FährenMagazin

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AUSGABE 3/2010

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Christian Eckardt · Ressortleiter FährenMagazin

 


 

Das Fährschiff BORJA – hier im Hafen von Palma – fährt künftig für Ave Line.

Ave Line versucht einen Neustart in diesem Frühjahr
Das Fährschiff B
ORJA soll ab diesem Frühjahr als BALTIC AMBER für Ave Line mehrmals wöchentlich zwischen Travemünde und Lettland zum Einsatz kommen. Ave Line hat das im Jahr 2007 erbaute rund 24 Knoten schnelle Fährschiff von der Stena Line gechartert. Derzeit befindet sich das 186 Meter lange und 26 Meter breite Schiff noch in der Werft in Rotterdam. Dort soll unter anderem der bisherige Farbanstrich der spanischen Fährgesellschaft Balearia gegen einen neuen „Ave-Line-Anstrich” erneuert werden.
Die lettische Reederei Ave Line hatte bereits im Dezember 2009, nach verschiedenen Medienberichten wegen finanzieller Schwierigkeiten, den erst Anfang 2009 eröffneten Fährverkehr von Travemünde in das lettische Liepaja eingestellt. Zwischenzeitlich war sogar der Einsatz eines weiteren Schiffes, der A
VE LÜBECK vorgesehen. Das bislang eingesetzte Fährschiff AVE LIEPAJA verholte in diesem Winter in die Werft nach Polen und mittlerweile kommt das Schiff für LD Lines im Ärmelkanal zwischen Dover und der nordfranzösischen Stadt Boulogne unter dem Namen NORMAN BRIDGE zum Einsatz. Das 22.152-BRZ-Schiff verfügt über eine Ladekapazität von 2000 Lademeter auf 2 Frachtdecks für Lastwagen und Pkw und kann bis zu 400 Passagiere in 200 Kabinen befördern.
 

Fähren Bremen-Stedingen schreiben neues Fährschiff aus
Die Fähren Bremen-Stedingen GmbH (FBS) hat jetzt im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung die Lieferung einer Personen- und Fahrzeugfähre als Doppelendfähre für die Weserquerung in Bremen-Nord im Amtsblatt der Europäischen Union ausgeschrieben. Die Ausschreibungsunterlagen umfassen 49 Seiten, das Leistungsverzeichnis des zu liefernden Fährschiffes mit einer Tragfähigkeit von 200 Tonnen nochmals 51 Seiten.
Der Auftragswert des neuen 56 Meter über Klappen langen und 15 Meter breiten Fährschiffes als Ersatz für das 1967 erbaute Fährschiff L
EMWERDER wurde auf eine Spanne von 3,9 bis 4,5 Millionen Euro geschätzt. Nach Auswertung der Angebote befasst sich der Aufsichtsrat ab Mai 2010 mit der Zuschlagserteilung. Die Auftragsvergabe ist für den Sommer 2010 vorgesehen und das Ausführungsende 14 Monate ab Auftragsvergabe.
Optisch wird sich das neue Fährschiff von den derzeit fünf eingesetzten Fährschiffen insbesondere darin unterscheiden, dass auf Traversen verzichtet werden soll und dass das Fahrbahndeck, mit zwei LKW-Spuren ausgestattet, etwas breiter wird.
Die Fährgesellschaft Bremen-Stedingen betreibt drei Fährlinien zwischen dem linken Weserufer in Bremen-Nord und der niedersächsischen Gemeinde Wesermarsch, wobei die Stadt Bremen und der Landkreis Wesermarsch auch Anteilseigner des Unternehmens sind. Auf den fünf Fährschiffen werden jährlich rund 5 Millionen Fahrgäste und insgesamt 2.010.846 PKW und LKW auf den Fährverbindungen Berne-Farge, Motzen-Blumenthal und Lemwerder befördert. Nach Inbetriebnahme des neuen Fährschiffes im Jahr 2011 soll das 1967 erbaute Fährschiff L
EMWERDER veräußert werden. Nach Auskunft von FBS-Geschäftsführer Andreas Bettray gibt es schon jetzt Interessenten, die das alte Fährschiff gerne übernehmen wollen.
 

Projektzeichnung von Fjord Line.

