicht zu ersetzen.  

 

Sensationsfund

Das war ja wirklich der ungewöhnlichste Fang, der dem Fischer Konrad Fischer am 4. März 2014 in der Kieler Förde, 2 Seemeilen östlich des Kieler Leuchtturms in die Maschen ging: eine Buddel, die sich bei näherem Anschauen als Flaschenpost entpuppte. Aufgegeben bzw. dem Meer anvertraut wurde sie vor 101 Jahren. In der Flasche befand sich eine Postkarte, datiert auf den 17. Mai 1913 und geschrieben von Richard Platz aus Berlin – Baumschulenweg. Der in Sütterlin-Schrift abgefasste Text war von Konrad Fischer und seinen Crewmitgliedern Laus Matthiesen und Thomas Bulck nicht zu entziffern. Später gelang das mit Hilfe der Dokumentationsstelle der „Kieler Nachrichten”. Der Herr Platz bittet darin, die Karte an seine Adresse zu schicken. In der Flasche befanden sich noch zwei Briefmarken der Kaiserlichen Post, um dem Finder und Absender keine zusätzlichen Kosten zu verursachen.  

Interessant ist die Flasche selbst. Eine Prägung des Glases auf dem Bauch der Buddel zeigt das Wort KIEL und darüber ein Malteserkreuz mit einem Kranz um die Mitte.

Konrad Fischer staunte selbst nicht schlecht, als er den Fund aus dem Netz holte. „Ich habe schon manchen ‚Beifang’ aus der See gezogen: Bomben, Minen, einen Torpedo und selbst eine Leiche. Doch dies ist der außergewöhnlichste Fang bisher”, so der 65-jährige Schleswig-Holsteiner. 

Taufe der A-ROSA FLORA

Am 3. April stellte die Rostocker A-ROSA Flussschiff GmbH ihr 11. Schiff in Dienst. Die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld wird das Schiff in Mainz taufen. Die Zeremonie wird auch mit einem Auftritt der „Mainzelmännchen” gestaltet, welche die Taufpatin zum Liegeplatz des Schiffes begleiten. Die A-ROSA FLORA ist das Schwesterschiff der A-ROSA SILVA. Die beiden Rivercruiser sind so ausgelegt, dass sie den Main-Donau-Kanal passieren und demnach sowohl auf den Rhein-Routen als auch in der Donau-Destination eingesetzt werden können. Die Schiffe, die auf der Rostocker Neptun-Werft in Warnemünde gebaut wurden, haben eine Länge von 135 Meter und eine Breite von 11,40 Meter. Sie können maximal 183 Passagiere an Bord nehmen, die durch Besatzungen von jeweils 50 Personen betreut werden.

 

Yvonne Catterfeld ist Markenbotschafterin der A-ROSA Flussschiffe

In Rostock freut man sich außerdem darüber, dass die hübsche Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld (34), die Aufgabe als Markenbotschafterin für die A-ROSA Flussschiff übernommen hat. Die Erfurterin wird im Verlaufe von Werbekampagnen, auf Veranstaltungen und mit einer eigenen Webseite für die Rostocker Reederei werben. Sie sei „authentisch, abwechslungsreich und vielseitig wie unser Produkt”, betonten A-ROSA-Geschäftsführer Jörg Eichler bei der Bekanntgabe dieser Entscheidung. www.a-rosa.de

 

Neues Seenot-Rettungsboot

zum 150-jährigen Jubiläum der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wird ein neues Seenot-Rettungsboot in Dienst gestellt. Es entsteht derzeit auf der Rostocker Werft Tamsen Maritim in Gehlsdorf, die bereits einige Seenotkreuzer der DGzRS, auch Boote der Marine gewartet und überholt hat und verschiedene Spezialfahrzeuge baute. Das neue Schiff ist aber der erste Neubau für die Seenotretter. Es ist 10 Meter lang und 3,60 Meter breit. Der Motor wird 380 PS leisten können. Das Fahrzeug ist, wie alle 60 Einheiten der Gesellschaft, als so genannter Selbstaufrichter konstruiert. Sollte es bei schwerer See während eines Einsatzes wirklich einmal kentern, dreht sich das Boot selbstständig wieder auf den Kiel.

