SeefahrtMagazin

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AUSGABE 3/2010


Christian Eckardt

Ressortleiter SeefahrtMagazin


 

Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

Die CELEBRITY CONSTELLATION legte am Samstag, den 24. April früh morgens am Cruise-Terminal in Altona an ...

 

„Cruise-Dock-Days bei Blohm + Voss in Hamburg
Hamburg, die Elbmetropole Deutschlands, ist nicht nur das regelmäßige Ziel in den Fahrplänen der Kreuzfahrtanbieter – immerhin werden in diesem Jahr rund 100 Anläufe am Cruise Terminal erwartet – uch für notwendige Werftaufenthalte aufgrund von Umbauten oder Wartungsarbeiten nehmen gerade in den Frühjahrsmonaten immer wieder ein ganzes Dutzend Kreuzfahrtschiffe Kurs auf die Elbe, um bei den Umbauspezialisten bei Blohm + Voss sich für die anstehende Sommersaison aufgefrischt zu werden
So füllten sich innerhalb von fünf Tagen Ende April die Schwimm- und Trockendocks der Hamburger Reparaturwerft Blohm + Voss mit vier unterschiedlichen Kreuzfahrtschiffen, es sind wieder die inoffiziellen „Cruise-Dock-Days
an der Elbe.
Den Anfang machte die norwegische Kreuzfahrtfähre C
OLOR FANTASY der Reederei Color Line, die am 20. April für eine erneute mehrtägige Werftliegezeit das Schwimmdock 11 ansteuerte. Am 22. April traf dann die BALMORAL der britischen Reederei Fred. Olsen in Hamburg ein, die bis Anfang Mai im Schwimmdock 10 trockengestellt wurde. Nach Abschluss einer Transatlantikkreuzfahrt legte die CELEBRITY CONSTELLATION dann am Samstag, den 24. April früh morgens am Cruise-Terminal in Altona an. Nachdem die letzten Passagiere das Schiff verlassen hatten, nahm der 294 Meter lange Kreuzfahrtriese zunächst ein paar Seemeilen Kurs Elbaufwärts, vor dem Cruise-Terminal Grasbrock, an der die erst in diesem Winter abgelieferte AIDAblu zum Passagierwechsel festgemacht hatte, drehte das Schiff dann ohne Schlepperhilfe und wurde schließlich im großen Trockendock Elbe 17 von Blohm + Voss trockengestellt. Hier erfolgt in den nächsten Wochen ein umfangreicher, einige Millionen Euro teurer Umbau des 2002 in Frankreich erbauten Schiffes, bei dem unter anderem Elemente aus dem Gastronomiebereich aus der „Solstice-Klasse eingebaut werden sollen. Schließlich traf dann noch am Sonntag, den 25. April die ATHENA bei Blohm + Voss ein, die im letzten Jahr noch in Charter für Phoenix Reisen verkehrte.
Doch damit noch nicht genug: Für den 2. Mai hat sich schon die B
RAEMAR von Fred. Olsen bei den Umbauspezialisten an der Elbe angemeldet, und auch die Schwester der COLOR FANTASY, die COLOR MAGIC steuert das Schwimmdock 11 Anfang Mai für eine viertägige Dockung an. Es folgt dann noch erstmals die MSC POESIA von MSC Cruises vom 15. bis bum 30. Mai und im Juni wird dann noch die BREMEN von Hapag-Lloyd erwartet.

 

Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

Treffen am Cruise-Terminal Grasbrock, an der die AIDAblu zum Passagierwechsel festgemacht hatte.

