Der Eiskapitän

AUSGABE 1/2010


Kapitän a.D. Heinz Aye in seinem Antarktis-Outfit als legendärer Icemaster.


Die somalischen Piraten, die den Golf von Aden und große Teile des Indischen Ozeans zur Gefahrenzone für die internationale Schifffahrt gemacht haben, sehen sich angesichts der internationalen Marinestreitkräfte vor Ort in der Opferrolle.

 

„NATO-Einsätze haben eine Menge negativer Folgen hier”, klagte ein Pirat in einem Anruf beim britischen Rundfunksender BBC. „Sie haben viel Ausrüstung zerstört, die den armen Fischern vor Ort gehören. Sie bringen Fischer illegal in ihre eigenen Gefängnisse und Gefängnisse anderer Länder. Wenn man also den Schaden und die betroffenen Leute bedenkt, sind die Summen unserer Lösegeldforderungen nicht groß, denken wir”, sagte er.

Als Verteidiger armer Fischer, die von internationalen Fischfangflotten illegal um ihre Existenz gebracht werden, stellen sich neuerdings die Piraten selbst dar. Man nennt das die „Psychologie des Gegenangriffs”: genau das Gegenteil von dem behaupten, was ihnen weltweit vorgeworfen wird.

 

Neureiche Seeräuber

Noch vor wenigen Monaten genossen die Piraten in ihren Heimatdörfern durchaus Bewunderung und Respekt, galten als wagemutige Geschäftsleute, die ihr Schicksal erfolgreich in die Hand nahmen. Doch mittlerweile kommt auch aus der somalischen Gesellschaft Kritik. Die Millionen aus den Lösegelderpressungen für die Freilassung gekaperter Schiffe gehen nicht etwa in den Bau von Schulen, Krankenhäusern oder Lebensmitteln für arme Fischer an der somalischen Küste, sondern werden in den Bau von Häusern oder den Kauf teurer Geländewagen, Waffen oder Schnellboote investiert. Stammesälteste und religiöse Führer sehen das traditionelle Wertesystem in Gefahr. Seit immer mehr Piraten das süße Leben entdecken und Alkohol, Drogen und Prostitution in die halbautonome Region Punktland Einzug gehalten haben,

 

werden die neureichen Seeräuber mit zunehmendem Argwohn betrachtet.

 

Endlich: Mutterschiff gestürmt

Nicht nur die NATO patrouilliert mit Kriegsschiffen im Golf von Aden. Die EU unterstützt mit der Mission „Atalanta” Schiffe des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen und sichert den internationalen Schifffahrtskorridor im Golf von Aden. Chinesische, koreanische oder japanische Kriegsschiffe begleiten Schiffskonvois, russische und indische Marineeinheiten sind ebenfalls an der internationalen Zusammenarbeit gegen die Seeräuber beteiligt. Kürzlich hat sogar ein Boarding-Team der französischen Fregatte FLORÉAL ein Piraten-Mutterschiff gestürmt. Dabei wurden zwölf Seeräuber festgenommen sowie erhebliche Mengen an Waffen, Munition, Treibstoff und Navigationsgeräten sichergestellt, wie ein französischer Marine-Sprecher mitteilte.

 

Seeleute kein Freiwild

Der spanische Thunfisch-Trawler ALAKRANA ist nach wie vor in der Gewalt somalischer Piraten, die die Freilassung von in Spanien inhaftierten Kumpanen und 2,6 Millionen Dollar fordern. Die spanische Regierung beschloss am vergangenen Freitag, Seeräuberei als schweres Verbrechen ins Strafgesetzbuch aufzunehmen. Damit drohen Piraten in Spanien künftig bis zu 15 Jahre Haft.

Beide Reaktionen – sowohl die französische als auch die spanische – sind in Deutschland angesichts herrschender Gesetze nicht möglich. Das wird von vielen Verantwortlichen im Schifffahrtsbereich, besonders Kapitänen und Schiffsoffizieren, kritisiert. „Es geht nicht an”, so ein Kapitän, „dass wir weiterhin als Freiwild für internationale Verbrecher-Clans zur See fahren, ohne dass wirksame Maßnahmen ergriffen werden”. Ahoi, Kapitän Aye · Weitere Information · Weltatlas Tagesschau.de


Im August 2009 gab es eine Premiere, als die Kreuzfahrtschiffe HANSEATIC und BREMEN (ex FRONTIER SPIRIT) mit fast 500 Passagieren durch die Nordwestpassage von beiden Seiten aufeinander zu fuhren und sich in der Mitte in Gjøa Haven getroffen haben.

