Editorial

AUSGABE 1/2010


Egon Giebe

Egon Giebe · Herausgeber + Chefredakteur

 

 

Gähnen Sie sich gesund

Bei vielen Gelegenheiten gilt Gähnen alles andere als schicklich – doch es ist enorm gesund. Wenn Sie Körper, Geist und Seele etwas Gutes tun wollen, dann gähnen Sie herzhaft. Zu dieser Erkenntnis gelangte der unkonventionelle Wissenschaftler Andrew Newberg, Leiter einer auch nicht ganz alltäglichen Forschungseinrichtung.

Wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, dann gähnen sie ausgiebig und wiederholt! Natürlich gilt das nicht immer als angebracht, teils auch als ausgesprochen unhöflich. So dürfte ein Student, der während einer Vorlesung ständig gähnt, bestimmt kaum Sympathiepunkte bei seinem Professor sammeln. Nun, außer vielleicht, es ist Professor Andrew Newberg, seines Zeichens Direktor des neuen Zentrums für Spiritualität und Geist, medizinisches Zentrum der Universität von Pennsylvania, USA. Ungewöhnlich für eine strikt akademische Einrichtung.


Professor Newberg jedenfalls hat nichts gegen gähnende Studenten, meint der Autor Andreas von Rétyi. Im Gegenteil, Newberg animiert jedermann dazu, sich „dem am besten gehüteten Geheimnis der Neurowissenschaften” zu widmen. Denn seinen Erkenntnissen zufolge gibt es kaum einen bedeutenderen und vielschichtigeren Mechanismus als das Gähnen.

Das fängt schon damit an, dass es einzigartige neurale Aktivitäten in jenen Gehirnregionen animiert, die in einer direkten Verbindung mit der Ausbildung von sozialem Bewusstsein und Mitgefühl stehen. Regionen wie der kleine, ziemlich versteckte Präcuneus, der auch durch Yoga-Atemübungen stimuliert wird, werden durch das Gähnen angeregt und gestärkt. Da diese kleine Hirnstruktur aber besonders von altersbedingten Erkrankungen besonders stark getroffen wird und im Zusammenhang mit Aufmerksamkeitsstörungen steht, ist es umso wichtiger, für eine Stabilisierung zu sorgen. Und das geht laut Professor Newberg ja geradezu fantastisch einfach. Er betont auch, wie wichtig es wäre, Gähnen zur Minderung von Stress anzuwenden, bei Psychotherapie sowie Bewusstseins- und Gedächtnistraining.

Insgesamt führt uns Gähnen in einen erhöhten Bewusstseinszustand – und nicht zuletzt gähnen wir oftmals kurz vor anstrengenden Aufgaben, die erhöhte Konzentration und besonderen Einsatz erfordern. Wir fühlen uns geradezu müde und abgespannt, plötzlich geht die Gähnerei los, vor Prüfungen, vor einem anstrengenden Auftritt, vor sportlichen Höchstleistungen, vor einer extrem kniffligen Aufgabe. Und wir fragen uns: Warum nur muss ich ausgerechnet jetzt so müde sein? Aber das hat einen tieferen Sinn. Gähnen verbindet Entspannung mit erhöhter Aufmerksamkeit. Und wir können eigentlich von Glück reden, dass Gähnen ansteckend ist.

Schon allein über das Gähnen etwas zu lesen, löst oftmals unbewusst einen Reiz im Gehirn aus, der uns unweigerlich veranlasst zu gähnen. Und das ist gut so. Am besten mehrere Male hintereinander. Der Vorgang aktiviert den enorm wichtigen Präcuneus und arbeitet wie ein Thermostat fürs Gehirn – er regelt Temperatur und Stoffwechsel in unserem Oberstübchen, und das bringt uns eine Menge positiver Energieflüsse.

