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AUSGABE 6/2009 |
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Dieter Bromund · Ressortleiter NordseeMagazin
Für den Bremer ist Oldenburg nur einen Katzensprung entfernt, der Zug braucht knappe dreißig Minuten, mit dem Auto schafft man es von Stadtmitte zu Stadtmitte in vierzig. Um mit dem Schiff von Bremen nach Oldenburg zu fahren, braucht man über vier Stunden. Wer nimmt sich so viel Zeit und zahlt für Hin- und Rückfahrt über Weser und Hunte als Erwachsener 23,80 Euro? Elfmal im Jahr bietet die Hal Över GmbH, die Schreiber Reederei, Bremen, Fahrten nach Oldenburg und zurück an, mit der MS OCEANA, einem behäbigen Flussdampfer, der 72 Jahre Dienst hinter sich hat. Er ist 55,20 Meter lang, 9,80 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,12 Metern. Angetrieben wird er durch zwei 600 PS Motoren. Die nautische Besatzung besteht aus ganzen drei Männern. Hinzu kommen Versorger in der Restauration mit 300 Sitzplätzen. Insgesamt kann die MS OCEANA 700 Gäste aufnehmen. Sie wird darum auch gern für Betriebsfeiern eingesetzt. Auf dieser letzten Reise im Jahr sind es vor allem ein paar Dutzend Rentner, die die Reise machen. Das gemächliche Fahren fördert das Hinsehen und Zuhören, der Mann am Ruder ►
Die MS OCEANA in Hafen von Oldenburg.
Die Straßenbrücke hebt sich, um die OCEANA passieren zu lassen. |
Vom Fluss aus sehen Stadt und Land ganz anders aus, Bausünden werden deutlich, und wieder einmal erkennt man an den vielen Namen an und über Gebäuden, wie viel bekannte Marken doch in Bremen zu Hause sind. Hafen und Werften gibt es immer noch und auch Dickschiffe fahren über Bremerhaven hinaus flussaufwärts und machen in Bremen fest. Bei Abeking & Rasmussen sieht man draußen einen einzigen zivilen Neubau, bei Lürssen nebenan haben zur Überholung Marineschiffe festgemacht.
Kriegsschiffe der Bundesmarine in der Lürssen Werft an der Weser in Bremen.
stellt kundig nur das wichtigste vor, so an Steuerbord das Schulschiff DEUTSCHLAND, ein Dreimast-Vollschiff, das 1927 in Bremerhaven bei Joh. C. Tecklenborg von Stapel lief und bis zum Kriegsbeginn zwölf Reisen nach Übersee machte. Es ist über alles 86 Meter lang und hat eine Segelfläche von 1950 Quadratmetern. Heute dient es vor allem für Festlichkeiten und Trauungen. Die Bremer hätten es als Attraktion gerne näher in der Stadt, die Vegesacker wollen es nicht hergeben.
Das Schulschiff Deutschland, eine Dreimast-Bark, liegt im Hafen von Vegesack. Die Bremer hätten es gern näher in der Stadt.
