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Christian Eckardt ·
Ressortleiter
FährenMagazin

Das
Fährschiff BORJA
– hier im Hafen von Palma – fährt künftig für Ave Line.
Ave Line versucht einen Neustart in diesem Frühjahr
Das Fährschiff BORJA
soll ab diesem Frühjahr als BALTIC
AMBER
für
Ave Line mehrmals wöchentlich zwischen Travemünde und Lettland zum
Einsatz kommen. Ave Line hat das im Jahr 2007 erbaute rund 24 Knoten
schnelle Fährschiff von der Stena Line gechartert. Derzeit befindet sich das
186 Meter lange und 26 Meter breite Schiff noch in der Werft in Rotterdam.
Dort soll unter anderem der bisherige Farbanstrich der spanischen
Fährgesellschaft Balearia gegen einen neuen „Ave-Line-Anstrich” erneuert
werden.
Die lettische Reederei Ave Line hatte bereits im Dezember 2009, nach
verschiedenen Medienberichten wegen finanzieller Schwierigkeiten, den erst
Anfang 2009 eröffneten Fährverkehr von Travemünde in das lettische Liepaja
eingestellt. Zwischenzeitlich war sogar der Einsatz eines weiteren Schiffes,
der AVE
LÜBECK
vorgesehen. Das bislang eingesetzte Fährschiff AVE
LIEPAJA
verholte in diesem Winter in die Werft nach Polen und mittlerweile kommt das
Schiff für LD Lines im Ärmelkanal zwischen Dover und der nordfranzösischen
Stadt Boulogne unter dem Namen NORMAN
BRIDGE
zum Einsatz. Das 22.152-BRZ-Schiff verfügt über eine Ladekapazität von 2000
Lademeter auf 2 Frachtdecks für Lastwagen und Pkw und kann bis zu 400
Passagiere in 200 Kabinen befördern.
Fähren Bremen-Stedingen schreiben neues Fährschiff aus
Die
Fähren Bremen-Stedingen GmbH (FBS) hat jetzt im Rahmen einer EU-weiten
Ausschreibung die Lieferung einer Personen- und Fahrzeugfähre als
Doppelendfähre für die Weserquerung in Bremen-Nord im Amtsblatt der
Europäischen Union ausgeschrieben. Die Ausschreibungsunterlagen umfassen 49
Seiten, das Leistungsverzeichnis des zu liefernden Fährschiffes mit einer
Tragfähigkeit von 200 Tonnen nochmals 51 Seiten.
Der Auftragswert des neuen 56 Meter über Klappen langen und 15 Meter breiten
Fährschiffes als Ersatz für das 1967 erbaute Fährschiff LEMWERDER
wurde auf eine Spanne von 3,9 bis 4,5 Millionen Euro geschätzt. Nach
Auswertung der Angebote befasst sich der Aufsichtsrat ab Mai 2010 mit der
Zuschlagserteilung. Die Auftragsvergabe ist für den Sommer 2010 vorgesehen
und das Ausführungsende 14 Monate ab Auftragsvergabe.
Optisch wird sich das neue Fährschiff von den derzeit fünf eingesetzten
Fährschiffen insbesondere darin unterscheiden, dass auf Traversen verzichtet
werden soll und dass das Fahrbahndeck, mit zwei LKW-Spuren ausgestattet,
etwas breiter wird.
Die Fährgesellschaft Bremen-Stedingen betreibt drei Fährlinien zwischen dem
linken Weserufer in Bremen-Nord und der niedersächsischen Gemeinde
Wesermarsch, wobei die Stadt Bremen und der Landkreis Wesermarsch auch
Anteilseigner des Unternehmens sind. Auf den fünf Fährschiffen werden
jährlich rund 5 Millionen Fahrgäste und insgesamt 2.010.846 PKW und LKW auf
den Fährverbindungen Berne-Farge, Motzen-Blumenthal und Lemwerder befördert.
Nach Inbetriebnahme des neuen Fährschiffes im Jahr 2011 soll das 1967
erbaute Fährschiff LEMWERDER
veräußert werden. Nach Auskunft von FBS-Geschäftsführer Andreas Bettray gibt
es schon jetzt Interessenten, die das alte Fährschiff gerne übernehmen
wollen.

Projektzeichnung von Fjord Line.
