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„Sieht aus wie die DELPHIN
RENAISSANCE”,
den teilweise von weit angereisten Schaulustigen an Warnemündes
Kreuzfahrtkai kann man so schnell nichts vormachen. Richtig: Die soeben
angelegte REGATTA
gehört zur selben Bauklasse. Damit enden allerdings auch schon die
Gemeinsamkeiten.
Als schwimmende Country-Clubs vermarktet die US-Reederei Oceania Cruises
ihre drei Kreuzfahrtschiffe. Und tatsächlich:
Schmiedeeiserne Treppengeländer, dunkle Holztöne, offene (wenn auch
elektrisch betriebene) Kamine, schwere Vorhänge im Laura Ashley-Stil,
wuchtige Ledersessel, florale Teppichböden – so stellt man sich ein
englisches Landhaus vor. Wenn es dann um 16 Uhr heißt „It’s teatime”
scheint die Illusion perfekt: zu dezenten Harfen- und Geigenklängen
servieren dienstbare Geister in weißen Handschuhen von einer mehrstöckigen
Etagere Sandwiches, Scones mit clotted cream, und Petit Fours. Dazu bestellt
man nicht etwa einfach eine Tasse Tee, sondern wählt „seine”
Sorte aus einer dargereichten Holzschatulle. Fans von Rosamunde Pilcher sind
begeistert.
In den vier (eigentlich
sogar sechs) Restaurants dagegen herrscht französisch angehauchte Haute
Cuisine vor, gemischt mit mediterranen Einflüssen. Kein Wunder, war der
Executive Culinary Director Jacques Pépin doch Chefkoch gleich dreier
gallischer Präsidenten – Charles de Gaulle eingeschlossen. Seine Kreationen
können mittags wie abends im Grand Dining Room oder an den Büffets des
Terrace Café genossen werden. Letzteres verwandelt sich abends zum
Candle-Light-Outdoor Tapas on the Terrace. „Büffet” ist bei Oceania übrigens
nicht gleichzusetzen mit „Selbstbedienung”. Der Gast wählt aus und
das allgegenwärtige Servicepersonal legt vor oder schenkt ein. Immer mit
einem Lächeln im Gesicht und zu einem kleinen Schwatz bereit. Dabei erfährt
man, welchen logistischen Aufwand es bedarf, um die Berge frischer Heidel-,
Erd-, Him- und Brombeeren zum Frühstück auf den Tisch zu bringen: Die auf
vier bis sechs Grad heruntergekühlten Früchte werden täglich hand- verlesen.
Schließlich esse auch das Auge mit.
Je nach
gebuchter Kabinenkategorie* hat man mindestens einmal pro Reise Zugang zum
Polo Grill bzw. zum Toscana.
* Sämtliche
Suitenbewohner kommen in den Genuss des Butler-Service und sind an der
goldenen Bordkarte zu erkennen. In den Balkonkabinen auf Deck 7 residierende
Passagiere weisen sich mit einer silbernen Bordkarte aus. Allen anderen
Unterkünfte – ob innen oder außen – gemeinsam ist die Bordkartenfarbe weiß.
Anders als die meisten internationalen Reedereien addiert Oceania 18 Prozent
Trinkgeld auf jede Getränkerechnung. Und 12,50 US$ pro Person und Tag auf
das Kabinenkonto (Gold- und Silber-Kategorie = 16,50). |
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Was bei
anderen Reedereien locker mit 20 bis 35 US$ Covercharge zu Buche schlägt,
ist hier inklusive: Leckeres Surf & Turf oder butterweiche Steaks vom Black
Angus Rind. Über dreißig Antipasti, Zuppas, Pastas, Risottos, Salate und
Hauptgerichte enthält die Speisekarte des italienischen
Spezialitätenrestaurants, die acht verschiedenen Sorten im Brotkorb sowie
die dazu gereichten vierzehn verschiedenen Öl- und Balsamicosorten nicht
mitgerechnet.
Die Qual der Wahl aus der separaten Dessertkarte erleichtert ein Mix aller
darauf enthaltenen Köstlichkeiten. Das Waves bietet untertags typisch
Amerikanisches und – ungewöhnlich für ein Kreuzfahrtschiff – delikate
Milchshakes oder frisch zubereitete Smoothies an. Beides übrigens – wie auch
ganztags Espresso und Cappuccino – complementary.
Zum Landhausstil passen die Holzmöbel auf dem Pooldeck samt ihrer dicken
Polster. Das Oceania-Logo ist allgegenwärtig – entweder eingestickt in die
Frottee-Auflage oder eingewebt in die in Überzahl vorhandenen flauschigen
Badetücher.
Ein ganz besonderes Refugium stellen die acht Cabanas auf Deck 11 dar: Hier
kann man ganz privat einen Tag auf See genießen und sich dabei rundum
verwöhnen lassen: Um 10 Uhr wird ein Obstkorb serviert, gegen Mittag ein
leichter Lunch vom Waves Barbecue Grill, um 16 Uhr dann die ganz
persönliche Teatime und mittendrin immer wieder eisgekühlte Tücher. Stets
abgeschirmt von den Blicken dritter – eine Art Zelt macht‘s möglich. Das hat
allerdings auch seinen Preis: Für eine zweiwöchige Reise sind 750 US$ zu
berappen, für das sechstägige Package 330 und für einen Einzeltag auf See
stolze 150. Etwas günstiger die Nutzung des Thalassotherapy-Pools (nicht zu
verwechseln mit dem regulären Pool bzw. den Jacuzzis): 25 US$ pro Tag oder
175 für eine 14-tägige Kreuzfahrt. Immerhin gibt’s in beiden Fällen einen
Rabatt auf Treatments im Spa. Aber nur an Hafentagen!
Oceania will seinen Gästen ein besonders intensives Kennenlernen von Land
und Leuten ermöglichen. Drei volle Tage verbringt die REGATTA
in St. Petersburg, zwei in Bordeaux oder in Rouen, die NAUTICA
hat in ihrem Asienprogramm drei Tage für Dubai eingeplant, je zwei für
Mumbai, Bali, Saigon, Hanoi, Hongkong und Shanghai. Für Südamerika stehen
mehrtägige Aufenthalte in Rio de Janeiro und Buenos Aires im Fahrplan der INSIGNIA.
Alle drei sind ganz und gar auf englischsprachige Gäste ausgerichtet. Es
gibt weder ein deutsches Tagesprogramm noch entsprechende Speisekarten.
Trotzdem ein sehr empfehlenswertes Produkt. Hierzulande buchbar über Cruise
Group.
www.cruise-group.com |