Sonja Piskernig ist

Tänzerin im Show-Team der AMADEA.

 

 

 

Tanzen wollte sie schon mit fünf Jahren, und das Leben auf der Bühne und für die Bühne ist für sie mehr Berufung als Beruf. Aber nur wenige Mädchen verwirklichen diesen Traum, gehen den klassischen Weg einer Ballett-Ausbildung. „Ohne die geht’s nicht, weiß Sonja, „denn die Technik und Körperbeherrschung werden nur dort vermittelt!“

Sonja wusste aber stets, dass sie mehr möchte als das: Eine Musical- und eine Ge-sangsausbildung kamen hinzu. Als Allround-Künstlerin hat sie heute ideale Voraus-setzungen für die Arbeit auf dem Schiff, obwohl das eher ein Zufallstreffer war. „Letz-tes Jahr war ich acht Monate an Bord, das war a bisserl viel! sagt die gebürtige Kärntnerin, und man hört den liebenswerten österreichischen Dialekt heraus. Wer so


 

engagiert ist wie Sonja, dem werden die allwöchentlich achtmal wiederholten Shows an Land einfach zu langweilig.

Das Leben an Bord ist schneller, anspruchsvoller. Das Ensemble wird erst hier zu-sammengestellt, und wer neu hinzukommt, muss binnen weniger Tage ein Dutzend Shows einstudieren. Das heißt, Proben in der Nacht und zu ungewöhnlichen Zeiten, denn die Lounge ist nicht immer frei. Oft ergibt sich aus den Proben ein voller Arbeits-tag – plus Show-Auftritt am Abend. Das bedeutet auch, dass für Neulinge der Land-gang gestrichen ist. „Aber es ist dennoch toll, die Welt zu sehen, lacht Sonja glück-lich, „letztlich meine Motivation für die Arbeit auf dem Schiff!

Wenn möglich, möchte sie gern noch Australien sehen, die Heimat eines ihrer Kolle-gen. Der Passagierstatus, den die Künstler auf der AMADEA haben, macht es leichter, die Freizeit zu genießen. Restaurant, Spa und Sonnendeck stehen dem Ensemble jederzeit offen. Die Kabine teilt Sonja mit einer Kollegin. Damit kommen beide gut zurecht: „Wir sind ein super Team, und nirgends an Land hat man so engen Kontakt mit den Kollegen, dass man auch die ganze Freizeit mit ihnen verbringt!“

Die größte Freude macht den Künstlern freilich ein Publikum, das begeistert ist – und es auch zeigt. Auf der AMADEA sind die Programme wie auch die Künstler gut genug, um die Zuschauer mitzureißen. Um die Qualität zu halten und ständig zu verbessern, gibt’s dennoch reichlich Druck von oben. „Manchmal arg viel, erinnert sich Sonja, und ein Schatten huscht über ihr Gesicht, „da braucht’s genug Selbstbewusstsein, um damit zurechtzukommen! Der gute Kontakt zum Publikum ist dann besonders  will-kommen, und der ist an Bord intensiver als an Land. Wenn ein Passagier morgens noch mit „seiner Sonja beim Frühstück gesessen hat, fiebert er abends anders mit als in einer „anonymen Show. Manch einer wartet am Bühnenausgang, um noch ein-mal zu applaudieren oder ein Kompliment loszuwerden. Dann ist nach allem Stress die Welt wieder in Ordnung.

Die neue „Moulin-Rouge-Show, die sie gleich einstudiert hat, als sie wieder an Bord kam, gefällt Sonja im Moment besonders gut. „Da sind wir sehr gefordert: Kurze Moderation, währenddessen umziehen, neues Kostüm, neuer Auftritt! Die Kostüme gefallen Sonja weniger. „Müssen wir halbnackt auf der Bühne stehen? fragt sie. Sie müsste es nicht, denn die Choreographie ist gut, die Schritte perfekt. Effekthascherei mit nackter Haut hat das Ensemble nicht nötig. Sonja löst das Problem auf ihre Weise: Mit einzigartiger Mimik, die sie in Sekundenschnelle vom Showgirl zum Vamp macht, lenkt sie die Blicke auf ihr schauspielerisches Talent. Eine Begabung, die sie bisher nur am Rande eingesetzt hat. „Vielleicht kommt das noch – wer weiß? zwin-kert das blonde Multitalent. Der Blickkontakt mit ihrem Publikum ist ihr besonders wichtig. Sonjas persönliche Note.