 

Die Nordwestpassage, der Seeweg von Europa nach Asien entlang der Nordküste des amerikanischen Kontinents, war ein begehrtes Reise- und Expeditionsziel für Forscher und Abenteurer. Im Jahre 1497 war es der Italiener John Sebastian Giovanni Cabot, der als erster diese Passage als Reisemöglichkeit benannte. Doch erst vierhundert Jahre später sollte der Norweger Roald Amundsen nach zwei Überwinterungen in dem Gebiet Erfolg beschieden sein. Bei dreißig Expeditionen von circa 1497 bis 1906 gingen viele der Holzschiffe verloren und etwa 300 Menschen kamen ums Leben.
Die wirtschaftliche Bedeutung zusätzlicher Handelswege in den fernen Osten war gesunken, als die nordeuropäische Kolonialmacht Zugänge zu dem bislang von den Portugiesen beherrschten südlichen Seeweg erlangt hatte. Doch bleibt der wissenschaftliche wie auch der abenteuerliche Aspekt der Entdeckung der Nordwestpassage davon unberührt. Namen wie Frobisher, Hudson, Parry und Franklin sind mit Abenteuer und Heldentum, manchmal aber auch mit Tragödien verbunden, die sich bei diesen schwierigen Unterfangen im Packeis ereigneten.
Zwar lockt die Arktis immer wieder Abenteurer und Entdecker an, doch letztendlich trifft immer das Eis die Entscheidung über das Durchkommen, nicht der Kapitän auf der Brücke. Immer ist es das Eis, das dem Kapitän sagt, welchen Kurs es zur Weiterfahrt duldet. Daher kann die Nordwestpassage nie eine Schifffahrtsroute für Frachter oder Tanker (zweimaliger MANHATTAN-Versuch) noch für Passagierschiffe mit hohen Passageraten werden.
Einer der Gründe für das Scheitern früherer Expeditionen bestand darin, dass die Gewässer der Nordwestpassage nicht kartiert und zudem trügerisch waren. Es gab also keine Lotungen. Die Holzschiffe, die man einsetzte, waren für die Überfahrt zu groß. Amundsen wollte ein kleines, leicht handhabbares Schiff, das jedoch stabil genug sein musste, um dem erheblichen Druck des Packeises standzuhalten. Eine 47 Tonnen schwere Gaffelschaluppe, die nach der Frau ihres ersten Besitzers GJØA hieß, wurde schließlich Amundsens Anforderungen gerecht. Sie war 1872 für die Küstenfahrt zwischen West- und Nordnorwegen gebaut worden. 1882 lief die GJØA bei den Lofoten auf Grund und erlitt dabei einen Totalschaden. Dennoch wurde sie später geborgen und an Hans Johannessen verkauft, einem Kapitän aus Tromsø mit Arktis-Erfahrung. Er ließ sie reparieren und für die Schifffahrt im Eis entsprechend verstärken. Damals erhielt sie ihren unverkennbaren Beobachtungsposten hoch oben auf dem Mast.
Nach der ersten erfolgreichen Passage des polarerfahrenen Norwegers Amundsen versuchten sich zahlreiche Kapitäne und Teams auf cirka 115 Schiffen, aber bis September 1997 haben es nur 79 geschafft. Das Schiff mit der Nummer 54 zum Beispiel ist der Passagierdampfer FRONTIER SPIRIT, 7600 BRZ mit 209 Seelen an Bord. Bis jetzt ist der Autor dieser Zeilen noch der einzige Schiffsführer mit fünf erfolgreichen Passagen auf vier verschiedenen Schiffen. 1991 musste ich die Expeditionsreise vom Westen zum Osten bereits in der Beaufort See abbrechen. Es war seit über zehn Jahren das schlimmste Eisjahr in der Arktis gewesen, das mich zu der Entscheidung zwang, meine Passagiere nach Vancouver zurückzubringen.
Die Nordwestpassage ist eine der allerletzten Seefahrerabenteuer, und wird es auch für unsere Kinder und Kindeskinder bleiben. Eine faszinierende Landschaft, trostlose Öde, furchteinflößende Eismassen, sagenhafte Polarlicht-Erscheinungen, weniger als neun Inuit-Dörfer, eine ungestörte Tierwelt, historische Plätze wie Beechey, Gjøa Dorf, Smoking Hills oder Herschel Island erwarten jeden Besucher dieser Region.
Es ist schon ein Erlebnis für sich, die facettenreiche Zusammensetzung der Passagierliste zu erleben. Es sind die unterschiedlichsten Menschen, die sich für solch eine Abenteuerreise an Bord einfinden. Meine fünf Nordwestpassagen waren alle ausverkauft. Die größte Herausforderung ist nicht der Weg über Land, sondern durch die See und durch die Inlandswasserwege Nordkanadas.
Seit der Erforschung und geglückten Entdeckung der Nordwestpassage hat sich in diesem Teil der Arktis nichts geändert. Wetter, Eisvorkommen, Tierwelt, Winde, Strömungen, die erstaunlichen Phänomene des Polarlichts sind gleich geblieben. Gewaltig geändert haben sich jedoch die Schiffe in ihrer Ausrüstung, Elektronik und Eisklasse. Doch immer bleibt die Natur stärker. Und das ist gut so. Die Taktiken zur Bekämpfung der Eisgefahr sind bis heute an sich sehr kümmerlich. Die kalten Massen beherrschen nach wie vor die Passage.
Selbst Captain Cook versuchte die Nordwestpassage vom Westen. Hauptschlüssel („master key”) zur Nordwestpassage ist der Lancaster Sound. Walfänger fanden Harpunen, die denen stark ähnelten, die Kollegen im Pazifik benutzten. Somit konnte niemand mehr ernsthaft Zweifel hegen, dass es keine Seestraße zwischen den beiden Ozeanen geben sollte. Die Nordwestpassage gibt es eben doch.
Jedoch war die Lösung des Seeweg-Rätsels noch weit entfernt. Die Ureinwohner, die Inuit, waren nämlich mit ihren Waffen stets bereit, die Eindringlinge aus ihrer weißen Welt zu vertreiben. Ob die Inuit über eine mögliche Nordwestpassage nachdachten, ist nicht erwiesen. Höchstwahrscheinlich taten sie das nicht, denn sie waren wohl zu sehr mit dem Überleben in ihrer eigenen unwirtlichen Welt beschäftigt. Obgleich Roald Amundsen nach zwei Überwinterungen in Gjøa Haven als erster die Durchfahrt fand und schaffte, haben McClure, Franklin und McClintok weitere wichtige  Bindeglieder gefunden und ebenso einen gültigen Anspruch auf den Ruhm, die Nordwestpassage geschafft zu haben, errungen.

