STIPPVISITE AUF DER MS LOUIS MAJESTY

AUSGABE 2/2010


Die LOUIS MAJESTY in Malaga an der Mole. Ein schönes Schiff mit schlanken Proportionen.


Meine Anreise am 11. Februar 2010 nach Genua in einem komfortablen Reisebus von Sachsen IdealTours, Dresden, mit einem überaus freundlichen Service an Bord, lassen mich, trotz der langen Fahrtzeit von knapp 700 Kilometern, entspannt und ausgeruht in Genua ankommen. „Da ist Sie …” höre ich von hinten im Bus. Auch ich blicke zum Hafen und dem Leuchtturm von Genua. Hinter dem alten Hafengebäude entdecke ich die obersten Decks und den blauen Schornstein der MS LOUIS MAJESTY.

Hektik macht sich breit. Im Hafenterminal herrscht Hochbetrieb. Ich kämpfe mich durch den Trubel und finde nach mehrfachen Nachfragen den richtigen Weg zum Check-In Schalter und dem Aufenthaltsraum. Dort warte ich mit den anderen Gästen eine gefühlte Ewigkeit darauf, an Bord gehen zu dürfen. „Passagiere mit der Ticketnummer 1-3 werden nun gebeten, zur Gangway zu kommen”. Es geht endlich los. Weitere Durchsagen in 6 Sprachen, lassen mich ahnen, auf was für eine Vielzahl von Nationalitäten ich auf der LOUIS MAJESTY treffen werde.

Schon von Beginn an sind die Bordfotografen fortwährend bemüht, jeden Moment meiner Reise bildlich festzuhalten … auch schon vor Betreten des Schiffes. „Stilsicher” stehe ich hinter einem Schiffsruder und lächle brav in die Kamera. Danach erst darf ich an Bord. Eine Kabinenstewardess begrüßt mich auf Englisch, nimmt mir eine meiner Taschen ab und bringt mich mit dem Fahrstuhl auf mein Deck und weiter über die breiten Schiffsgänge zu meiner Kabine. Ich bin neugierig und starte gleich meinen erste Erkundungsgang übers Schiff.

Am schönen Außenpoolbereich auf Deck 10 (zwei Swimmingpools, ein Kinderbecken und drei beheizte Whirlpools) tummeln sich bereits fröhliche Mit-Passagiere und genießen den ersten Kaffee und das große Kuchenbuffet im Café Royal. Ich schließe mich an. Essen gibt es hier an Bord reichlich – bleibt nur die Entscheidung, wo man es zu sich nehmen möchte. Vielleicht im Restaurants Seven Seas oder dem Four Seasons? Oder doch auf dem Sonnendeck, achtern, in der Piazza San Marco? Ich entscheide mich für ein Essen an frischer Luft. Hier treffe ich dann die multikulturellen Kreuzfahrer dieser Reise. Beschallt durch ein Sprachenwirrwarr aus Deutsch, Niederländisch, Spanisch, Englisch, Italienisch und vor allem Französisch probiere ich Pizza, Hamburger und knusprige Chicken Wings. Wasser, Kaffee und Tee gibt es an mehreren Self Service Stationen rund um die Pool Bar.

Die Abendshow beginnt. Ich durchquere das Monte Carlo Casino. Unzählige Einarmige Banditen sowie Roulettes-, Black Jack- und Pokertische warten auf glückliche Gewinner. Das Casino ist eine der wenigen Raucherbereiche an Bord. Ich, Nichtraucher, halte den Atem an und gehe schnurstracks weiter Richtung Fotoshop. Eine ausgedehnte Fotowand erstreckt sich über die gesamte Seite bis hin zum Palace Theatre. Die Show hat bereits begonnen. Die Akteure wirbeln in farbenfrohen Glitzergewändern zu internationalen Songs über die Bühne. Gerne würde ich einen Cocktail bestellen, doch ist es so dunkel, dass ich die Getränkekarte nicht lesen kann. Nach der Show bestelle ich mir im Polo Club, ebenfalls auf Deck 6, den Tagescocktail Golden Dream für 4,55 €. Meine ersten Stunden an Bord gehen zu Ende. Angenehm erschöpft kehre ich in meine Kabine zurück, packe noch meine Sachen aus und lege mich voller Erwartungen auf die kommenden Tage dieser Reise schlafen.


