Herbst Donaureise 12

17612 A ROSA RIVA in Engelhartszell P1140017 Foto Philip Duckwitz KoelnDie A’ROSA RIVA am Anleger in Engelhartszell nahe Passau kurz vor dem Ablegen.
Fotos: Philip Duckwitz, Köln

Philip Duckwitz
Wenn herbstliches Flussvergnügen auf der Donau
zur rosigen Angelegenheit wird

Der wallende Dunst des Morgennebels zieht an meinem Kabinen-Fenster vorbei und weckt mich im Schein der aufgehenden Sonne, die sich leuchtend orange über den Auen der Wachau erhebt. Bin ich doch erst tags zuvor in Engelhartszell bei Passau auf das Schiff mit der Rose gestiegen, um eine genussvolle Kreuzfahrt auf der Donau nach Budapest zu unternehmen, so wird meine Erwartung bereits am ersten Morgen mehr als erfüllt. Der goldene Oktober zeigt sich von früh bis spät von seiner besten Seite, die Luft ist warm aber nicht schwül oder drückend heiß, die Landschaft zeigt sich in buntem Kleid der Blätter und bietet mir eine wahre Augenweide, während das 124,5 Meter lange und 14,5 Meter breite Schiff sich mit seinen 4 Decks lautlos durch das Wasser schiebt. Die 242 Gäste schlafen noch an diesem dunstigen Morgen, an dem ich auf dem Sonnendeck stehe und mich von der frischen Luft und dem Glanz der Morgensonne in eine Genusswelt entführen lasse, die in mir zur inneren Ruhe führt.

Das Schiffsleben
Mit der Rose am Bug bahnt sich das markante Schiff seinen Weg die Donau hinab Richtung Schwarzes Meer. Meine Reise führt diesmal bis Budapest. Das Schiff scheint voll belegt zu sein, kein Wunder, die Tour ist beliebt, bietet sie doch in den sieben Tagen Dauer zahlreiche Abwechslungen, Ausflüge und beliebte Städte entlang der Donau, die es zu erkunden gilt. Alles steht hier an Bord im Zeichen der Rose, schon bei der Einschiffung wurde allen weiblichen Gästen eine frische, rote Rose kredenzt. Ich sehe mich auf dem Schiff um. Rosa ist die Farbgebung auf diesem Schiff das sich A’ROSA RIVA nennt zwar nicht, eher gelb-grün, aber dezente Hinweise auf das rosige Vergnügen finde ich allerorts. Der ausgedehnte Spa-Bereich auf Deck 3 mit einem Fitnessbereich, Sauna und zwei Anwendungsräumen lässt für den Körper kaum einen Wunsch offen. Sei es eine Hot-Stone-Massage oder eine Rosen-Quarz-Anwendung mit erlesenen Rosen-Ölen, hier finde ich Entspannung.
Und das ist gut so. Denn kulinarisch werde ich an Bord rund um die Uhr mit erlesenen Genüssen versorgt. Je nach Land und Stadt, die als Ziel auf dem Programm steht, passt sich die Küche den lokalen Gepflogenheiten an und tischt dem Gast dreimal täglich und zur Kaffeestunde kulinarisch hochstehende Genüsse auf. Wiener Nockerln, böhmische Knödel und Wildspezialitäten zur Herbstzeit, ungarische Wurstwaren oder eine deftige Gulaschsuppe erwarten mich in den kommenden Tagen meiner Reise am Buffet. Und natürlich kann ich mich auch an zwei oder drei Abenden mit einem 4-Gänge Menü und dazu passenden Weinen in einem separaten Bereich verwöhnen und die Speisen servieren lassen. Wer statt den hochwertigen Hausweinen lieber eine regionale Weinspezialität sucht, dem steht die Weinkarte offen. Auch ein jeweils landestypisches Bier steht jeden Tag als kleines Extra im Angebot. Die Essenszeiten gleichen nicht selten einer Raubtierfütterung. Hungrige Passagiere streichen wie Löwen bereits vor Eröffnung des Buffets um die Speisestätte herum. Ist dann der Startschuss zum Essen gefallen, gibt es kein Halten mehr. Ich bevorzuge den Genuss und warte die erste Welle der Speisung ab und finde mich etwa eine halbe Stunde nach Buffet-Eröffnung im Speisesaal auf Deck 3 ein. Entspannt mit Blick auf die vorbeiziehende Natur am Donauufer genieße ich die kulinarischen Freuden.
Die Lounge im vorderen Teil von Deck 3 ist Treffpunkt für die Reisegäste. Man lernt sich kennen, trifft sich in Gruppen und verbringt die Abende oder Zwischenzeit in plüschigen Sofas und Sesseln bei einem kalten oder warmen Getränk direkt von der bunten Bar, die zum Verweilen einlädt. Frische Luft mit Blick auf das Heck und die hinter uns liegende Umgebung bekomme ich auf dem Achterdeck. Und hoch hinaus oben auf dem Sonnendeck, auf dem sich auch der Freiluft-Pool, die Minigiolf-Bahn oder das Schachspiel befinden, ist der Rundum-Blick garantiert – wenn keine Brücke mich dazu zwingt, das Deck zu räumen.