Fjord Line erhält 2012 für Westnorwegenverkehr zwei neue Fährschiffe
Vorbehaltlich der Genehmigung der Aufsichtsratsentscheidung der norwegischen Fährreederei Fjord Line, erhält das Unternehmen im Jahr 2012 zwei neue Fährschiffe. Auftragnehmer ist der norwegische Werftkonzern Bergen Group Fosen, der zu den Lieferterminen März und Oktober 2012 für die direkte Fährverbindung vom dänischen Hirtshals nach Stavanger bzw. Bergen zwei neue Kreuzfahrt-Fährschiffe bauen wird, so dass die Reederei ab 2012 dann tägliche Abfahrten von Dänemark direkt nach Westnorwegen anbieten kann.
Wie Fjord Line jetzt mitteilt, werden die jeweils 170 Meter langen Schiffe mit 4000 tdw und 1350 Lademetern vermessen und sollen 1500 Passagieren und maximal 600 Pkw Platz bieten und über rund 300 Kabinen und Suiten verfügen. Das Vertrags-Volumen beläuft sich für die beiden Neubauten auf insgesamt 206 Millionen €.
Zu den Einrichtungen an Bord wird neben Restaurants, Cafés und Tax-Free-Geschäften auch eine komplett eingerichtete Konferenzabteilung gehören. Die neuen Fährschiffe werden energiesparende Motoren und modernste Technik zur maximalen Reduzierung des Schadstoffausstoßes erhalten.
Konzipiert wurden die derzeit noch namenlosen Schiffe von Bergen Group Shipdesign und Bergen Group Fosen. Aus der Feder des verantwortlichen Architekten Finn Falkum Hansen stammen unter anderem auch die Hurtigruten-Schiffe T
ROLLFJORD und MIDNATSOL.
Fjord Line bedient derzeit mit dem 1993 auf der Fosen-Werft in Rissa erbauten, 134,40 Meter langen Fährschiff B
ERGENSFJORD mehrmals wöchentlich die Fährlinie Hirtshals-Stavanger/Bergen. Auf der Kurzstrecke zwischen Hirtshals und Kristiansand kommt ab dem 30. April mit dem bis zu 44 Knoten schnellen Incat-Katamaran FJORDLINE EXPRESS (Baunummer 049) eines der schnellsten Fährschiffe der Welt zum Einsatz.

 

Foto: Sven Paulsen, Adler-Schiffe, Westerland auf Sylt

Die SPIEKEROOG IV ex PELLWORM I.

Neues Fährschiff zur Insel Spiekeroog
Am 1. April wurde von der Nordseebad Spiekeroog GmbH das neue Fähr-/Frachtschiff S
PIEKEROOG IV für den Fährbetrieb zwischen Neuharlingersiel und der Ostfriesischen Insel Spiekeroog in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um das bereits im Jahr 1979 als PELLWORM I abgeliefertes Fährschiff, das vor dem Einsatz zur Nordsee-Insel Spiekeroog auf der Bauwerft, der Husumer Schiffswerft, noch umfangreich umgebaut wurde.
Die 45 Meter lange P
ELLWORM I kam anfangs für die Neue Pellwormer Dampfschiff-Fahrtsgesellschaft GmbH zwischen Pellworm und Strucklahnungshörn / Nordstrand zum Einsatz. Mitte der 90er Jahre wurde das Schiff an die Reederei Adler- Schiffe, Sven Paulsen, verkauft, der es dann unter dem neuen Namen ADLER POMERANIA bis zum Jahr 2004 im Oderhaff zwischen Altwarp (Mecklenburg-Vorpommern) und

Nowe Warpno (Polen) vor allem für Fahrten zum zollfreien Einkauf einsetzte.

Nach Einstellung der Duty-Free Fahrten zwischen Deutschland und Polen lag das Schiff in Peenemünde auf der Insel Usedom auf.

Im Sommer letzten Jahres konnte dann das Fährschiff an die Nordseebad Spiekeroog verkauft werden. Beim Umbau in Husum erhielt das Schiff, das bis zu 260 Fahrgäste transportieren kann, nicht nur den neuen grün-weißen Anstrich, sondern auch die neue bewegliche Bugrampe. Durch den Einsatz der neuen SPIEKEROOG IV als Kombifähre wurde das Fracht- und Logistikkonzept für den Fährbetrieb auf ein „Ro-Ro-System” umgestellt und das bis dahin genutzte Frachtschiff TILDE abgelöst.

 

P&O Ferries schließt Nordspanien-Fährlinie
Die mittlerweile zu Dubai World gehörende englische Fährreederei P&O Ferries stellt nach 15 Jahren die Fährverbindung zwischen dem englischen Portsmouth und der spanischen Stadt Bilbao ein. Die letzte Fahrt der P
RIDE OF BILBAO erfolgt Ende September 2010. Betroffen sind von der Einstellung 252 Crewmitglieder an Bord der PRIDE OF BILBAO.


