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Entspannter kann man nicht zur
Fußballweltmeisterschaft nach Südafrika reisen als mit dem Schiff.
Pro Event Travel sticht am 26. + 27. Mai mit der MS NOORDAM
und MS WESTERDAM von HAL in See und erreicht
die Stadt am Kap der Guten Hoffnung rechtzeitig vor dem WM-Eröffnungsspiel
am 11. Juni 2010. Die Route führt von Barcelona über Palma de Mallorca,
Santa Cruz auf Teneriffa, entlang der westafrikanischen Küste via Lüderitz,
Namibia, nach Kapstadt und Durban. Doch im Süden Afrikas gibt es eine Menge
mehr zu
erleben und zu sehen.

Seit Tagen hat er Kapstadt keines Blickes mehr gewürdigt, hat sich beleidigt
zurück gezogen und verschanzt hinter dichten Wolken. Erst als der steife
Südost-Wind ihm das Tafeltuch entreißt, gibt er die Sicht frei auf das
dunkle Urgestein im Süden Afrikas. Jetzt ist der Tafelberg, 1087 Meter hoch,
wieder Herr der Lage und dem Himmel ganz nah. Majestätisch ragt das
Wahrzeichen der Stadt in die Höhe, ein granitgrauer Koloss mit flachem
Haupt, zerklüfteten Schluchten und scharfkantigen Klippen an den Flanken.
Von unten wirken die blauweißen Gondeln, die sich während der Fahrt hinauf
zur Kuppe um die eigene Achse drehen, wie Bauklötzchen an seidenen Fäden.
Wer nicht oben war, hat Kapstadt nicht gesehen, sagt ein Sprichwort. Die
Aussicht, eine der schönsten weltweit, ist grandios. Wie ein Riese thront
der Tafelberg im bunten Häusermeer, überragt das neu erbaute Fußballstadion
Green Point an der Main Road, den kegelförmigen Lions Head und den 350 Meter
hohen Signal Hill mit der flach gewölbten Bergkuppe, von wo spektakuläre
Sonnenuntergänge besonders gut zu beobachten sind.
Südwestlich des wuchtigen Felsmassivs residieren die Zwölf Apostel bis an
den Saum des Atlantiks; ihre zwölf markanten Gipfel schützen die
cremefarbenen Häuser am Hang oberhalb der Camps Bay und Kapstadts angesagten
Badestrand, in den das Meer seine schaumgekrönten Wellen sanft versanden
lässt. Die Sommersonne, die südlich des Äquators hoch im Norden steht,
taucht den Chapman’s Peak, Südafrikas spektakulärste Küstenstraße, in
gleißendes Licht und die Oberfläche des Wassers in schillernde Farben, mal
glitzert sie grün, mal silbern, violett und tiefblau.
Für Liebhaber ist Kapstadt zweifellos die schönste Stadt der Welt, bunt und
lebendig wie die Einwohner selbst, die ihre Stadt stolz „Mother City”
nennen. Welche Metropole hat schon einen Tafelberg zu bieten und eine
Waterfront, wo sich die Wellen zweier Ozeane brechen.
Das berühmte Hafenviertel ist
Kapstadts gute Stube und Vergnügungsmeile bis spät in die Nacht – ein
belebter und beliebter Ort mit schicken Boutiquen, gut besuchten Kneipen und
eleganten Restaurants mit internationaler Küche. Wir beobachten einfahrende
Segelschiffe und in See stechende Hochseefrachter, vertreiben uns die Zeit
auf Ausflugsbooten und stehen staunend vor haushohen Ozeanriesen, die am
Pier vor der klassischen Fassade des Table Bay Hotels für zwölf Stunden
festmachen. Zwischen signalrotem Clock-Tower und pastellfarbener Alfred &
Victoria-Wharf flanieren Einheimische und Besucher aus aller Welt.
Spendierfreudige Gäste applaudieren Akrobaten, belohnen Musikanten und
Tänzer mit klingender Münze. Und bei jeder noch so flüchtigen Begegnung ist
der weltoffene Charakter der kosmopolitischen Metropole am Kap der Guten
Hoffnung hautnah zu spüren.

