MASUREN 17

17617 PSW 19 MS CLASSIC LADY am Anleger von Wilkassen am Loewentin SeeMS CLASSIC LADY am Anleger von Wilkassen am Löwentin See. Fotos: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund


Dr. Peer Schmidt-Walther

Ostpreußen kulinarisch
CLASSIC LADY mit beliebten Rezepten aus der Bordküche

Masuren ist seit eh und je Synonym für eine der schönsten europäischen Landschaften. Während einer Kreuzfahrt über die Masurische Seenplatte erlebt man unberührte Natur und Sehenswürdigkeiten einer mehr als 700jährigen deutsch-polnischen Geschichte. Und natürlich die nach wie vor deftige ostpreußische Küche.

Masuren – ein Land voller Geschichten und Geschichte, aber auch voller Emotionen. Die Journalisten-Legende Hans Helmut Kirst träumte von der „Märchenwelt aus Moos und Schilf und der leuchtend grünen Zauberwälder voller Geborgenheit”. Sein Kollege Klaus Bednarz war lange ARD-Korrespondent in Warschau. Dessen Vaterhaus steht in Ukta am romantischen Flüsschen Krutinna, durch deren klares Wasser Stocherkähne und Paddelboote gleiten. Dort lag „mein Kindheitsparadies”, sagte er, der hier oft seine Sommerferien verbrachte. Und Arno Surminskis Roman „Jokehnen” spielt im heutigen Jeglawki, das zu seiner Jugendzeit Jäglack hieß und dem er eine Chronik gewidmet hat. Sein Herz und seine Erinnerungen hängen nach wie vor an dem kleinen masurischen Dorf, in dem er bis zur Flucht in den Westen 1945 aufwuchs.

Von Deutschland nach Ostpreußen
Fünf Kilometer hinter Kolno passiert der Bus, der am Hauptbahnhof von Warschau gestartet ist, die Grenze zwischen Masowien und Masuren. Hügelauf, hügelab durch Alleen und Wälder rollt er unaufhaltsam nach Norden. Reiseleiter Andrzej Kraszewski nutzt die Busfahrt, um über seine Heimat zu informieren. In bestem Deutsch und – mit „jemietlichem” Akzent.
Während einer Pause kann man sich schon mal in einem Rasthof mit Zurek stärken, der typischen polnischen Roggenmehlsuppe. Vorgeschmack auf mehr, denn beliebter Auftakt einer Mahlzeit in Polen sind Suppen. Besonders verbreitet: Barszcz, die Rote-Beete-Suppe.
Johannisburg – nicht etwa in Südafrika – bleibt rechts liegen. Dieses heißt heute Pisz. Abends schaukelt der Bus auf schmaler Sandpiste durch den Urwald der Johannisburger Heide. Bis es voraus aufblitzt: angekommen in Piasken (Piaski) am Beldahnsee, der zur Masurischen Seenplatte gehört. Die untergehende Sonne vergoldet See und Schiff. „Jokehnen” kommt einem wieder in den Sinn, allerdings mit verdrehtem Untertitel: Wie lange fährt man von Deutschland nach Ostpreußen? Spätestens jetzt weiß man es.
Das Willkommens-Abendessen – nach der Begrüßung durch die Besatzung um Kapitän Tomasz Biadun – ist der Start einer Serie von ostpreußischen Köstlichkeiten. Und Andrzeij „droht” schon mal: „Wer hier in Polen seinen Bauch värrliert, der wird ainejespärrt!”

Leckere einfache Küche
Was Chef Pawel Zalewski hier in seiner „U-Boot-Miniküche” „komponiert”, lässt einem schon lange vorher das Wasser im Munde zusammenlaufen. Seine Kochkünste – Rezepte der alten ostpreußischen Küche stehen obenan – sind allein schon ein Grund, um mit der CLASSIC LADY durch Masuren zu schippern. „Jak u baci – wie bei Oma”, betitelt Pawel seine „einfache Kieche”, und erläutert wie zu jeder Mahlzeit ihre Zubereitung. Für heute Abend hat der Meister ein Luciano-Pavarotti-Motto ausgewählt, das ihm aus der Seele spricht: „Kochen ist eine Kunst und keineswegs die unbedeutendste”.
Auftakt: Sauerampfersuppe und Fischsuppe; Vorspeise: Räucherfisch; Salatbüffet mit Sauerkohlsalat; Hauptgang: Wildgulasch mit Kartoffelklößen, Buchweizengrütze und Waldpilzen; Dessert: „Glumps”-(Quark-)torte; Seelenwärmer: Nikolaschka.
Vom Logenplatz an Bord kann man schließlich die abendliche Stimmung der Wald- und Wasserlandschaft genießen, auch das eine oder andere frisch gezapfte polnische Bier. Wozu in diesem Land auch ein „Wässerchen”, sprich: Wodka, gehört. Das Wellengluckern an der Bordwand garantiert anschließend Tiefschlaf. Jedoch nicht ohne zuvor Andrzejs Informationen für den nächsten Tag, Anekdoten und Witze aus Masuren vernommen zu haben. Höhepunkt ist sein „Abendgebet”: „Lieber Gott bestraf’ mich nicht, wenn ich bei Tisch das größte Stück erwisch!”

Land ohne Eile
Auf der Speisekarte – Motto: „Jede Frau ist für gutes Essen anfällig” (Casanova) – stehen Pawels Gurken- und Ermländische Suppe; Vorspeise: Festtagssülze; Salatbüffet: Gurkensalat, Dill und Schmand; Hauptgang: Königsberger Klopse mit Kapernsauce und Salzkartoffeln; Dessert: Buttermilchflinsen mit Himbeersauce; Seelenwärmer: Rußer Milchpunsch. Jeder Gang weckt Kindheitserinnerungen und regt zu Rezeptaustausch an. Der Abend gehört den Tageserlebnissen, über die angeregt geredet und fröhlich gelacht wird. Eine vergnügte Schlemmer-Runde.
Immer mal wieder blitzen ein paar blaue Seen-Spiegel durch das Grün oder duckt sich das rote Ziegeldach eines alten, einsamen Gehöfts oder Gutes in einer Senke. Jeder Quadratmeter ist durchtränkt von Geschichte. Dieses „Land ohne Eile”, wie Arno Surminski seine verschlafene Heimat nannte, steckt aber auch voller skuriller Geschichten. Davon zeugen auch Siegfried Lenz Erzählungen „So zärtlich war Suleyken”.
Auf unzähligen Firsten thronen Storchennester. Den Spitznamen „preußischste aller Vögel” haben sich die Tiere wegen ihres schwarz-weiß-roten Federkleids eingehandelt. „Jeder vierte Storch weltweit ist heute Pole”, erklärt Andrzej. Tierisch geht es oft unterwegs weiter, wenn See- und Fischadler, Kraniche, Reiher oder gar ein Biber vor die Linse kommen.

Nicht nur mit dem Mund
Pawels Mittagsmenü heute: Rote-Beete-Suppe, Zanderfilet mit Gumbinner Kartoffelbällchen und Frühlingsgemüse, abschließend Apfelcreme mit Weingelee. Martin Luthers Worte geben das Motto: „Iss, was gar ist! Trink, was klar ist! Red, was wahr ist!” Recht hat er – bis heute!
Während der abwechslungsreichen Seh-Fahrt durch Kanäle und Seen unter hohen Wolkentürmen schwingt es mit, das Ostpreußen-Lied. Es besingt die „dunklen Wälder und kristallnen Seen”. „Einfach scheen!”, bringt es eine gebürtige Ostpreußin auf den emotionalen Punkt. Jetzt können sie nachempfinden, was damit gemeint ist.
Die Reisemotive sind im Übrigen sehr unterschiedlich. Von: „Wir wollten diese Reise immer schon mal machen”, „bin hier geboren”, „Eltern und Großeltern stammen von hier”, „mich interessiert nur die Landschaft” bis „möchte Omas Küche wiederbeleben” reicht die Palette.
Die Frischluft-Kur hat mächtig Appetit gemacht, und Nietzsche lieferte das (heute wieder moderne) Motto zum Abendessen: „Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde richtet”. Dazu gibt es Linsensuppe mit Backpflaumen, gekochten Aal in Dillsauce, Mehlklöße mit saurer Soße, Mohnstriezel als Dessert – was will man mehr?!

Zum Schluss der Bärenfang
„Sieht aus wie ein echtes Aquarium”, meint Jürgen, als Pawel, Kapitän Tomasz und seine Bootsleute – hier kann jeder alles, sogar kochen, selbst der Schiffsführer – einen gläsernen Kasten hereinschleppen. Der ist gefüllt mit Fisch in Aspik. Des Weiteren werden aufgefahren: Lieblingssuppe, Pillkaller; Vorspeise: Stücke aus Pawels Aquarium; Salatbuffet: mit Sellerie-Apfel-Salat; Hauptgang: Schweinebraten, gefüllt mit Pflaumen, Speckklöße, und Teltower Rübchen; Dessert: Pfannkuchen mit Quark und Früchten; Seelenwärmer: Pawels Trunk.
Kein Geringerer als Goethe lieferte dazu das Motto: „Das Essen soll zuerst das Auge erfreuen und dann den Magen”. Letzteren erfreut der „Bärenfang” am Schluss. Andrzej kennt das Geheimnis des ostpreußischen Nationalgetränks: „Weil die Bären gern Honig klauten, hat man ihn mit Alkohol versetzt, so dass sie einschliefen und gefangen werden konnten”.

Im Masurischen Bauernhaus
In Sadry (Zondern), sechs Kilometer westlich von Rhyn (Rhein), „menschelt” es hingegen. Die letzten Deutschen der Region, Kristina und Dietmar Dickti, betreiben in dem Dörfchen ein kleines Privatmuseum, das 200 Jahre alte „Masurische Bauernhaus” mit regional typischen Hausgeräten und Möbeln. Die Aufkleber von deutschen Reise- und Busunternehmen verraten, dass wir es hier mit einem touristischen Highlight zu tun haben. Souvenirs werden angeboten, aber auch ein leckerer, noch ofenwarmer Kasten-Hefekuchen, gefüllt mit Marmelade und überzogen mit Streusel. Bei Kaffee und Kuchen gibt Frau Dickti in breitestem Ostpreußisch „Wippches” (Witze) zum Besten. Zum Beispiel den: „Was haat ejn Mann, was im Schnee sitzt? Na, Schneegleckchens!” Schallendes Gelächter.
Auch der frühere ZDF-Moderator Wolf von Lojewski, der aus Widminy/Widminnen östlich von Lötzen stammt, hat sich darüber amüsiert, als er die Dicktis besucht hat. „Mannche, Mannche, hat därr mich Lecher im Bauch gefraacht!”, berichtet sie strahlend über so viel mediale Aufmerksamkeit.

Stück sichtbare Geschichte
Neben Landschaft satt auch Sehenswürdigkeiten aus älterer und jüngerer Geschichte: ob den Familiensitz derer von Lehndorff („Ostpreußisches Tagebuch”) in Stynort (Schloss Steinort), die Festung Boyen in Lötzen, die Klosterkirche Heiligelinde mit Orgelkonzert, Burg Rhein und Ketrzyn (Rastenburg und „Wolfsschanze”), das Gutshaus von Galkowen mit Marion-Gräfin-Dönhoff-Bibliothek, die Kirchen in Mikolajki (Nikolaiken) und Sorkwity (Sorquitten) bei Schloss von Mirbach, das russisch-orthodoxe Kloster der altgläubigen Philipponen in Eckertsdorf, die Stocherkahn-Siedlung Krutinnen oder Gut Popiellen mit seiner Rückzuchtstation des urzeitlichen Tarpans.
Am letzten Tag heißt es scherzhaft-doppeldeutig: „Heute haben wir einen Termin beim Führer”. Gemeint ist der polnische Reiseführer Jan Zduniak, ein namhafter Historiker und Buchautor. Im damaligen Hauptquartier Adolf Hitlers, der „Wolfsschanze” (Wilczy Szaniec) bei Rastenburg, wird einem angesichts gesprengter meterdicker Betonmauern der Wahnsinn des „Tausendjährigen Reiches” bewusst. Neonazis lassen sich an diesem Ort daher auch nicht blicken, wie wir hören. Aber jede Menge Deutsche. „Das ist ein Stück sichtbare Geschichte”, antworten einige, befragt nach ihrem Besuchsmotiv. Zwei Denkmäler erinnern an das Attentat vom 20. Juli 1944 und den Widerstand.

