SOMMER AUF DER ELBE

AUSGABE 2/2010


Foto: GFDL Hedwig Stroh

Blick von der Bastei in der Sächsischen Schweiz elbaufwärts in Richtung Rathen. Rechts der Aussichtspunkt der Bastei.

 

Eine Flussreise von Prag nach Berlin oder umgekehrt, das ist eine Reise durch unberührte Naturlandschaften wie das brandenburgische Havelland, das bizarre Elbsandsteingebirge mit seinen Schlössern und trutzigen Burgen oder die Böhmische und Sächsische Schweiz.

Vorbei an malerischen Städten mit langer Geschichte, unsterblich verbunden mit den Namen von Kaisern und Königen, wie Friedrich dem Großen, Otto I. und Karl IV. Berühmt auch durch Erfinder, Schriftsteller und Künstler, durch prachtvolle Bauwerke und die Schönheit ihrer Lage.
Abwechslungsreiche Landschaften, weite Felder und hohe Schluchten säumen den Weg auf dieser Elbe-Kreuzfahrt.
Auf der Reise, der sogenannten „Bergfahrt” über Melnik, Litomerice, Decin und Bad Schandau, halten Sie zunächst in Dresden. Der Zwinger und die Semperoper sind die kulturellen Wahrzeichen der Stadt. Die wieder aufgebaute Frauenkirche sowie das Neue Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss mit über 1000 Exponaten der ehemaligen Schatzkammer sind sicherlich einen Besuch wert.
Danach folgt Meißen. Gelegen in einem der kleinsten Weinbaugebiete Deutschlands, Sachsen, hat man die Möglichkeit, die einheimischen und unbekannten Weine der Region zu kosten.


Es gilt als eines der kleinsten Weinanbaugebiete Deutschlands und das nordöstlichste Europas: das sächsische Elbland. Schon seit über 800 Jahren setzen hier die Winzer auf die besonders milden Sommer, um ihre Reben zu kultivieren. Vor allem weiße Rebsorten gedeihen in den Terrassen- und Steillagen rund um Dresden und Meißen prächtig – unter anderem Müller-Thurgau, Riesling und Traminer, Weiß- und Grauburgunder –, aber auch Rotwein und Sekt werden produziert. Beneidenswert sind die Ausblicke, die die Trauben inmitten dieser einmaligen Kulturlandschaft haben, liegen ihnen doch ebenso malerische wie historische Städte und die Elbe, die seinerzeit Romantiker inspirierte, zu Füßen.
„Um das außergewöhnliche Weinland an der Elbe zu besuchen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum Beispiel eine Fahrt entlang der Sächsischen Weinstraße. Am bequemsten ist jedoch die Flusskreuzfahrt”, finden die Gäste.
Ebenfalls empfehlenswert: eine einwöchige Elb-Passage von Magdeburg bis nach Melnik vor den Toren Prags. „Die Route ist an landschaftlichen, architektonischen und kulturellen Höhepunkten kaum zu überbieten. Während Bett und Kleiderschrank auf dem „schwimmenden Hotel” mitreisen, unternehmen die Kreuzfahrer  abwechslungsreiche Ausflüge, zum Beispiel zur Meißener Porzellanmanufaktur, zur Dresdner Frauenkirche oder in das Elbsandsteingebirge.
Weinliebhaber zieht es zur ältesten Sektkellerei Sachsens, dem zwischen Dresden und Meißen gelegenen Weingut Schloss Wackerbarth. Das Barockschloss mit Gartenanlage wurde 1728 bis 1729 gleichsam in die Radebeuler Weinberge hinein gebaut. Bei einer Führung können die Kreuzfahrer einige der edlen Tropfen verkosten.


Ein weiterer Höhepunkt ist die Fahrt durch das Elbsandsteingebirge. Die bizarren Felsformationen sind einmalig schön und am besten von der Festung Königstein aus zu sehen.
In Wittenberg starten Sie den Ausflug zur Lutherstadt und zum Wörlitzer Park. Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16. Jahrhundert. Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude zählen zu den bedeutendsten der deutschen Geschichte.
Zum Abschluss Ihrer Reise steht oftmals Preußens ehemalige Residenzstadt Potsdam auf dem Programm. Die bezaubernden Schlossanlagen von Sanssouci lassen Sie in einer längst vergangenen Epoche wandeln. Eine Reise voller Höhepunkte geht in Berlin-Spandau zu Ende.

Samstag: Prag-Einschiffung
Dieser erste Tag steht ganz im Zeichen der „goldenen Stadt” Prag. Freuen Sie sich bei Ihrer Ankunft auf eine lebendige Stadt und erkunden Sie den Wenzelsplatz, den Karlsplatz sowie die Prager Burg und den Veitsdom, um nur ein paar der wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu nennen.

Am späten Nachmittag erfolgt die Einschiffung in Prag. Nach dem Abendessen hat man Zeit, Prag auch einmal bei Nacht kennen zu lernen, das Schiff liegt im Zentrum.