Am liebsten möchten wir für den Rest unseres Lebens inne halten, einen
Sundowner nach dem anderen schlürfen, die Aussicht auf das Meer und die
Landschaft genießen, die atemberaubend schön ist. Logenlätze in Südafrika
gibt es genug. Zum Beispiel im Steenberg Estate Hotel. Zwischen Tafelberg
und False Bay am Fuße der Steenberg Mountains liegt das kleine Paradies, das
alles hat, wovon ein Mensch so träumt. Sommer, Sonne und dazu ein Klima, das
sich (zwischen den Fußballspielen) hervorragend zur Erholung eignet.
Zwischen Weingut und Golfanlage eingebettet in die malerische
Naturlandschaft des lieblichen Constantia Tales, ist das außergewöhnlich
schöne Steenberg Estate eines der elegantesten Landhotels in exponierter
Lage südlich von Kapstadt.
Im weitläufigen Park umtänzeln bunte Schmetterlinge Rosenblüten und
Lavendel-Büsche, Hadidas-Schwäne überfliegen das Gut und werfen lange
Schatten auf das Grün, während Perlhühner am nahe gelegenen Biotop mit
durchdringenden Rufen den Tag begrüßen. Der Grundstein für die einmalig
schöne Hotelanlage, die heute als nationales Erbgut unter Denkmalschutz
steht, wurde von Catharina Ustings gelegt. Die Dame aus Lübeck hatte wenig
Glück mit ihren Männern, erfahren wir während unseres Rundgangs durch die
historischen Räume des Swaaneweidehuis. Der erste fiel einem Löwen zum Fraß,
der zweite wurde von einem Elefanten zu Tode getrampelt, der dritte
versehentlich von einem Hugenotten erschossen. Und Gatte Nummer Vier hatte
sich sang- und klanglos aus dem Staub gemacht.
Die Dame heiratete schließlich Kap-Gouverneur Simon van der Steel und
gründete hier anno 1682 das erste Weingut Südafrikas. Die Rebensäfte, die
hier gekeltert werden, gelten als Spitzenprodukte der Winzerkultur und sind
durch eine Reihe internationaler Auszeichnungen preisgekrönt. Für
passionierte Golfspieler ist der beschauliche Ort besonders attraktiv. Der
gepflegte 18-Loch-Platz lockt mit grandioser Bergkulisse aus Granitgestein,
schilfgesäumten Biotopen und vielen natürlichen Hindernissen. An Feiertagen
und Wochenenden zieht es Feinschmecker in das Nobel-Restaurant „Catharina’s”,
das mit exzellenter Küche und berühmten Weinen vom eigenen Weingut zu den
besten der Kapregion gehört. Geräumige Gästezimmer und stilvoll
eingerichtete Suiten mit Hightech und allem erdenklichen Komfort verteilen
sich auf fünf historische Farmhäuser, zu denen private Patios oder sonnige
Terrassen gehören. Der Gast entspannt auf komfortablen Polstern, während das
Auge die liebliche Landschaft genießt, die bis an die Küste des Atlantischen
Ozeans reicht.

Das Palmiet Valley Estate ist ein weiteres Kleinod in der Weinregion
Südafrikas. Es liegt in der Nähe von Paarl und gehört Fred Uhlendorff. Aus
dem versierten Manager ist ein zufriedener Gutsherr geworden, der nun
Urlaubsgäste verwöhnt, traumhafte Hochzeiten und romantische Flitterwochen
vor traumhafter Kulisse arrangiert – Heiner Lauterbach und Ehefrau Viktoria
zählten u. a. zu seinen Honeymoongästen. Aber auch heiratswillige Gays sind
willkommen, seit dem in Südafrika ein Gesetz die Eheschließung unter Männern
erlaubt.
Das Palmiet Valley Estate, wunderschön restauriert im kapholländischen Stil,
ist zwar ein 5-Sterne-Hotel, pflegt jedoch den Nimbus eines schlichten
Landguts. Die weißen, reetgedeckten Giebelhäuser sind so wundervoll
erhalten, als sei sein hugenottischer Erbauer noch heute anwesend. Wie ein
Dorf liegen sie in einem märchenhaften Park unter betagten Eichen, lila
blühenden Jacarandas, Granatapfel- und Luquatbäumen zu Füßen von Klein
Drakenstein, einer Bergkette im Osten. Soweit das Auge reicht, Weinfelder,
Guava-Plantagen und Olivenhaine, die der Hausherr selbst liebevoll hegt und
pflegt. Die mit weißen Rosen gesäumte Auffahrt zum bogenförmigen Eingangstor
zieht den Gast in den Bann wie der Champagner-Empfang zum Sonnenuntergang im
Sommer vor grandioser Bergkulisse auf der erhöhten Terrasse.