Wir liegen mit der LOUIS MAJESTY etwas außerhalb der Stadt. Darum nutze ich das Angebot eines Shuttlebusses, der mich direkt am Hotel de Ville, am Hafen von Marseille, absetzt. Der Duft von Frühling liegt in der Luft und will so gar nicht zu der Eiseskälte und dem trüben Himmel hier passen. Die Ursache entdecke ich kurz drauf – ein Blumenmarkt auf der Uferpromenade zaubert Farbe in die Tristesse der Stadt.
Ich entdecke einen bunten Doppeldecker Touristen Bus, der die Sehenswürdigkeiten von Marseille anfährt. Man steigt ein und aus, wie man möchte und das Ganze für nur 18 €. Ich entscheide mich jedoch für die kleinere Variante. Einer Bimmelbahn für 7 € pro Person. Mein Ziel: die Basilika Notre Dame de la Garde, die hoch über der Stadt auf einen Kalkfelsen thront. 20 Minuten später, und 160 Meter höher, stehe ich am Fuße der Goldenen Madonna. Von hier habe ich einen herrlichen Blick über die Stadt, die leider noch immer im Dunst liegt. Ein eiskalter Wind pfeift mir um die Ohren. Die Wolken reißen mitunter auf – ich bin gut drauf.

Zurück in der Stadt, laufe ich durch kleine Gassen, vorbei an hübschen Boutiquen und über den Obst- und Gemüse-Markt im Stadtteil Noailles, bis ich die ehemalige Prachtstraße La Canebière kreuze. Ich schlage die Richtung zur Rue de la Republique ein. Eine imposante Einkaufsstraße von wunderschönen Häusern und Cafés gesäumt. Hier halte mich links, biege in die Rue Mery ein und finde mich im Quartier du Panier wieder – der Altstadt Marseilles. Enge Stufengassen, alternative Cafés und unzählige Kunstateliers prägen das Milieu. Mein Rundgang endet an der Cathédrale de la Major.

Mittlerweile scheint die Sonne, dennoch bin ich völlig durchgefroren. Ich setze mich in eines der Cafés an der Uferpromenade. Café au lait und ein Tarte au Citron. Der perfekte, französische Abschluss für einen sehr kalten – aber wunderschönen Tag in Marseille.


Überraschung. Sorpresa! Schneeregen und es ist kalt. „…es hat seit etwa sechs Jahren nicht mehr geschneit in Barcelona …” informiert uns unser örtlicher Reiseleiter im Reisebus. Eine Ironie des Schicksals. Spanien, Süden, Palmen, Meer … da gehören weiße Flocken einfach nicht hin!

 

Einige Passagiere besuchen das Cap Nou, das Stadion des legendären FC Barcelona. Andere haben sich für das Benediktinerkloster Montserrat entschieden. Ich freue mich auf eine klassische Stadtrundfahrt. Wir besuchen den Park Güell – mit dem berühmten Terrassenplatz. Mosaiksteine schmücken die sich um den Platz schmiegenden Bänke. Spanische Gitarrenklänge … etwas weiter entfernt spielt eine Band. Und dann kommt sogar die Sonne 'raus, ihre Strahlen erwecken die Farben auf diesem Platz zum Leben.

Eine Hänsel- und Gretel-Szenerie? Zwei Pförtnerhäuser ganz im Stil der Knusperhäuschen der bösen Hexe bilden den Haupteingang des Parks. Die Stufen hoch zur Terrasse werden von Brunnen geziert. Ich genieße diese fröhliche, bunte Welt Gaudis und würde so gerne noch bleiben – doch der Reiseleiter hält schon wieder das Gelbe Schild mit der Nummer 4 nach oben …