 

Drei Großseglertreffen in diesem Sommer in Deutschland
Bremerhaven, Kiel und Rostock warten auf die größten Traditionssegler. Dieses Jahr müssen sich die Segelfreunde wieder drei Termine im Kalender eintragen: Denn neben der alljährlichen „Kieler Woche” und der „Hanse Sail” in Rostock findet auch wieder die „Sail Bremerhaven” statt, dem größten Windjammerfestival an der deutschen Nordseeküste, das nur alle fünf Jahre gefeiert wird.
Nicht nur die Bark G
ORCH FOCK der Deutschen Marine, dem Flaggschiff der Sail 2010, sondern mehr als 60 Großsegler und Windjammer, sowie eine große Flotte kleinerer Schiffe, werden in der Zeit vom 25. bis 29. August 2010 in Bremerhaven erwartet.
5000 Meter Windjammer und Spezialschiffe liegen während dieser Zeit an den Kajen, dazu erstrecken sich Showbühnen, Aussteller und Festzelte entlang der neuen „Havenwelten Bremerhaven” zwischen Alten und Neuen Hafen mit ihren spannenden Museen und Ausstellungen.
Die „Sail Bremerhaven 2010” steht in der Tradition der internationalen Windjammer-Festivals, zu denen seit 1986 regelmäßig die schönsten und größten Segelschiffe der Welt nach Bremerhaven kommen. Die Stadt feiert mit diesen Veranstaltungen ihre maritime Historie, Gegenwart und Zukunft. Viele der segelnden Oldtimer sind auf Bremerhavener Werften gebaut oder von hier aus in der weltweiten Fahrt eingesetzt worden. Anders als in den vergangen Jahren wird es bei der Sail 2010 in diesem Jahr aber keine große Seglerparade auf der Weser geben. Dafür können sich aber die Sehleute aktiv am Bordleben beteiligen und bei einem richtigen Schiffstörn auf einem „Windjammer” dabei sein. Während der „Sail Bremerhaven 2010” werden regelmäßige Halbtagesfahrten, Abendfahrten und Ganztagesfahrten auf unterschiedlichen Schiffstypen sowie Sonderfahrten zum „Sail In” und zum Feuerwerk am Samstag, 28. August 2010, angeboten.
Auf eine Mehrtagesfahrt begibt sich beispielsweise das norwegische Vollschiff S
ØRLANDET. Auf dem Segelschulschiff werden alle Gäste in sämtliche Bordarbeiten eingebunden und sogar für Wachdienste eingeteilt. Das reelle Bordleben spiegelt sich auch in der Gemeinschaftsunterkunft mit 70 Kojen wider. Das Vollschiff DAR MLODZIEZY hingegen mit einer Länge von fast 110 Metern und einer beeindruckenden Segelfläche von 3.015 Quadratmetern lädt ein zum Entspannen und zum Genießen.
Aktiv an Bord mitarbeiten oder einfach die Fahrt genießen – freie Wahl haben die Törngäste auf der 3-Mast-Bark A
RTEMIS und der Barkentine ATLANTIS. Spaß und Freizeit kommen auf der ALBERT JOHANNE, der OBAN, der STORTEMELK und anderen Schonern sowie auf der Barkentine PEDRO DONCKER nicht zu kurz. Kinder sind willkommen, die Altersbegrenzung ist den Anforderungen auf den jeweiligen Schiffen angepasst; denn alle fassen mit an. Die Segelkenntnisse werden an Bord vermittelt.
touristik@bis-bremerhaven.de · www.bremerhaven-tourism.de · http://de.wikipedia.org/wiki/sail

Hanse Sail Rostock
Drei Wochen vor dem Treffen der Windjammer in Bremerhaven findet im Zeitraum vom 5. bis 8. August 2010 die alljährliche Hanse Sail Rostock statt. Im Jahr 2010 haben die Rostocker und ihre Gäste doppelten Grund zum Feiern, denn die „Hanse Sail” findet im 20 Jahr statt. Die „Hanse Sail Rostock” gehört somit zu den weltweit größten Treffen von Traditionsseglern, wie Marine- und Museumsschiffen mit rund 250 teilnehmenden Einheiten. Liebevoll restaurierte Oldtimer wie Barkentinen, Gaffel- und Toppsegelschoner, die teilweise schon über 100 Jahre untern Kiel haben und Segelschulschiffe aus allen Herren Länder bereichern alljährlich zum zweiten August-Wochenende die Hansestadt Rostock und das Seebad Warnemünde.
Zusammen mit den in Warnemünde liegenden Kreuzfahrtschiffen sowie Einheiten der Marine wird auch in diesem Jahr die „Hanse Sail” einige Hunderttausend Besucher aus Nah und Fern begeistern.