Zu guter Letzt ein Rezept
Pawel hat längst seinen Widerstand aufgegeben – gegen die Hartnäckigkeit der Hausfrauen unter den Gästen, ihnen seine Rezepte zu verraten. Denn jeder Chef hat so seine kleinen Küchengeheimnisse, die er nicht so gern preisgibt, meint er augenzwinkernd.
Im Falle der „Masurischen Krautsuppe” hat er sich schließlich nach dem locker stimmenden „Bärenfang” erweichen lassen. Und er diktiert den Damen, aber auch einigen kochbegeisterten Herren, zum Mitschreiben:
„Zutaten: 300 Gramm geräucherte Rippchen, ½ Kilo Sauerkraut, 2 Prisen Kümmel, 300 Gramm Kartoffeln, 1 Zwiebel, Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Schmalz. Die Brühe aus Rauchfleisch und Gemüse kochen. Die Kartoffeln in kleine Würfel schneiden und der Brühe hinzugeben, langsam kochen lassen. Sobald die Zutaten weich sind, Sauerkraut und Kümmel dazugeben. Das Fleisch vom Knochen lösen und zur Suppe geben. Die Suppe mit Salz und Pfeffer verfeinern. Die Zwiebeln mit dem Schmalz anbraten und in die Suppe geben.
Smacznego – guten Appetit!” sind dann auch seine letzten offiziellen Worte dieser Reise ins Reich von Omas ostpreußischer Küche.

Informationen
MS CLASSIC LADY: Bau und Indienststellung: 2003 in Nikolaiken/Masuren (Sektionen wurden in Danzig vorgefertigt und per LKW angeliefert); Flagge: Polen; Länge: 44 m; Breite: 7 m; Tiefgang: 1 m; Crew: 5 bis 6; Passagiere (maximal): 40.
Unterbringung: 20 Außenkabinen (11 m²) mit Doppel- bzw. nebeneinander getrennt stehenden Einzelbetten; Kleiderschrank, Safe, Dusche/WC, Heizung, 220 V-Stromanschluss; 3 Passagierdecks, Panorama-Restaurant, Bar, Sonnendeck.

Bordsprache: Polnisch und Deutsch; Bordwährung: Euro und Zloty, keine Kreditkarten.

Reisezeit: Im Allgemeinen von Mai bis Oktober, neuerdings auch länger. Empfehlenswert die zehneinhalbstündige Zugreise auf historischen Gleisen durch Hinterpommern, Westpreußen und das Ermland (ab Stettin nach Lötzen täglich eine durchgehende Verbindung und zurück) oder schneller (per Flugzeug und Bahn) via Warschau.

Masuren ist eine Region der im Nordosten Polens gelegenen Woiwodschaft Ermland-Masuren und umfasst den südlichen Teil des früheren Ostpreußens. Wald- und Seenreichtum sind das Kapital der Landschaft. Im engeren Sinne ist es die Region um die Große Masurische Seenplatte. Das Land liegt auf dem Baltischen Höhenrücken, bis zu 300 Meter hohe, vom Eis aufgeschobene Endmoränen. Entstanden sind diese Formen während der drei großen Eiszeitperioden bis vor 30.000 Jahren. In den Niederungen reihen sich etwa 3.500 Grundmoränen-Seen (die größten: Spirding See mit 114 Quadratkilometer, Mauer See mit 104 Quadratkilometer) und Rinnenseen wie eine Perlenkette aneinander. Auch das „Land der 3000 Seen” genannt, ist Masuren eine der letzten naturnahen Landschaften Europas.
Wälder, Seen und Flüsse nehmen den größten Flächenanteil von Ermland (bis an die Haffküste bei Elbing) und Masuren ein. „Land der kristallnen Seen und dunklen Wälder” (Ostpreußen-Lied) mag zwar verklärt wirken, trifft aber ins Schwarze. Ein Paradies für Wassersportler.

Seit 2003 startet die 44 Meter lange CLASSIC LADY allwöchentlich von der Anlegestelle in Piasken (Piasky) am Beldahnsee. Reiseroute der „Schlemmerreise”: 1. Tag: Warschau-Piaski (Busfahrt); 2. Tag: Sensburg-Sorquitten-Wilkassen; 3. Tag: Krutinnen-Eckertsdorf-Peitschendorf-Wilkassen; 4. Tag: Lötzen-Rössel-Heiligelinde-Wolfsschanze-Nikolaiken-Piaski; 5. Tag: Allenstein-Marienburg-Danzig; 6. Tag: Danzig; 7. Tag: Rückreise (Bahn, Flug). Die deutschsprachigen Info-Materialien sind nicht nur als eine Art Willkommen für die deutschsprachigen Gäste anzusehen, sondern zeigen auch einen inzwischen souveränen Umgang mit historischen Tatsachen.

Auskunft über die Reiseziele, weitere Infos und Buchung: www.dnv-tours.de, Telefon 07154-13 18 30.
Offizielle Bezeichnung der Reise: „Schlemmerreise durch die ostpreußische Küche”. Ansonsten werden mit der CLASSIC LADY zwischen Frühjahr und Herbst auch geführte Fahrrad-Reisen durch die Region angeboten.

Reiselektüre (neben dem DNV-Reiseführer „Polen”): Klaus Bednarz: Fernes nahes Land – Begegnungen in Ostpreußen (Heyne-Bücher); Hans Graf von Lehndorff: Ostpreussisches Tagebuch (dtv); Arno Surminski: Jokehnen (rororo); Siegfried Lenz: So zärtlich war Suleyken (Fischer); Harald Saul: Unvergessliche Küche Ostpreußens – Traditionelle Familienrezepte und ihre Geschichten”; Gert O. E. Sattler: „Köstlichkeiten und Besonderheiten aus Ost- und Westpreußen” (beides nur antiquarisch über www.amazon.de).

17617 PSW 07 Am Liegeplatz in Piaski am Beldahnsee mit Kuhnle HausbootenDie CLASSIC LADY am Liegeplatz in Piaski am Beldahnsee mit Kuhnle Hausbooten.

17617 PSW 06 Eine Unterdecks Kabine mit zwei BettenEine Unterdecks-Kabine mit zwei Betten.

17617 PSW 4c MS CLASSIC LADY im Wald der Johannisburger Heide bei PiaskiMS CLASSIC LADY im Wald der Johannisburger Heide bei Piaski.

17617 PSW 10 Kapitaen Tomasz Biadun auf der Bruecke am RuderKapitän Tomasz Biadun auf der Brücke am Ruder.

17617 PSW 9a Das erste Fruehstueck mit BueffetDas erste Frühstück mit Büffet.

17617 PSW 12 Evangelische Dorfkirche von SorquittenDie Evangelische Dorfkirche von Sorquitten.

17617 PSW 12a Der schwebende Engel in der Sorquitter Kirche vor dem handgeschnitzen AltarDer schwebende Engel in der Sorquitter Kirche vor dem handgeschnitzen Altar.

17617 PSW 14 Tudorschloß von Mirbach von der Groeben in SorquittenDas Tudorschloß von Mirbach von der Groeben in Sorquitten. 17617 PSW 18a Das Fortsthaus in Kleinort in dem der Schriftsteller Ernst Wiechert aufwuchsDas Fortsthaus in Kleinort, in dem der Schriftsteller Ernst Wiechert aufwuchs.

17617 PSW 18b Die Schreibmaschine von Ernst WiechertSchreibtisch und Schreibmaschine von Ernst Wiechert.

17617 PSW 21a Polnische Flagge vor ostpreussischem SonnenuntergangshimmelPolnische Flagge vor ostpreußischem Sonnenuntergangshimmel.

17617 PSW 29 Großelternhaus oben rechts von Klaus Bednarz in Ukta an der KrutinnaDas Großelternhaus (oben rechts) von Klaus Bednarz in Ukta an der Krutinna.

17617 PSW 30 Gutshaus frueher stand es in Steinort der Grafen Lehndorff und diente als Forsthaus von Gräfin Renate Marsch Potocki in GalkowenGutshaus von Galkowen der Gräfin Renate Marsch-Potocki – früher stand es in Steinort und diente den Grafen Lehndorff als Forsthaus, wurde ab- und
in Galkowen wieder aufgebaut.

17617 PSW 34 Historisches Gaestehaus auf Gut GalkowenHistorisches Gäestehaus auf Gut Galkowen.

17617 PSW 35 Die idyllische Krutinna bei KrutinnenDie idyllische Krutinna bei Krutinnen.

17617 PSW 36 Die Krutinna aus der Vogelperspektive gesehenDie Krutinna aus der Vogelperspektive gesehen.

17617 PSW 40 Das Eingangstor zum Kloster EckertsdorfDas Eingangstor zum Kloster Eckertsdorf.

17617 PSW 41 Blick vom Kloster Eckertsdorf auf den SeeBlick vom Kloster Eckertsdorf auf den See.

17617 PSW 46 Nikolaiken im Herzen MasurensDas Städtchen Nikolaiken im Herzen Masurens.

17617 PSW 46a Die Wasserfront von Nikolaiken am gleichnamigen SeeDie Wasserfront von Nikolaiken am gleichnamigen See.

17617 PSW 46b Schiffsanleger in NikolaikenAm Schiffsanleger in Nikolaiken.

17617 PSW 50 Unser Liegeplatz Nachbar in Nikolaiken ist das Vollschiff CHOPINUnser Liegeplatz-Nachbar in Nikolaiken ist das Vollschiff CHOPIN.

17617 PSW 51 Die schmale Passage von NikolaikenDie schmale Passage von Nikolaiken.

17617 PSW 47 Seh Leute auf dem Oberdeck bei der Fuenf Seen FahrtSeh-Leute auf dem Oberdeck bei der Fünf-Seen-Fahrt.

17617 PSW 48 Kanaele verbinden die einzelnen SeenKanäle verbinden die einzelnen Seen.

17617 PSW 51b Zwischen Beldahn und Spirding See hintenZwischen Beldahn See und Spirding See (hinten).

17617 PSW 53a CLASSIC LADY auf dem Talter Gewaesser unterwegsCLASSIC LADY auf dem Talter Gewässer unterwegs.

17617 PSW 61 Typische Allee zwischen Wilkassen und LoetzenTypische Allee mit alten Eichen zwischen Wilkassen und Lötzen.

17617 PSW 63 Im Zentrum von RastenburgIm Zentrum von Rastenburg.

17617 PSW 64 Die weithin sichtbare klotzige Burg von RoesselDie weithin sichtbare klotzige Burg von Rössel.

17617 PSW 68 Text der Gedenktafel zum 20 Juli 1944 in der WolfsschanzeText der Gedenktafel zum 20. Juli 1944 in der Wolfsschanze.

17617 PSW 70 MS CLASSIC LADY wieder am Ausgangspunkt in PiaskenMS CLASSIC LADY wieder am Ausgangspunkt der Reise, in Piasken.

17617 PSW 71 Blick durch ein Stadttor auf die Altstadt von AllensteinBlick durch ein Stadttor auf die Altstadt von Allenstein. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17617 PSW 73 Im Innenhof der Burg Zamek in AllensteinIm Innenhof der Burg Zamek in Allenstein.

17617 PSW 77 Die gewaltige Marienburg der Ordensritter an der NogatDie gewaltige Marienburg der Ordensritter des Deutschen Ordens am Fluss Nogat.

17617 PSW 79 Danzig An der Mottlau mit Hansekogge Replika und KrantorDanzig – an der Mottlau mit Hansekogge-Replika und Krantor.