Bis heute beherrscht das Eis die Passage, und Franklin starb im Juni 1847 als 61-jähriger Mann in der Nordwestpassage. Ein kanadischer Leutnant behauptete im Jahr 1992, Franklins Grab per Helikopter ausfindig gemacht zu haben. Näher an der Wirklichkeit scheint mir jedoch die Feststellung, dass Franklins Grab bis heute unentdeckt ist.
Es gibt über die Nordwestpassage sogar ein Lied. Komponist und Texter sind unbekannt, doch die Verse sagen deutlich, dass es sich um das ehrgeizigste Unternehmen zur See handelt. Jeden Abend kommen die Gäste zur Recap-Stunde zusammen und singen jeweils am Ende das Lied: „Ah, for just one time I would make the Northwestpassage ... ” Am Abschiedsabend, nach 3426 geglückten nautischen Seemeilen sangen wir stehend das Lied zum letzten Mal mit stolzen Freudentränen in den Augen und Gänsehaut – ein einmaliges Erfolgserlebnis am ganzen Körper spürend.
Nachdem Roald Amundsen seine und zugleich die erste Nordwestpassage der Welt schaffte, sagte er am 30. August 1909: „As we passed between the Islands (Diomedes) and the shore (Cape Prince of Wales, eastmost point of Alaska) we held hands gathered on deck and drank the first cup to celebrate the final accomplishment of the Northwestpassage by ship.”
An Bord des kleinen Fischkutters von Amundsen hängt auf der Brücke eine Stickerei seiner Schwester mit den Worten: „Held og Lykke folge Gjøas kjakke Mond”. Der Museumsdirektor von Oslo, Mr. Bald Kollveit von der Insel Bygd
ø hatte die Stickerei mitgebracht und auf unserer Brücke befestigt. Das gerahmte Schild fuhr als Leihgabe auf drei meiner Passagen mit, und Glück („Lykke”) war mit uns.