Kieler Woche
Die Kieler Woche findet in diesem Jahr vom 19. bis 27. Juni in Kiel statt und ist die größte Segelveranstaltung der Welt und eines der größten Sommerfeste in Nordeuropa. Während der neun Tage gibt es wieder ein volles Programm, nicht nur zum Thema Segeln in seiner ganzen Vielfalt, sondern auch wieder mit einem großen Rahmenprogramm mit über tausend Veranstaltungen für mehr als 3,5 Millionen Gäste aus aller Welt.
Herzstück der Kieler Woche sind die Segelregatten, bei denen regelmäßig rund 4500 Sportler aus 50 Nationen an den Start gehen. An Land werden rund 1500 Programm-Punkte für unzählige Veranstaltungen dargeboten, auf mehr als einem Dutzend Bühnen geben Sänger, Gruppen und Künstler über 300 Konzerte.
Musikalisches „i-Tüpfelchen” ist traditionell das vom Kieler-Woche-Förderverein präsentierte Classic-Open-Air auf dem Rathausplatz. Hier lädt die Landeshauptstadt zehn Tage lang auch zu einer Weltreise der besonderen Art ein: Auf dem Internationalen Markt bieten rund 30 Nationen Kulinarisches und Kulturelles an.
Das einzigartige Konzept der Kieler Woche fand seinen Anfang im Jahr 1882 – damals stand allein der Segelsport im Mittelpunkt. Seit dem Zweiten Weltkrieg war und ist es das Ziel der modernen Kieler Woche, „die Verständigung zwischen den Völkern zu verbessern und Beiträge zu leisten zum Frieden und zur Freundschaft”.
Maritimer Höhepunkt ist die große Windjammerparade mit rund hundert Traditions-Seglern in der Innenförde, in diesem Jahr am Samstag, den 26. Juni. Barken, Briggs und Schoner segeln dann die Förde hinauf. In diesem Jahr wird, bedingt durch einen Werftaufenthalt des deutschen Flaggschiffes G
ORCH FOCK die Parade nicht von der Bark angeführt. Abgesch(l)ossen wird die Kieler Woche traditionell mit dem Kieler-Woche-Abschlussfeuerwerk, dem „Sternenzauber über Kiel”.

 

Foto: Abeking&Rasmussen Schiffs-&Yachtwerft AG, Lemwerder

Der erste SWATH-Windparktender NATALIA BEKKER.

 

