AUSGABE 1/2010


Deutlich erkennbar die offenen Bereiche Royal Promenade, Central Park und Boardwalk mit Aqua Theater (von rechts nach links).

 
 

Fort Lauderdale, 2. Dezember 2009, Warteschlange am Terminal 18: „Dass so ein Kasten überhaupt schwimmt”, wundert sich der Eine, „Guck mal, das Riesenloch ganz hinten – sieht aus, wie noch nicht ganz fertig”, ergänzt seine Nachbarin, „Einen Schönheitswettbewerb würde der Pott nicht gewinnen”, meint ein Dritter. Die Rede ist von der OASIS OF THE SEAS.

Tatsächlich erinnert das größte Kreuzfahrtschiff der Welt eher an einen Hochhaus-Komplex als an einen eleganten Ozeanliner. Suitengäste gerade aus, Repeater mit dem Status „Diamond, Vielfahrer mit mindestens zehn absolvierten Reisen also, nach rechts, alle anderen nach links. Wer seine Hausaufgaben erledigt, seinen SeaPass nach Eingabe von Passdaten und Kreditkartenangaben schon vor dem Abflug ausgedruckt hat, ist nach nicht einmal 30 Minuten an Bord – Sicherheits-Kontrollen und obligatorisches Begrüßungsfoto inklusive. Und landet mitten auf der Royal Promenade, einem der sieben so genannten „Lifestyle-Areale. Breiter als so manche Fußgängerzone hierzulande und belebt wie die Mönckebergstraße zur Weihnachtszeit. Soeben setzt sich die voll besetzte Rising Tide Bar in Bewegung – gemächlich transportiert sie ihre Cocktailschlürfenden Insassen drei Decks nach oben. Geradewegs in den Central Park mit seinen exakt 12.175 Pflanzen, Büschen und Sträuchern – ein ausgeklügeltes unterirdisches Bewässerungssystem macht’s möglich. Manchmal gibt’s auch eine Dusche vom Himmel, denn Park sowie der sich anschließende Boardwalk sind nach oben offen. Umringt von Restaurants, Cafés, Shops – und Kabinen. Die haben zwar meist einen Balkon, aber wie in El Arenal, Benidorm oder Playa del Ingles blickt man seinem Gegenüber direkt ins Zimmer, pardon in die Kabine. Vergisst der, nach Einbruch der Dunkelheit die Vorhänge zuzuziehen, wird man ungewollt zum Voyeur.

Der kleine Hunger meldet sich und kann gleich in einer der „Erlebniswelten gestillt werden. Kostet allerdings meist extra. Ein – sehr guter – Burger im Johnny Rockets samt French Fries, Coke und / oder Milchshake beispielsweise 4,95 US$, Fisch & Chips im Seafood Snack 7,95 US$ oder ein dreigängiges Menü in Giovannis Table 10 US$. Zum Nulltarif gibt‘s die Büffets im Windjammer und im Solarium oder Snacks in diversen Cafés. Eigentlich sollen die allgegenwärtigen Monitore Auskunft über die Auslastung der Restaurants geben. Grün für freie Plätze, gelb für geringe Wartezeit und rot für voll belegt. Leider aber stimmen Anzeige und Realität auch nicht ansatzweise überein. Eine Kinderkrankheit, die kurzfristig ausgemerzt werden soll.

Das schiffsinterne „Leitsystem funktioniert dagegen umso zuverlässiger: Kabinen-Nummer eintippen und den Anweisungen folgen: zwei Decks nach oben, erst rechts, dann links, dann geradeaus – schon ist die Unterkunft für die nächsten Tage erreicht. Die ist je nach gebuchter Kategorie zwischen 13,80 (Innen) und 141 Quadratmeter groß (Royal Loft Suite mit zusätzlich fast 80 Quadratmeter großer Terrasse). Auf die gleiche Weise lassen sich sämtliche Räumlichkeiten orten – das von anderen Schiffen gewohnte Umherirren während der ersten Tage ist – theoretisch zumindest – ausgeschlossen. Ein Sender (am Kinderarm) samt dazu gehörigem Empfänger (in Elternhand) erleichtert die Suche nach den lieben Kleinen. Mittels nur an Bord funktionierender iPhones (17,50 US$ Leihgebühr pro Reise) bleibt man zusätzlich in Kontakt. Macht auch Sinn, denn in der Youth Zone sind Erwachsene unerwünscht. Die haben im weitläufigen, lichtdurchfluteten Solarium auf Deck 15 und 16 ihr ureigenstes Refugium. Den angekündigten echten Sandstrand sucht man vergeblich