Fjord Line erhält 2012 für Westnorwegenverkehr zwei
neue Fährschiffe
Vorbehaltlich der Genehmigung der Aufsichtsratsentscheidung der norwegischen
Fährreederei
Fjord Line, erhält das Unternehmen im Jahr 2012 zwei neue
Fährschiffe. Auftragnehmer ist der norwegische Werftkonzern Bergen Group
Fosen, der zu den Lieferterminen März und Oktober 2012 für die direkte
Fährverbindung vom dänischen Hirtshals nach Stavanger bzw. Bergen zwei neue
Kreuzfahrt-Fährschiffe bauen wird, so dass die Reederei ab 2012 dann
tägliche Abfahrten von Dänemark direkt nach Westnorwegen anbieten kann.
Wie Fjord Line jetzt mitteilt, werden die jeweils 170 Meter langen Schiffe
mit 4000 tdw und 1350 Lademetern vermessen und sollen 1500 Passagieren und
maximal 600 Pkw Platz bieten und über rund 300 Kabinen und Suiten verfügen.
Das Vertrags-Volumen beläuft sich für die beiden Neubauten auf insgesamt 206
Millionen €.
Zu den Einrichtungen an Bord wird neben Restaurants, Cafés und
Tax-Free-Geschäften auch eine komplett eingerichtete Konferenzabteilung
gehören. Die neuen Fährschiffe werden energiesparende Motoren und modernste
Technik zur maximalen Reduzierung des Schadstoffausstoßes erhalten.
Konzipiert wurden die derzeit noch namenlosen Schiffe von Bergen Group
Shipdesign und Bergen Group Fosen. Aus der Feder des verantwortlichen
Architekten Finn Falkum Hansen stammen unter anderem auch die
Hurtigruten-Schiffe TROLLFJORD
und MIDNATSOL.
Fjord Line bedient derzeit mit dem 1993 auf der Fosen-Werft in Rissa
erbauten, 134,40 Meter langen Fährschiff BERGENSFJORD
mehrmals wöchentlich die Fährlinie Hirtshals-Stavanger/Bergen. Auf der
Kurzstrecke zwischen Hirtshals und Kristiansand kommt ab dem 30. April mit
dem bis zu 44 Knoten schnellen Incat-Katamaran FJORDLINE
EXPRESS
(Baunummer 049) eines der schnellsten Fährschiffe der Welt zum Einsatz.

Die SPIEKEROOG
IV ex PELLWORM
I.
Neues Fährschiff zur Insel Spiekeroog
Am 1. April wurde von der
Nordseebad Spiekeroog GmbH das neue
Fähr-/Frachtschiff SPIEKEROOG
IV für den Fährbetrieb zwischen Neuharlingersiel und der Ostfriesischen
Insel Spiekeroog in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um das bereits
im Jahr 1979 als PELLWORM
I abgeliefertes Fährschiff, das vor dem Einsatz zur Nordsee-Insel Spiekeroog
auf der Bauwerft, der Husumer Schiffswerft, noch umfangreich umgebaut wurde.
Die 45 Meter lange PELLWORM
I kam anfangs für die Neue Pellwormer Dampfschiff-Fahrtsgesellschaft GmbH
zwischen Pellworm und Strucklahnungshörn / Nordstrand zum Einsatz. Mitte der
90er Jahre wurde das Schiff an die Reederei Adler- Schiffe, Sven Paulsen,
verkauft, der es dann unter dem neuen Namen ADLER
POMERANIA
bis zum Jahr 2004 im Oderhaff zwischen Altwarp (Mecklenburg-Vorpommern) und
Nowe Warpno (Polen) vor allem für Fahrten zum zollfreien Einkauf einsetzte.
Nach Einstellung der Duty-Free Fahrten zwischen Deutschland und Polen lag
das Schiff in Peenemünde auf der Insel Usedom auf.
Im Sommer letzten Jahres konnte dann das Fährschiff an die Nordseebad
Spiekeroog verkauft werden. Beim Umbau in Husum erhielt das Schiff, das bis
zu 260 Fahrgäste transportieren kann, nicht nur den neuen grün-weißen
Anstrich, sondern auch die neue bewegliche Bugrampe. Durch den Einsatz der
neuen SPIEKEROOG
IV als Kombifähre wurde das Fracht- und Logistikkonzept für den Fährbetrieb
auf ein „Ro-Ro-System” umgestellt und das bis dahin genutzte Frachtschiff TILDE
abgelöst.
P&O Ferries schließt Nordspanien-Fährlinie
Die mittlerweile zu Dubai World gehörende englische Fährreederei P&O Ferries
stellt nach 15 Jahren die Fährverbindung zwischen dem englischen Portsmouth
und der spanischen Stadt Bilbao ein. Die letzte Fahrt der PRIDE
OF
BILBAO
erfolgt Ende September 2010. Betroffen sind von der Einstellung 252
Crewmitglieder an Bord der PRIDE
OF
BILBAO.