Abeking & Rassmussen liefert zwei SWATH-Spezialschiffe in nur vier Wochen ab
Innerhalb von nur vier Wochen konnte die Abeking & Rasmussen Schiffs- und Yachtwerft AG, Lemwerder, zwei moderne SWATH-Schiffe abliefern. Am 11. März wurde zunächst in Cuxhaven in einer feierlichen Zeremonie das neue Lotsenstations-Schiff E
LBE getauft. Das bisher größte Schiff von Abeking & Rasmussen dieser Art wurde von Frau Susanne Ramsauer, Gattin des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, getauft. Dieses 60,40 Meter lange und 24,60 Meter breite Schiff ist das erste von zwei baugleichen Schiffen für die deutschen Lotsen, das auf dem A&R Bauplatz im Bremerhavener Fischereihafen entstand.
Bei diesen Neubauten handelt es sich um Schiffe für den Einsatz als schwimmende Lotsenstation, im Küstenschnack auch „Lotsenhotel” genannt, für den Einsatz in der Deutschen Bucht. Nach einer europaweiten Ausschreibung des Projektes erhielt A&R im Frühjahr 2007 von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), den Auftrag über den Bau der beiden Neubauten für die Wasser- und Schifffahrtsdirektionen Nord (Kiel) und Nordwest (Aurich). Mit der Indienststellung der neuen Schiffe sollen die mittlerweile ersatzbedürftigen über 40 Jahre alten Vorgängerschiffe K
OMMODORE RUSE, GOTTHILF HAFEN und KAPITÄN KÖNIG abgelöst werden.
Das bereits 10 Jahre alte 50 Meter lange SWATH Lotsenstationsschiff H
ANSE, die frühere ELBE, steht nun als Ersatzschiff für die Elbe- und Weserlotsen zur Verfügung. Somit wurde die Modernisierung der Flotte kontinuierlich fortgesetzt und wird mit der Ablieferung der im Herbst in Fahrt kommenden WESER abgeschlossen.
Somit besteht die Flotte der Seelotsen neben den beiden 60 Meter langen Stationsschiffen E
LBE und WESER über das 50 Meter lange SWATH-Stationsschiff HANSE sowie die vier kleinen SWATH-Versetztender DÖSE, DUHNEN, WANGEROOG und BORKUM.
Bereits am 9. April wurde dann schon der nächste SWATH bei Abeking & Rasmussen in Lemwerder getauft, der erste SWATH-Windparktender N
ATALIA BEKKER. Der weltweit erste 25 Meter lange SWATH Windpark Tender wurde in Lemwerder getauft. Dazu lies Erna Bekker, Tochter von Dr. Arngolt Bekker, Hauptgesellschafter der BARD-Gruppe die Champagnerflasche am Bug zerschellen und gab damit dem Schiff den Namen NATALIA BEKKER. Die BARD-Gruppe, Emden, hat das Spezialschiff für die Wartung und Versorgung ihrer Offshore-Windparks vor zwei Jahren in Auftrag gegeben.
Das Übersetzen der Betriebsmannschaft auf die Windkraftanlagen auf Hoher See ist wegen des starken Wellengangs oft nicht einfach. Deshalb wurde ein spezieller Fender am Bug installiert, der die ohnehin schon geringeren Bewegungen des Schiffs zusätzlich dämpft. Das Spezialschiff wird direkt im Windpark stationiert sein, wo rund um die Uhr ein Serviceteam für die Wartung und Instandhaltung auf einer Wohnplattform bereitsteht.
Bei diesem Spezialschiff handelt es sich um das 11. Schiff dieser Bauart, das von A&R geliefert wurde. Das Design des Windpark Tender basiert auf dem der von A&R entwickelten SWATH Lotsen-Tender. In enger Zusammenarbeit mit der BARD-Gruppe wurden die Anforderungen in der Offshore-Windindustrie geklärt und die Erkenntnisse anschließend umgesetzt. Aufgrund der positiven praktischen Erfahrung mit dem Basisdesign konnte somit ein sicherer Transfer für die Betriebsmannschaften bis zu einer signifikanten Wellenhöhe von 3,5 Metern und ein Anlegen an die Windenergie Anlage (WEA) bis zu einer signifikanten Wellenhöhe von 2,5 Metern gewährleistet werden. Diese Seeeigenschaften gehen meist mit starkem Wind einher, bei welchen die WEA ihren besten Wirkungsgrad haben. Für eine hohe Gesamtproduktivität des Windparks ist gerade dann höchste Verfügbarkeit von großer Bedeutung, d. h. während der Starkwindphase sollten auftretende Störungen schnellstmöglich behoben werden. Durch den Einsatz des SWATH Windpark Tenders kann die Anzahl der Tage, an denen ein sicherer Transfer der Monteure möglich ist, maximiert werden.
Bereits seit 1999 sind die besonderen von Abeking & Rasmussen entwickelten SWATH-Schiffe in den Längen von 25, 40, 50 und 60 Metern als Lotsenversetz- und Lotsenstationsschiffe im Einsatz. Die meisten verrichten ihren Dienst in der Nordsee bei den deutschen und holländischen Lotsen. Die belgischen Lotsen haben sich vor kurzem ebenfalls für dieses System entschieden und drei 25 Meter Lotsentender und ein 60 Meter-Stationsschiff in Auftrag gegeben. Es folgen nun für die Lettische Marine Patrouillenboote und das Estnische Wasserstraßenamt hat sich ebenfalls im Rahmen des EU-finanzierten Programms „Verbesserung der Navigationssicherheit in Estnischen Gewässern” für ein hydrographisches Forschungsschiff in SWATH-Technologie entschieden.
Im privaten Bereich hat das ungewöhnliche Rumpfkonzept ebenfalls seinen Erfolgszug fortgesetzt. Die 40 Meter lange Expeditionsyacht S
ILVER CLOUD befindet sich zurzeit mit seinem Eigner auf Weltumrundung. Somit kann sich Abeking & Rasmussen zu Recht als erfolgreichste Werft weltweit im Bau von SWATH-Schiffen bezeichnen.