Sonntag: Prag-Schleuse Roztoky-Schleuse Horin-Lovosice-Velke Zernosky
Das Schiff verlässt frühmorgens Prag und nimmt Kurs auf die Schleuse Roztoky.
Hier beginnt die Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt Tschechiens. Der historische Kern der „goldenen Stadt” gruppiert sich um die Moldauschleife und bietet mit seinen zahllosen Türmen und Kuppeln, dem von stattlichen Brücken überspannten Fluss, und der eindrucksvollen Silhouette des Hradschin. Am Nachmittag gleitet das Schiff die Elbe abwärts, vorbei an kleinen Dörfern und Städtchen. Übernachtungsstopp in Velke Zernosky.

Montag: Velke Zernosky-Bad Schandau-Dresden
Frühmorgens nimmt das Schiff wieder Fahrt auf. Am Vormittag zieht das imposante Elbsandsteingebirge vorüber. In Bad Schandau kann man mittags das Schiff verlassen und auf dem Landweg den 361 Meter hohen Königstein mit der gleichnamigen Festung besichtigen. Außerdem sieht man die faszinierenden Felsen der Bastei am gegenüberliegenden Elbufer und den 200 Meter hoch aufragenden Basteifelsen, der zu den schönsten natürlichen Aussichtspunkten Europas zählt. Das Schiff fährt unterdessen weiter nach Dresden und passiert von der Wasserseite die Bastei und die Sächsische Schweiz.

Dienstag: Dresden-Meißen
Vormittags besichtigt man die historische Residenzstadt Dresden. Die wichtigsten und schönsten Punkte aus der Vielfalt der Sehenswürdigkeiten sind die Frauenkirche, der Zwinger, das Grüne Gewölbe, die Semper-Oper, die Brühlsche Terrasse oder das Albertinum. Mittags setzt das Schiff die Reise fort und macht am Nachmittag in Meißen, der Stadt der blauen Schwerter, fest. 1710 wurde die königliche Porzellan-Manufaktur auf der Albrechtsburg gegründet, seither genießt sie Weltruf. Aber auch die Frauenkirche, das spätgotische Rathaus, die Nicolaikirche und der Dom sind wichtige, historische Bauten.

Mittwoch: Meißen-Wittenberg-Aken-Magdeburg
In den frühen Morgenstunden nimmt unser Schiff wieder Fahrt auf. Heute Mittag steht die Lutherstadt Wittenberg auf dem Flusskreuzfahrtprogramm. Als Ausgangsort der lutherischen Reformationsbewegung war die alte Universitätsstadt einst ein geistiges und kulturelles Zentrum in Mitteleuropa. 1517 schlug Martin Luther die 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche. Der Ausflug führt auch in den Wörlitzer Landschaftspark. Die Ausflugsgäste werden gegen Abend in Aken wieder zusteigen, wo kurz gestoppt wird. Spätabends erreichen Sie Magdeburg.

Donnerstag: Magdeburg-Burg-Ketzin
Magdeburg liegt am Ostrand der fruchtbaren Magdeburger Börde. Bekannt geworden ist sie als Wirkungsstätte des Naturforschers und Diplomaten Otto von Guericke und als Geburtsort des Komponisten Georg Philipp Telemann. Eine Stadtrundfahrt verspricht interessante Eindrücke. Das Schiff fährt unterdessen weiter bis nach Burg. Über das Wasserstraßenkreuz Magdeburg geht die Fahrt nun weiter bis nach Ketzin, wo nachts festgemacht wird.

Freitag: Ketzin-Potsdam-Berlin-Spandau
Morgens erreicht man Potsdam. Diese Stadt bezaubert nicht nur mit ihrem weltberühmten Schloss Sanssouci und seinen Gärten. Namen wie die Babelsberger Studios, das holländische Viertel und Schloss Cecilienhof sind fest mit Potsdam verbunden. Aber auch Berlin selbst darf man nicht versäumen. Nach kurzer Fahrt steuert das Schiff am frühen Nachmittag die deutsche Hauptstadt an.

Samstag: Berlin-Spandau-Ausschiffung
Von Berlin tritt man die individuelle Heimreise an.


Die Elbe (tschechisch: Labe) ist ein mitteleuropäischer Strom, der in Tschechien entspringt, durch Deutschland fließt und in die Nordsee mündet. Sie ist der einzige Fluss, der das von Mittelgebirgen umschlossene Böhmen zur Nordsee hin entwässert. Zu bekannten Gewässern ihres Einzugsgebiets gehören die Moldau, die Spree und die Saale sowie die Müritz. Im Oberlauf durch die Mittelgebirge geprägt, folgt sie im weiteren Verlauf zwei Urstromtälern des Norddeutschen Tieflands.
Ihre Gesamtlänge beträgt 1252 Kilometern (Platz 13 in Europa; deutscher Anteil: 727 Kilometer). Sie fließt u.a. durch die Städte Dresden, Magdeburg und Hamburg und mündet schließlich in Höhe der Kugelbake bei Cuxhaven in die Nordsee.
Als großer, direkt ins Meer mündender Fluss wird die Elbe als Strom eingestuft. Die Elbe weist zwar zahlreiche Einrichtungen und Dämme zum Hochwasserschutz auf, führte aber dennoch im letzten Jahrzehnt einige katastrophale Hochwässer, die im Mittel- und Unterlauf große Schäden anrichteten. Diese auffällige Häufung ist zu einem wesentlichen Teil nicht naturgegeben, sondern vom Menschen verursacht, insbesondere durch die zunehmende Verbauung oder Regulierung.