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Die PRIDE
OF
BILBAO
bald auf letzter Fahrt.
Was mit dem von der Irish Continental Group eingecharterten Schiff
anschließend passiert, ist derzeit noch nicht bekannt. Dabei handelt es sich
um die 1986 für die finnische Viking Line erbaute OLYMPIA,
die bis zum Jahr 1993 auf der Hauptstadtroute zwischen Stockholm und
Helsinki verkehrte.
Nutznießer der Streckenstilllegung ist die französische Fährreederei
Brittany Ferries, die bereits seit einigen Jahren einen parallelen
Fährdienst zwischen Portsmouth und der spanischen Stadt Santander betreibt.
Dort kommt seit diesem Frühjahr der Neuzugang CAP
FINISTERE
zum Einsatz, die erst kürzlich in Griechenland erworbene bis 28 Knoten
schnelle und bei HDW in Kiel erbaute Fähre SUPERFAST
V.

Projektzeichnung
Reederei Scandlines erhält zwei neue Fährschiffe
für die Rostock-Gedser-Route
Die dänische
Reederei Scandlines investiert insgesamt
230 Mio € in die
Fährlinie zwischen Rostock und dem dänischen Hafen Gedser. Die
Hauptinvestition fällt in den Bau von zwei neuen Fährschiffen, die ab 2012
die bisherige Fährkapazität verdoppeln.
Die beiden neuen 169 Meter langen und 24,80 Meter breiten Fähren werden auf
der Volkswerft Stralsund gebaut und haben eine Kapazität für 460 Pkw oder 90
Lkw. Die Kapazität für die Personenbeförderung steigt von heute 1000 auf
1500. Die Hauptmotoren haben eine Leistung von 15.800 kW, so dass die
Schiffe eine Geschwindigkeit von bis zu 20,5 Knoten erreichen.
„Wir glauben fest an die Stärkung der Verbindung zwischen Berlin und
Kopenhagen. Sie bietet eine direkte Anbindung, die für unsere Kunden
hinsichtlich Zeit und Energieverbrauch attraktiv ist. Daher werden wir unser
Möglichstes tun, um die Linie Rostock-Gedser zu einer effizienten
Verkehrsverbindung zu machen, bevor die Fehmarn-Belt-Brücke fertig gestellt
ist. Unser Unternehmen freut sich darauf, zum ersten Mal seit 1997 Neubauten
auf einer unserer Strecken einzuführen”, erklärte COO John Steen Mikkelsen.
Die zwei neuen Fährschiffe und die geplante Erweiterung der Hafenanlagen
stellen eine Investition in Höhe von insgesamt 230 Lillionen € dar. Geplant
sind in Rostock und Gedser auch neue Kaianlagen mit Rampen, so dass das Aus-
und Einschiffen trotz der Verdoppelung der Kapazität nur höchstens 15
Minuten dauern wird.
Die neuen Schiffe werden die 1980 gebauten Fähren KRONPRINS
FREDERIK
und PRINS
JOACHIM
ersetzen. Die Rümpfe der neuen Fähren sind genau an die Maße der Durchfahrt
sowie die Tiefenverhältnisse in den Häfen und der offenen See angepasst. Der
Treibstoffverbrauch und die Emissionen werden so weit wie möglich reduziert
– zum Vorteil für die wirtschaftliche Effizienz und die Umwelt. Das
Antriebs-System der Schiffe ermöglicht sowohl die Nutzung von Flüssiggas als
Treibstoff.
QUEEN
OF SCANDINAVIA
ex
FINLANDIA
und neue PRINCESS
MARIA.
St. Peter Line plant neuen Fährdienst nach St.
Petersburg
Ab dem 20. April dieses Jahres gibt es wieder eine regelmäßige
Fährverbindung zwischen der russischen Metropole St. Petersburg und der
finnischen Hauptstadt Helsinki mit der Fährreederei
St. Peter Line.
Hinter der russischen St. Peter Line steckt die Agentur Inflot, ein
ehemaliger russischer Staatsbetrieb. Im letzten Jahr gab es bereits einen
Anlauf zwischen Helsinki und St. Petersburg von der finnischen Stella-Group,
die aber mit dem gecharterten Fährschiff JULIA
(ex OLAU
HOLLANDIA)
schon nach nur zwei Monaten den Dienst wieder einstellen musste.
Die neuen Betreiber hoffen aber auf deutlich mehr Passagiere. Dieser
Optimismus rührt sicherlich daher, dass für einen Kurzbesuch in St.