Was ist SWATH?
SWATH steht für „Small Waterplane Area Twin Hull”, ein innovatives Rumpfkonzept für optimale Manövrier- und Fahreigenschaften bei rauer See.


Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

Das 60 Meter lange Stationsschiff ELBE ist ein „Small Waterplane Area Twin Hull”.
 

Seit über 30 Jahren beschäftigt sich der internationale Schiffbau mit der Realisation der technisch überaus anspruchsvollen SWATH-Konstruktion. Mit den fortgeschrittenen Möglichkeiten heutiger Computertechnologie ist es gelungen, das Prinzip dieser Zweirumpfbauweise zu beherrschen und zu optimieren. Die SWATH-Technologie basiert darauf, dass je geringer die benetzte Fläche eines Schiffes ist, um so weniger Angriffsfläche haben die Wellen, die es zum Schaukeln bringen. Tatsächlich aber waren für die Realisierung schwierigste Computerberechnungen erforderlich, die nur mit moderner Technik möglich wurden. Der Auftrieb eines SWATH-Rumpfes wird durch zwei torpedoförmige Schwimmkörper erzeugt, die weit unter der Wasserlinie angeordnet sind. Diese sind durch vertikale Stützen mit einer Plattform verbunden, die die Decks und Aufbauten tragen. Dadurch wird der Querschnitt an der Wasserlinie und damit die hebende Kraft der Wellen auf ein Minimum reduziert.

 

Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

Expansion bei der Reederei Adler Schiffe · Übernahme der Reederei Clermont in Wismar · Ab Sommer Fährbetrieb auf dem Nord-Ostsee-Kanal
Am 26. März 2010 wurden in Wismar von der Reederei
Adler-Schiffe, Sylt, Sven Paulsen, offiziell die vier Fahrgastschiffe (HANSEAT, HANSESTADT WISMAR, MECKLENBURG und INSEL POEL) der Reederei Clermont übernommen. Anlässlich der Übergabe macht der Raddampfer FREYA eine Fahrt mit rund 150 geladenen Gästen eine Rundfahrt durch die Wismarer Bucht.
Die Flotte der Reederei Clermont nimmt ab 1. April im Halbstundentakt die bekannten Hafen- und Seerundfahrten wieder auf sowie auch die Seeverbindung zwischen Wismar und der malerischen Insel Poel mit ihren 3000 Einwohnern in 15 Dörfern. Aufgrund der guten Wetterlage wurde bereits am 26. März mit dem Fahrgastschiff I
NSEL POEL der Rundfahrtendienst aufgenommen.
Ein weiterer Ausbau der Angebote ab Wismar ist nach Auskunft von Reedereichef Sven Paulsen geplant, hierbei soll dann eng mit der örtlichen Tourismus Organisationen zusammengearbeitet werden. Besonders der Fahrradtourismus soll zwischen der Insel Poel und Wismar ausgebaut werden. Weiterhin werden zukünftig sowohl der Raddampfer F
REYA als auch das Fahrgastschiff ADLER PRINCESS Wismar wie bisher regelmäßig ansteuern.