Veranstalter von Elbe-Kreuzfahrten

nicko tours · Phoenix Reisen · plantours&partner · TransOcean · TUI Flüsse ·

Viking Flusskreuzfahrten

 

Reisezeit März bis Oktober

 


 

Foto: Ellert & Richter Verlag, Hamburg

 

Die Elbe

Von der Quelle bis zur Mündung

Wolfgang Tschechne und Georg Jung

 

Die Elbe, Lebensader in der Mitte Europas, durchfließt auf der Reise vom Riesengebirge bis Cuxhaven vielgestaltige Flusslandschaften, die zu den schönsten Europas zählen. Wolfgang Tschechne, viele Jahre Feuilletonchef der Lübecker Nachrichten, und der Hamburger Fotograf Georg Jung haben diese Schönheiten in einem großen Bildband eingefangen. Tschechne erzählt darin farbig von Menschen und ihrer Beziehung zu dem Strom, an dem sie siedelten. Er spaziert durch Landschaften, Städte und Dörfer, spürt Historie und Histörchen nach, verweilt bei imponierenden Bauten und Schlössern, und man spürt in jeder Zeile seine Begeisterung. Dazu machen die großformatigen Farbfotos von Georg Jung deutlich, was die Faszination dieser Landschaft ausmacht und wie der Strom die schöpferische Kraft der Menschen durch die Jahrhunderte anregte. Das Buch fordert dazu heraus, sich entdeckend auf den Weg entlang der Elbe zu machen ...

Erschienen im Ellert & Richter Verlag, Hamburg (ISBN 3-8319-0214-3). 96 Seiten mit 47 Abbildungen, Format 24x32 cm, Hardcover, 14,95 € (D), 15,49 € (A), 26,90 CHF.

Ellert&Richter/Die Elbe


Literatur für unterwegs

Martin die Schulze: Die Elbe – ein Flussreiseführer (ISBN 978-3-899-61009-3),

Die Moldau – ein Flussreiseführer (ISBN 978-3-899-61006-2)


Foto: Georg Jung, Hamburg

Blick über die Elbe auf die Altstadt von Kolín südlich von Prag mit den Türmen von St. Bartholomäus.

 

Foto: GFDL Patrick-Emil Zörner

Moldau-Blick auf einen Stadtteil von Prag.

 

Foto: GFDL Frank Spakowski

Die Prager Burg, Hračany oder Hradschin genannt, und die Karlsbrücke.

 

Foto: Georg Jung, Hamburg

Die Stadt Děčín und das Schloss liegen am rechten Elbufer an der Einmündung der Bolzen und nur etwa 10 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

 

Foto: GFDL Andreas Steinhoff

Die Bastei-Brücke im Elbsandsteingebirge.

 

GFDL Andreas Steinhoff

Blick von der Bastei aus über das Elbtal.

 

Foto GFDL Ronny Kreutel

Die wieder aufgebaute Dresdner Frauenkirche am Neumarkt.


Foto: GFDL Kay Körner
Blick von der Frauenkirche auf die Augustusbrücke und das Dresdner Elbtal.

Foto: GFDL Adam Kumiszcza

Die Moritzburg ist ein Jagdschloss nördlich von Dresden und ein beliebtes Ausflugsziel der Landgänger.

Foto: GFDL Sir Gaiwain

Meißen und die Albrechtsburg, dahinter der Dom.

 

Foto: GFDL

Im Innenhof des Schlosses Hartenfels in Torgau.

Foto: GFDL Michael Sander

Melanchton-Denkmal auf dem Marktplatz von Wittenberg.

Foto: GFDL

Das ist die Tür

zur Schlosskirche, an die Luther seine 95 Thesen anschlug.

Foto: GFDL Doris Antony, Berlin

„Der Fährmann” und fünf Reliefs mit Szenen der Magdeburger Stadtgeschichte.

 

Foto: GFDL Rolf Lotys

Springbrunnen auf dem Marktplatz in Aken an der Elbe.

Foto: GFDL Nikater

Das Wörlitzer Schloss im Dessau-Wörlitzer Gartenreich.

 

Foto: GFDL Erbanor

Der Venustempel im „Englischen Garten” des Wörlitzer Parks.

Foto: GFDL Times

Schloss Babelsberg an der Havel zwischen Potsdam und Berlin.