Dass das Engagement auf dem Schiff ihr keine dauerhafte Heimat geben kann, war für Sonja von Anfang an klar. „Ich komme viel zu gern wieder zurück nach Wien, um auf Dauer an Bord zu bleiben. Vielleicht wieder einmal als Intermezzo! plant sie die nächste Zukunft. Auch längerfristig hat sie noch viel vor. Sie unterrichtet bereits selbst und engagiert sich für den Nachwuchs in ihrem Beruf. Auch an Choreographie und der Ausrichtung großer Gala-Shows hat sie Gefallen gefunden. „Das könnte meine Zukunft sein, wenn ich irgendwann das Alter habe, wo man von der Bühne geht, sagt die 25jährige. Die Begeisterung, mit der sie es sagt, lässt ahnen, dass Sonja ihre Pläne vielleicht schon früher verwirklicht.








„Die TARU dümpelte an der Ankerkette, weit genug vom Ufer entfernt, um in der feuchtwarmen Nacht vor stechwütigen Moskitos sicher zu sein. So beginnt ein Roman, der laut Verlagsangabe ein „Piraterie-, Umwelt, Globalisierungs- und Gesellschaftsthriller ist – also eigentlich zu viel für ein einziges Buch von 399 Seiten.

Über den Autor fehlt im Buch jede Angabe, wer mehr zum Thema und über ihn wissen will, muss auf seine homepage gehen: www.piraten-terror.de

Man weiß – nicht nur als Kreuzfahrer – dass immer noch Piraten Schiffe entführen, pro Jahr entstehen Schäden von rund vier Milliarden Dollar. Piraterie ist also kein Stoff, den man aus reiner Freude genießt.

Wer sich als Autor auf einen Krimi mit diesem Thema einlässt, hat viel zu tun, ehe er mit dem Schreiben beginnen kann. Denn wenn Details nicht stimmen, knarrt die  Geschichte und man bereut den Kauf schnell.

Aber wenn die Recherchen gründlich waren und dazu ein Schreibtalent kommt, kann die Story ein beachtliches Buch werden.

Malakka – Der Tod kommt in der Nacht ist ein Thriller, den man nicht aus der Hand legen mag.

Berry Feiler gründet, nachdem Piraten seine Geliebte ermordet und seine Segelyacht zerstört haben (gleich im Eröffnungskapitel) die Londoner Firma „Lost Ship Manage-ment. Wer als Eigner ein Schiff verloren hat, nutzt diese Firma, um es zurück zu bekommen. Die arbeitet weltweit mit Spezialisten aus den Kommandos der großen Marinen und schafft es so gut wie immer, gekaperte Schiffe zurück zu holen – mit Waffengewalt und häufig am Rande der Legalität. So der erste Erzählstrang.

Der zweite beschäftigt sich mit Anxa Perikos, Meeresbiologin und Greenpeace-Aktivistin, die plötzlich die Reederei ihres griechischen Vaters erbt, der mit maroden Tankern unendlich reich geworden ist.

Und dann gibt es da Yanto, den jungen Piraten, den die Globalisierung „in die Gesetzlosigkeit zwingt.

Das klingt zunächst nach Anliegen und Weltverbesserei. Was die Reederei-Erbin sich vornimmt, scheint fern jeder Realität. Aber Swidler erzählt flüssig und hat, was bei solchen Stories wichtig ist, ein gutes Gefühl für den Rhythmus der Erzählung. So verfolgt man also mit Spannung und souverän geführt, wie die drei Stränge schließ-lich zusammen geflochten werden und es dann zu einem furiosen Finale kommt.

Man kennt Geschichten dieser Art von amerikanischen Autoren, die so etwas wie Markenartikel geworden sind. Hier meldet sich ein deutscher Erzähler, der mit den Kollegen aus den USA sehr gut mithalten kann.

 

Uli T. Swidler

Malakka – Der Tod kommt in der Nacht

Delius Klasing Verlag, Bielefeld (2007),

ISBN 978-3-7688-1912-1,

399 Seiten, 12,00 €

www.delius-klasing.de