WEIHNACHT AUF SEE 18

17618 PSW 01 LT CORTESIA beim Einlaufen mit voller ContainerladungLT CORTESIA beim Einlaufen mit voller Containerladung. Fotos: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund


Dr. Peer Schmidt-Walther

Advents- und Weihnachtsstimmung auf See
Es kann auch anders zugehen in der „gefühlvollsten Zeit des Jahres”

Wochenend’ und Sonnenschein an Bord des Containerfrachters LT CORTESIA im Golf von Aden. Auf dem D-Deck steigt eine Open-air-Grillparty mit Schwein am Spieß. Kühles Freibier mildert die Saunatemperaturen. Später folgen heiße Spiele: Malefiz am Horn von Afrika. Kapitän Jörg Laudahn entpuppt sich dabei als raffinierter Barrikadenbauer. Piraterie zum Glück nur auf dem Brett.
Außentemperatur: brennend heiße 32 Grad. Voraus das „Tor zur Hölle”, auf Arabisch Bab-el-Mandeb. Schiffe werden davon wie magisch angezogen. Ansonsten wüstenhafte, braun verbrannte Leere an der schmalen Pforte zum Roten Meer zwischen Jemen und Dschibouti. Friedlich die paradiesischen, menschenleeren Strände in türkisfarbenen Buchten, doch vor der Festung recken verrostete russische T-34-Panzer ihre Rohre bedrohlich in den Himmel. Wir hingegen halten es völlig unmilitant mit der Bibel und dem Wort des Vormittags: „Uns dürstet”. Axel Bohlmann spendiert zum sonntäglichen Advents-Frühschoppen ein Fässchen Bier. Auch seine Beförderung zum Zweiten Ingenieur soll gefeiert werden. Abends sorgt der Kapitän für ein weiteres kulinarisches Highlight: japanisches Sashimi mit gefrostetem rohen Thunfisch, Lachs in zarten Scheibchen und Tintenfischhappen samt scharfen Zutaten. Das ist kreuzfahrtverdächtiger Genuss!
Morgens um neun Uhr im Golf von Suez, zwischen den schroffen Bergen von Sinai und Ägypten: Sieben kurze und ein langer Ton schrecken die Crew auf. Jörg Laudahn verkündet Bombenalarm. Systematisch wird jeder Winkel des Giganten durchsucht. „Das wird bis zu drei Mal im Jahr nach einer Checkliste exerziert”, erklärt der Kapitän, „da entgeht uns nichts, auch nicht Drogen oder Stowaways, also Blinde Passagiere”. ISPS lässt wieder mal grüßen.

Schleichende Wüstenschiffe mit Einblicken
MS LT CORTESIA dampft in die Bucht von Suez im nautischen Slalom zwischen flammenspeienden Bohrinseln hindurch. Der kühle Wind heult in Sturmstärke. Die steilen Berge der Wüstenhalbinsel Sinai und Ägyptens demonstrieren ihre Düsenwirkung.
Am frühen Nachmittag rasselt der Anker auf Suez-Reede in den Grund. „Gut, dass wir so früh hier sind”, freut sich Kapitän Laudahn, „dann bekommen wir auch einen günstigen Platz im Konvoi”. Das bedeute wiederum Zeitgewinn, da das Schiff dann als eines der ersten den Kanal verlassen und schneller Fahrt aufnehmen kann.
Sechs Uhr, kurz vor Sonnenaufgang. Ungewohnt die nur 18 Grad „kühle” Morgenluft. T-shirt und Bermudas verschwinden im Schrank.
Schwerfällig formiert sich unser Northbound-Konvoi zu einer kilometerlangen Frachter-Schlange mit Kurs auf das 165 Kilometer entfernte Port Said. Ein unaufhörlich telefonierender Lotse nervt Jörg Laudahn, der jetzt zum Wüstenschiff-Kapitän geworden ist. „Dafür will er dann auch noch eine Stange Marlboro haben”, schüttelt er den Kopf. Seeleute benennen den Kanal daher gern nach der Zigarettenmarke.
Die Ufer sind gespickt mit militärischen Anlagen: Kasernen, Panzer, Kanonen, alle hundert Meter Wachtposten und Kontrollen auf den Straßen am Suez. Ein Bollwerk gegen den Terrorismus. Jeglicher Anschlag auf die Weltschifffahrt und damit einen der wichtigsten Devisenbringer Ägyptens hätte katastrophale Folgen.

Es herrscht wieder Ruhe
Von hoher Brückenwarte bieten sich außerdem sichere Einblicke in den Alltag und die Natur des Landes: ob lautes, pulsierendes Stadtgewimmel oder mittelalterliche beschauliche Landwirtschaft, bittere Armut oder luxuriöser Lifestyle. Besonders am Großen Bittersee, wo Nobelvillen unter Palmen den Strand säumen. Ein paar hundert Meter davon entfernt ankert der Southbound-Konvoi, um uns durchzulassen. Andere Frachter haben in einer Kanalweiche festgemacht. Vom untersten Deck aus scheint es, als ob sie auf Sand liegen: Wüstenschiffe eben.
Nach zehn Stunden Schleichfahrt mit acht Knoten, für die der Charterer rund 300.000 US-Dollar hinblättern musste, schiebt sich LT CORTESIA ungeduldig ins Mittelmeer. Es herrscht wieder Ruhe auf der Brücke, sind doch die arabischen Kehllaute endlich verstummt. An Backbord wird Port Said von der Sonne vergoldet. Hebel auf den Tisch und voll voraus! Noch schnelle 950 Seemeilen: an Kreta mit schneebedeckten Berggipfeln und dem Peloponnes vorbei Kurs Taranto an der süditalienischen „Stiefelspitze”.

Weihnachten unter Palmen und auf See
Beim fünfstündigen Landgang unter Palmen und Olivenbäumen samt makellos blauem Himmel will einfach keine Weihnachtsstimmung aufkommen. „Auch weil wir auf See den ganzen Rummel vorher nicht mitbekommen. Wenn man bedenkt, dass morgen schon Heiligabend ist …”, sinniert Jörg Laudahn beim Anblick der Kunststoffbäumchen in den Schaufenstern. Auch Geschenke kaufen und Pizza essen – Fehlanzeige. Chiusa – geschlossen! „Hier fängt schon Afrika an”, entschuldigt das der Taxifahrer und brettert mit uns zurück in den Hafen. An Bord macht sich Steward Jerick Rosales – unter Anleitung des Kapitäns – ans Schmücken der Plastiktannen in den beiden Messen: bunte Kerzen, Kugeln und Lametta. „Das geht hier alles stressfreier zu als an Land”, meint der Alte zufrieden.
Früher als gedacht ist LT CORTESIA wieder seeklar. Ab 20 Uhr werden die letzten 2900 Seemeilen unter den Kiel genommen. Am Morgen des 24. Dezember vor der sizilianischen Küste: das Mittelmeer in Feiertagslaune, fast spiegelglatte See und strahlende Sonne. Auf der Brücke starre ich in unsere 360-Grad-Welt hinaus. Der Horizont auf See, das Ende der Welt, fasziniert den Abenteurer in mir immer wieder. Das gilt besonders, wenn das Meer so ruhig und leer ist. Gelegenheit zum Träumen bei einem Schläfchen in der wärmenden Sonne. Zweiter Hans-Joachim Schröder indes träumt von seinem Ferienhaus auf der Karibik-Insel Bequia. Vorbeiziehende Wale und Delphine scheinen uns grüßen zu wollen.

Zylmann Welcome Aboard 470Gruß an Bord
Heiligabend? Das Grillschwein harrt bereits seines Schicksals in der würzigen Marinade von Zweitem Ingenieur Axel Bohlmann. Nachmittags „Telefono Island”, wie der Kapitän die kleine Insel zwischen Tunesien und Italien grinsend nennt: „Da können wir noch mal nach Hause telefonieren”. Die traditionelle NDR-Sendung „Gruß an Bord” hören wir wegen fehlender Satellitenempfangs-Anlage nicht. „Das ist wohl nur ein Trost für die an Land”, meint Chief Kremtz und steigt wieder hinunter in den Maschinenkontrollraum. Feiertage sind an Bord normale Arbeitstage: Wache, Abrechnungen und Listen schreiben, damit zum Einlaufen in Hamburg alles vorbereitet ist. Bootsmann Hilario Zerrudo und seine Matrosen spülen das Schiff „feiertagsfein”. Schließlich soll an Deck gegrillt werden.
„Frohes Fest!”, „Merry Christmas!” und Frühstücksüberraschung: bunte Teller unterm Christbaum. Vom Weihnachtsmann, sprich: Kapitän höchstselbst arrangiert und spendiert. Die Wetterkarte kündigt für Deutschland einen Kälteeinbruch an. Schon im Englischen Kanal wird die bunte Containerlandschaft von Schneeschauern über Nacht in ein weißes Gebirge verzaubert. „Denn mal guten Rutsch und zieht Euch warm an!”, rät Laudahn vorsorglich. Der Rostocker freut sich nach vier Monaten Fahrtzeit auf Silvester mit seiner Familie an der Ostsee.

Informationen
Reiseroute: Europa – Mittelmeer – Fernost – Europa: Rundreise etwa 56 Tage (auch Einweg möglich).
Hamburg – Rotterdam – Thamesport/England – Taranto/Süditalien – Suezkanal – Tanjung Pelepas / Malaysia – chinesische Häfen: Kaohsiung – Shanghai – Ningbo – Yantian – Hongkong – Tanjung Pelepas – Suezkanal – Taranto – Hamburg (Änderungen vorbehalten). Buchung: www.hamburgsued-frachtschiffreisen.de 

Kabinen: an Steuerbord Eigner (Owner)- und an Backbord Zahlmeister (Purser)-Kabinen, F-Deck: Wohnraum, (Möbel in Kirschbaumton); 5 Fenster (3 zur Seite, zwei nach vorn); ein meterlanger Schreibtisch mit unverbaubarem Seeblick; zwei Sofas, drei Stühle, Teppichboden, Tisch, Sideboard, reichlich Schrankraum, Garderobe; Fernseher, DVD-, CD-, Video-Anlage, Radio-Weltempfänger, Kühlschrank; Bad mit Dusche und WC; Schlafraum (1 Fenster nach vorn) mit Doppelbett (2,00 x 1,80 m) und Frisierkommode; Tischlampe, Bilder und zwei Blumenarrangements sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Gesamtgröße: 40 qm.
1 Supercargo-(Einzel-) Kabine (Steuerbord achtern), G-Deck: 1 Schlaf-/Wohnraum, 1 Bett (2,00 x 1,20 m), Bad mit Dusche und WC, Kleiderschrank, Kühlschrank, TV, Sofa, Sessel, Tisch, Stuhl, Schreibtisch, Teppichboden, Ausblick hinten; Gesamtgröße: 20 qm.

Ausstattung: Fahrstuhl, Innenschwimmbad (5 x 5 m) mit (bei Bedarf erwärmten) Meerwasser, Sauna, Fitnessraum (2 Trimmräder, Tischtennis, Gewichte, Aufenthaltsraum mit Video-, CD- und DVD-Anlage, Bar, Büchern, Filmen), Liegestühle, Waschmaschine und Trockner (Waschmittel inklusive), Handtücher/Bettwäsche, Reinigung der Kabine wöchentlich, Steward in der Offiziersmesse; Essenszeiten: Frühstück von 07:30 bis 08:30, Mittagessen von 11:30 bis 12:30, Abendbrot: 17:30 bis 18:30 Uhr.