– technische Probleme bei der Erprobung haben dessen Realisierung verhindert. Dafür gibt es im Hauptrestaurant eine interessante Neuheit – Enomatic-Spender zur Weinverkostung: Kabinenkarte einstecken, Sorte und Menge wählen, schon zapft der Automat direkt aus der Flasche. Deren Inhalt bleibt angeblich bis zu 3 Wochen nach der Öffnung qualitativ einwandfrei.

Über 60 Unterhaltungsmöglichkeiten listet der tägliche Cruise Compass auf. Wasser- und Eislaufshows á la Esther Williams oder Holiday on Ice sind ebenso ein „Muss wie Hairspray, die weltweit erste Musicalproduktion auf den Weltmeeren. Wer vor Reisebeginn vom heimischen PC aus oder an Bord über das interaktive Kabinen-TV reserviert hat, ist fein raus. Wie auch das Online-Ausfüllen des „Haftungsausschluss-Formular langes Anstehen bei Kletterwand, Flowrider® oder Zip Line erspart.

Fast geräuschlos hat der Koloss mittlerweile abgelegt – Kurs Karibik. Kaum ein Passagier hat es bemerkt. Es gibt doch so viel zu sehen, zu staunen und zu bewundern. Und so viele Möglichkeiten, sein Geld auszugeben. Im Kasino, den zahlreichen Boutiquen und Läden. Im riesigen Spa kostet eine Restylane-Lippenbehandlung schlappe 700 US$. Da sind die Gesichtsmaske aus 24-karätigem Gold für 325 US$ oder Botox-Spritzen für 300 US$ wahre Schnäppchen. Weshalb die hauptsächlich amerikanische Klientel froh ist, dass in der ersten Saison sowohl auf der östlichen wie auch der westlichen Route nur jeweils drei Häfen angesteuert werden und reichlich Seetage zur Verfügung stehen. Was zum einen daran liegt, dass längst nicht jede Karibikinsel die notwendige Infrastruktur für das Riesenschiff bietet. Zum anderen versucht Royal Caribbean International (RCI) – wie andere Reedereien auch – sinkende Reisepreise durch höhere Bordumsätze zu kompensieren. „Der Gast muss nicht das Bedürfnis haben, von Bord zu gehen, bringt es Tom Fecke, Leiter der RCI-Niederlassung in Frankfurt am Main, auf den Punkt. „Größer bedeutet nicht automatisch besser ergänzt Reedereichef Adam Goldstein, „uns geht es vielmehr darum, unseren Gästen ein Höchstmaß an unvergesslichen Erlebnissen, wunderbaren Einrichtungen und interessanten Aktivitäten auf See zu bieten. Diesem Anspruch wird die OASIS OF THE SEAS vollauf gerecht: Ein schwimmender Mix aus Freizeitpark, Las Vegas, Hollywood, Broadway und – auch – Kreuzfahrtschiff.

www.rccl.de · www.rccl.de/oasis_countdown.htm

Baukosten ca. 932 Millionen Euro · 225.282 BRZ · 360 Meter Länge · 64 Meter Breite · 65 Meter Höhe (ab Wasserspiegel) · 9,10 Meter Tiefgang · maximal 24 Knoten · 16 Gästedecks · 2700 Kabinen (1956 mit Balkon – 254 außen – 490 innen) · 37 Kabinenkategorien · 5400 Passagiere (6296 inklusiv Zusatzbetten) · 2165 Besatzungsmitglieder aus 71 Ländern · 24 Restaurants, Cafés und Bistros · 37 Bars · 4 Pools · 10 Jacuzzis · Minigolfanlage · Volleyball- + Basketballplatz · Kletterwände · Flowrider (Surfsimulatoren) · ZipLine · Joggingbahn · Route (jeweils 7 Tage): Westliche Karibik = Charlotte Amalie/St. Thomas, Philipsburg/St. Maarten und Nassau/Bahamas – Östliche Karibik = Falmouth/Jamaika, Cozumel/Mexiko und Labadee/Haiti · Preise (pro Person): ab 639 € (innen) · Zuzahlung in den Restaurants (Dinner): 15 bis 75 US$ (Chef’s Table – sechsgängiges, vom Küchenchef und einem Sommelier begleitetes, Menü) · Youth Zone mit Kinderbetreuung von 6 Monaten bis 17 Jahren.