Die Busfahrt führt durch die Innenstadt und ich bekomme einige der Gaudi-Gebäude zu sehen – leider nur für diejenigen, die auf der richtigen Busseite sitzen – denn Zeit zum Aussteigen und zum Fotografieren ist nicht. Ich bin fasziniert von der Pracht Barcelonas und Gaudis Bauweise, die von der Natur vorgegebenen Formen und Materialien für seine Kreationen zu nutzen, um so eine Fantasiewelt zu erschaffen. Bunt und fröhlich, bizarr und – mitunter – unwirklich. Mitreisende ziehen Vergleiche zu Hundertwasser in Wien. Aber auch nur solange, bis wir die Kathedrale Sagrada Família erreichen. Staunend steht unsere Gruppe vor der Fassade. Ihr unvergleichliches Erscheinungbild mit viel Liebe zum Detail machen die Sagrada Família zu einem einzigartigen Bauwerk. Der Bau ist bis heute nicht vollendet. Wie ich vom Reiseleiter erfahre, wird der gesamte Bau durch Spendengelder finanziert. Im fertigen Zustand soll die Kathedrale einmal 18 Türme besitzen. Für diesen Ausbau müssen leider einige Wohnhäuser weichen.

Auch hier in Barcelona entdecke ich den Hop On and Off Bus (22 €). Klarer Vorteil dieser Art des Sightseeing ist die freie Verfügung seiner Zeit. Ich bin neidisch und darum melde ich mich nach unserem Stadtrundgang auch beim Reiseleiter ab und gehe alleine von der Altstadt, durch die kleinen Seitengässchen Richtung La Rambla.
Heute ist Sonntag. Trotzdem habe ich genügend Möglichkeiten, um das ein oder andere Mitbringsel zu besorgen. Musiker und Straßenkünstler, Tier- und Handwerks-Flohmärkte sowie Blumenhändler füllen die Promenade. Am Ende der Rambla stoße ich auf Christoph Kolumbus, der hoch auf einer Säule über den Hafen von Barcelona wacht. Ich möchte gar nicht loslassen – zu vieles gibt es hier noch zu entdecken. Doch das Schiff wartet nicht. Von Deck 10 blicke ich nochmals auf die Stadt zurück.


Es ist traurig, schon wieder regnet es. Um 11:45 Uhr muss ich mich im Palace Theatre einfinden und auf den Aufruf zum „Ausflug zur Alhambra” warten. Drei Stunden nach unserer Abfahrt sind wir da. Eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas steht hoch über Granada. Alhambra – die Rote. Es ist nahezu unmöglich, die faszinierende Architektur auf Bildern fest zu halten und noch unmöglicher, sie in Worte zu fassen. Wir besuchen im Eiltempo alle wichtigen Gebäude der Anlage: der Botschaftersaal, die Festung, die Nasridenpaläste und die Gärten. Leider ist der bekannte Löwenhof im Umbau – der Brunnen ist durch ein Gerüst teilweise verdeckt und die Löwen sind gar nicht erst anwesend. Ich weiß nicht, wo ich hinschauen soll. Nach unten, um nicht versehentlich über einen der unzähligen Wasserkanälen zu stolpern oder nach oben, um die fantastische maurische Architektur zu bewundern oder einfach gerade aus, um die schönen Brunnen und die bunten Kacheln an den Wänden zu betrachten. Eine einzigartige Anlage, die 1984 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.


„Salam” im Land des Hummus und des Minztees. Eine weitere lange Busanreise steht mir bevor. Vier Stunden soll es dauern bis wir von Casablanca, wo es im Übrigen in Strömen regnet, in der Königsstadt Marrakesch ankommen. Lange Gesichter unter den Passagieren – das Wetter deprimiert. „Das Schicksal kann man nicht bekämpfen”, sagt unser marokkanischer Reiseleiter. Aber er werde in seinem Morgengebet um gutes Wetter bitten. Kurz vor Marrakesch endet die Wolkendecke aprupt und mit einem strahlend blauen Himmel heißt die Perle des Südens uns Touristen willkommen.

Einen kurzer Fotostopp am Wahrzeichen Marrakeschs – der Koutoubia Moschee (Moschee der Buchhändler) und weiter geht’s zum Palais de la Bahia. Ich rieche den Duft von Zedernholz und Orangen. Bunte Kacheln, unzählige Schnitzereien und Gärten mit Orangenbäumen verleihen diesem Ort eine angenehme Atmosphäre.