Petersburg von maximal 72 Stunden keine Visapflicht mehr besteht. Nach den
vorläufigen Planungen soll das Fährschiff PRINCESS
MARIA
ab dem 10. April 2010 bis zu fünfmal wöchentlich zwischen Helsinki und St.
Petersburg pendeln. Als Ziel werden im ersten Jahr rund 500.000 Passagiere
angestrebt.
St. Peter Line nutzt für den neuen Fährdienst das 1981 in Finnland erbaute
Fährschiff PRINCESS
MARIA.
Dabei handelt es sich um die dänische QUEEN
OF SCANDINAVIA
der Reederei DFDS A/S, die seit nunmehr zwei Jahren mehr oder weniger
beschäftigungslos zum Verkauf auflag. Das 166,10 Meter lange Fährschiff
verfügt über eine Transportkapazität für rund 2000 Personen sowie 350 PKW.
Neun Jahre verkehrte es als FINLANDIA
nach der Ablieferung für die Silja Line zwischen Stockholm und Helsinki.
Nach dem Verkauf an die dänische DFDS A/S im Jahr 1990 wurde die in QUEEN
OF SCANDINAVIA
umbenannte Fähre zunächst auf der Stecke zwischen Kopenhagen und Oslo,
später dann auf den Nordseerouten zwischen Ijmuiden und Newcastle sowie
zwischen Newcastle und Bergen eingesetzt. Im Sommer 2008 wurde das Schiff
dann zunächst im dänischen Korsör aufgelegt, zuletzt lag es in der Werft im
dänischen Frederica, wo auch Umbauarbeiten durchgeführt wurden. Ferner
erhielt das Schiff dort den neuen Namen PRINCESS
MARIA.

Die ATLANTIC
VISION, die ehemalige SUPERFAST
IX.
„Superfast-Fährlinie” von
Rostock nach Helsinki wieder geöffnet
Im letzten Jahr wurde von der Reederei
Tallink Silja Line relativ kurzfristig der
Fährdienst zwischen Rostock und Helsinki-Vuosaari mit den beiden
Fährschiffen SUPERFAST
VII und SUPERFAST
VIII zum Jahresende eingestellt. Beide Schiffe lagen anschließend seit
Jahresanfang in einer Werft in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Nach Auskunft der Reederei soll der Dienst aber bereits Ende April 2010
wieder aufgenommen werden. Mittlerweile gab es dann auch verschiedene
Gerüchte, dass es soweit nicht mehr kommt. Denn die kanadische Reederei
Marine Atlantic würde gerne zwei weitere Fährschiffe für einen Fährdienst an
der Ostküste erwerben. Dort wird bereits die ATLANTIC
VISION
seit zwei Jahren erfolgreich eingesetzt, die ehemalige SUPERFAST
IX, die Tallink Silja für zunächst fünf Jahre an Marine Atlantic verchartert
hat. Nun kam Mitte April aber Entwarnung, seit dem 27. April kommen die
beiden roten, bis zu 29 Knoten schnellen Schwesterschiffe, die 2001 bei HDW
in Kiel gebaut wurden, zumindest laut Fahrplan wieder bis zum 2. September
auf der Ostsee zum Einsatz. Seit dem letzten Jahr wird übrigens der neue
Fährhafen Helsinki-Vousaari im Osten der Stadt angesteuert, dieser liegt
etwa 14 Kilometer vom Flughafen Helsinki-Vantaa und etwa 16 Kilometer vom
Stadtzentrum Helsinkis entfernt.
In Rostock starten die beiden Schwesterschiffe nun wieder regelmäßig mitten
in der Nacht um 2.00 Uhr am Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag, die
Ankunft am nächsten Tag ist um 7.00 Uhr Ortszeit in Helsinki. Die Rückfahrt
in Helsinki startet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag um 19.00 Uhr
Ortszeit, die Ankunft im Überseehafen in Rostock ist dann am nächsten Tag um
21.30 Uhr.

Reederei WDR stellt im Sommer neue Amrum-Fähre in Dienst
Noch in diesem Sommer kommt bei der
Wyker Dampfschiffs-Reederei WDR auf der
Föhr-Amrum-Linie (FAL) ein neues Fährschiff zum Einsatz. Die Doppelendfähre
entsteht derzeit unter der Projektbezeichnung „Neubau No. 28” für eine Summe
von rund 18 Millionen Euro auf der Hamburger Sietas Werft. Die neue UTHLANDE
soll nach den derzeitigen Planungen pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum der
Reederei am 11. Juni 2010 übergeben werden. Das neue Schiff ist für die
Beförderung von 1200 Fahrgästen und etwa 75 Pkw konzipiert und ist mit einem
modernen Voith-Schneider-Propellerantrieb ausgestattet. |