Die PRIDE OF BILBAO bald auf letzter Fahrt.

Was mit dem von der Irish Continental Group eingecharterten Schiff anschließend passiert, ist derzeit noch nicht bekannt. Dabei handelt es sich um die 1986 für die finnische Viking Line erbaute O
LYMPIA, die bis zum Jahr 1993 auf der Hauptstadtroute zwischen Stockholm und Helsinki verkehrte.
Nutznießer der Streckenstilllegung ist die französische Fährreederei Brittany Ferries, die bereits seit einigen Jahren einen parallelen Fährdienst zwischen Portsmouth und der spanischen Stadt Santander betreibt. Dort kommt seit diesem Frühjahr der Neuzugang C
AP FINISTERE zum Einsatz, die erst kürzlich in Griechenland erworbene bis 28 Knoten schnelle und bei HDW in Kiel erbaute Fähre SUPERFAST V.

 

Projektzeichnung

Reederei Scandlines erhält zwei neue Fährschiffe für die Rostock-Gedser-Route
Die dänische Reederei Scandlines investiert insgesamt 230 Mio € in die Fährlinie zwischen Rostock und dem dänischen Hafen Gedser. Die Hauptinvestition fällt in den Bau von zwei neuen Fährschiffen, die ab 2012 die bisherige Fährkapazität verdoppeln.
Die beiden neuen 169 Meter langen und 24,80 Meter breiten Fähren werden auf der Volkswerft Stralsund gebaut und haben eine Kapazität für 460 Pkw oder 90 Lkw. Die Kapazität für die Personenbeförderung steigt von heute 1000 auf 1500. Die Hauptmotoren haben eine Leistung von 15.800 kW, so dass die Schiffe eine Geschwindigkeit von bis zu 20,5 Knoten erreichen.
„Wir glauben fest an die Stärkung der Verbindung zwischen Berlin und Kopenhagen. Sie bietet eine direkte Anbindung, die für unsere Kunden hinsichtlich Zeit und Energieverbrauch attraktiv ist. Daher werden wir unser Möglichstes tun, um die Linie Rostock-Gedser zu einer effizienten Verkehrsverbindung zu machen, bevor die Fehmarn-Belt-Brücke fertig gestellt ist. Unser Unternehmen freut sich darauf, zum ersten Mal seit 1997 Neubauten auf einer unserer Strecken einzuführen”, erklärte COO John Steen Mikkelsen.
Die zwei neuen Fährschiffe und die geplante Erweiterung der Hafenanlagen stellen eine Investition in Höhe von insgesamt 230 Lillionen € dar. Geplant sind in Rostock und Gedser auch neue Kaianlagen mit Rampen, so dass das Aus- und Einschiffen trotz der Verdoppelung der Kapazität nur höchstens 15 Minuten dauern wird.
Die neuen Schiffe werden die 1980 gebauten Fähren K
RONPRINS FREDERIK und PRINS JOACHIM ersetzen. Die Rümpfe der neuen Fähren sind genau an die Maße der Durchfahrt sowie die Tiefenverhältnisse in den Häfen und der offenen See angepasst. Der Treibstoffverbrauch und die Emissionen werden so weit wie möglich reduziert – zum Vorteil für die wirtschaftliche Effizienz und die Umwelt. Das Antriebs-System der Schiffe ermöglicht sowohl die Nutzung von Flüssiggas als Treibstoff.
 

QUEEN OF SCANDINAVIA ex FINLANDIA und neue PRINCESS MARIA.