Schiffsdaten: MS LT CORTESIA (Schwesterschiffe: HUDSON COURAGE, EVER CHARMING, EVER CHAMPION): Projektname: „Conti Cortesia”, Taufname: LT CORTESIA; Auftraggeber: Beteiligungsgesellschaften Conti-Gruppe, München; Bereederung: NSB Niederelbe Schifffahrtsgesellschaft GmbH & Co KG, Buxtehude (mit 86 Schiffen größte Reederei Deutschlands); Charterer: Lloyd Triestino, Triest/Italien; Bauwerft: Samsung Heavy Industries, Geoje Shipyard, Korea; Kiellegung: 29.11.2004, Ausdockung: 5.2.2005, Ablieferung: 25.4.2005; BRZ: 90.449, Deadweight: 100.863,8 t, Suez Gross Tons: 93.720,7 BRZ; Leerschiff-Gewicht: 34.025 t; Panama: Post-Panmax, 8.084 TEU (gestaut in 9 Lagen unter und 8 Lagen an Deck bei 17 Lagen breit; davon 17 Lagen breit; Reefer/Kühlcontaineranschlüsse: 700) in 9 Luken, 20 Laderäumen/Bays und auf 75 Lukendeckeln mit je 35 t Gewicht); Länge über alles: 334 m, Breite über alles: 42,80 m, Seitenhöhe: 24,60 m, Tiefgang (maximal): 14,50 m, Höhe Kiel-Mastspitze: 61,30 m; Flagge: Marshall Islands, Heimathafen: Majuro (seit April 2006 Hamburg); Besatzungsstärke: 24; maximakle Anzahl Passagiere: 5; maximale Personenzahl: 34; IMO-Nr: 9293753; Klassifikation: GL+100 A5 Cont. Ship IW; Hauptmaschine Hersteller/Type: ISD SULZER 12RTA96C-B, Leistung: 68.640 kW/93.350 PS, 12 Zylinder-Langsamläufer, Trockengewicht: 2.030 t, Höhe: 13,5 m, Länge: 24 m, Verbrauch (maximal): 248 mt/Tag, Geschwindigkeit: 25,2 kn; Propeller (Hersteller: Mecklenburger Metallguss, Waren/Müritz): Gewicht: 87,3 t, Durchmesser: 8,8 m, Flügelzahl: 6; Hilfsdiesel (MAN B & W 9L 27/38): 2 à 1485 kW, 3 à 770 kW; Notdiesel: 500 kW; Bugstrahler: 2500 kW; Tankkapazitäten: Schweröl: 10.587 m³, Dieselöl: 428,50 m³, Schmieröl: 687,70 m³, Frischwasser: 412,50 m³, Ballastwasser: 24.905 m³; Frischwassererzeugung: 40 m³/Tag; Müllverbrennung, Abwasseraufbereitung; Ruderblatt: Höhe 11,5 m, Länge: 7,35 m, Fläche: 71,43 m², Gewicht: 63 t.

17618 PSW 05 Auf der weitlaeufigen LT CORTESIA Bruecke 1Auf der weitläufigen LT CORTESIA Brücke.

17618 PSW 04 Chief und Zweiter im Maschinen Kontroll Raum MKRChief und Zweiter im Maschinen Kontroll Raum – MKR.

17618 PSW 02 2ter Ing Axel Bohlmann auf der Hauptmaschine2. Ing. Axel Bohlmann auf der Hauptmaschine.

17618 PSW 07 Hauptdeck mit Containern und BrueckenhausHauptdeck mit Containern und Brückenhaus.

17618 PSW 11 Adventsstimmung in der Kabine des AutorsAdventsstimmung in der Kabine des Autors.

17618 PSW 13 Suez Kanal Konvoi vor Port SaidSuezkanal-Konvoi vor Port Said.17618 PSW 15 Denkmal zur Kanal Verteidigung 1914 1918Denkmal zur Kanal-Verteidigung 1914-1918.

17618 PSW 16 Denkmal Sechs Tage KriegDenkmal Sechs Tage Krieg.

17618 PSW 19 Die Suezkanal Stadt Ismailia backbord querabDie Suezkanal-Stadt Ismailia backbord querab.

17618 PSW 28 Kapitaen und Smut mit GrillschweinKapitän (rechts) und Smut mit Grillschwein.

17618 PSW 33 Kapitaen gefangen in den Gliedern der gewaltigen AnkerketteKapitän gefangen in den Gliedern der gewaltigen Ankerkette.

17618 PSW 30 Heiligabend Sonnenuntergang vor dem PeloponnesHeiligabend Sonnenuntergang vor dem Peloponnes.

17618 PSW 38 Schneewolken ueber einem einsamen Frachter in der NordseeSchneewolken über einem einsamen Frachter in der Nordsee.

17618 PSW 40 Schnee Container am Burchardkai in HamburgSchnee-Container am Burchardkai in Hamburg.

HAMBURGMAGAZIN 20

17320 2014 Herbert Fricke 02460 Herbert Fricke · Ressortleiter HamburgMagazin
Foto: Herbert Fricke, Hamburg

17320 events 24 7 action im hamburger hafen hier bei den cruise days copyright hhm glaubitt

Das ist meine Hafenstadt – Hamburg – beim Blue Port zu den Cruise Days.
Foto: Hafen Hamburg Marketing Glaubitt

hr


Kreuzfahrtmarkt in sieben Jahren verdoppelt

Das Angebot an Schiffen wächst rapide weiter

Hamburg. Der 7. Deutsche Kreuzfahrtkongress in Hamburg stand ganz im Zeichen des Meinungsaustauschs der Fachleute über die künftige Entwicklung auf dem Kreuzfahrtmarkt. Nach wie vor boomt die Branche, und aufgrund zahlreicher weiterer Neubau-Aufträge (wir berichteten) wird die Kapazität der Reedereien weiter wachsen. Das Angebot an Kabinen lässt einen weiteren steilen Anstieg der Buchungszahlen erwarten. Von 2009 bis heute haben sich die Kapazitäten und die Buchungszahlen verdoppelt! Jetzt arbeiten die Anbieter von Kreuzfahrten daran, das internationale Kreuzfahrt-Angebot terminlich und geografisch zu „entzerren”. Das bedeutet in der Praxis: Kunden, die nicht von Schulferien abhängig sind, vermehrt von den Hauptreisezeiten im Sommer auf andere Reisetermine zu locken. Ferner sei man sehr konzentriert dabei, das Angebot neuer Destinationen zu erweitern. Felix Eichhorn vom DRV (Deutscher Reiseverband) sieht die Gefahr eines „Over-Tourism” in den sogenannten „Hotspots” der Kreuzfahrtbranche. Deshalb komme es auch darauf an, mit gut organisierten Landausflügen weitere Ziele im Hinterland zu erschließen. „Der Nutzen für die Menschen und Betriebe in den angelaufenen Ländern muss höher sein als Schäden und Belästigungen”, forderte er und wies auf die Millionenumsätze durch das Kreuzfahrtpublikum hin. Außerdem komme es darauf an, sogenannte „Ferienschiffe” und „Erholungsschiffe” deutlicher unterscheidbar zu machen. „Wer auf See eine gehobene Gastronomie oder die gepflegte Bar sucht, braucht wahrscheinlich nicht die Wasserrutsche oder die Kletterwand”, sagte einer der Diskussionsteilnehmer. Wissensdurstige und Entdecker werden auf den zahlreichen neuen Expeditionsschiffen am besten aufgehoben sein. Das Fazit dieses Kongresses: Kreuzfahrt ist nicht gleich Kreuzfahrt, das Angebot für die unterschiedlichen Bedürfnisse ist sehr umfangreich und variabel.

Am Rande des Kongresses hat der Reiseführer „Kreuzfahrt Guide 2018” sieben Schiffe besonders ausgezeichnet:
MSC MERAVIGLIA für Info and Entertainment
MEIN SCHIFF 6 für das beste Sport- und Wellness-Angebot
AIDAprima für besondere Familienfreundlichkeit
EUROPA 2 für die beste Gastronomie auf See
SEA CLOUD 2 für den besten Service
BREMEN für das beste Routing
CRYSTAL MOZART als Fluss-Schiff des Jahres
Einen Sonderpreis für hervorragenden Schiffbau gab es für die Meyer Werft in Papenburg.

Ausbildungsmängel in der Seeschifffahrt

Hamburg. Auf Einladung des Deutschen Nautischen Vereins trafen sich in Hamburg zahlreiche Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, der Reedereien, der Gewerkschaften, der Seefahrtschulen und Seemannsschulen, der Fachverbände und der Ausbildungsbetriebe, um über die aktuelle Ausbildungssituation in der deutschen Seeschifffahrt zu beraten. Dabei wurde von mehreren Teilnehmern die nachlassende Ausbildungsqualität der Schiffsbesatzungen beklagt. Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Vereins für Schiffbau und Meerestechnik, nannte die Entwicklung sogar „hochgradig gefährlich” und forderte die Unternehmen der Schifffahrtsbranche auf, mehr für die fachliche Ausbildung ihrer meist internationalen Besatzungen zu tun und die dafür bereitstehenden Mittel des Bundesverkehrsministeriums besser zu nutzen. Mehrere Gesprächsteilnehmer forderten die deutschen und internationalen Schifffahrtsgesellschaften auf, nicht nur die fachliche Ausbildung ihres nautischen Personals zu garantieren, sondern auch die ständige Weiterbildung der Decksleute, des Kabinen- und Service-Personals sowie des Maschinenpersonals im Auge zu behalten. In Notfällen könne die Kompetenz der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle spielen. Auf großen Passagierschiffen arbeiten bis zu 3.000 Besatzungsmitglieder, die im Notfall möglichst gut koordiniert arbeiten müssen. In Extremsituationen kann das Leben Tausender Passagiere auf dem Spiel stehen. Auf Container-Riesen tragen vergleichsweise sehr wenige Seeleute die große Verantwortung, im Notfall das Schiff sicher handhaben und manövrieren zu können. Solche Schiffe sind bis zu 400 Meter lang und tragen Tausende von Containern.

Auch Versicherer sind alarmiert
Hamburg. Auch die Schiffsversicherer sind alarmiert. Das geht aus dem „Safety & Shipping Review 2017” hervor. Vor allem vor wachsender Cyber-Kriminalität wird gewarnt. Bei den Ladungen großer Schiffe beträgt der Wert oft mehrere Milliarden Dollar. Entsprechend gewachsen sind die Begehrlichkeiten und Risiken. Auch Versicherungsbetrug in großem Stil steht auf der Agenda. Politische Risiken und Kriegsgefahren werden ebenfalls genannt. Erhebliche Routen-Änderungen und damit eine nachträgliche erhebliche Verteuerung des Seetransports oder der Kreuzfahrt-Route können die Folge sein. Zwar sind die Schiffe in den letzten Jahren bautechnisch sicherer geworden, die Zahl der Totalverluste ist gesunken, aber die Versicherer warnen dennoch vor „blindem Vertrauen in die Technologie”. Auf Kreuzfahrtschiffen müsse der Datenschutz für die Passagiere besser gewährleistet werden. Hingewiesen wird vor allem auf den wirtschaftlichen Druck für die Reedereien. Die internationale Konkurrenz-Situation veranlasse manche Reedereien, weniger gut ausgebildetes und daher „billigeres” Personal einzustellen und damit die Sicherheit der Schiffe zu gefährden.

Großauftrag trotz „Brexit”

London/Papenburg/Hamburg. Trotz des bevorstehenden Ausstiegs von Großbritannien aus der Europäischen Union werden die britischen Saga Cruises an ihrem Großauftrag bei der Werft Meyer in Papenburg festhalten. Die Briten wollen an der Ems zwei sehr elegante Cruise Liner bauen lassen: die SPIRIT OF DISCOVERY und die SPIRIT OF ADVENTURE. Beide Schiffe werden trotz ihrer Länge von je 236 Metern und ihrer Breite von 31,2 Metern nur über jeweils 540 Balkonkabinen und Balkonsuiten verfügen und damit rund tausend Fahrgästen Platz bieten. Diese Passagiere werden also mehr Raum als auf den meisten anderen Schiffen haben und über entsprechend elegante Fazilitäten verfügen. Damit zielt Saga auf ein zahlungskräftiges internationales Publikum mit hohem Anspruch. Die Briten stellen sich mit diesen Schiffen einem Komfort-Vergleich etwa mit der EUROPA 2 oder großen amerikanischen Luxus-Yachten.

Auch Hapag-Lloyd setzt auf höchsten Luxus
Hamburg. Hapag-Lloyd Cruises will international nicht zurückstehen und lässt ebenfalls zwei Luxus-Expeditionsschiffe bauen: die HANSEATIC nature und die HANSEATIC inspiration. Beide Schiffe sind rund halb so groß wie die britische Konkurrenz (s.o.), bieten jeweils 230 Passagieren Platz und sollen als 5-Sterne-Eisbrecher die arktischen und antarktischen Gewässer erobern. Für die Fahrt in diesen polaren Regionen werden die Schiffe mit der höchsten Eisklasse PC 6 ausgestattet, sollen also in jeder Situation autark manövrieren können. Die Schiffe werden im rumänischen Tulcea auf einer Tochter-Werft der norwegischen Vard-Group gebaut. Vard wiederum gehört zum italienischen Fincantieri-Konzern. Also: deutsche Schiffe, die in norwegischem Auftrag in Rumänien gebaut und in Italien bezahlt werden.

