Arktis-Expedition

AUSGABE 6/2009


Ein Trawler verlässt den Hafen von Thorshaven auf den Färöer-Inseln. Vorne der historische Teil der Stadt, das Museumsdorf.

 
 

Egon Giebe

Expedition Färöer, Island und Grönland

Aus Fossilienfunden mumifizierter Wälder geht hervor, dass in der Arktis vor 40 bis 50 Millionen Jahren subtropische Temperaturen herrschten und hier riesige Mammutbäume wuchsen. Das Nordpolarmeer hatte zu dieser Zeit subtropische Wassertemperaturen. In Bohrkernen wurden Reste von Süßwasserpflanzen entdeckt, die heute unter anderem in Reiskulturen vorkommen. Deshalb wird vermutet, dass die gesamte Arktis vor mehr als 40 Millionen Jahren ein gigantischer abgeschlossener Süßwassersee gewesen sein könnte. Andere Funde zeugen von heftigen biologischen Umwälzungen und vom plötzlichen Aussterben vieler Organismen in der Folgezeit. wikipedia.org/Arktis

 

Die Färöer – die Schafsinseln – sind, wie Grönland, eine gleichberechtigte Nation innerhalb des Königreichs Dänemark, bereits seit 1948 weitgehend autonom und haben eines der ältesten Parlamente der Welt. Zwei Abgeordnete werden regelmäßig ins dänische Folketing entsandt, außerdem sind sie mit zwei Delegierten im Nordischen Rat vertreten. Wichtigster Erwerbszweig der knapp 50.000 Färinger ist die Fischerei und die damit zusammenhängende Wirtschaft.

Nur wenige Stunden bleibt die MS DELPHIN in Thorshaven, oder Tórshavn auf dänisch, der Hauptstadt der Färöer-Inseln. Zwei Ausflüge in die Berglandschaft und zu einem Wikingerdorf aus dem 10. Jahrhundert in Kvivik stehen zur Wahl.

 

Der Osten Islands. Reisende, die mit dem Schiff vom europäischen Kontinent und den Faröer kommen, sehen von Island zuerst die zerklüftete, schneebekrönte
Landschaft der Ostfjorde – ein wahrhaft atemberaubender Anblick, wenn das Schiff sich in den Seydisfjørdur schiebt, vorbei an den reich verzierten Holzhäusern der gleichnamigen Stadt. Islands Ostküste gilt als Durchgangsstation auf dem Weg in andere Landesteile. Die beiden Ausflüge führen hier zu Elfen, Fabelwesen und Ungeheuer oder zur Vogelbeobachtung, zum Beispiel der putzigen Papageientaucher und anderen Seevögeln.

 

Über Nacht umrundet die DELPHIN die Kaps und Landzungen Ost- und Nordost-Islands, um in den frühen Morgenstunden in den Eyjafjørdur einzufahren. Akureyri ist das Tagesziel am Ende dieses Fjords.

Das Hafenviertel am Fjord liegt nahe der Fußgängerzone; hier ankern meist ein paar malerische Trawler. Von hier hat man auch einen guten Blick auf die Basaltkirche von Akureyri, die seit ihrem Bau 1940 die Stadt beherrscht.

Ein Rundgang durch Akureyri beginnt mit einem Zehn-Minuten-Spaziergang vom Hafen zur Fußgängerzone und Einkaufsstraße Hafnarstræti. Sie ist das Zentrum der Stadt, wenn auch nicht gerade ihr attraktivster Teil, denn die Gebäude sind typisch gesichtslose Blöcke. Als Lichtblick präsentiert sich eine der Institutionen Akureyris, die beliebten Restaurants Bautinn und La Vita e Bella.

Aber auch hier ist Akureyri nur der Ausgangspunkt zu den fünf Ausflügen. Godafoss, der Götter Fall, steht auf dem Programm, der Myvatn-See mit seinen Pseudo-Kratern, Dimmuborgir, die düsteren Lavaburgen, das Solfataren-Gebiet Hverarönd am Fuße des pastellfarbenen Tuffberges Námafjáll.

Auch der Dettifoss, Europas größten und mächtigsten Wasserfall und die Schlucht Asbyrgi als Teil des Jökulsárgljúfur Nationalparks sind Ausflugsziele. Weitere Ziele sind Godafoss, der Götterfall, das Laufas-Museum, eine Walbeobachtung in Husavik. Auch ein 30-Minuten-Flug zum Nördlichen Polarkreis wird offeriert. Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und die DELPHIN verlässt am Abend Akureyri – die grüne Stadt Islands – in Richtung Isafjordur im Nordwesten Islands.

 

Der breite Fjord von Isafjardardjup, an dem Isafjordur liegt, teilt die Westfjorde. Als einer der besten Naturhäfen ganz Islands ließ die Stadt mit 3025 Einwohnern zum Versorgungs- und Verwaltungszentrum für die gesamte Westfjord-Region aufsteigen. Schon 1569 kamen die ersten Kaufleute hierher; geblieben ist aus dieser Zeit der gut erhaltene historische Stadtkern.

 

Das älteste Haus Islands, Tjøruhús, stammt aus  dem Jahr 1734. Gemeinsam mit dem angrenzenden Krambud, einem ehemaligen Laden aus dem Jahre 1761, sowie dem 1744 erbauten Turnhús steht es unter Denkmalschutz. Das in der Häusergruppe untergebrachte Schifffahrts- und Fischerei-Museum der Westfjorde, dokumentiert auf beeindruckende Weise die harten Arbeits- und Lebensbedingungen der Fischer.
Außer dem Besuch des Museums wird eine Bootstour zur Insel Vigur zur Vogel-Beobachtung angeboten. Auf Vigur steht die einzige Windmühle Islands aus dem Jahr 1830.