Ganz schön hoch: Kletterwand mit Aqua Theatre im Hintergrund.


Im Flowrider®: Die Strömung ist nicht ohne.

Langsam pendelt die Rising Tide Bar zwischen Central Park und Royal Promenade.


Blick von einer „Innenkabine mit Balkon”.


CARNIVAL DREAM auf großer Fahrt.

 
 

… betont Micky Arison, oberster Chef von Carnival Cruise Line, am Rande der Tauf-Feierlichkeiten für die CARNIVAL DREAM in New York. Wenn man weiß, dass er die absolute Nummer 1 im Kreuzfahrtgeschäft ist, vermag man sein spitzbübisches Grinsen richtig zu deuten.

Niemand befördert weltweit mehr Kreuzfahrtgäste, keiner verfügt über mehr Cruise Liner oder nennt mehr Reedereien sein eigen. Was macht es da schon, wenn die Konkurrenz immer neue Superlativen in Sachen Tonnage vermeldet? „Wir haben in die CARNIVAL DREAM unsere gesamten Erfahrungen aus nunmehr fast vierzig Jahren Kreuzfahrtbusiness eingebracht, verkündet Arison stolz, „und müssen uns nicht am stetigen Wettrennen um noch längere, noch breitere, noch höhere Neubauten beteiligen. Immerhin stellt die DREAM auch für Carnival eine neue Bestmarke auf – mit 130.000 BRZ ist sie die Größte der Flotte. Und wird wie ihre 21 Schwestern ausschließlich ab amerikanischen „Home Ports unterwegs sein. Nach ihrem kurzen Europa-Intermezzo im Herbst 2009 bezog die „Neue mittlerweile ihren Basishafen  Port Canaveral (Orlando) und steuert von dort aus ganzjährig die Karibik an. Die östliche Route wartet mit gleich drei „Fun Days At Sea auf. Dazwischen werden Nassau auf den Bahamas, St. Thomas auf den Virgin Islands sowie St. Maarten auf den Niederländischen Antillen angelaufen. Exotischer die Häfen des Törns „Westliche Karibik – Cozumel und die Costa Maya in Mexico, die zu Honduras gehörende Isla Roatan und das einzige englischsprachige Land Mittelamerikas – Belize.

Die DREAM repräsentiert eine für Carnival neue Schiffsklasse. Bei einem ersten Rundgang ist man zunächst etwas erstaunt: Ist das tatsächlich ein Fun®-Schiff? Sicher – es ist bunt. Aber längst nicht so „glitzy wie die Vorgänger, in den Treppenhäusern sogar fast etwas trist. Designer Joe Farcus beschreibt das sich über elf Decks erstreckende Atrium als „The gateway to what I hope will be the dream cruise. Italienischer Marmor, polierte Kupferplatten und gelb illuminierte Glaspanelen gehen eine mehr oder weniger gelungene Symbiose ein. Äußerst einladend dagegen die um das ganze Schiff führende Promenade mit Outdoor-Café, reichlich Liegestühlen und vier über das Deck hinausragende, quasi über dem Wasserspiegel „schwebende, Whirlpools.