 

Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

Das Flaggschiff der Clermont-Flotte ist die MECKLENBURG für 230 Personen.
 

Die Flotte der Reederei Clermont besteht aus insgesamt vier Einheiten. Das Flaggschiff ist die 1997 gebaute 26,35 Meter lange MECKLENBURG mit einer Kapazität von 230 Personen. Weiterhin gehören die 1992 erbaute HANSESTADT WISMAR mit einer Passagierkapazität von 186 Personen und die 11 Jahre alte HANSEAT zur Flotte. Oldtimer und kleinste Einheit ist die 1989 erbaute INSEL POEL, die gern für kleinere Familienfeiern und Gesellschaften bis maximal 100 Personen gebucht wird.
Reeder Wolfgang Clermont hat nach fast 20 Jahren Betrieb in Wismar aus Altergründen seine Fahrgastflotte zum Jahresanfang an die Adler-Reederei verkauft. Die Flotte der Reederei Clermont wird aber im gleichen Umfang und unter gleichem Namen weiterbetrieben wird, der Betriebssitz der Niederlassung bleibt auch unter „Alte Holzhafen 7” bestehen. Ursprünglich war die offizielle Übergabe schon am 8. Januar vorgesehen, aufgrund der Witterungsbedingungen wurde die geplante offizielle Übergabe aber dann verschoben, da die F
REYA aufgrund der winterlichen Bedingungen und zugefrorener Wasserwege im Januar nicht nach Wismar verholt werden konnte.
Adler-Schiffe feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Jubiläum: Am 1. Mai 1950 startete Gründer Kurt Paulsen mit einem umgebauten V-Boot der Marine Ausflugsfahrten ab Nordstrand zur Hallig Nordstrandischmoor, im Winter wurden Krabben gefangen, im Sommer wurden die Gäste transportiert.
Anlässlich der Übergabe konnte Reeder Sven Paulsen auch verkünden, dass das WSA Brunsbüttel am 26. März offiziell den Auftrag zum Betrieb der Kanalfähren an den Fährstellen Landwehr, Burg und Brunsbüttel an die Adler-Schiffe GmbH & Co KG für die nächsten drei Jahre erteilte. Die Fährstellen werden im 24 Stunden Service betrieben, insgesamt kommen zwei 100 Tonnen und zwei 45 Tonnen Wagenfähren zum Einsatz. Der Betrieb wird ab Mai bzw. Juni dieses Jahres mit voraussichtlich 35 Mitarbeitern aufgenommen. Die Fährstelle Brunsbüttel wurde seit 2007 von der FRS-Tochter Weiße Flotte, Stralsund, betrieben.
Insgesamt betreiben Adler-Schiffe in diesem Jahr 24 eigene und 4 Fremdschiffe an der Nord- und Ostseeküste. An der Nordseeküste konnte die Reederei die Fahrgast-Zahlen im vergangen Jahr um etwa drei Prozent auf 275.000 Fahrgäste steigern.