Schlafentzug ist etwas Schlimmes, nicht minder der „Gähn-Entzug”. Da wir das Gähnen oft unterdrücken – und es in bestimmten Situationen leider auch fürderhin unterdrücken müssen – leiden wir auch hier tatsächlich unter Entzugserscheinungen. Genau das spüren wir am ehesten, wenn wir erst einmal mit dem Gähnen anfangen und dann nicht mehr aufhören können. Manche Leute gähnen dann eine halbe Stunde und länger, denn sie leiden eben wirklich unter Entzugserscheinungen. Klingt verrückt, ist aber logisch. Und nicht umsonst rät Professor Newberg: „Gähnen Sie so oft am Tag wie nur möglich!”

Gute Reise, wohin es 2010 auch geht – sicher begrüßt Sie bei Ihrer Rückkehr, wie immer, Ihre Katze ... mit einem Gähnen, die weis Bescheid.

Ihr Egon Giebe


Bisher sind bei 1377 Menschen in Deutschland teils schwere Nebenwirkungen durch die Schweinegrippeimpfung aufgetreten. Ein Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts listet diese nun akribisch auf. Ich habe die Informationen ausgewertet, hier das Ergebnis.

Es ist merklich still geworden um die Schweinegrippe. Medien und Politiker haben wieder andere Themen für sich entdeckt: Haiti und Afghanistan stehen ganz oben auf der Liste. Seltsamerweise ist im Frostwinter 2009/2010 – nichts, aber auch gar nichts mehr ist von der angeblichen Erderwärmung zu hören. Ähnliches ist auch bei der fast zur Massenpsychose hochgejubelten Schweinegrippepanik zu bemerken, die uns monatelang in Atem gehalten hat und sich dann als eine gigantische Public Relation für die Pharmaindustrie herauskristallisierte.

Die Impfungen wurden nicht mit dem Erfolg durchgeführt, den sich die Gesundheits-Politiker gewünscht haben. Dafür gab es teilweise schwere Nebenwirkungen.
Nach dem neuesten Bericht des Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gab es bei bisher 1377 Menschen in Deutschland Nebenwirkungen, die aus der Schweinegrippeimpfung resultierten. 3518 unerwünschte Ereignisse traten auf, von Kopfschmerzen bis zum Einsetzen des Todes im zeitlichen Zusammenhang. Letzteres registrierte das PEI in 48 Fällen. Diese Fälle sollen aber nicht ursächlich mit der Impfung zusammen hängen.
Ein Verdacht drängt sich auf: War man bei den Todesfällen, die angeblich durch die Schweinegrippe auftraten, sehr schnell dabei, diese dem H1N1-Virus zuzuschreiben, versucht man jetzt alles, Tote durch Impfungen nicht den Nebenwirkungen anzulasten.

Michael Grandt hat den Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts analysiert und fasst die Nebenwirkungen, die durch die Impfungen aufgetreten sind, zusammen:

Verdacht eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS):
Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die auf einer Entmarkung von Nervenfasern beruht und schwerste Lähmungen der Beine, Arme, des Nackens und der Atemmuskeln hervorrufen kann.
Es handelt sich um zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 24 Jahren bis 79 Jahren (…) Das Auftreten eines GBS im (zufälligen) zeitlichen Zusammenhang zu einer Impfung kann nicht ohne Ausschluss anderer Ursachen der Impfung angelastet werden. (PEI-Bericht, Seiten 6, 8)

Neuritis:
Eine Nervenentzündung; meist mit Empfindungsstörungen einhergehende Erkrankung der peripheren Nerven oder eines Hirnnervs.
Es wurden insgesamt 23 Fälle einer Neuritis gemeldet. Es handelte sich um 13 Frauen und neun Männer (in einem Fall wurde das Geschlecht nicht angegeben). Das Alter lag zwischen 18 und 74 Jahren. (PEI-Bericht, Seite 8)

Neuralgie:
Schmerz, der durch Nervenschädigungen verursacht wird.
Es wurden insgesamt sechs Fälle einer Neuralgie berichtet. Es handelte sich um vier Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 35 und 67 Jahren. (PEI-Bericht, S. 10)