Für hunderttausende von Touristen ist die GJØA jedes Jahr ein schönes und auffälliges Denkmal im Norwegischen Schifffahrtsmuseum in Oslo, das nicht nur an Amundsen und seine Bezwinger der Nordwestpassage erinnert, sondern auch an die große Zeit der norwegischen Seefahrt und des Polarhandels. Da die GJØA im Freien steht, sind zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, um sie vor weiterem Verfall zu bewahren. Im Winter wird das Schiff vollständig abgedeckt, nachdem die Takelage verstaut wurde. 
Roald Amundsen wurde 1872 in Norwegen geboren. Er war fasziniert von Sir John Franklins tragisch verlaufenem Versuch, 1845/47 die Nordwestpassage zu entdecken, und er war ein Bewunderer von Fritjof Nansen. So entschloss er sich bereits als Junge, Polarforscher zu werden. Seine ersten Polar-Erfahrungen konnte er als zweiter Maat bei der belgischen Südpol-Expedition auf dem Schiff BELGICA zwischen 1897 und 1899 sammeln. Damals wurde zum ersten Mal in der Antarktis überwintert. Nach seiner Rückkehr nach Norwegen unterbreitete er seine Vorstellungen über die Erforschung der Nordwestpassage Fritjof Nansen, der ihn daraufhin tatkräftig unterstützte.


Johannessen galt als einer der geschicktesten und erfahrensten Arktis-Navigatoren. Mit der GJØA segelte er nach Spitzbergen, Grönland, Novaja Semlja und der Kara See. Er befehligte dieses Schiff von 1884 bis 1901, als Amundsen sich nach der Inspektion mehrerer Schiffe für die GJØA entschied. Sie wurde mit dicken Eichenplanken verkleidet und am Heck mit Eisenplatten verstärkt. Ein dreizehn PS starker Glühkerzenmotor wurde eingebaut - einer der ersten Verbrennungsmotoren auf einem norwegischen Schiff.
Neben Amundsen nahmen sechs weitere Männer an der Expedition teil: als stellvertretender Kommandant der dänische Leutnant Gotfred Hansen, Anton Lund (Erster Offizier), Roder Ristvedt (Erster Ingenieur), Helmer Hansen (Zweiter Ingenieur) und Adolf Lindstrom (Koch). Alle hatten bereits in nördlichen Gewässern navigiert und Erfahrungen mit Astronomie und Meteorologie. Auch sechs Schlittenhunde gingen mit an Bord.
Am 16. Juni 1903 war Reiseanfang. Nachdem die Barrow-Straße durchquert war, segelten die Männer den Peel Sound (immer von viel Eis begleitet), die Franklin-Straße und die James-Ross-Straße entlang. Bis dahin war es zu keinem ernsthaften Zwischenfall gekommen, doch plötzlich häuften sie sich: ein Feuer im Maschinenraum, Grundberührung, das Ruder wurde weggeschlagen. Amundsen hatte dennoch insgesamt Glück. Meerengen, in denen frühere Expeditionen undurchdringliche Eisbarrieren angetroffen hatten, waren eisfrei: „open water”! Am 8. September 1903 warfen sie endlich in dem kleinen, geschützten Hafen von
Gjøa  Haven auf der König-William-Insel Anker.
Anstatt alles daran zu setzen, die gesamte Passage in einer Saison zu durchqueren, beschloss Amundsen, hier zu überwintern und seine wissenschaftliche Haupt-Aufgabe in Angriff zu nehmen: die Lage des magnetischen Nordpols festzustellen und eingehend zu untersuchen.
1904 gab es eine dicke Eisdecke, so dass die
GJØA erst im späten August 1905 wieder die Anker lichten und Gjøa Haven in westlicher Richtung verlassen konnte. Während dieses längeren Zwangsaufenthalts in Gjøa Haven erforschte das Team die Umgebung gründlich und führte Untersuchungen zum Erdmagnetismus und zur Sternenkunde durch. Amundsen unternahm auch eine Schlittenfahrt in die Nähe des magnetischen Nordpols.
Am 17. August 1905 erreichte die
GJØA Cambridge Bay, das bereits von anderen Expeditionen von Westen aus angesteuert worden war. Zehn Tage später begegneten sie dem amerikanischen Walfänger CHARLES HANSON, der aus dem Pazifik kam. In King Point, nahe der Herschel Insel und der Mackenzie-Mündung wurden sie erneut vom Eis eingeschlossen. Die Männer auf der GJØA machten sich für den dritten Winter an Land bereit. Amundsen erhielt die Genehmigung, sich dem Posttransport von Herschel nach Fort Yukon anzuschließen und dort sein erstes Telegramm nach Norwegen aufzugeben.
Im Juli 1906 waren die Gewässer so weit eisfrei, dass die
GJØA die Insel Herschel verlassen und ihre Fahrt durch den schmalen Kanal zwischen der Küstenlinie von Alaska und dem Packeis fortsetzen konnte. Am Abend des 13. August lief sie in Nome ein, wo die Männer begeistert gefeiert wurden. Ein noch stürmischerer Empfang wurde der Expedition vier Wochen später in San Francisco zuteil.
Amundsen, wohl der erfolgreichste Polarforscher jenes Jahrhunderts, sollte noch weitere ruhmreiche Fahrten in die Arktis und in die Antarktis unternehmen. Die
GJØA wurde der Stadt San Francisco geschenkt und erhielt einen Ehrenplatz im Golden Gate Park am Pazifik. Im Laufe der Zeit fiel sie jedoch der starken Sonneneinstrahlung, den Winden und den Souvenirjägern zum Opfer. Zwischen 1947 und 1949 wurde sie umfassend restauriert, doch der Verfall war nicht aufzuhalten. 1969 wurde beschlossen, die GJØA endgültig nach Norwegen zurückzubringen. Ein würdiger Anlass bot sich 1972 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums ihres Stapellaufes und Amundsens Geburtstag.
Am 20. April 1972 verließ die
GJØA an Bord eines norwegischen Frachters San Francisco und erreichte Oslo am 2. Juni. Ein Schwimmkran hievte sie sicher an ihren Bestimmungsort im Norsk Sjofartmuseum in nächster Nähe zum Polarschiff FRAM und dem Balsa-Floß Kon-Tiki.
Es gibt fünf verschiedene Wege durch die Nordwestpassage. Amundsen wählte den Weg durch die James-Ross-Straße von Norden kommend nach Gj
øa Haven, ebenso wie Captain Hasse Nilsson und Kapitän Aye. Bisher haben es zehn Passagierschiffe (mit Eisklasse) durch die Nordwestpassage geschafft (außer 1991 und 1996).