Foto: Christian Eckardt, Bexhövede

WIND LIFT 1 kommt beim Windpark-Bau zum Einsatz
In Emden lief Ende März das in Klaipeda (Litauen) erbaute Spezialschiff W
IND LIFT 1 mit rund 50 Mann Besatzung aus, um die ersten Fundamente für den Bau des ersten deutschen kommerziellen Windparks in der Nordsee, den BARD OFFSHORE 1 rund 100 Kilometer nordwestlich von Borkum, zu setzen. In diesem Jahr will das Unternehmen Bard aus Emden 50 der 80 Anlagen in der Nordsee errichten. In Cuxhaven wurden dafür große Stützkreuze von 490 Tonnen auf einen Ponton geladen. Diese wurden dann in das Baugebiet vor der Insel Borkum transportiert.
Für den ersten Arbeitseinsatz in der Nordsee wurde das Spezialschiff bei den Nordseewerken in Emden noch ausgerüstet. So wurden dort zum einem dort das so genannte „Jack Up System” für die vier 71 Meter hohen Beine des Installationsschiffes getestet und am Heck wurde eine 300 Tonnen schwere Rammschablone installiert. Damit wird ein schnelles und präzises Setzen der Fundamente für die Offshore-Windkraftanlagen gewährleistet. Später ist ein Einsatz des Schiffes auch für die Wartung der Offshore-Windkraftanlagen möglich.
Das selbst fahrende Kranschiff W
IND LIFT 1 wurde im letzten Jahr auf der Western Shipyard WSY im litauischen Klaipeda erbaut. Das erste Installationsschiff, das speziell für die Errichtung von Offshore-Windkraftanlagen konstruiert wurde, ist 104 Meter lang und 36 Meter breit. Die WIND LIFT 1 wiegt rund 7500 Tonnen und wird von vier schwenkbaren Ruderpropellern mit je 1100 kW Leistung angetrieben. Sie verfügt neben einem Schwerlast- und einem Hilfskran über eine besondere Konstruktion am Heck, mit der die drei bis zu 90 Meter langen Rammrohre der speziellen BARD-Fundamentstruktur exakt positioniert werden können.
Bard will in den kommenden Jahren drei Windparks in der Nordsee mit 205 Offshore-Windkraftanlagen bauen und damit das nach Unternehmensangaben größte zusammenhängende Offshore-Windfeld errichten. Das Gebiet an der deutsch-niederländischen Grenze gilt als besonders windreich.
Bislang stehen in der Nordsee zwölf Offshore-Windkraftanlagen im Testfeld «Alpha Ventus». Es ist seit Mitte November komplett. Die Anlagen stehen in 30 Meter tiefem Wasser 45 Kilometer nördlich von Borkum. Die Windräder erreichen mit bis zu 155 Metern die Höhe des Kölner Doms, sind aber vom Festland aus nicht zu sehen.
 

Foto: BLG-Logistics
Die MSC D
ANIELA erreicht einen Maximaltiefgang von 16 Metern.


Derzeit größtes Containerschiff der Welt getauft
Am 19. März wurde in Südkorea das derzeit größte Containerschiff der Welt, die CPO S
AVONA mit einer Kapazität von 14.000 TEU getauft. Mit dem neuen 170 Millionen € teuren Containerfrachter der Hamburger Reederei Claus-Peter Offen wurde damit eine neue Runde im Wettbewerb um die größten und effizientesten Containerfrachter eingeleitet. Bei diesem Schiffstyp ist das Brückenhaus, das sich bei vergleichbaren Schiffen normalerweise mittschiffs bzw. im hinteren Teil über dem Maschinenraum befindet, im vorderen Drittel des Schiffskörpers installiert. Damit wird sowohl die Ladefläche maximal ausgenutzt als auch die Sicht für die Schiffsführung verbessert.