St. Peter Line plant neuen Fährdienst nach St. Petersburg
Ab dem 20. April dieses Jahres gibt es wieder eine regelmäßige Fährverbindung zwischen der russischen Metropole St. Petersburg und der finnischen Hauptstadt Helsinki mit der Fährreederei St. Peter Line.
Hinter der russischen St. Peter Line steckt die Agentur Inflot, ein ehemaliger russischer Staatsbetrieb. Im letzten Jahr gab es bereits einen Anlauf zwischen Helsinki und St. Petersburg von der finnischen Stella-Group, die aber mit dem gecharterten Fährschiff J
ULIA (ex OLAU HOLLANDIA) schon nach nur zwei Monaten den Dienst wieder einstellen musste.
Die neuen Betreiber hoffen aber auf deutlich mehr Passagiere. Dieser Optimismus rührt sicherlich daher, dass für einen Kurzbesuch in St. Petersburg von maximal 72 Stunden keine Visapflicht mehr besteht. Nach den vorläufigen Planungen soll das Fährschiff P
RINCESS MARIA ab dem 10. April 2010 bis zu fünfmal wöchentlich zwischen Helsinki und St. Petersburg pendeln. Als Ziel werden im ersten Jahr rund 500.000 Passagiere angestrebt.
St. Peter Line nutzt für den neuen Fährdienst das 1981 in Finnland erbaute Fährschiff P
RINCESS MARIA. Dabei handelt es sich um die dänische QUEEN OF SCANDINAVIA der Reederei DFDS A/S, die seit nunmehr zwei Jahren mehr oder weniger beschäftigungslos zum Verkauf auflag. Das 166,10 Meter lange Fährschiff verfügt über eine Transportkapazität für rund 2000 Personen sowie 350 PKW. Neun Jahre verkehrte es als FINLANDIA nach der Ablieferung für die Silja Line zwischen Stockholm und Helsinki. Nach dem Verkauf an die dänische DFDS A/S im Jahr 1990 wurde die in QUEEN OF SCANDINAVIA umbenannte Fähre zunächst auf der Stecke zwischen Kopenhagen und Oslo, später dann auf den Nordseerouten zwischen Ijmuiden und Newcastle sowie zwischen Newcastle und Bergen eingesetzt. Im Sommer 2008 wurde das Schiff dann zunächst im dänischen Korsör aufgelegt, zuletzt lag es in der Werft im dänischen Frederica, wo auch Umbauarbeiten durchgeführt wurden. Ferner erhielt das Schiff dort den neuen Namen PRINCESS MARIA
 

Die ATLANTIC VISION, die ehemalige SUPERFAST IX.

 

„Superfast-Fährlinie” von Rostock nach Helsinki wieder geöffnet
Im letzten Jahr wurde von der Reederei Tallink Silja Line relativ kurzfristig der  Fährdienst zwischen Rostock und Helsinki-Vuosaari mit den beiden Fährschiffen S
UPERFAST VII und SUPERFAST VIII zum Jahresende eingestellt. Beide Schiffe lagen anschließend seit Jahresanfang in einer Werft in der estnischen Hauptstadt Tallinn.
Nach Auskunft der Reederei soll der Dienst aber bereits Ende April 2010 wieder aufgenommen werden. Mittlerweile gab es dann auch verschiedene Gerüchte, dass es soweit nicht mehr kommt. Denn die kanadische Reederei Marine Atlantic würde gerne zwei weitere Fährschiffe für einen Fährdienst an der Ostküste erwerben. Dort wird bereits die A
TLANTIC VISION seit zwei Jahren erfolgreich eingesetzt, die ehemalige SUPERFAST IX, die Tallink Silja für zunächst fünf Jahre an Marine Atlantic verchartert hat. Nun kam Mitte April aber Entwarnung, seit dem 27. April kommen die beiden roten, bis zu 29 Knoten schnellen Schwesterschiffe, die 2001 bei HDW in Kiel gebaut wurden, zumindest laut Fahrplan wieder bis zum 2. September auf der Ostsee zum Einsatz. Seit dem letzten Jahr wird übrigens der neue Fährhafen Helsinki-Vousaari im Osten der Stadt angesteuert, dieser liegt etwa 14 Kilometer vom Flughafen Helsinki-Vantaa und etwa 16 Kilometer vom Stadtzentrum Helsinkis entfernt.
In Rostock starten die beiden Schwesterschiffe nun wieder regelmäßig mitten in der Nacht um 2.00 Uhr am Mittwoch, Donnerstag, Samstag und Sonntag, die Ankunft am nächsten Tag ist um 7.00 Uhr Ortszeit in Helsinki. Die Rückfahrt in Helsinki startet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag um 19.00 Uhr Ortszeit, die Ankunft im Überseehafen in Rostock ist dann am nächsten Tag um 21.30 Uhr.

 

 

Reederei WDR stellt im Sommer neue Amrum-Fähre in Dienst

Noch in diesem Sommer kommt bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei WDR auf der Föhr-Amrum-Linie (FAL) ein neues Fährschiff zum Einsatz. Die Doppelendfähre entsteht derzeit unter der Projektbezeichnung „Neubau No. 28” für eine Summe von rund 18 Millionen Euro auf der Hamburger Sietas Werft. Die neue UTHLANDE soll nach den derzeitigen Planungen pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum der Reederei am 11. Juni 2010 übergeben werden. Das neue Schiff ist für die Beförderung von 1200 Fahrgästen und etwa 75 Pkw konzipiert und ist mit einem modernen Voith-Schneider-Propellerantrieb ausgestattet.