Jetzt Inseln statt Häfen
Hamburg. Immer mehr Kreuzfahrtschiffe werden weltweit in Dienst gestellt. Der Platz in den Häfen wird knapp. Dem sehr begrenzten Angebot an geeigneten Liegeplätzen steht eine wachsende Nachfrage gegenüber. In der Karibik gibt es schon eine ganze Reihe von abgesperrten Inseln oder Inselabschnitten, die von diversen Reedereien gekauft oder gemietet wurden. Dort sollen sich die Passagiere „exklusiv” amüsieren. Keimfrei und ungestört von „locals”, also Einheimischen. Jetzt greift diese „Lösung” des geografischen Engpasses auch in Asien um sich: Genting Lines haben in Myanmar (früher Burma) eine erste Insel für ihre Kreuzfahrer reserviert. Das Eiland McLeod kann auf Kreuzfahrtrouten von Port Kelang (Malaysia) oder von Singapur aus gebucht und angelaufen werden. Verhandlungen mit Thailand und Kambodscha sind im Gange, auch dort sollen Inseln für die großen Schiffe „besuchbar” gemacht werden. Ob das noch mit dem schönen Slogan „Land und Leute kennenlernen” vereinbar ist, mag jeder für sich entscheiden. Ein schöner Vorschlag für Helgoland oder Sylt oder Usedom wäre es allemal. Strandkorb statt Liegestuhl an Deck. Kurtaxe für Kreuzfahrer – welch eine Idee!

Trauer um die VISTAFJORD – Nachruf auf ein unvergessliches Schiff
Hamburg. Viele, viele deutsche Kreuzfahrtgäste haben die Nachricht vom endgültigen Ende der legendären VISTAFJORD mit Wehmut zur Kenntnis genommen. In den siebziger- und achtziger Jahren zählte dieses Schiff zu den meistgebuchten in Europa überhaupt. Die VISTAFJORD war das erste ZDF-„Traumschiff”. Mit diesem Schiff wurde vielen Zuschauern diese damals noch ziemlich neue und exklusive Reise-Art nahegebracht. Es waren die Gründerjahre der internationalen Kreuzfahrt, in den USA, in Europa, in Asien. Die berühmten Passagierschiffe in den Jahren zuvor, also vor dem Krieg und unmittelbar danach, waren ja Linienschiffe, die auf bestimmten Routen regelmäßig verkehrten – meist zwischen Bremerhaven und New York, oder wie beispielsweise die CAP ARKONA der Hamburg-Süd, zwischen Hamburg und Buenos Aires, mit Zwischenstationen in Southampton, Rio de Janeiro und Montevideo. Dieser Linienverkehr über See wurde später vom Luftverkehr überholt. Mit der viermotorigen Super-Constellation wurden die Flugtickets über den Atlantik billiger als die Schiffstickets – nur wenige fuhren noch per Schiff über den Atlantik. Damit kam das wirtschaftliche Aus für die Linienschifffahrt. Die Reedereien entdeckten dann – vor rund 40 Jahren – die Kreuzfahrt als neues Geschäftsmodell. Allen voran die Briten mit ihrer Cunard Line, dann die Norweger, dann Hapag-Lloyd mit der ersten EUROPA, die Italiener mit der ANDREA DORIA, die Franzosen mit der FRANCE, dann die Hamburger Atlantik Linie mit dem legendären Reeder Axel Bitsch-Christensen und seiner HANSEATIC und der HAMBURG. Cunard übernahm damals die VISTAFJORD von den Norwegern. Später folgte Peter Deilmann, zunächst mit der BERLIN, später mit der DEUTSCHLAND. Das waren also die Gründerjahre der internationalen Kreuzfahrt. Jetzt ist die VISTAFJORD in Indien abgewrackt worden. Tod im Golf von Bengalen. 45 Jahre Schiff, jetzt Schrott für die Ewigkeit. Und Wehmut in vielen Herzen …

hr


Kinderlose Schiffe

Ein Kommentar von Herbert Fricke

„Nur für Erwachsene” – eigentlich ist diese neue Kennzeichnung für solche Kreuzfahrtschiffe, auf denen nur Volljährige mitfahren dürfen, eine soziale Bankrott-Erklärung. Kinderfeindlichkeit in ihrer brutalsten Form. Egomanen an Bord. So denkt wohl mancher im ersten Moment. Wie kann das sein, Urlauber mit Kindern an Bord auszuschließen? Auch Hotels werben immer häufiger mit dem Zusatz: „Keine Kinder!” Oder: „Für Gäste ab 18”. Sollte ich empört sein?
Ich bin Vater von fünf Kindern. Also asozial. In manchen Augen quasi ein deutscher Türke. Ein gesellschaftlicher Triebtäter. Als Vater war ich im ersten Moment tatsächlich empört über dieses neue Kinderverbot in immer mehr Hotels und auf manchen Schiffen. Aber dann habe ich auch die andere Seite bedacht: Menschen, die hart und oft lange am Tag arbeiten, die gestresst sind vom Beruf und vom Druck am Arbeitsplatz – diese Menschen wollen sich erholen, wollen Ruhe, wollen lesen oder dösen, schwimmen und sich sonnen – ohne Kindergeschrei, ohne Lärm, ohne Stress. Auch diese Leute kann ich gut verstehen, ich bin ja selber einer von ihnen. Und fühle mich daher an Bord quasi in eine Doppelrolle.
Also analysiere ich die Ursache: immer weniger Eltern haben ihre Kinder „im Griff”. Man kann das beobachten in Restaurants und Kindergärten, auf Spielplätzen, an Stränden, fast überall. Nun auch auf Schiffen. Immer mehr Eltern, vor allem alleinerziehende Mütter, scheinen alles und jedes im Verhalten ihrer Kinder zu akzeptieren. Dabei wollen und brauchen Kinder klare Linien. Sie brauchen Vorbild und Anleitung. Sie brauchen Erziehung, nicht Ver-Ziehung. Auch ich mag es nicht, dass früher leider oft missbrauchte Wort „gehorchen”. Das gibt es ja ohnehin nicht mehr im erzieherischen Sprachgebrauch. Aber diese Einsicht darf im Umkehrschluss ja nicht heißen, dass jedes Gekreische und Gezicke und Geheule so einfach hingenommen werden muss. Eltern dürfen (und sollten) ihren Kindern gutes Benehmen beibringen. Dazu gehört Rücksichtnahme auf ihre Umwelt. Auf andere Menschen.
Aber leider beobachtet man: Kinder dürfen alles, machen alles, bekommen alles. Nur noch selten werden ihnen irgendwelche Grenzen aufgezeigt. „Stefanie, würdest Du bitte der Dame nicht immer auf die Füße spucken!” heißt es dann an Deck. Oder: „Marvin, ich habe Dir doch schon zehnmal gesagt, Du sollst zur Toilette gehen, wenn Du musst!” Aber Marvin geht nie zur Toilette. Er pinkelt immer wieder in den Pool und grinst über die genervte Mama. Diese „antiautoritäre” Erziehung zeigt nun ihre Ergebnisse. Kinder tyrannisieren ihre Eltern. Sie entlarven die ständige Nachgiebigkeit als das, was sie in Wirklichkeit ist: nämlich Schwäche. Diese vom Zeitgeist weichgespülten Eltern verweigern ihren Kindern Autorität und Führung. Jede Löwin stupst ihr Junges in die richtige Richtung. Die menschliche Mutter entzieht ihrem Kind den Kompass des Lebens. Und verliert dabei ihre eigenen Nerven.
Kinder brauchen Erziehung, brauchen Hinweise, brauchen Leitlinien. Kinder wollen lernen. Aber dieses moderne Verweigern jedweder Autorität, dieses ständige Kuschen überbemühter Eltern, dieses Ignorieren jedes Erziehungsauftrags – diese gesellschaftliche Fehlentwicklung hat nun zur Folge, dass immer mehr Hotels und immer mehr Kreuzfahrt-Reedereien keine Kinder mehr wollen.
Schade – für die Eltern, die Großeltern, besonders aber für die Kinder. Toleranz, die keine Grenzen kennt, führt zu grenzenloser Intoleranz. Im Leben, an Land und auch an Bord. Ich wünschte mir, so manche Eltern würden mich verstehen. Und Kinder, denen ihre Ur-Instinkte noch nicht ab-erzogen wurden, verstehen mich bestimmt. Das weiß ich. Herzlich, Ihr Herbert Fricke

hr

17620 Namibia Bildband Foto GeraNova Bruckmann
Josef Niedermeier, Katja Niedermeier

Namibia
Leben in extremer Landschaft
192 Seiten, etwa 200 Abbildungen, Format 26,8 x 28,9 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-86690-621-1, [D] 40,00 €, [A] 41,20 €, CHF 52,90, NATIONAL GEOGRAPHIC Verlag, München

Spektakuläre Drohnenbilder und Nahaufnahmen der namibischen Tierwelt
Natur, Tiere und Menschen und ihr Zusammenleben in einem extremen Land
Eintauchen in die Kultur und Vielfalt des Lebens zwischen Skelettküste und Namib.
Gluthitze, Dürre, Eisregen und dichter Nebel – Namibia ist unwirtlich und dennoch voller Leben. Katja und Josef Niedermeier bereisten dieses faszinierende Land und fanden zahlreiche Überlebenskünstler. 1000-jährige Pflanzen in der Pränamib, Chamäleons und Käfer im tiefsten Dünensand. Sie begegneten Farmern, die der Erde Nahrung abtrotzen und alten Volksgruppen, die nicht nur die Dürre bedroht. Ein Bildband-Porträt über Namibia, über Afrika im Wandel und die Herausforderungen des Lebens.
Als Diplom-Biologen und Multimediaproduzenten haben sich Katja und Josef Niedermeier seit über 18 Jahren der Produktion und Präsentation von LiveMultivisionen auf höchstem Niveau verschrieben. Unzählige Foto- und Filmreisen führten die beiden Fotografen, Journalisten und Dokumentarfilmer in viele Teile der Welt. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Afrika.
Ihre Multimediaproduktionsfirma produzierte unter anderem Auftragsreportagen über AIDS in Afrika, Kindersoldaten in Uganda und Jugendkriminalität in Südafrika. Mit der Live-Multivision „HIV-Ausbreitung am Beispiel der nomadischen Massai” – www.erlebnis-wissen.de – ist Focuswelten an Schulen in ganz Deutschland unterwegs.
Als berufene Mitglieder der Gesellschaft für Bild und Vortrag (GBV) begeistern sie mit ihren Live-Dokumentationen in allen bekannten Vortragsreihen und Festivals im deutschsprachigen Raum seit vielen Jahren ihr Publikum.
NATIONAL GEOGRAPHIC ist einer der führenden deutschen Verlage für hochwertige Bildbände und Sachbücher. Zahlreiche namhafte Fotografen und Autoren aus aller Welt veröffentlichen hier ihre Arbeiten aus nahezu allen Wissensgebieten. Das Programm umfasst Bildbände, Sachbücher, Reise- und Freizeitführer sowie DVDs und Kalender. Das Themenspektrum reicht von spannenden Abenteuerberichten über historische Entdeckungen bis hin zu aktuellen Wissenschaftsthemen. NATIONAL GEOGRAPHIC ist Lizenznehmer der National Geographic Society aus Washington, die als Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft und Bildung zahlreiche Expeditionen und Forschungsprojekte unterstützt. Buchbestellung

NORDSEEMAGAZIN 19

Bromund Dieter Portrait Seite 19 2017 P1090050

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (DB) · Ressortleiter
NordseeMagazin im SeereisenMagazin
Foto: Dieter Bromund, Bremen