Der U-Bootbunker in Farge aus dem letzten Krieg ist von Auto oder Zug nicht zu erkennen. Vom Wasser aus wirkt er weiter unheimlich, war bisher nicht zu sprengen und wird also eher notgedrungen noch zivil und offiziell genutzt. Bei Elsfleth dreht die MS OCEANA in die Hunte ein. Die Sicht vom Wasser her macht deutlich, was bei Auto- oder Zugfahrten allzuschnell vorbeihuscht. Wie alle kleinen Flüsse im Norden ist auch die Hunte mit einem Sperrwerk vor Sturmfluten geschützt. Ein schmaler hoch eingedeichter Fluss, auch für seegehende Schiffe tief genug ausgebaggert. Brücken müssen entweder gedreht oder angehoben werden, wenn die MS OCEANA kommt. Bei kreuzenden Eisenbahnstrecken gibt es für eine Passage durch Brücken nur kleine Zeitfenster. Der Mann am Ruder fährt also immer mit der Uhr im Blick, während die Gäste an Bord entspannt genießen. Weites, ruhiges, grünes Land. Nur wenige Orte liegen direkt am Fluss. Einzelne Gehöfte sind dicht von Büschen und Bäumen umstanden, doch niemand grüßt von Land aus, erste Regenschauer laden nicht ein, an die frische Luft zu gehen. Noch ehe die gewaltige Brücke der Autobahn 27 passiert wird, meldet sich Oldenburg mit spitzen Türmen und den üblichen Bauten und Lagerhallen am Industriehafen. Der Kapitän bittet um Pünktlichkeit für das Ablegen zur Rückfahrt nach geplanten zwei Stunden und 20 Minuten Aufenthalt. Etwa acht Minuten Fußweg von einer der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands entfernt macht die OCEANA vor dem Oldenburger Sporthafen fest. Dem vom Schiff Kommenden stellt die Stadt sich nicht anders dar als dem mit dem Auto oder Zug Angereisten. Allerdings kauft kaum jemand ein, denn wer will schon Tüten an Bord schleppen? Die „Spiekerooger Tied” ist noch immer ein fabelhaftes Fischrestaurant. Zurück nach Bremen genießt man von Bord aus auch strömenden Regen. Der Kaffee dampft und der Dampf beschlägt die Scheiben, Gabeln klappern auf Kuchentellern. Die Kameras sind jetzt eingepackt, grau in grau lockt nichts die Linse. Ergeben halten Kühe auf fernen Wiesen und Schafe auf den Deichen aus, was da vom Himmel fällt.
Wieder auf der Weser gibt es – anders als auf der Hunte – regen
Schiffsverkehr, keineswegs bleiben die großen Pötte alle in Bremerhaven. |
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Souvenir aus Sylt 1 Ein Heft der „Kleinen Insel-Edition”, die Sylt vorstellt, trägt den Titel „Von Walfängern und Strandräubern – Sylter auf Beutezug.” Das lesenswerte Bändchen von Frank Deppe endet mit den Sätzen: „Statt der Landwirtschaft wandten sich die Sylter mit Ausgang des 19. Jahrhunderts einer neuen, weitaus lukrativeren Erwerbsquelle zu: Dem Fremdenverkehr.” Beabsichtigte Komik …?
Beim Bummel über die Insel findet man hier und da den Sylter Kreuzfahrtkalender 2009, kaum größer als zwei Ansichtskarten, mit einem Gourmetgutschein von 50 €, einzulösen bei Buchung im Sylter Kreuzfahrten Kontor (Alte Tonnenhalle). Um Appetit auf Kreuzfahrten zu machen werden die vier Schiffe, die vor Hörnum, Rantum oder List zu Besuch auf Reede liegen, im Bild mit Besuchsterminen und den wichtigsten Details vorgestellt.
In Emden wird es keinen Schiffbau
mehr geben. Die Nordseewerke, 1903 gegründet, und damit eine der ältesten
Werften Deutschlands, sind verkauft worden. Der neue Eigner will statt
Schiffen dort Türme, Maschinenträger und Gründungsstrukturen für
Offshore-Anlagen bauen. Neuer Name Einen neuen, auf der ganzen Strecke einheitlichen Namen für die Küstenautobahn von der polnischen Grenze über Greifswald, Rostock, Wismar bis Lübeck und den geplanten weiteren Ausbau durch Schleswig-Holstein und Niedersachsen bis Westerstede nordwestliche von Oldenburg will Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler einführen. In A 20 umbenannt soll das Projekt EU-Gelder bringen. |
Endlich Frieden zwischen Stade und Hamburg 750 Jahre nach Beginn ihrer Fehde haben Stades Bürgermeister Andreas Rieckhoff und sein Hamburger Kollege Ole von Beust einen Friedensvertrag unterzeichnet. Darin wird endlich der Streit um das Stapelrecht beigelegt. Worum ging es dabei? Stade hatte mit diesem Privileg Hamburg aushebeln wollen. Das Stapelrecht hatte Stade einst der Bremer Erzbischof verliehen. In seiner Urkunde von 1259 heißt es: „Alle von See kommenden Kaufleute sollen mit ihren Waren nicht vorbeifahren, sondern bei der Stadt Stade anlegen und dort drei Wasserzeiten liegen, danach mögen sie sich frei entfernen.” Die verärgerten Hamburger fälschten daraufhin 1267 eine Urkunde von Kaiser Barbarossa und umgingen damit Stades Vorrecht. Seit dem Hansefest in Stade in diesem Sommer herrscht nun auch offiziell wieder Friede.