Die neunjährige Hanna Weißbrodt hatte bei der Kiellegung ihren großen Tag, als sie eine Jubiläumsmedaille als Glücksmünze in die Kieltasche des neuen Bootes versenken durfte. Die Taufe des Seenotbootes mit der internen Bezeichnung „SRR 65” wird am 29. Mai 2015 stattfinden.

Die DGzRS unterhält sich ausschließlich aus Spendengeldern. Rund 800 Freiwillige sind bei der Gesellschaft als Lebensretter im Einsatz. Allein die Warnemünder Crew des Seenotkreuzers ARKONA war vergangenes Jahr in 58 Fällen im Einsatz. Zu 419 Einsätzen liefen die Seenotretter des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern insgesamt aus, wobei sie 283 Menschen aus Seenot oder drohenden Gefahren retten konnten.

 

Hubschrauber-Absturz vor Darsser Ort

Ein Rettungshubschrauber „Christoph Offshore 2” ist am Freitag, den 27. Februar 2014 während einer Rettungsübung vor Darßer Ort abgestürzt. Trainiert wurde die Evakuierung von Besatzungen von Offshore Windanlagen. Die Übung, in der Nähe des Offshore Windparks „Baltic 1” verlief zunächst normal. Das Fluggerät der DRF Luftrettung war auf dem Flugplatz Güttin auf Rügen zu einem der routinemäßig einmal wöchentlich durchzuführenden Übungen gestartet. Geübt wurde das Abseilen und Aufnehmen eines Notarztes vom Rettungskreuzer THEO FISCHER. Das war bereits zweimal problemlos erfolgt. Beim Abflug stürzte der Helikopter, knapp 2.000 Meter vom Rettungskreuzer entfernt, ins Meer und versank. Zur Klärung der Ursachen für das furchtbare Unglück hatten Polizei, Staatsanwaltschaft und die Bundesstelle für Flugunfall-Untersuchungen sofort mit den Ermittlungen begonnen. Die Maschine soll sich in einem technisch einwandfreien Zustand befunden haben, hieß es. Die beiden Piloten wären erfahrene Hubschrauberführer, mit 9.000 und 7.500 Flugstunden. Man stehe vor einem Rätsel, äußerten sich die DRF-Sprecher. Zwei Männer des havarierten Gerätes wurden zunächst von den herbeigeeilten Rettungskräften der DGzRS, der Feuerwehr, der Polizei und der Marine aus dem 4° kalten Wasser geholt

und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Einer der beiden verstarb sofort, der andere liegt seither mit schweren Verletzungen noch in der Klinik. Die zwei anderen Besatzungsmitglieder, die sich im Hubschrauber befanden, haben Taucher tot aus dem in 8 Meter Tiefe liegenden Wrack geholt. Das Helikopter-Wrack wurde  am Sonnabend von einem Kran und einem Spezialschlepper gehoben und zur Untersuchung in den Marinestützpunkt Hohe Düne gebracht, wo es von Spezialisten untersucht wird. 

   

Zwölf Flusskreuzfahrtschiffe baut die Neptunwerft

Nachdem die Vorfinanzierung gesichert ist, konnte die Neptunwerft Rostock-Warnemünde den Auftrag zum Bau von 12 Kreuzfahrtschiffen für die schweizerisch-US-amerikanische Reederei Viking River Cruises übernehmen. Derzeit entstehen parallel neun River Cruiser bei Neptun. Die Serienfertigung solcher Schiffe sei auf einem guten Weg, betonte Werftchef Manfred Müller-Fahrenholz gegenüber der Presse. Die Finanzierung erfolgt durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über deren Ipex-Bank und umfasst für den aktuellen Auftrag 288,9 Millionen €. Im März werden übrigens 16 Kreuzfahrtschiffe an drei verschiedenen Standorten getauft, so in Avignon, Amsterdam und in Warnemünde. Der boomende Bau von Flusskrezfahrtschiffen ist in Mecklenburg-Vorpommern eine der erfreulichsten Erfolgsgeschichten. www.neptunwerft.de   