Nicht nur der Nachwuchs dürfte von „WaterWorks mit seinen bis zu 93 Meter langen und über vier Decks reichenden, Rutschen begeistert sein. Rund 625.000 Kids reisen pro Jahr mit Carnival – mehr als mit allen anderen nordamerikanischen Reedereien zusammengenommen. Das „Camp Carnival ist für die „Kleinen (ab 2 Jahren) zuständig, „Circle C für die Zwölf- bis Vierzehnjährigen und der „Club O2 für die Teens. Allen gemeinsam ist die qualifizierte Betreuung der Youngster durch geschultes Personal. „Adults only gilt für das „Serenity – eine Wohlfühloase mit bequemen Deckchairs, „Kuschelinseln, Hängematten, Bar und zwei Jacuzzis. Gleich daneben das mit über 2200 Quadratmetern größte Spa für Carnival. Der Name ist Programm – „Cloud 9 lässt den Gast tatsächlich wie auf Wolken schweben.   Allerdings hat das seinen Preis: 35 US$ kostet der Tagespass, der die Benutzung des Thalassotherapy Pools und der verschiedenen Dampfbäder, ja sogar eines Schlammbades beinhaltet. Bewohner der 65 „Cloud 9-Kabinen haben freien Zugang, Fitnessraum und die Sauna sind für alle Gäste kostenlos. Letztere ist – ein Novum auf einem amerikanischen Schiff – nicht mehr strikt nach Männlein und Weiblein getrennt.

Die Liste buchbarer Treatments ist schier endlos – die „Bamboo Massage schlägt sich mit 143 US$ auf dem Kabinenkonto nieder, für das „Villa Massage & Bathing Ritual for Two sind 296 US$ zu berappen und die fünfzigminütige „Fire and Ice Manicure and Pedicure kostet 50 US$.

In Sachen „Essen und Trinken muss man sich bereits bei Buchung für eine  Alternative des „Total Choice Dining entscheiden. Dinner entweder um 18:00 bzw.


20:15 Uhr oder „Your Time Dining nach eigenem Gusto zwischen 17:45 und 21:30 Uhr. Im „Crimson auf Deck 4 oder im Büffetrestaurant „The Gathering. Zum Lunch kann man dort auf eine kulinarische Weltreise gehen: Das „Grand Buffet bietet einen Querschnitt internationaler Gerichte, die „Buritto Bar typisch Mexikanisches, der „Mongolian Wok brutzelt just in time Asiatisches, Indisches gibt es an der „Tandoor Station, vor den Augen der Gäste kreierte Sandwiches im „New York Style Deli, Hamburger und Dogs im „The Grill und Italienisches in der „Italian Pasta Bar. Hier ist die Auswahl besonders groß: Dreierlei Nudelsorten, kombinierbar mit vier Soßen und zwölf „Toppings wie Streifen von der Hähnchenbrust, Scampis etc. Die Zubereitung nimmt einige Zeit in Anspruch, aber das Warten lohnt sich. Pizzas allerdings sucht man hier vergeblich. Die gibt es – rund um die Uhr – ein Deck tiefer in „The Pizzeria. Und auch die Eisstation hat vierundzwanzig Stunden geöffnet. Besonders erfreulich: anders als bei den Mitbewerbern ist das meiste kostenfrei. Lediglich im als Steakhaus fungierenden „Supper Club wird eine Cover Charge fällig und Kaffee- samt Kuchenspezialitäten im „Plaza Cafe werden a la carte berechnet. Ansonsten (Originalzitat) „widerstehe man dem allgemeinen Trend, immer mehr Zuzahlrestaurants anzubieten. Menü- und Barkarten sowie Tagesprogramme sind auf Wunsch auch in deutscher Sprache erhältlich. Wie auch eine internationale Bordbetreuung vorhanden ist.

„Let’s the Fun beginn: Das Kasino ist riesig, Shoppingmeile und Theater nicht minder. Die extra für die DREAM einstudierte Produktionsshow „Dancin‘ in the Street ist ein buntes Spektakel für Augen und Ohren. Allabendlich wird Deck 5 zur Partymeile – die Musiker und Sänger in den zahlreichen Lounges und Bars begeistern ihr vorwiegend amerikanisches Publikum mit einem bunten Mix aus Jazz, Swing, Country und karibischen Rhythmen. Aber auch leisere Piano- und Geigentöne finden ihre Zuhörer. Sportliche Naturen haben „ihr Refugium auf dem „Dream Team Basketball-Court auf Deck 14. Weniger schweißtreibend ist der Minigolf-Parcours. Kapitän und Kreuzfahrtdirektor melden sich mit ihren Durchsagen jetzt auch visuell auf dem Flatscreen des „Seaside Theatre. Auch die neue Laser-Show wird durch Video-Einspielungen auf dem riesigen LED-Bildschirm komplettiert – dank modernster Computersteuerung präsentieren sich Licht und Ton absolut synchron. CARNIVAL DREAM erhält im Jahr 2011 Verstärkung durch die CARNIVAL MAGIC. Und ein drittes Schiff der Dream-Class wurde mittlerweile in Auftrag gegeben – Auslieferung in 2012.