Bremen aus der Luft Foto Jochen Knobloch Bremer Touristik Zentrale 101891

Das ist meine Hafenstadt – Bremen. 
Foto: Jochen Knobloch, Bremer Touristik Zentrale

hr


„Atmende” Rechtsvorschrift: Kein Traditionsschiff soll an die Kette gelegt werden
Die an der Küste heftig diskutierte neue Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe wird am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Sie soll unter anderem die Vorgaben für die bauliche Beschaffenheit, den Brandschutz und die Ausrüstung mit Rettungsmitteln festlegen. Grundlage sind die Sicherheitsempfehlungen der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU). Dadurch können laut Bundesverkehrsministerium (BMVI) historische Schiffe in Zukunft ihre Einstufung als „Traditionsschiff” erhalten und gleichzeitig die erforderlichen Sicherheitsstandards für Passagiere und Besatzung bieten. Dazu erklärt Christian Schmidt, geschäftsführender Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Ich möchte die Traditionsschifffahrt in Deutschland erhalten. Um das zu erreichen, brauchen wir ein hohes Maß an Sicherheit für Besatzung und Passagiere. Die neue Verordnung über die Zulassung von Traditionsschiffen ist eine ›atmende‹ Rechtsvorschrift. Wir werden die Verordnung in regelmäßigen Abständen gemeinsam mit den Vereinen und Verbänden der Traditionsschifffahrt überprüfen und bei Bedarf auch anpassen.” Für Schiffe, die bis 2020 ein Sicherheitszeugnis für Traditionsschiffe erhalten haben, besteht Bestandsschutz. Kein Schiff werde durch die Verordnung „an die Kette gelegt”, erklärt das Ministerium. Die Umsetzung der neuen Vorschriften wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet. Deren Aufgabe ist es, eventuelle Schwierigkeiten bei der Umsetzung zu identifizieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Die Arbeitsgruppe besteht aus Verbänden und Vereinen der Traditionsschifffahrt sowie Vertretern des BMVI und der Zulassungsbehörde (Dienststelle Schiffssicherheit bei der Berufsgenossenschaft See mit Sitz in Hamburg). Das erste Treffen findet am 20. November 2017 statt. Zur Lösung von möglichen strittigen Fragen im Rahmen des Zulassungsverfahrens wird laut BMVI zudem eine Ombudsstelle eingerichtet. Um notwendige Umbauten finanziell zu unterstützen bzw. historische Schiffe gemäß den neuen Vorschriften zu ertüchtigen, werde das BMVI ein Förderprogramm der Traditionsschifffahrt auflegen. Die Details würden gemeinsam mit den betroffenen Verbänden und Vereinen erarbeitet.

17619 POLARSTERN 20150924 PS94 Arktis 101 Foto M Hoppmann AWIFür härteste Einsätze gebaut und in der Polar- und Meeresforschung bewährt: die POLARSTERN des AWI in Bremerhaven.
Foto: Alfred Wegener Institut/M. Hoppmann

Nach Süden in die Kälte
Am 20. Dezember wird die POLARSTERN des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung ihren Aufenthalt auf der Bremerhavener Lloyd-Werft beenden und ihre Reise in den Süden, in die Antarktis beginnen. Ziel ist die Forschungsstation Neumayer III in der Atka-Bucht auf dem Ekström-Schelfeis, die mit Proviant und Material versorgt werden muss. Ihre genaue Position: 70° 40´ Süd, 8° 16´ West. Der Eisbrecher wurde 1982 in Dienst gestellt und ist im Durchschnitt jährlich 310 Tage im Einsatz. Beim jetzigen Werftaufenthalt wurde der Wellengenerator ausgetauscht, der Strom für das Schiff erzeugt. Auf dem Arbeitsdeck wurden alle Kräne und Hebegeräte abgebaut und überholt, der Rumpf bekam einen eisbeständigen Unterwasseranstrich.www.awi.de

Weniger aus dem Meer
Das Verhältnis der Salzwassersegler zur Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer gilt als problematisch. Doch bei einem ist man sich einig: Müll gehört nicht ins Watt. Und so veranstalteten die „Soltwaters”-Segler, die Nationalparkverwaltung, der Mellumrat und die Gemeinde Wangerooge wieder eine gemeinsame Aktion: Müll wurde diesmal nicht auf der Vogelschutzinsel Minsener Oog sondern am Strand von Wangerooge, der östlichsten der Inseln zwischen Weser und Ems, eingesammelt. Im letzten Jahr hatte man auf der Vogelinsel 18.500 Strandmüllteile zusammengetragen. In diesem Jahr bewährte sich zum ersten Mal das Aufstellen von Müllsammelboxen an den Stränden der Insel. Die Boxen wurden von vielen Strandwanderern gefüttert. Doch trotz des überraschend guten Ergebnisses weiß der Gebietsbetreuer der Nationalparkverwaltung, dass die Frühjahrstürme im Sand wieder neuen Müll freilegen werden und die gemeinsame Arbeit weiter gehen wird.

Was Besucher anzog
Bremen und Bremerhaven gehören nicht unbedingt zu den schönsten Städten Deutschlands, doch sie haben Attraktionen, die ihresgleichen suchen und jedes Jahr Besucher anziehen. Das Statistische Landesamt Bremen veröffentlichte Zahlen des vergangenen Jahres. In 2016 war das Klimahaus 8 Grad Ost in Bremerhaven die größte Attraktion – mit 453.248 Besuchern. Mit 347.376 Besuchern lag der Zoo am Meer – auch in Bremerhaven – an zweiter Stelle. In der Stadt Bremen zog das Universum 213.344 Besucher an. Das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven besuchten 167.046 Menschen, die Kunsthalle Bremen 93.324. Überraschend die Zahl der Besucher des Deutschen Schiffahrtsmuseums: 82.364.

17619 Austal FRS Vessel Exterior D Animation FRS Helgoline FlensburgDie Zeichnung der neuen Helgolandfähre zeigt große Freideckflächen, die sechs Mal so groß sind wie die auf der HALUNDER JET, die jetzt ihre letzte Fahrt von Cuxhaven nach Helgoland machte. Animation: FRS Helgoline, Flensburg

Schneller, länger, bequemer nach Helgoland
Im Frühjahr ist es so weit: Die neue HALUNDER JET wird ihren Dienst aufnehmen. Sie ist 56 Meter lang und wird von Hamburg über Wedel und Cuxhaven nach Helgoland fahren. Die neue löst die alte ab, die Mitte Oktober ihre letzte Fahrt von Cuxhaven aus mit gut 350 Gästen zu Deutschlands einziger Hochseeinsel machte. Die alte hat jährlich rund 93.000 Fahrgäste auf die Insel gebracht, in 15 Jahren bei 2.944 Fahrten mehr als 1,2 Millionen Passagiere. www.helgoline.de/home

6,5 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte
Mit einem Pro-Kopf-Verzehr von 6,5 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchten liegt Bremen knapp vor Mecklenburg-Vorpommern mit 6,3 kg und Schleswig-Holstein mit 6,1 kg – im Jahre 2016. Im Jahr davor lag Bremen noch auf Platz 3. Insgesamt verkaufte der Einzelhandel 412.000 Tonnen Fisch in Deutschland, rund zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch gaben die Kunden dafür mehr als im Vorjahr aus, 3,8 Milliarden € statt 3,7 Milliarden €. Beliebtester Speisefisch ist nach wie vor der Lachs mit einem Marktanteil von 19,2 Prozent, Hering liegt mit 17,4 auf Platz drei hinter Alaska Seelachs mit 18,3 Prozent, der auch zu Fischstäbchen verarbeitet wird. Fischfachgeschäfte haben einen Anteil am Gesamtumsatz von 8,1 Prozent, am beliebtesten als Einkaufsstätte sind Discounter und Supermärkte. Frischfisch und aufgetauter Fisch werden populärer.

Verlust nach 17 Jahren
17 Jahre lang war der auf der Bremer Lürssen-Werft gebaute Dreimastschoner EOS die größte Segelyacht der Welt mit 92,92 Meter Länge über alles und 3.600 Quadratmetern Segelfläche an Masten mit 61 Metern Höhe. In diesem Jahr liegt die Bremerin nur noch auf Platz 3 des Rankings, das das Magazin „Boote exclusiv” alle zwei Jahre veröffentlicht. Platz 2 nimmt die 106 Meter lange BLACK PEARL ein. Auf Platz eins liegt jetzt die in Kiel bei German Naval Yards für den russischen Milliardär Andrei Melnitschenko gebaute Yacht mit dem vorläufigen Namen „A”. „A” ist mit 142,81 Metern fast 50 Meter länger als die EOS. Sie hat drei knapp 100 Meter hohe Masten, an denen sie 4.500 Quadratmeter Segel setzen kann. Mit den hohen Masten blieb der neuen Rekordhalterin nur ein Weg aus der Ostsee, durch den Drogden Sund zwischen Amager und Saltholm. Die „A” soll 400 Millionen Euro gekostet haben, hat im Kiel eine Unterwasser Lounge, besitzt vier Beiboote und soll sogar ein Mini-U-Boot an Bord haben. James Bond lässt grüßen.

Neues aus dem Museum
Das Deutsche Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven baut um und „erfindet sich neu”, wie der Weser Kurier berichtete. „Wir wollen weg von der rein chronologischen Sammlung maritimer Geschichte”, so die geschäftsführende Direktorin Professor Sunhild Kleingärtner. Nach dem neuen Konzept „wird alles lebendiger und aktueller. Die Forscher präsentieren ihre Arbeit anhand von Objekten und daraus ergeben sich die Inhalte der Ausstellung.” So ist die Bremer Kogge von 1380 in der Kogge Halle neu zu bestaunen. Erlebnis-Stationen erwarten den Besucher. Rauhe Stoffe, nachgewebt, erinnern an Kleidung der damaligen Seeleute. Und ein ebenfalls ausgestellter Winzling konnte den Erfolg einer ganzen Reise in Frage stellen: Der Kornkäfer konnte auf langen Reisen bis zu drei Vierteln der Kornladung vernichten. Nach den Umbauten wird das Museum 8.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche haben.


hr

17619 Winchester SDer Atlantik 127633 Foto Knaus Verlag Muenchen

Das besondere Buch: Der Atlantik – Biographie eines Ozeans

Vor über 190 Millionen Jahren entstand er, als Pangäa, einer der Urkontinente der noch jungen Erde, sich in der Mitte öffnete, und in weiteren 180 Millionen Jahren wird er, nach Schätzungen von Wissenschaftlern, wieder verschwunden sein: Der Atlantik, wildester aller Ozeane, der ein Fünftel der Erdoberfläche bedeckt. Unser Planet sollte statt „Erde” wohl besser „Wasser” heißen, denn die Ozeane bedecken insgesamt zwei Drittel seiner Oberfläche. Und mehr als 97 Prozent dieses Wassers ist Salzwasser.
Simon Winchester ist ein ausgezeichneter englischer Journalist, der als Auslandskorrespondent aus fast allen Ländern der Welt berichtete und mit Sachbüchern Bestsellerlisten eroberte. Sein Atlantik Buch erschien 2010 bei Harper Collins in New York und zwei Jahre später beim Albrecht Knaus Verlag in München, übersetzt von Michael Müller. Es beschreibt, so der Autor, „die Entwicklung in der Haltung des Menschen zu diesem gewaltigen Gewässer und seinem Verhältnis zu ihm.”
Das klingt sehr philosophisch. Doch schon ein Blick ins Inhaltsverzeichnis zeigt, dass es hier um Fakten geht, von den Purpurinseln Mogador bis zu Wandel und Verfall. Eine Bibliographie gehört dazu, ein Bildnachweis und ein ausführliches Register. Man kann also die 528 Seiten lesen wie einen Roman oder sich das heraussuchen, was einem für die nächste Reise wichtig erscheint. Das kann die gut recherchierte Entdeckungsgeschichte dieses Ozeans sein, die mit den Phöniziern begann, die als erste mutig das Mittelmeer verließen und in unbekannten Weiten an der Küste des heutigen Marokkos Schnecken entdeckten, mit deren Absonderungen sie unendlichen Reichtum anhäuften – dem Purpur der Herrscher. Wie verlaufen die Meeresströmungen, den Golfstrom kennen wir, aber was macht der Benguelastrom? Mit welcher Faustregel erreichte man unter Segeln Amerika? Ist uns bewusst, dass sich in den Atlantik weit mehr Flüsse als in den Pazifik oder den indischen Ozean ergießen? Ehe die Briten den Sklavenhandel verboten, waren elf Millionen Schwarzafrikaner „zwischen der Mitte des 15. und dem Ende des 19. Jahrhunderts über den Atlantik in Richtung Westen verschleppt” worden, drei Millionen auf britischen Schiffen. „Das gesamte britische Establishment bezog Dividenden aus diesem Gewerbezweig”, von der königlichen Familie bis zum Oberhirten der Church of England.
Simon Winchesters „Atlantik” gehört in die Bibliothek eines jeden, der übers Wasser reist, im Urlaub oder beruflich. Alles, was man wissen sollte, steht auf diesen Seiten. Und wer dem Meer verfallen ist, kann seine Sucht hier stillen. Mit Staunen und hohem Genuss.