Gebaut wurde das Schiff bei der Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering unter der Baunummer 4178. Es ist für fünfzehn Jahre an die Mediterranean Shipping Company (Genf) verchartert und wird von ihr als MSC SAVONA im Asien-Europa-Verkehr eingesetzt. Hamburg steht dabei aber nicht auf dem Fahrplan das von Anna Offen, der 14-jährigen Tochter des Reeders, getauft wurde. Letzter Lösch- und erster Ladehafen in Nordeuropa wird Antwerpen sein. Weiterhin werden Valencia, Felixstowe und Rotterdam in Europa angelaufen.
Die CPO S
AVONA ist das 100. Schiff der Reederei Claus-Peter Offen. Es ist 365,50 Meter lang, 51,20 Meter breit, 29,90 Meter bis zum Hauptdeck seitenhoch und trägt auf 16,00 Metern Maximaltiefgang 165.300 Tonnen. Sie kann 6428 TEU in den Laderäumen und 7572 TEU in bis zu neun Lagen an Deck stauen. Die Ladekapazität beläuft sich auf 10.640 TEU à 14 Tonnen. Für 40-Fuß-Kühlcontainer stehen 1000 Anschlüsse zur Verfügung. Ein 72.240 kW leistender MAN-Motor ermöglicht dem Neubau eine Reisegeschwindigkeit von 24,1 Knoten.
Die seit 1971 bestehende Reederei Offen lässt bei Daewoo dreizehn Einheiten dieses Typs mit Stellplätzen für 14.000 TEU (20 Fuß-Standardcontainer) bauen. Mehrere Schiffe aus der Serie werden direkt nach Fertigstellung in das Eigentum der MSC übergeben. Darüber hinaus erhält CPO bis 2011 fünf 12.552-TEU-Neubauten von der Samsung-Werft.
Die Reihe der weltgrößten Schiffe wurde vor vier Jahren mit den im dänischen Odense erbauten Einheiten der so genannten „Mærsk E-Klasse” eröffnet, darunter das im August 2006 in Fahrt gebrachte Typschiff E
MMA MÆRSK. Diese Schiffe sind 397 Meter lang, 56,4 Meter breit und verfügen nach offiziellen Mærsk-Angaben über eine Ladekapazität von 11.000 TEU, inoffiziell sollen es aber bis zu 15.200 TEU sein. Die im letzten Jahr von Samsung Heavy Industries in Südkorea für MSC gelieferte 366 Meter lange und 51,2 Meter breite MSC DANIELA, auf der die Schiffsbrücke ebenfalls im vorderen Schiffsbereich angeordnet wurde, verfügt über eine (offizielle) Kapazität von 13.800 TEU.
Dieses Schiff machte in den frühen Abendstunden des 7. April erstmals an der Stromkaje des Containerterminals Bremerhaven fest. Mit einer Tragfähigkeit von 156.100 Tonnen erreicht die MSC D
ANIELA einen Maximaltiefgang von 16 Metern. In Bremerhaven traf sie mit einem Tiefgang von gut 14 Metern ein. Geladen und gelöscht wurden an der Stromkaje an der Unterweser 3.500 TEU. Die MSC DANIELA verkehrt regelmäßig im „Silk Service” der Mediterranean Shipping Company (MSC) zwischen China und Europa.

Flugzeugträger CHARLES DE GAULLE machte in Cuxhaven fest
Am 10. April machte der französische nuklear angetriebene Flugzeugträger C
HARLES DE GAULLE am Cuxhavener Steubenhöft fest und sorgte so für politischen Wirbel in der Region. Der Flugzeugträger nahm am großen Nato-Manöver „Brilliant Mariner” teil, das am 12. April im Skagerrak begann. Dazu sollte der Flugzeugträger zuerst in Bremerhaven am Columbusbahnhof festmachen. Von dort kam allerdings kurzfristig die Absage, da es dort sowie auch in Wilhelmshaven keinen passenden Liegeplatz für den Flugzeugträger gibt. Diesen fand man dann aber in Cuxhaven.
Dieses sorgte für Zorn beispielsweise bei den „Grünen”, die mit einer kleinen Gruppe gegen den Besuch des atombetriebenen Schiffes demonstrierte. Allerdings machten sich auch tausende Schaulustige auf den Weg nach Cuxhaven, um zumindest einen kleinen Blick auf den 261 Meter langen Flugzeugträger am streng bewachten Steubenhöft zu erhaschen.
Die C
HARLES DE GAULLE mit ihren 1850 Besatzungsmitgliedern operierte während der Nato-Übung ab 12. April in der Nord- und Ostsee im Verbund mit den beiden Fregatten FORBIN und CASSARD, die ebenfalls in Cuxhaven festmachten, wobei die 147 Meter lange Fregatte CASSARD sogar besucht werden konnte.
Die im französischen Toulon beheimatete und bis zu 27 Knoten schnelle C
HARLES DE GAULLE hat 40 Kampf- und Aufklärungsflugzeuge an Bord. Ein 600-köpfiges Team aus Technikern und Bodenpersonal sorgt dafür, dass die Piloten bis zur Windstärke sechs den Flugbetrieb auf dem schwimmenden Flughafen durchführen können.