Weitere Highlights sind Uhlendorffs liebevoll gepflegte Oldtimer – darunter
ein Mercedes Cabrio 220 S und eine gleichnamige 300er Limousine, in der
früher Venezuelas Staatspräsident, heute anspruchsvolle Gäste und frisch
vermählte Paare standesgemäß chauffiert werden. Wie sehr der Hausherr die
schönen Dinge des Lebens liebt, zeigen die wertvollen Antiquitäten, die er
aus allen Erdteilen zusammen getragen hat. Die kostbaren Unikate schmücken
nun Salon, Lounge und die traditionsreichen Räume der über 300 Jahre alten
Farm im Herzen der Weinregion.
Rund um das Palmiet Valley Estate locken Abenteuer und Sehenswürdigkeiten.
Einige davon gibt es in der nahe gelegenen Stadt Paarl, die ihren Namen von
den Granitkuppen herleitet, die wie Perlen glänzen, wenn die Sonne morgens
auf das taufrische Gestein scheint. Hoch am Berg steht das Wahrzeichen der
Stadt: das Taal-Monument, Denkmal und Museum für die Sprache Afrikaans, die
aus dem Idiom der holländischen Einwanderer entstanden ist. An Paarl’s 11
Kilometer langer Main Road, der längsten des Landes, stehen sehenswerte
Häuser und die schöne, reetgedeckte „Strooidakkerk” aus dem Jahre 1805.
Für Vergnügen sorgt das Picknick im Grünen auf dem Rasen von Boschendal,
einem Weingut wie aus dem Bilderbuch, mit klassischer Baumallee. In den
vorbestellten Lunchkörben befinden sich u. a. leckere Pasteten, Baguette und
natürlich eine Flasche Boschendal-Wein. |
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Anschließend
ist man fit für einen Bummel durch Stellenbosch,
Südafrikas älteste Universitätsstadt. An keinem Ort gibt es so viele
historische Gebäude, besonders malerisch in der Dorp Straat. Kap-Gouverneur
Simon von der Steel erkannte schon 1679 die Fruchtbarkeit im weiten Tal des
Eerste River und befahl den Anbau von Weinfeldern nahe der Stadt.

Am 6. April 1652 betrat Jan van Riebeeck festen Boden in Südafrika. Zum
Schutz seiner Gefolgschaft ließ der niederländische Arzt, Kaufmann und
Kolonialverwalter das Fort de Goede Hoop errichten sowie Obstbäume und
Gemüse anpflanzen; der Anbau von Wein, weltweit begehrt, folgte wenig
später. Schnell nutzten Holländer, Hugenotten und Deutsche die Fruchtbarkeit
des Landes, das Gott in bester Stimmung erschaffen haben muss. Reichhaltige
Wasservorkommen, eine artenreiche Fauna und farbenfrohe Flora in schier
unerschöpflichen Weiten wechseln mit unberührten Stränden, bizarren Buchten,
naturreinen Flüssen, gewaltigen Gebirgsmassiven, dichten Wäldern und
riesigen Ebenen. Diese Vielfalt und fruchtbare Erde, unter der Gold und
hochkarätige Schätze schlummern, sicherten die Lebensgrundlage der
eingeborenen San (Buschmänner) und Zulus. Der Reichtum lockte aber auch
eroberungswütige Siedler aus der Alten Welt in das exotische Land voll
faszinierender Kontraste. Wo sich das Leben früher ungehindert entfalten
konnte, haben Eroberer und Siedler längst die besten Plätze okkupiert,
beklagt ein internationaler Reiseführer. Selbst große Tiere wie Elefanten,
Büffel, Löwen, Giraffen, Nashörner und Nilpferde mussten zurückweichen in
die Naturreservate. Das berühmteste davon ist der Krüger National Park,
magischer Anziehungspunkt für Millionen schaulustiger Gäste aus aller Herren
Länder.