  

Das Europäische Hansemuseum in Lübeck  

Lübeck war einst als die „Mutter der Hanse” weit bekannt und berühmt. Jetzt will die Stadt an der Trave an ihre einstige Rolle und die ruhmreichen Zeiten des Hansebundes erinnern. Und zwar auf spektakuläre Weise. In Lübeck wird derzeit das Europäische Hansemuseum errichtet. Wie Computeranimationen und Pläne offenbaren, erhält das neue Museum sein Domizil in einem Baukomplex, der schon rein äußerlich mit seiner roten Klinkerfassade wie ein historischer Backsteinbau wirkt, aber gleichzeitig mit moderner Formensprache überzeugt. Hier soll künftig die rund 600-jährige Hansegeschichte umfassend dargestellt werden: Die Herausbildung der Kaufmannshanse, das Werden der Städte, deren wachsender Reichtum und deren Macht, die Leistungen der Kaufleute, der Handwerker und Seeleute, Schiffbau und Schifffahrt, Handel und Wandel, der Aufstieg der Hanse, ihr Verfall und ihr Ende. Ein Info-Büro im Schuppen 9 an der Untertrave gibt Auskünfte über den Bau und die künftigen sehenswerten Exponate. Das wird ein ähnlich spektakuläres Objekt, wie vor ein paar Jahren der Bau der Holk LISA VON LÜBECK, die eine Attraktion und ein touristischer Anziehungspunkt sondergleichen ist. Man darf erwarten, dass dieses Museum zu den großen Sehenswürdigkeiten der Hansestadt zählen wird, zu einem Muss für Besucher Lübecks, nicht weniger als etwa die berühmte Marienkirche oder das Holstentor. Die Eröffnung im März 2015 oder eine Exkursion in den Monaten danach sollte man sich unbedingt vornehmen. www.luebeck.de/hansemuseum

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Foto: Solvin Zankl
Ostseeschweinswale, fotografiert von Solvin Zankl.
Hier sind die Ostseeschweinswale

Erstmals wurden Schweinswale nun in großen Teilen der zentralen Ostsee nachgewiesen. Dieser Nachweis gelang durch den zweijährigen, großflächigen Einsatz von Schweinswal-Klickdetektoren im Rahmen des Projektes SAMBAH. Die meisten Detektionen gab es im Südwesten der zentralen Ostsee, in dänischen Gewässern. Ebenfalls viele Schweinswale wurden etwas weiter östlich in südschwedischen, deutschen und polnischen Gewässern registriert.

Das innovative EU LIFE+ Projekt SAMBAH (Static Acoustic Monitoring of the Baltic Sea Harbour Porpoise – www.sambah.org geht nun in die Phase der Datenanalyse. Nachdem Forscher die Qualität des riesigen Datensatzes des passiv akustischen Monitorings, der zwischen Mai 2011 und April 2013 gesammelt wurde, überprüft haben. 

Die Detektionsraten, gemittelt über alle Stationen in den Hoheitsgewässern der teilnehmenden Länder, werden in verschiedenen Blautönen dargestellt. Die Wissenschaftler erwarten sich viele weitere Erkenntnisse, z.B. über die Wanderbewegungen der Tiere, sobald der Datensatz komplett ausgewertet ist.  

Die Population des Ostseeschweinswals ist als vom Aussterben bedroht eingestuft. Diese Klassifikation erfolgt aufgrund einer unsicheren Datenlage, da die traditionellen Untersuchungsmethoden von Schiffen oder Flugzeugen in der zentralen Ostsee keine belastbaren Daten geliefert haben. Das SAMBAH-Projekt hat daher eine neue Methode eingesetzt: das akustische Monitoring, bei dem viele Schweinswal-Klickdetektoren, sogenannte CPODs, in der Ostsee verankert wurden. Diese Geräte registrieren die Echoortungslaute, welche die Schweinswale aussenden, um sich zu orientieren, Fische zu jagen und zu kommunizieren.