Durch eines der vielen Stadttore Marrakeschs trete ich ein in eine magische Welt aus 1001 Nacht. Ich „wandle” durch die Schmiedegasse, die Ledergasse ... vorbei an Garküchen und Gewürzständen. Mir wird ganz schwindelig von den Düften und den Farben dieser Stadt. Anders als in Tanger sind die Händler hier keineswegs aufdringlich. Es wirkt entspannend und beruhigend, mich auf diese Stadt einzulassen und sie in vollen Zügen in mich aufzunehmen. Die Gassen werden enger und enger. Bunte Schalen, schmiedeeiserne Lampen, bunte Ledersandalen – ich bin erschlagen von dieser „Zeitreise”.

Auf dem Platz Djemaa el Fna, dem Platz der Geköpften, fühle ich mich wie in einer Filmkulisse. Schlangenbeschwörer, Märchenerzähler, Gaukler und Akteure. Durch all dies schaffte es dieser Ort der Magie, auf die Liste der neuen Welterbe-Kategorie der UNESCO: „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit”.

Im Alten Hafen mit Blick auf die Wallfahrtskirche Notre Dame de la Garde, das Wahrzeichen von Marseille.

Notre Dame de la Garde mit der Goldenen Madonna.

Der Altar der Wallfahrtskirche ...

... und der Blick in die Kuppel.

Die Freitreppe zum Hauptbahnhof in Marseille.

 

In Marseille war der Frühling noch nicht angekommen.

Freitreppe im viel besuchten Park Güell in Barcelona.

Blick von der Terrasse im Park Güell auf Barcelona.

 

Hier „wächst” der Kathedrale Sagrada Família ein neuer Turm.

Geradezu unglaublich ist die Vielfalt der einzelnen Details an dieser Sagrada Família in Barcelona

Gaudi hat man im Park ein Museum gewidmet, das auch gut besucht wird.

Barcelona ist eine Stadt der Kunst und der Künstler, auch der Lebenskünstler.

Christoph Kolumbus wacht hoch auf einer Säule über den Hafen von Barcelona.

Alicante-Panorama mit Strand, Yachthafen und Hafen.

Verspielte und liebevoll gepflegte Altstadt unterhalb der Festung in Alicante.

 

Ein venezianischer Palazzo in Alicante?

Ankunft in Gibraltar gegen 6.30 Uhr am Morgen.

Der Besuch in Tanger ist nur kurz auf dieser Reise.

Auf dem Platz Djemaa el Fna – dem Platz der Geköpften – in Marrakesch.

Die Koutoubia Moschee, Wahrzeichen Marrakeschs.

Der Bahia Tempel in Marrakesch.

Eine Gasse in der Medina von Marrakesch.

Auf dem Marktplatz in der Medina Marrakeschs.

 

Schlangen-

beschwörer

auf dem Platz

der Geköpften

in Marrakesch.

Im Myrtenhof der Alhambra von Granada.

In der Alhambra von Granada. Feinste Steinarbeiten in der Halle der zwei Schwestern.

Auch die schönste Reise geht zu Ende, die LOUIS MAJESTY läuft wieder in Genua ein.


Das Foyer der LOUIS MAJESTY ist der zentrale Punkt im Schiff – Crossroad Hall genannt, mit Rezeption und Ausflugsbüro.

 

Dann ein erster Rundgang durch Schiff mit kurzem Besuch im Shopping-Bereich.

 

Die Boutique ist gut sortiert.

Im Café Royal hat man eine hervorragende Aussicht.

 

Der Fitness-Bereich wird auch schon genutzt.

Die Bücherei mit Internet-Café.

 

Im Theater ist noch kein Betrieb.

Im Empfang des Beauty Salons.


Im Massageraum des Wellness Centers.

Abendliche Showtime im Palace Theatre.


Eine Kabine, in der man sich richtig wohlfühlen kann und ruhig schläft.

In Barcelona – es ist der 14. Februar – trauen sich die ersten Passagiere in einen Whirlpool.