Krampfanfall:
Als Krampfanfall werden im Allgemeinen unwillkürlich ausgelöste Ereignisse bezeichnet, die mit krampfartigen oder zuckenden Bewegungen einhergehen. Krampfanfälle sind aber nicht immer ein Hinweis auf eine vorliegende Epilepsie.
Insgesamt wurden 24 Fälle eines Krampfanfalls gemeldet. Betroffen waren drei Kleinkinder (6, 10 und 26 Monate alt), sechs Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren, ein 16-jähriger Jugendlicher sowie 14 Erwachsene (davon acht Männer und sechs Frauen) im Alter von 21 bis 93 Jahren. Bei elf der 24 Personen war eine Epilepsie bekannt. Bei den drei Kleinkindern, bei zwei der sechs Kinder sowie bei zwei der 14 Erwachsenen handelte es sich jeweils um einen Fieberkrampf. (PEI-Bericht, S. 10)

Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) oder Enzephalomyelitis (entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems):
Insgesamt wurden vier Fälle einer Myelitis gemeldet sowie ein Fall einer Enzephalomyelitis. (…) Es handelte sich um vier Frauen im Alter von 20 bis 43 Jahren und einem 41-jährigen Mann. (PEI-Bericht, Seite 11)

Schub bzw. Zunahme neurologischer Beschwerden bei Multipler Sklerose:
Die Meldungen bezogen sich auf vier Frauen im Alter zwischen 34 Jahren und 47 Jahren. Der Abstand zwischen Impfung und Schub der Erkrankung variierte zwischen zwei Tagen und 15 Tagen. (PEI-Bericht, Seite 12)

Schlaganfall/Hirninfarkt:
Es handelt sich um vier Männer, darunter auch zwei jüngere Männer. Die Ereignisse traten in unterschiedlichem zeitlichem Abstand zur Impfung auf (am Tag der Impfung, vier Tage, sechs Tage und neun Tage nach Impfung). (PEI-Bericht, Seite 12)

Parese (Lähmung):
Es wurden insgesamt 22 Fälle im Alter von neun bis 76 Jahren mit Krankheits-Bildern gemeldet, die mit Paresen einhergingen (…)

Es handelte sich um fünf Kinder (4, 9, 10, 11 bzw. 13 Jahre alt) und 17 Erwachsene (acht Frauen und neun Männer). In elf dieser 22 Fälle wurde eine (periphere) Fazialisparese bzw. Gesichtsparese gemeldet, die übrigen elf Fälle beziehen sich auf unterschiedliche Paresen /Krankheitsbilder. (PEI-Bericht, Seite 12)

Verschiedene Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühl, gestörtes Temperaturempfinden, Berührungsschmerzen, stechendes und brennendes Missempfinden u.a.):
Es wurden insgesamt 42 Fälle von Sensibilitätsstörungen bei vier Kindern /Jugendlichen (im Alter von 8 bis 17 Jahren) und 38 Erwachsenen (davon 22 Frauen und 15 Männern im Alter von 20 bis 73 Jahren, 1 x Geschlecht nicht angegeben) berichtet. (PEI-Bericht, Seite 13)

Verschiedene andere neurologische Symptome bzw. Erkrankungen:
Zusätzlich wurde bei 3 Frauen und einem Mann im Alter von 20 bis 50 Jahren gemeldet:
■ Wahnvorstellungen fünf Stunden nach Impfung, die sich nach drei Tagen komplett zurückbildeten.
■ Konzentrationsschwierigkeiten, Merkschwäche, Gedächtnisstörung, Verwirrung des Gedankenlaufes und einem Empfinden, als würde sie ›neben sich stehen‹. Diese Symptome traten etwa ein bis zwei Stunden nach der Impfung auf und bildeten sich nach etwa zwei Stunden komplett zurück.
■ Zwei Minuten nach der Impfung für die Dauer von fünf Minuten Ohrrauschen, Übelkeit und Zittrigkeit. 15 Minuten nach der Impfung kam es für die Dauer von einer Stunde zu einer massiven Sprachstörung/Wortfindungsstörung. Zwei Tage nach der Impfung trat für drei Minuten eine Gesichtsfeldeinschränkung mit Tunnelblick auf. Die Symptome sind folgenlos abgeklungen.
■ Zwei Stunden nach der Impfung eine Koordinationsstörung, Wortfindungsstörung und Konzentrationsstörung auf. Die Symptomatik dauerte ein bzw. zwei Tage an. (PEI-Bericht, Seite 13f.)