Im Licht der afrikanischen Sonne halten wir die Kamera in jede beliebige
Richtung und drücken den Auslöser. Es gibt immer ein lohnendes Ziel. In
keinem anderen Naturreservat trifft man auf so viele Tiere wie im Norden von
Sabi Sand, das Teil des Krüger National Parks ist. Kaum haben wir eine
Nashornfamilie fotografiert, versperrt ein Büffel unseren Weg. Er stampft
die Hufen wütend in den Boden, dass es staubt; die Augen unter den mächtig
geschwungenen Hörnern beglotzen uns Eindringlinge. Plötzlich gellen
markerschütternde Schreie durch den Busch, denen Wayne, unser erfahrener
Ranger, und Fährtensucher Michael im offenen Land Rover unverzüglich folgen.
Eine Herde Impalas bildet einen lockeren Halbkreis um den Unglücksort und
betrauert eine vor wenigen Minuten gerissene Gazelle. Das blutjunge Tier
befindet sich in den Klauen eines Leoparden. Ausgestreckt liegt er da, mit
bebendem Körper, von der Jagd noch völlig außer Atem. Jetzt schnellt er
hoch, hebt wachsam den schwarz gesprenkelten Kopf und die Nase in den Wind.
Entschlossen nimmt er das erlegte Wild zwischen die Reißzähne, erklimmt
geschickt einen steil gen Himmel ragenden Stamm und bringt die schwere Beute
vor gierigen Hyänen auf eine knorrige Baumgabel in Sicherheit. Auch der Löwe
hat seine Familie sicher versteckt. Hinter dem dichten Buschwerk verbergen
sich zwei weitere ausgewachsene Weibchen und acht tollpatschige Löwenbabys.
Das eine zerrt verspielt an der prächtigen Mähne des Vaters, das andere
spielt mit dem Puschel am Schweif, während das dritte mit kleinen Pfoten
unablässig das goldbraune Fell der Löwenmutter massiert, was diese
zähnefletschend honoriert. Fasziniert zücken wir die Kameras und bannen die
putzigen Wollknäuel auf Speicherkarte.
Erwartungsvoll geht es weiter durch die unwegsame Buschlandschaft. Hier und
da springen Gnus, Kudus und Njalas durch verdorrtes, kniehohes Gras, nehmen
uns trompetende Elefanten wie ein graue, haushohe Wand die Sicht. Zebras
kreuzen in sicherer Entfernung die Piste und suchen Deckung im Schutz einer
kleinen Baumgruppe. Zwischen verkohlten, blauschwarzen Stämmen, Spuren eines
wütenden Buschfeuers, halten Giraffen auf grazilen, stelzenlangen Beinen die
Stellung. Sie recken ihre schlanken Hälse den frischen Blättern entgegen,
knabbern unbeirrt am frischen Grün, das aus den Baumresten hervor sprießt.
Am Abend erwartet uns ein prasselndes Lagerfeuer in der Mitte der Boma, wo
hübsch gedeckte Tische einen Halbkreis bilden und zum Dinner bitten. Gekonnt
zelebriert die Küchencrew im Schein brennender Fackeln das traditionelle „Braai”,
Südafrikas beliebtes Barbecue, bei dem riesige Rindersteaks, Lammkoteletts
oder ganze Fische über Holzkohle gegrillt werden. Das üppige Buffet bietet
neben allerlei schmackhaften Zutaten noch das landestypische „Bobotie”,
einen deftigen Hackfleischauflauf mit Aprikosen, Bananen und Reis, kräftig
gewürzt mit feurigem Curry.
Die Elephant Plains Game Lodge liegt in einem blühenden Garten im Schutz
urwüchsiger Eichen. Die traditionellen Rundhütten und Luxus-Chalets, durch
einen schmalen Laufsteg miteinander verbunden, sind wie Logenplätze auf die
Natur ausgerichtet und fügen sich harmonisch ein in die ursprüngliche
Landschaft. Die Chalets heißen „Zebra”, „Elephant” oder „Leopard” und sind
dementsprechend eingerichtet. Auf hölzernen Pflöcken stehen sie am Hang
oberhalb der mit Bäumen bewachsene Ebene. Das saftig-frische Grün hat viele Tiere
angelockt. Friedlich grasen Kaffernbüffel zwischen Elefanten, Kudus und
einer Herde Impalas. Paviane turnen behände durch belaubte Äste. Vorwitzig
inspizieren die Primaten Terrasse und Chalet, drücken neugierig ihre Nase an
die Scheibe der vorsorglich geschlossenen Verandatür und begutachten unser
kleines Refugium.