Buchbar bei Inter-Connect Marketing, München, Carnival Cruise Lines

 

BRZ

130.000

Länge

306 Meter

Breite

37 Meter

Höhe/Tiefgang

48 / 8,20 Meter

Decks

14

Kabinen

1823

1145 außen (davon 817 mit Balkon)

678 innen

Passagiere

3652 (2er Belegung)

4631 (inklusiv Sofa- und Oberbetten)

Crew

1367

Bars und Lounges

10

Restaurants

4 (Büffetrestaurant mit verschiedenen Stationen)

Pools / Whirlpools

3 / 7

Bordsprache

Englisch

 

Blick auf einen über die Reeling hinausragenden Whirlpool.

 

Der Name ist Programm: Die Piano Bar.

Lidodeck tagsüber …


… und nachts mit Lasershow.


Von Genua aus wird die MS LOUIS MAJESTY zu ihren Fahrten ins Mittelmeer starten. Schiffsfoto auf Titel

 
 

Noch vor einigen Jahren waren Kreuzfahrten eine exklusive Angelegenheit für Gutbetuchte aus der Oberschicht und galten für Otto-Normal-Verbraucher als unbezahlbar. Von Preisen bis zu 15.000 Euro pro Person war die Rede, wenn man auf einem der gepriesenen Oceanliner eine adäquate Außenkabine buchen wollte.

Ohne auf das viel gerühmte maritime Ambiente verzichten zu müssen, ist heute eine Passage für jedermann erschwinglich.

Erst recht, wenn man sich für eine Mittelmeerkreuzfahrt mit Louis Cruise Line entscheidet, die mit sieben Schiffen in angemessener Größe die historischen Städte der traumhaften Landschaften rund um das Mittelmeer anlaufen. Denn besonders deutsche Kreuzfahrer tun sich mit Schiffen gigantischen Ausmaßes schwer, sie mögen es lieber bescheiden, beschaulich und möchten Land und Leute kennen lernen. Klassische Tempel und großartige Pyramiden, hohe Minarette und mit Arabesken verzierte Paläste, Kopfstein gepflasterte Gassen durch mittelalterliche Städte und gewundene Kasbahs, schlichte, weiß getünchte Kirchen und gewaltige Kathedralen, historische Bauwerke, atemberaubende Schlösser und mediterrane Häfen warten bereits, um entdeckt und besichtigt zu werden.


Zum Beispiel mit der MS LOUIS MAJESTY. Das neue Flaggschiff (Baujahr 1989) der griechisch-zypriotischen Reederei wurde am 21. Juli 1992 in New York von Liza Minelli getauft, 2004 um über 30 Meter verlängert und komplett renoviert. Seit Dezember 2009 ist es für Louis Cruise Line auf dem Mittelmeer unterwegs. Mit 207,20 Meter Länge und 11 Decks liegt es unübersehbar am historischen Cruise-Terminal-Gebäude in Genua. In strahlendem Weiß erwartet es mich und zahlreiche Passagiere. „Derzeit wird eine Tour zum Schnupperpreis von 299 Euro pro Person für die Standard-Innenkabine angeboten”, verrät ein Travel-Agent aus Wien. „Es geht für 13 Tage und 12 Nächte über Frankreich, Spanien und Marokko zu den Kanarischen Inseln und zurück nach Italien.” Im kühlen Januar (9° über Null, Regen aus trübem Himmel) natürlich ein Lockpreis. Dennoch könnte man richtig neidisch werden, denn leider bin ich mit 900 Reisebürokaufleuten aus Italien, Deutschland und Österreich nur für 22 Stunden zur Besichtigung auf der MS LOUIS MAJESTY.