SAMBAH ist das derzeit weltweit größte passiv akustische Monitoring-Projekt

Um das historisch bekannte Verbreitungsgebiet des Schweinswals in der zentralen Ostsee, der Åländer See, des Schärenmeeres und des Finnischen Meerbusens abzudecken, wurden 304 Messstationen benötigt. Um saisonale Wanderbewegungen erkennen zu können, wurden die Geräte für 24 Monate eingesetzt. Die damit verbundene Arbeit auf See war logistisch sehr aufwendig.

Die ersten Schritte in der nun folgenden Analyse sind die Ermittlung der absoluten Zahlen und der Dichten der Schweinswale in den Seegebieten der einzelnen Länder aufgrund der aufgezeichneten Echoortungslaute. Auch wenn Schweinswale sich über weite Strecken bewegen und sich nicht an Landesgrenzen halten, ist die durchschnittliche Anzahl der Schweinswale in den Gewässern eines jeden Landes wichtig, um Managementpläne zu entwickeln. Diese Pläne werden dringend benötigt um den Erhalt der Schweinswale in der zentralen Ostsee zu sichern.

In einem weiteren Analyseschritt werden dann die ermittelten Schweinswaldichten für eine sogenannte räumliche Modellierung verwendet. Die daraus resultierenden detaillierten Verbreitungskarten zeigen saisonale Variationen des Schweinswal-Vorkommens und den Zusammenhang mit verschiedenen Umweltparametern auf. Basierend auf diesen Karten wird es möglich sein, Gebiete zu identifizieren, welche für den Schweinswal von besonderer Bedeutung sind und Gebiete, in denen ein hohes Konfliktpotential zwischen Schweinswalen und Menschen besteht.

Die Berechnung der Schweinswaldichte wird im Frühjahr abgeschlossen sein und die Ergebnisse der Habitat-Modellierung werden im Herbst 2014 präsentiert. Vom 8. bis 9. Dezember 2014 findet im Kolmården Tierpark in Schweden die Abschlusskonferenz des SAMBAH-Projektes statt. Der deutsche Beitrag zu SAMBAH wird durch das Bundesamt für Naturschutz finanziert.

Hintergrundinformationen zum Schweinswal (Phocoena phocoena)

Der Schweinswal ist einer der kleinsten Zahnwale mit einer Länge von 1,5 bis 1,9 Meter und einem Gewicht von 50 bis 70 Kilogramm, wobei weibliche Tiere größer werden als männliche. Im Gegensatz zu den Delfinen haben sie keine schnabelartige Schnauze. Am Rücken sind sie dunkel, fast schwarz und die Rückenfinne ist klein und dreieckig. 

 

An der Wasseroberfläche fallen sie wenig auf, ihr Blas ist kaum sichtbar. Schweinswale fressen Heringe, Sprotten, kleine Dorsche, Sandaale und Grundeln. Sie sind in den gemäßigten Breiten der nördlichen Hemisphäre weit verbreitet. In der Ostseeregion gibt es drei Schweinswalpopulationen: 1) in der zentralen Ostsee, 2) in der dänischen Belt See und dem südlichen Kattegat und 3) im nördlichen Kattegat, Skagerrak und der Nordsee.

 

Karte: OZEANEUM Stralsund

Erstmals wird eine Karte präsentiert, die zeigt, an welchen der 304 Messstationen in der Ostseeschweinswal-Echoortungsklicks registriert wurden. Diese Karte enthält mehr Informationen als je zuvor über den Ostseeschweinswal und seine Verbreitung bekannt war.