Simon Winchester
Der Atlantik – Biographie eines Ozeans
Knaus Verlag, München, aus dem Englischen übersetzt von Michael Müller, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-8135-0431-6, € 29,99 (D), € 30,90 (A), CHF 39,90*,  Knaus-Der-Atlantik
(* empf. VK-Preis)

OSTSEEMAGAZIN 21

Frank Reiner im Oslofjord 0043 2 neu

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · Ressortleiter OstseeMagazin
im SeereisenMagazin ·
Foto: Reiner Frank, Rostock

Rostock Warnemuende Foto HERO15 071

Das ist meine Hafenstadt – Rostock-Warnemünde. Foto HERO15 071 Hafen Rostock-Warnemünde

hr

17621 Karsten Lentz Euroports 1000139 Foto Reiner Frank RostockKarsten Lentz ist seit einem Jahr Geschäftsführer von Euroports Germany. Der in Bad Doberan heimische Manager ist bereits seit 2001 im Rostocker Unternehmen tätig. Foto: Reiner Frank, Rostock

Euroports investiert im Hafen Rostock
Letzte Bauvorkehrungen für neue Papierhalle und weiteren Getreidebelader / Unternehmen will weiter wachsen
Rostock – Zwei wichtige Investitionen für den Rostocker Hafenumschlag sind auf gutem Wege. Für den Bau einer weiteren Papierhalle wurde gerade der Auftrag für den Bau vergeben. Noch im November beginnen die ersten Arbeiten, etwa Januar / Februar soll dann im nächsten Jahr der eigentliche Bau der 6.000 Quadratmeter großen Halle laufen. Das Ziel lautet, die 3-Millionen-Investition bis Mitte 2018 fertig zu stellen. „Mit dem Neubau, zu dessen Ausrüstung unter anderem modernste Feuerlöscheinrichtungen gehören werden, wollen wir uns wachsenden Herausforderungen im Umschlag dieser wertintensiven Fracht stellen”, erklärt Karsten Lentz (40), Geschäftsführer von Euroports Germany. Im Papier-Geschäftsfeld gibt es bereits alle Hände voll zu tun, nachdem sich der Umschlag des finnischen Papierproduzenten UPM an der südlichen Ostseeküste auf Rostock konzentriert und hier eine Verdreifachung der Umschlagsmengen zu bewältigen ist. Dafür und auch für potenzielle Neukunden werden nach der personellen Aufrüstung nun auch die Lagerkapazitäten weiter ausgebaut.
Auch auf der anderen Seite des Hafens laufen die Bauvorkehrungen auf Hochtouren. Hier errichtet Euroports einen weiteren Getreidebelader mit einer Nennleistung von 1.200 Tonnen pro Stunde. Mit den dazu notwendigen Förderanlagen ist das eine Investition von knapp zehn Millionen Euro, erklärt Karsten Lentz und kann berichten, dass die Vorkehrungen dafür im Zeitplan liegen. Anfang Dezember wird voraussichtlich mit dem Bau der Fundamente für die neuen Anlagen begonnen. Auch das deutsche Agrarhandelsunternehmen Beiselen aus Ulm beabsichtigt, diesen Getreidebelader zukünftig für seinen Getreideexport zu nutzen. Für den Bau ihres Silos und den dazu notwendigen Fördersystem, das sich an die Euroports-Anlagen anschließt, wurde Ende September begonnen. Der Rostocker Hafen stärkt damit seine Position als leistungsfähiger Getreideumschlagsplatz, nachdem es in den Vorjahren bereits wiederholt Engpässe gab.
Mit Ölhafen und dem Arbeitskräftepool GHB sind in den Gesellschaften von Euroports Germany etwa 400 Mitarbeiter tätig. Ihre Aufgabenpalette ist vielfältig und reicht vom Massengutbereich, wo allein 1,1 bis 1,2 Millionen Tonnen Kohle umgeschlagen werden, bis zum Trailer-Verkehr der Finnlines-Fähren. „Dankbare Kunden und zufriedene Mitarbeiter – das ist ein Traum, um dessen Erfüllung wir ringen”, sagt Lentz und nennt Beispiele für das Bemühen um höhere Effizienz der Dienstleistungen. Unter anderem bemerkenswert: Allein in der Euroports Papier-Umschlags- und Lagergesellschaft, ging die Zahl der Ladungsschäden um ein Drittel zurück.
Weitere Investitionen, beispielsweise für neue Kräne, werden erörtert. „Wir wollen wachsen, unser Vertriebssystem durch einen Sales-Manager stärken”, bekennt Lentz und setzt dabei auf das Miteinander mit Rostock Port und den anderen Partnern im Areal. In diesem Sinne gibt es die Absicht, künftig wieder im Landesverband Hafenwirtschaft mitzuarbeiten.
Euroports Germany, die frühere Seehafen Umschlagsgesellschaft Rostock, gehört seit 2007 zur Hälfte und seit 2012 komplett zum internationalen Euroports-Konzern mit seinen 22 Terminals in Europa und Asien. Hauptsitz der Gruppe ist Antwerpen. Reiner Frank

17621 FINNSEA und Lotsenboot P9570 Foto Reiner Frank Rostock    Die Finnlines-Fähre FINNSEA passiert die Molen in Warnemünde. Für den Trailverkehr der Reederei ist Euroports Dienstleister. Foto: Reiner Frank, Rostock

17621 Tallink Superfast VII 009 Foto Reiner Frank RostockDie Fähre SUPERFAST VII (hier schon unter Tallink-Ägide) im Rostocker Hafenrevier. Foto: Reiner Frank, Rostock

Schadenersatz nach Mammutprozess erstritten
Nach elf Jahren Rechtsstreit erhielten von der Fährreederei Superfast entlassene Seeleute Recht

Rostock, 10. November 2017 ‒ Was lange währt, wird gut, heißt ein Sprichwort. Jene Seeleute werden es bestätigen, die nach einem sich rund elf Jahre hinziehenden Rechtstreit nun mit Schadenersatz rechnen können. Worum ging es? Im März 2006 verkaufte die griechische Reedereigruppe Superfast drei ihrer Schiffe, die zwischen Rostock und dem finnischen Hanko verkehrten, an die estnische Reederei Tallink. Das äußere Bild der weiß-roten Flitzer blieb gleich, aber die deutsche, finnische und griechische Crew wurde durch billigere Arbeitskräfte ersetzt. Etwa 50 von insgesamt 450 Betroffenen klagten dagegen, wollten wenigstens eine Abfindung erstreiten, denn nach Auffassung der Gewerkschaft Verdi, die mit ihren Anwälten die Entlassenen unterstützte, handelte es sich um einen Betriebsübergang und demnach sei das Arbeitsverhältnis ein Jahr geschützt. Ein Mammutprozess durch alle Instanzen in Deutschland und Finnland begann, der noch andauerte, als die Fähren längst woanders im Einsatz waren. Im August 2011 wurde durch Tallink die Fährverbindung nach Finnland (inzwischen mit Zielhafen Helsinki) eingestellt und die hier eingesetzten Superfast-Fähren wurden verchartert.
Vor den deutschen Gerichten ging es zunächst ausschließlich um die Klärung der internationalen Zuständigkeit. Flaggenstaat war Griechenland, in Rostock waren die vorwiegend norddeutschen Seeleute eingestellt und in Finnland die Tarifverträge abgeschlossen worden. Nach dem in dritter Instanz das Bundesarbeitsgericht deutsche Gerichte für nicht zuständig befand, wurde in Finnland weiter prozessiert. Und das mit Erfolg für die Seeleute. Das finnische Gericht bestätigte, dass der Fakt des Betriebsübergangs auch für Seeleute gilt und schmetterte auch alle Rechtsmittel ab, die dagegen eingelegt worden waren. Nun steht den Seeleuten, die bis zuletzt durchgehalten haben, Schadenersatz zu. Das Urteil könnte Signalwirkung haben. Es wurde geklärt, dass selbst bei Rechtsverstößen einer Reederei, die nicht unter deutscher Flagge fährt, deutsches Recht angewendet wird, kommentiert das Verdi-Magazin „Waterfront”. rfra

17521 MeckPom P9344 Foto Reiner Frank RostockDie Stena-Fähre MECKLENBURG-VORPOMMERN (nach der Werftzeit im neuen Anstrich) läuft in Rostock gen Trelleborg aus, wo sie künftig Landstrom nutzen kann. Foto: Reiner Frank, Rostock

Steckdosen sind schon an Bord · Landanschluss im Hafen Trelleborg vor der Inbetriebnahme · Nachnutzung durch Stena-Fähren in hiesigen Häfen im Blickfeld · Oktoberfest auf der SASSNITZ

Rostock – Am 23. Oktober hat der Hafen Trelleborg zu einem besonderen Event geladen. Die Landstrom-Versorgung für die Schifffahrt wird hier offiziell aus der Taufe gehoben. Statt wie bislang den Hafenbetrieb mit Diesel zu gewährleisten, können Schiffe hier künftig Landstrom aus regenerativen Energien verwenden, verpesten die Umwelt nicht mehr mit ihren Schadstoffen. Der Testbetrieb läuft schon eine längere Zeit. Stecker für Landstrom gibt es auch auf den Stena-Fähren MECKLENBURG-VORPOMMERN und SKANE, die den Anschluss bereits in Trelleborg nutzen können. Investitionsaufwand und Nutzen solcherart Anlagen werden auch mit dem Hafen Rostock, dem zweiten Bindeglied dieser Fährlinie zwischen Deutschland und Schweden, erörtert. Vertreter der heimischen Hafenbehörden und der Politik sind deshalb auch zur Inbetriebnahme der Landstromanlagen in den schwedischen Hafen geladen, um sich selbst zu überzeugen, was dank Fördermaßnahmen im skandinavischen Nachbarland machbar ist.
Was in schwedischen Häfen wie Göteborg, Trelleborg und Karlskrona praktikabel wird, sollte der Umwelt zu Liebe auch auf deutscher Seite machbar sein, heißt es in einem Hilferuf an den Bund aus Kiel, wo die Umweltbelastung inmitten der Stadt besonders auffällig ist. In den hiesigen Häfen könnte die Befreiung von der der EEG-Umlage, also von den Mehrkosten für die Nutzung erneuerbarer Energien, eine Hilfe sein, meint Ron Gerlach (42), Geschäftsführer der Stena Line GmbH & Co. KG, im NNN-Gespräch.
Umweltschutz spielt auf den Fähren der Stena Line zunehmend eine Rolle. So wird auf der zwischen Göteborg und Frederikshavn verkehrenden Fähre STENA DANICA Fernwärme während der Liegezeit im Hafen genutzt und wie auch auf der STENA JUTLANDICA der Batteriebetrieb getestet. Auf der zwischen Kiel und Göteborg eigesetzten Fähre STENA GERMANICA macht der emissionsarme Methanol-Antrieb Furore, obwohl gegenwärtig Diesel deutlich billiger ist. Für Neubauten soll wiederum das Projekt STENA ELECTRICA Vorbild werden. Der Landstrom in Trelleborg kann nun ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu grüner Schifffahrt sein.
Für die Stena LIne ist die zu Ende gegangene Saison in Deutschland trotz einiger Startprobleme erfolgreich verlaufen. Die Werftzeit der MECKPOM mit dem Neubau der Eisenbahndecks in Danzig dauerte länger als ursprünglich vorgesehen. Verjüngungskuren gab es auch für STENA GERMANICA, SKANE und SASSNITZ, die gegenwärtig auf der Königslinie übrigens für drei Wochen zum Oktoberfest lädt. Die Route, so der Stena-Manager, erwies sich in der Saison recht stabil. Mehr als 310.000 Gäste steuerten mit der SASSNITZ die Insel Rügen an. Gespräche mit Tourismusverbänden laufen, um Fährfahrten mit Landprogrammen zu verknüpfen, somit noch mehr Gäste zu binden.
Auf der Relation zwischen Rostock und Trelleborg konnten den Kunden durch das Agreement mit der TT-Line täglich in der Saison sechs Abfahrten geboten werden (gegenwärtig sind es noch fünf). Die durch die Werftzeiten bedingten Rückstände am Jahresanfang konnten, so Gerlach, „wieder geglättet werden”. Die gesteckten Gesamtziele für das laufende Jahr, das sei absehbar, würden bei Fracht und Passagen aber erreicht, ein leicht steigender Trend sei zu verzeichnen. Besonders auf der Fährlinie Kiel-Göteborg, die in diesem Jahr im Zeichen des 50jährigen Bestehens stand, wurden Fortschritte erzielt. Hier sei intermodal zugelegt worden, freut sich Gerlach und verweist auf Zuwächse im kombinierten Verkehr via Triest und Verona.
2018 würde der Kurs der Stena Line auf moderates weiteres Wachstum abgesteckt. Dabei werde Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So würden die Plastetüten von Bord aller 35 Stena-Fähren (insgesamt immerhin eine Million Stück) verbannt und an Land die Nutzung von Elektroautos angesteuert. In Trelleborg läuft schon eines, in Rostock steht die Anschaffung bevor. https://www.stenaline.de · Reiner Frank