Bremer Reeder weniger betroffen Wie der „Bremer Rhederverein” mitteilt, sind Bremer Reedereien von der Wirtschafts-Krise weniger betroffen als Reeder in anderen Standorten. Offenbar haben die Bremer ausreichend Vorsorge getroffen. Die drei größten Bremer Reedereien haben über 130 Schiffe auf den Weltmeeren, von insgesamt rund 370 Schiffen der Bremer Flotte. Der Rhederverein feierte im März sein 12jähriges Bestehen. Sein Vorsitzender Thorsten Mackenthun kommentierte die Lage lakonisch: „Wir erleben in der Schifffahrt die 22. Rezession seit 1741. Und ganz sicher folgt anschließend der 23. Boom.”
NEUWERK heißt das Gewässerschutzschiff, ein schwimmendes Hospital mit der Ausrüstung eines Notarztwagens, das dem Havariekommando in Cuxhaven unterstellt ist. Das Land Niedersachsen unterstützt es mit jährlich 100.000 € – vor allem für die Spezialisten, die im Notfall auf See eingreifen müssen. Bisher haben sich für die Arbeit für Notfälle auf See 140 Mediziner ausbilden lassen. |
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| Im Januar 2007 öffnete das Hotel Amaris seine Pforten. Mit sehr bescheidenen drei Sternen bedacht, liegt das Hotel mit 33 Zimmern zentral in der Stadt und ist somit ideal für Einkaufsbummel oder Museumstouren geeignet. Nach dem Motto „von allem ein bisschen mehr” kümmern sich die beiden Jungunternehmer Piet Rothe und Lourdes Lucio liebevoll um ihre Gäste. Beide haben die Hotellerie in der Schweiz von der Pieke auf gelernt. Nach einem Umweg über Großbritannien und die Führung eines Apartmenthotels in Montevideo (Uruguay) zog es den gebürtigen Bremerhavener, Piet Rothe, wieder an die Waterkant. In Bremerhaven zeichnete sich damals bereits ein viel versprechender Strukturwandel ab, der vermehrt Touristen in die Stadt zog und deren positive Aufbruchsstimmung der Bremerhavener Jung-Hotelier witterte. Durch den Erfolg des Hotel Amaris, der sich hauptsächlich auf Mund-zu-Mund-Propaganda gründete sowie durch hervorragende Bewertungen in Hotelportalen, z. B. www.hotel.de haben sich die beiden trotz der Wirtschaftskrise ein zweites Standbein geschaffen: Das Hotel Adena. |
Nach nur einem Jahr Umbau wurde aus dem
ehemaligen Kreiswehrersatzamt der Bundeswehr, in dem sich auch der Hotelchef
seinerzeit der Musterung unterzog, das Hotel Adena. Das Backsteinhaus aus
den 30er Jahren hat erst im Februar 2009 eröffnet und ist gerade durch die
unmittelbare Nähe zum Kreuzfahrtterminal bestens für Seereisende geeignet.
Das mit zwei Sternen bewertete Hotel strahlt durch warme Farben im Inneren
eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre aus. Eine Besonderheit bietet dabei der
halbrunde Bau, welcher aus den Zimmern 22 Quadratmeter große „Kuchenstücke”
formt. Die Preise beginnen bei 65 € für ein Einzelzimmer, über 75 € für ein
Doppelzimmer und enden bei 89 € für ein Komfort-Doppelzimmer. Die Preise
enthalten ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, kostenlose Parkplätze direkt
vor und hinter dem Hotel und WLAN im Zimmer. – Ein Schmankerl für
Kreuzfahrer, die vor und / oder nach der Kreuzfahrt hier logieren, gibt’s
auch. MvF www.hotel-amaris.de · Telefon 04 71-90 20 77.0 |
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Die Betten sind ausgezeichnet, Höhe perfekt, Matratzen straff, aber nicht hart. |
Die geräumigen Zimmer haben einen Flach-TV direkt gegenüber von den Betten. |
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Es steht ein relativ großer Schreibtisch mit WLAN-Anschluss zur Verfügung. |
Der Frühstücksraum im Hotel Adena. |
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