An Bord finde ich mich gleich zurecht. Keine zeitraubenden Wege durch endlos lange und schmale Korridore sind notwendig, um in die solide eingerichteten Außen- und Innenkabinen zu gelangen. Stattdessen ein erstes Gespräch mit Gleichgesinnten, ein unkompliziertes Kennenlernen der Crew, die sich freundlich und zuvorkommend um jeden Gast bemüht, allerdings kein Deutsch spricht. Am elegantesten sind zweifellos die Suiten 901 und 903 mit Salon, Schlafgemach, Badezimmer und begehbarem Kleiderschrank auf Deck 9. Die jeweils 32 Quadratmeter großen Kabinen sind geschmackvoll eingerichtet und bieten neben einer gemütlichen Sitzgruppe sogar einen gläsernen Esstisch für das Candlelight-Dinner zu zweit. Das wohnliche Ambiente setzt sich über sechs Decks auch in den Junior Suiten, den Deluxe- und Superior-Kabinen, in denen warme Holztöne dominieren, fort. In den Standardkabinen innen wie außen geht es allerdings schlichter zu, außerdem sind sie drei Quadratmeter kleiner als die der 13 Quadratmeter großen Premiumklasse.


Eine Balkonkabine, von wo aus das Meer hautnah zu hören und sehen ist, gibt es auf der MS LOUIS MAJESTY allerdings nicht.

 


Hungrig zieht es mich zum Mittagtisch ins „Four Seasons Restaurant” auf Deck 5. Das Buffet verbindet mediterrane Vielfalt und internationale Gerichte, die jedem Passagiergeschmack gerecht werden. Während ich den Wein wähle, versichert mir der philippinische Steward im holprigen Englisch, dass ich vom frühen Morgen bis spät in die Nacht mit delikaten Speisen verführt werde. Zum Nachmittagskaffee gibt es eine große Kuchenauswahl, und beim Galadinner im feinen Zwirn werde ich am hübsch eingedeckten Tisch im „Seven Seas Restaurant” zu Mineralwasser und Wein mit einem vier Gänge-Menü bewirtet. Ich speise Melonenscheiben auf Parmaschinken, probiere eine Suppe aus passierten Karotten, mit Kürbis und Ingwer, nehme als Hauptgang ein butterweiches Rindersteak mit Prinzessbohnen und in Butter geschwenkten Kartoffeln, und zum Dessert ein fruchtiges Mango-Parfait.


Bis zur Showtime im „The Palace Theatre” um 21:30 Uhr schlendere ich durch die kleine Ladenpassage, prüfe mit Kennerblick Schmuck und Uhren im Duty Free & Travel Shop, rufe meine E-Mails im Internet Corner ab und werfe schließlich einen Blick in die gut ausgestattete Bibliothek, bevor es in die „Royal Fireworks Lounge” geht, wo mich Kapitän George Delagrammatikas mit einem Wellcome Cocktail an Bord willkommen heißt. In seiner schmucken Uniform sieht man ihm an, wie stolz er ist, Kapitän der LOUIS MAJESTY zu sein, eines klassischen Kreuzfahrtschiffes in traditioneller Bauweise, auf dem er für 610 Besatzungsmitglieder und bis zu 1790 Passagiere gerne die Verantwortung trägt.

Buchbar bei Air-Maritime Seereisen, Linz: reservierung@air-maritime.at

München: reservierung@air-maritime.de

 

BRZ

40.876

Länge

207,20 Meter

Breite

27,60 Meter

Höhe/Tiefgang

6,20 Meter

Decks

11

Kabinen

730

davon 481 außen + 249 innen

Passagiere

1462 (2er Belegung)

1790 (inklusiv Sofa- und Oberbetten)

Crew

610

Bars und Lounges

11

Restaurants

2

Pools

2

Bordsprache

Englisch

Einer der beiden Swimmingpools auf dem Sonnendeck.

Am elegantesten sind zweifellos auf der LOUIS MAJESTY die Suiten 901 + 903 mit ...

 

... Salon, Schlafgemach, Badezimmer und begehbarem Kleiderschrank auf Deck 9.

Eine typische Deluxe Außenkabine.

 

Eine Vierbett-Standard-Kabine.

Auch die Ladenpassage ist in schönen Holztönen gehalten.

 

In der Royal-Observatory Lounge auf Deck 9.  

Das Le Bistro auf Deck 5 liegt dem ...

 

... Four Seasons Restaurant gegenüber.  

Hübsch eingedeckte Tische im eleganten „Seven Seas Restaurant”.