Zwei russische Eisbrecher schafften es ebenfalls mit Passagieren durch die Nordwestpassage, die KHLEBNIKOV und die DRANITSYN. Für Eisbrecher ist es natürlich „easy”, durch die Nordwestpassage zu fahren. Erfolg ist garantiert.

Die FRONTIER SPIRIT ist 1991 von Westen kommend bei der Insel Flaxmann in der Beaufort Sea im schweren Eis zweieinhalb Tage stecken geblieben und nach Vancouver umgekehrt. Es war das schwerste Eisjahr seit 20 Jahren laut Captain Johnson von der Canadian Coast Guard. Selbst für Eisbrecher gab es keine Chance durchzukommen. Die Reise wurde 1992 wiederholt.
Die HANSEATIC war 1996 vom Osten kommend nach dem Besuch von Gj
øa Haven in der selben westgehend für zehn Tage aufgelaufen. Ein russischer Eisbrecher übernahm die Gäste westwärts, die HANSEATIC brach die Nordwestpassage ab und fuhr ostgehend zurück.
Bis einschließlich 2002 fuhren 95 Schiffe (einschließlich der
GJØA von Roald Amundsen) durch die Nordwestpassage einschließlich drei Yachten. Die 100. Nordwestpassage beendete Arved Fuchs 2004 in zwei Etappen. 2003 startete die BREMEN ihre erste Nordwestpassage. Bis Oktober 1993 hieß diese FRONTIER SPIRIT und schaffte eine Nordwestpassage im Jahr 1992.

Aus dem Buch Winde der sieben Weltmeere von Kapitän Heinz Aye.

 

Die GJØA steht heute restauriert in Oslo am Norwegischen

Schifffahrtsmuseum.


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