 

Die Karte zeigt die Positionen der 304 SAMBAH-Schweinswal-Klickdetektoren. An 140 Stationen (gefüllte Kreise) wurden Schweinswale mindestens einmal innerhalb der zwei Jahre andauernden Datensammlung detektiert. An 160 Stationen (leere Kreise) wurden keine Schweinswale registriert. An vier Stationen (x) wurden keine Daten gesammelt oder die Detektoren sind wiederholt verloren gegangen. Die Detektionsraten, gemittelt über alle Stationen in den Hoheitsgewässern der Teilnehmerländer, werden in verschiedenen Blautönen dargestellt. In den russischen Gewässern vor Kaliningrad werden an 9 Stationen noch Daten gesammelt. Hier hat die Datenerfassung erst im Mai 2013 begonnen und wird im Mai 2014 enden, d.h. es gibt keine zeitliche Überlappung mit der SAMBAH Datensammlung. In diesem Gebiet wurde bisher noch kein Schweinswal detektiert. Quelle: OZEANEUM Stralsund

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Schaufelraddampfer auf dem Bodensee

Karl F. Fritz und

Reiner Jäckle

Das goldene Zeitalter der Schaufelraddampfer auf dem Bodensee

Erschienen im Sutton Verlag, Erfurt.

ISBN 978-3-95400-308-2, 18,95 €.

 

Sutton/Das goldene Zeit

 

 

Karl F. Fritz und Reiner Jäckle

Das goldene Zeitalter der Schaufelraddampfer auf dem Bodensee

 

Der Sutton Verlag Erfurt, der in seiner Reihe Bilder der Schifffahrt / Baden-Württemberg schon zahlreiche Titel herausgebracht hat, legte jetzt ein weiteres Buch der Autoren Karl F. Fritz und Reiner Jäckle vor: „Das goldene Zeitalter der Schaufelraddampfer auf dem Bodensee”. Es ist ein reich illustriertes Werk, das die Geschichte der maschinell getriebenen Bodenseeschifffahrt vom ersten noch misslungenen Versuch 1817/18 und dem „eigentlichen” Beginn 1824 bis zur Abschiedstour der STADT ÜBERLINGEN II am 15. September 1963 und dem Ende der Bodensee-Dampfschifffahrt behandelt. Die Autoren stellen das 150jährige Zeitalter der Schaufelraddampfer auf dem größten deutsch-österreichisch-schweizerischen  Gewässer in 20 locker geschilderten Episoden vor.

Dabei stehen die Schiffe selbst im Mittelpunkt. Auf eingefügten Tafeln sind die wichtigsten technischen Daten jedes Dampfers verzeichnet, was die mehr fachlich interessierten Leser begrüßen werden. Es werden aber auch die Menschen, die mit den Dampfern zu tun hatten, sei es als Crewmitglieder oder als Passagiere oder an Land, gebührend gewürdigt, ihre Leistungen, ihr Engagement, ihre erfolgreiche Arbeit, auch wenn es mitunter mal Pech oder Pannen gab. Für jene anderthalb Jahrhunderte, so wird deutlich, waren die qualmenden Boote und Schiffe mit ihren mächtigen Seitenrädern auf dem großen Schwabenmeer unentbehrlich. Sie beförderten Fahrgäste, sicherten Gütertransporte und boten den Urlaubern, die in zunehmender Zahl diese landschaftlich einmalig reizvolle Region besuchten, viel Entspannung und manch unvergessliches Erlebnis.  

Zum positiven Gesamteindruck des Buches tragen nicht zuletzt die 150 schwarz-weiß-Aufnahmen bei, darunter einige erstmals veröffentlichte Fotos. Sie zeigen die Schiffsporträts, aber auch die Landschaften, die Häfen und Anleger und handelnde  Personen. Hervorzuheben ist nicht zuletzt die Druckqualität: 325 g Papier, Fotodruck, Hochglanz und der solide vierfarbige Hardcover-Einband. Shiplover werden an der Geschichte und den Storys um die nostalgischen Kähne sicherlich ihre Freude haben. Doch das lesenswerte, schön gestaltete Buch dürfte darüber hinaus gewiss ein breites Publikum finden.

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