17521 Faehre Hammerodde Faergen P9593 Foto Reiner FrankDie Færgen-Fähre HAMMERODDE verlässt Sassnitz-Mukran. Foto: Reiner Frank, Rostock

Rückzug nach 150 Jahren
Zäsur im Bornholm-Verkehr / Molslinjen verdrängen Færgen / Von Sassnitz künftig ganzjährig / Umzug von Rönne nach Svendborg

Sassnitz – Die dänische Reederei Færgen steht vor einer Zäsur. Ab September 2018 wird nach einer öffentlichen Ausschreibung der Fährverkehr von und nach Bornholm, so auch zwischen Sassnitz und Rönne, von den Molslinjen aus Aarhus betrieben. Die Reederei Færgen wird ihren Hauptsitz in Rönne auf Bornholm aufgeben und nach Svendborg im Süden der Insel Fünen und damit näher zu ihren anderen Linien verlegen, berichtet uns Jörgen Jensen (59) aus der Færgen-Geschäftsführung. Er wird künftig die Geschicke der um ein wichtiges Fahrgebiet geschmälerten Reederei führen, während der bisherige Færgen-Chef John Steen Mikkelsen (62) sich auf seine Aufgaben in Aufsichtsträten konzentrieren wird. Beide sind in vergangenen Jahren Pioniere des Fährverkehrs von Rostock gewesen. Sie wirkten in verschiedenen Funktionen bei den Europa-Linien und bei Scandlines, ehe sie Færgen gut auf Kurs brachten. Auch die zu Ende gegangene Saison ist für die Reederei wieder sehr gut gelaufen, weiß Jensen zu berichten. Lediglich im Verkehr von und nach Sassnitz gab es kleine Einbußen. Jörgen Jensen wertet das als Ergebnis des unbeständigen Wetters, das manch Kurzurlauber von einem Törn zur Sonneninsel zurückschreckte.
Während für Færgen der Anfang April aufgenommenen Bornholm-Verkehr von Sassnitz in diesem Jahr Mitte November endet, wollen die Molslinjen ihn künftig ganzjährig unter dem neuen Namen Bornholmslinjen betreiben. Eine derzeit in Finnland gebaute neue Fähre wird für 720 Passagiere ausgelegt. Das bedeutet nach Angaben der Reederei nahezu doppelt so viel Platz wie bisher. Auf das Jahr gesehen kommen für Urlauber 210 Abfahrten hinzu.
Ausschlaggebend für die Vergabe an Molslinjen war zudem, dass die Reederei Preissenkungen im Durchschnitt von über 50 Prozent verspricht. Im nächsten Jahr werden bis Ende August aber die HAMMERODDE und POVL ANKER zwischen Rönne und Sassnitz sowie Köge und die beiden Schnellfähren LEONORA CHRISTINA und VILLUM CLAUSEN via Ystad noch für Færgen im Einsatz sein. Die Schiffe wurden aber bereits verkauft und praktisch für die verbliebene Einsatzzeit zurückgechartert. Mit dem Rückzug von Bornholm, endet für Færgen ein über 150jähriges Engagement, das 1866 mit einer Dampfschifffahrtslinie begann. rfra

17521 Aida Sektion mit Schlepper Pioneer P9708 Foto Reiner FrankDiese Sektion ist bereits mit den vier Dual-Fuel-Motoren von Caterpillar und damit mit dem Herzstück des Kreuzliners vorausgerüstet.
Foto: Reiner Frank, Rostock

LNG-Modul für den Aida-Neubau
Von der Neptun Werft unterwegs nach Papenburg / Erste von zwei Sektionen für die AIDAnova von Rostock verschifft

Rostock, 25. September 2017 – Gestern wurden am Kai der Rostocker Neptun Werft die letzten Vorkehrungen getroffen, der Schlepper PIONEER war bereits startbereit. Heute gegen 10 Uhr wurde dann das erste von zwei Modulen für den künftigen Aida-Cruiser AIDAnova auf die Reise zur Meyer Werft nach Papenburg geschickt. Diese Sektion ist bereits mit den vier Dual-Fuel-Motoren von Caterpillar und damit mit dem Herzstück des Kreuzliners vorausgerüstet, das auf der Meyer Werft dann zu schlagen beginnt. AIDAnova ist das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, das ab Herbst 2018 durch den Einsatz von Dual-Fuel-Motoren sowohl im Hafen als auch auf See mit dem derzeit umweltfreundlichsten und emissionsärmsten fossilen Treibstoff betrieben werden kann.
Das 120 Meter lange und 42 Meter breite sowie drei Decks hohe Maschinenraum-Modul wird vorbehaltlich der Wetterbedingungen vier Tage für die Überfahrt bis zur Meyer Werft in Papenburg benötigen. Mit Hilfe von Schleppern wird die Sektion in den frühen Morgenstunden des 26. Septembers 2017 gegen 7.00 Uhr den Nord-Ostsee-Kanal erreichen und diesen auf einer zwölfstündigen Fahrt von Kiel nach Brunsbüttel durchqueren Über Borkum geht es dann weiter in Richtung Emden. Die letzte Passage führt weiter auf der Ems von Emden nach Papenburg.
Ein weiteres AIDAnova-Modul, ebenfalls 120 Meter lang und 42 Meter breit, nimmt derzeit noch in der Schiffbauhalle der Neptun Werft Gestalt an. Das vier Decks hohe Schwimmteil mit den drei LNG-Tanks wird voraussichtlich Ende November 2017 nach Papenburg verschifft.
AIDAnova wächst erst zusammen, aber die Reederei bietet dafür in ihrer Premierensaison ab Dezember 2018 bereits Reisen rund um die Kanaren an. Noch vor der Kanarensaison kommt das neue Schiff nach Hamburg. Am 2. Dezember 2018 besucht das neue Schiff die Hansestadt an der Elbe. Von hier aus geht es nach Gran Canaria. rfra

17521 Schiffer Familie Schuett P9649 Foto Reiner FrankVon links: Senior Peter Schütt, seine Enkelin Wibke, sein Sohn Olaf und sein Enkel Vincent. Olaf Schütt ist Kapitän des Fahrgastschiffes
ROSTOCKER 7, vor dem dieses Foto entstand.
Foto: Reiner Frank, Rostock

Drei Generationen vereint ein Ziel
Väter, Söhne und Enkel im Dienst der Schifffahrt / Über eine Rostocker Schifferfamilie und ihre Blaue Flotte

Rostock, 13. September 2017 – Die Fahrgastschiffer der Rostocker Blauen Flotte können in diesem Jahr auf einen markanten maritimen Meilenstein ihrer Betriebsgeschichte zurückblicken. 1932, somit vor 85 Jahren, schlug die Geburtsstunde für dieses Unternehmen, das heute eine Flotte von vier Fahrgastschiffen zwischen Rostock und Warnemünde im Einsatz hat. Der Sandbootfahrer Fritz Schütt (1905-1984) hob den Vorläufer seinerzeit aus der Taufe und dessen Söhne, Enkel und Urenkel setzen die seemännische Tradition bis heute fort.
Für Peter Schütt (82) wuchsen seinerzeit auf der Barkasse DIETER unter den Fittichen seines Vaters die sprichwörtlichen Seebeine. Auf dem Lehrschiff THEODOR KÖRNER begann sein beruflicher Werdegang als Seemann, bereits zehn Jahre später war er Kapitän. Sein erstes Kommando erhielt er auf dem Frachter STRALSUND im Afrika-Dienst. Reisen führten ihn aber auch nach Südamerika, Kuba und Archangelsk. Die letzten zehn Jahre bei der DSR wurde die FLEESENSEE – ein Frachter vom Typ Poseidon – sein Brotschiff. Nach dem großen Aderlass der Deutschen Seereederei (DSR) Mitte der 1990er-Jahre bot sich für ihn die Mithilfe im Familienunternehmen als Kapitän der KASPER OHM an. Ein Unternehmen, das sein Bruder Dieter Schütt (76), Kapitän der HANSESTADT ROSTOCK, 1991 als Personenschifffahrtsbetrieb aus der Taufe gehoben hatte.
Die Enkelin Wibke Schütt (28) knüpfte an die Tradition ihres Großvaters an. Auch sie geht nach dem Studium an der Seefahrtsschule auf große Fahrt. Sie ist bei der Reederei Hamburg Süd gemustert und als 2. Offizier auf Schiffen wie dem 10.500 TEU-Containerfrachter CAP SAN AUGUSTIN im Einsatz, das auf der Relation zwischen Hamburg und Buenos Aires unterwegs ist. Nach dem Urlaub gehört Wibke zu einer Crew, die Anfang Dezember den Neubau POLAR COSTA RICA von der Werft in Korea abholt. Bei einem Urlaustörn im Frühjahr auf einem Hamburg-Süd-Frachter zwischen New York und Santos konnte sich ihr Vater, der Fahrgastschiffer Olaf Schütt (54) überzeugen, wie seine Tochter an Bord eines Frachtriesen auf hoher See ihren Mann steht.
Das Arbeitsfeld vom Kapitän der ROSTOCKER 7 begrenzt die Küste, es ist die so genannte Strandlinie zwischen dem Rostocker Stadthafen und dem Neuen Strom in Warnemünde. Sein Schiff, das 146 Gästen unter Deck und 250 Personen an Deck komfortabel Platz bietet, hatte er 2003 eigens für die Internationale Gartenbauausstellung in Rostock bauen lassen.
Auch für seinen Sohn Vincent (21) ist die Seefahrt das Berufsziel geworden. Er macht gegenwärtig die seemännische Ausbildung, die er im nächsten Jahr als Schiffsmechaniker abschließen wird. Sein Ausbildungsbetrieb ist die Reederei Bugsier. Nach dem ersten Lehrjahr auf dem großen Notfallschlepper NORDIC hat er bereits auf verschiedenen Hafenschleppern zeigen können, was er als Azubi gelernt hat – von Hamburg, Rostock und Wilhelmshaven bis nach Antwerpen, wo zuletzt sein Tätigkeitsfeld war.
In der Blauen Flotte sind noch weitere Familienmitglieder im Einsatz, so auch Thomas Schütt, der Kapitän der MECKLENBURG. Drei Generationen der Schifferfamilie waren Mitte August an Bord der ROSTOCKER 7 vereint, als Oma Helga, die Ehefrau des Senior-Kapitäns, ihren 80. Geburtstag feierte. Sie alle vereint ein Ziel – der Dienst in der Schifffahrt. www.rostocker-flotte.de · Reiner Frank

Suche

Copyright © 2017. All Rights Reserved.