Drinnen ruhen wir auf weißen Laken, ermattet von der schwülen Hitze des
Safari-Tages. Unter dem aufgespannten Mückennetz lauschen wir den Geräuschen
der Wildnis, hören Grillen zirpen, Frösche quaken, Äste, die unter den Füßen
der Elefanten brechen, wundern uns über seltsame Laute, die zu
nachtschlafender Zeit nicht zuzuordnen sind. Da wird geflötet, gegluckst,
gefiept und bedeutungsvoll geknurrt. Über die Ursprünglichkeit der Natur
spannt sich magisch ein kosmischer Bogen, von funkelnden Sternen übersät. Er
verliert sich in der saphirblauen Tiefe des Firmaments, und der volle,
leuchtende Mond hängt zum Greifen nah, am Himmel hell und klar.

Hat der Vollmond sie angelockt? War es sein mystisches Licht? Die Magie
seiner Anziehungskraft? Sie kommen aus den eisigen Gewässern der Antarktis
zum Balzen und Kalben in die Walker Bay, ganz eilige im Juni: Buckelwale,
Glatt- und Brydewale. Die Südkaper sind zwischen 16 und 18 Meter lang und
bis zu 80 Tonnen schwer. Die speckige, von Muscheln besetzte Fettschicht
ihrer riesigen Leiber gleitet durch die Wellen des Atlantischen Ozeans.
Dabei legen die Giganten der Meere tausende Kilometer zurück. Über 2000 Wale
tummeln sich von Juni bis Dezember vor Südafrikas Küste. Der Gesang der Wale
lockt die Weibchen, die häufig größer sind als ihre männlichen Artgenossen.
Der Nachwuchs wiegt bei Geburt 900 Kilo, ist 6 Meter lang, saugt täglich bis
zu 600 Liter Muttermilch und verschwindet erst in Richtung Süden, wenn er 4
Tonnen Eigengewicht erreicht hat. Dann sind die Kälber kräftig genug für die
lange Reise in die Antarktis, ihre eigentliche Heimat.
Geräuschvoll schießt eine Fontäne aus Luft und Wasser in die Höhe, dann
zeigt sich unverhofft ein schwarz-weiß gestreifter Bauch, von wo zwei
Flossen fröhlich winken, als applaudierte das Säugetier seinen eigenen
akrobatischen Schwimmkünsten. Trotz ihrer Größe sind die Meereskolosse
extrem aktiv, „sailen” mit der Schwanzflosse minutenlang in der Bucht auf
und ab oder springen übermütig aus den tanzenden Wellen durch die Luft. Am
Grund des Meeres sieben sie die Nahrung mit den Barten, ernähren sich
tonnenweise von Plankton, Ruderfluss- und Leuchtkrebsen.
Die Küste von De Kelders gilt als der beste Platz in Afrika für die
Beobachtung der Wale, erklärt Stanley stolz. Der in Swakopmund geborene,
deutschsprachige Namibier hat sein erstes Hotel im südafrikanischen Paarl
eingetauscht gegen einen Logenplatz am Meer: die Whalesong Lodge – ein
kleines, liebevoll geführtes Gästehaus am wildromantischen Cliff De Kelders
mit Blick auf die malerische Walker Bay, ein Naturreservat mit einsamen
Stränden, bizarren Felsen, weitläufigen Sanddünen und blühenden Fynbos. Es
erstreckt sich im weiten Bogen von Hermanus bis Gansbaai, einem verträumten
Fischerdorf, das durch die weißen Haie weltbekannt wurde. Die Whalesong
Lodge, mit Terrasse und kleinen Balkonen an den Flanken, hat der Gastgeber
selbst entworfen. Sie steht in erster Reihe an der Cliff Street mit
unverbaubarem Blick auf das Meer, in dem eine Walfamilie zügig der Sonne
entgegen schwimmt, die gerade feuerrot versinkt.
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