Kardiale Reaktionen:
Dem PEI sind (…) insgesamt elf Fälle einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Perimyokarditis (Herzmuskelentzündung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) bei Patienten im Alter von 17 bis 59 Jahre im zeitlichen Zusammenhang mit Pandemrix gemeldet worden, bei einem mittleren Alter von 37,2 Jahren. (PEI-Bericht, Seite 14)

Vaskulitis (Entzündung von Blutgefäßen):
■ Bei einem Kind traten petechiale und fleckförmige Hauteinblutungen sowie Arthralgie und Bewegungsstörungen drei Tage nach der Impfung auf. Klinisch wurde bei bestehender Atemwegsinfektion am ehesten eine viral ausgelöste Erkrankung angenommen und das Kind nach kurzem Krankenhausaufenthalt mit rückläufiger Symptomatik entlassen. Der Zusammenhang mit der Impfung ist nicht beurteilbar, weitere Daten sind nicht zu erwarten.
■ Zwei Tage nach der Impfung traten bei einer Frau starke Schmerzen in den Beinen auf. Die einen Tag später erkennbaren Hautveränderungen im Unterschenkelbereich wurden vom meldenden Arzt als allergische Vaskulitis gedeutet. Die Informationslage ist zur Beurteilung nicht ausreichend, weitere Daten stehen aus.
■ Drei Frauen zeigten einen (2) bzw. vier Tage (1) nach Impfung eine Vaskulitis, teils mit Pruritus, Ausschlag (Urtikaria) oder Gelenkschwellungen einhergehend. Die Letztgenannte entwickelte zudem Quaddeln am ganzen Körper. Eine Patientin war unter Kortisontherapie zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht wieder hergestellt, eine Patientin wurde nach ambulanter Konsultation eines Allergologen ohne spezifische Therapie in die hausärztliche Betreuung überwiesen. Eine dritte Patientin war nach 23 Tage dauerndem Krankenhausaufenthalt wiederhergestellt.
■ Eine vierte Frau zeigte bereits am Impftag Hautbefunde. In der Meldung wurde der Verdacht auf eine toxisch-allergische Vaskulitis geäußert; es bestanden zudem Fieber (…) Angaben zu Grund- oder Vorerkrankungen fehlen. (PEI-Bericht, Seite 15f)

Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen:
199 Meldungen bezogen sich auf Kinder und Jugendliche im Alter von 6 Monaten bis 17 Jahren (Mittelwert 9,8 Jahre). 83 (41,7%) der Fälle wurden als schwerwiegend beurteilt. 88 (44,2%) Kinder waren vollständig wieder hergestellt und bei drei (1,5%) Kindern hatte sich der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Meldung bereits gebessert. 49 (24,6%) Kinder waren zum Zeitpunkt der Meldung noch nicht wieder hergestellt. Bei 56 (28,1%) Kindern wurde der Ausgang der unerwünschten Ereignisse als unbekannt gemeldet. Insgesamt wurden dem PEI 3 Todesfälle bei Kindern berichtet. (PEI-Bericht, Seite 18)

Bewertung:
Aufgrund der derzeit vorliegenden Daten ergibt sich kein Hinweis auf eine geänderte Nutzen-Risiko-Abwägung für Pandemrix. (PEI-Bericht, Seite 19)

 

© 31. Januar 2010 · KOPP Verlag · Autor: Michael Grandt


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