 

Die nördlichste Hauptstadt der Welt ist eine freundliche und facettenreiche Stadt.
Reykjavik besitzt neben vielen kulturellen Attraktionen und Parks auch viel Natur gleich vor der Tür und nicht zuletzt ein lebendiges Nachtleben.
Hier leben nahezu zwei Fünftel der isländischen Bevölkerung im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum des Landes. Dennoch verleihen die gemächliche Gangart und der fast ländliche Charme Reykjavik ein ganz eigenes Flair.
Hier nahm die Besiedlung Islands im späten 9. Jahrhundert ihren Anfang. Ingólfur Ámarson, der erste isländische Siedler, hatte aus Norwegen nicht nur Familie und Vieh mitgebracht, sondern auch den Hochsitz als Symbol der heimischen Parzelle. Nach Wikingerbrauch warf Ingólfur die Säulen, auf denen der Hochsitz ruhte, über Bord. Wo sie an Land trieben, sollte er nach dem Willen der Götter leben. Dieser erste Siedler Ingólfur nannte seine neue Heimat Reykjavik (Rauchbucht).
 

Das spüren die Passagiere, die den klassischsten aller Ausflüge ab Reykjavik buchen: Gullfoss, Geysir und Thingvellir. Er kostet über 100 € pro Person. Der Ausflug Thingvellir, Hochland und Gletscher-Safari mit Schneemobil schlägt mit knapp 200 € zu Buche. Die Jeep-Safari ins Gletschertal von Thórsmörk ist noch teurer.

Ausflüge unter 100 € via Reykjavik gibt’s auch: Baden in der Blauen Lagune, oder Stadtrundfahrt, oder Island zu Pferd.

 

Es besteht eine Fährverbindung von Hanstholm in Dänemark zu den Färöer-Inseln und weiter nach Island. www.smyrilline.de

 

www.icetourist.de Deutschsprachige Website des isländischen Fremdenverkehrs-Verbandes. Bietet sehr gute Infos zu Touren, Übernachtungsmöglichkeiten, aktuellen Veranstaltungen oder Einreisebestimmungen sowie aktuellen Broschüren.
www.geysir.com Website des Infodienstes Geysir mit lebendiger Kontaktbörse von und für Island-Traveller und vielen Hintergrund-Infos zu Land und Leuten, auch auf Deutsch.
www.islandreise.info Deutschsprachiges Infoportal mit Schwerpunkten, aktuelle Meldungen und Veranstaltungstipps.
www.ratgeber-island.de Deutschsprachige Site mit fundierter Hintergrundinfo zu Politik, Kultur und Gesellschaft.
www.iceland.de Deutschsprachige Seite für Island-Fans, tolle Bilder und gute Infos zu den einzelnen Regionen.
www.eldey.de Fundierte Hintergrundinfos zu Geologie und Klima, Flora, Fauna,   Geschichte und Kultur Islands.
www.isafold.de Deutschsprachige Site für Wanderfans – und solche, die es werden wollen. Tolle Profi-Tipps für Trekker.
www.botschaft-island.de Infoseite der Isländischen Botschaft in Berlin.

Kompakt: Polyglott on tour Island mit flipmap – ISBN 978-3-493-56849-3, € 7,95.

Umfangreicher: Polyglott Apa Guide Island – ISBN 978-3-8268-1927-8, € 21,95.

www.polyglott.de

Seydisfjørdur im Osten Islands mit seiner blauen Kirche.


Auch innen hat die blaue Kirche einen blauen Himmel.

Links der Svartifoss – Schwarzer Wasserfall. Das Wasser stürzt über eine Felskante, die von Basaltsäulen wie Orgelpfeifen eingerahmt ist.

 

Rechts der Godafoss – der Götter-Wasserfall, der wohl schönste Wasserfall Islands.


Der Myvatn-See im Norden Islands ist ein einzigartiges Naturphänomen und ein Paradies für Enten. Typisch für das Südufer des Myvatn sind die Pseudo-Krater.

Traditionsreiches

Restaurant in der Hafnarstræti, der Fußgängerzone

Akureyris.


Die Basalt-Kirche von Akureyri dominiert die Stadt.

Das Fischereimuseum der Westfjorde steht in Isafjordur.


Eine Schubkarre voll Fisch in der Salzfischfabrik im Turnhús des Museums.

Modelle von Fischkuttern und Seglern stehen im ältesten Haus des Museums.


Abschied von Isafjordur. Die MS DELPHIN verlässt den Fjord von Isafjardardjup.

Der Gullfoss-Wasserfall – Goldener Fall – Ist der meist besuchte Wasserfall Islands. Der Fluss stürzt sich 32 Meter in eine zweieinhalb Kilometer lange Schlucht.

Der Schlamm der Blauen Lagune enthält Mineralien und soll Hautleiden heilen.

 

Island zu Pferd wird als Ausflug angeboten.

Die Parlamentsebene im Thingvellir-Nationalpark.

 

Der Öxarárfoss in der Schlucht von Thingvellir.


Links der Weg durch die Almannaga-Schlucht von Thingvellir.

 

Rechts der große

Geysir Stokkur (Butterfass).

Der große Videyjarsund von Reykjavik und die Hauptstadt Islands bleiben zurück. Die DELPHIN hat Kurs Richtung Nordwest genommen. Das Ziel ist Grönland.

Diese Routen-Karte stellten die Bordfotografen und Video-Filmer von Jorge Gonzalez – gegen Gebühr natürlich – zur Verfügung.


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