Erste Station: Wien – die Donaumetropole im Zeichen der süßen Versuchung
Bereits am ersten Nachmittag erreiche ich Wien. Bei der Einfahrt erheben sich die markanten, modernen Gebäude der Donaustadt und die eindrucksvolle Mexiko-Kirche, die eigentlich Franz-von Assisi-Kirche heißt, an den Ufern. Zeit, die Stadt zu erkunden. In den knapp zwei Tagen Landgang ist es kaum möglich, alles von Wien zu sehen. Man muss wählen. Eine Tour durch die Kaffeehäuser, die Besichtigung des Stephansdoms, ein Besuch in der Oper, ein Konzert im Kursalon, oder ein Ausflug nach Schönbrunn bieten sich an. Rundfahrten bei Tag und Nacht verschaffen einen guten Überblick. Und wer es besonders extravagant mag oder etwas zu feiern hat, gönnt sich ein Candle-Light-Dinner im Riesenrad des berühmten Praters. Sportlich unterwegs sind alle, die eine Radtour entlang der Donau unternehmen. Ich wähle diesmal die individuelle Variante, da ich Wien bereits gut kenne. Der Naschmarkt zwischen Karlsplatz und Kettenbrückengasse ist mein Ziel, im Herzen von Wien ist dieser Markt seit je her der Anlaufpunkt für alle, die ein buntes Markttreiben suchen. „Was es auf dem Naschmarkt nicht gibt, das ist nicht von Bedeutung” lautet eine Redewendung, die in Wien gepflegt wird. 170 Verkaufsstände laden zum Bummeln und probieren – zum Naschen – ein. Auf einen Bauernmarkt von 1780 zurückgehend, der damals Kärntnertormarkt hieß und unweit des noch unregulierten, heute unterirdisch verlaufenden Wienflusses lag, befindet sich der Naschmarkt. Der Name kommt von „Aschenmarkt”, vermutlich wegen der aus Esche „Asch” gefertigten Milchbehälter. Seit 1820 ist der Begriff Naschmarkt bekannt, kann seither auch auf das Angebot von exotischen Süßwaren zurückgehen. Ich probiere kandierte Orangenschalen und andere Köstlichkeiten, lasse mich treiben durch das bunte Marktgeschehen, dass in den vergangenen Jahren eine deutlich orientalische Prägung erhalten hat und staune über die kulinarischen Kuriositäten und Köstlichkeiten, die mir an den Markständen begegnen. Neben Obst und Gemüse finde ich Tee, Honig, Wurstwaren, Käsespezialitäten, Fisch, Fleisch und zahlreiche Spezialitäten aus Südeuropa. In kleinen Restaurationsbetrieben kann ich mich direkt mit erlesenen oder bodenständigen Speisen verwöhnen lassen und das Marktgeschehen um mich herum genießen. Der Wiener Schmäh, der Dialekt, der mir zu Ohren dringt, lässt mich schmunzeln. Ich ziehe weiter in die Innenstadt. Denn was wäre ein Besuch in Wien ohne den Genuss einer Sachertorte im Café Sacher unweit des Stephansdoms? Das denken sich wohl viele Besucher der Stadt und so wundere ich mich nicht über die lange Schlange vor dem Traditions-Café, das wegen Überfüllung geschlossen ist. Wie gut, dass ich mich auskenne, denn direkt ums Eck liegt das Café, dass nach dem Salzburger Wolfgang Amadeus Mozart benannt ist. Prächtig eingerichtet, wie ein Kaffeehaus sein soll ist es hier nur halb so voll wie bei Sacher. Und die berühmte Torte gibt’s hier auch, denn die beiden Häuser gehören zusammen.
Kurz ist mein Aufenthalt in Wien und schon am folgenden Tag steht das Auslaufen auf dem Programm. Im Licht der untergehenden Sonne verlasse ich die Donau-Metropole. Das Schiff mit der Rose zieht seine Bahn weiter flussabwärts Richtung Budapest.
Spät am Abend zieht es mich noch einmal auf Deck. Denn bereits angelangt auf dem Gebiet der Slowakei passiere ich dessen Hauptstadt Bratislava im nächtlichen Licht. Ich werde auf dem Rückweg meiner Reise hier festmachen, aber die lichtreiche Kulisse der Nacht erlebe ich so nur einmal. Stolz steht die Burg Bratislava, auch Pressburg oder slowakisch Prešporok genannt, auf dem Hügel 85 Meter über der Stadt. Früher gehörte diese Stadt und die größten Teile der Slowakei zu Ungarn. Nach dem ersten Weltkrieg zur Tschechoslowakei, es folgte eine kurze Periode der Unabhängigkeit, die erst 1993 wiedererlangt wurde. Ich bestaune die erleuchtete Burg oberhalb des markanten Martinsdoms, in dem früher zahlreiche, Habsburger Könige gekrönt wurden. Die Stadt strahlt mit ihrer erleuchteten Kulisse einen Punkt der Ruhe inmitten der dunklen Donau-Nacht aus.

Esztergom, Visegrad und das Donauknie
Am folgenden Morgen erreiche ich Esztergom in Ungarn. Dieser eigentlich unbedeutende Ort direkt an der slowakischen Grenze besticht vor allem durch seine einzige Sehenswürdigkeit, die St.-Adalbert-Kathedrale aus dem Jahr 1001 n. Chr. Geweiht wurde sie dem Erzbischof Adalbert von Prag und der Gottesmutter Maria. Dieses gewaltige Kuppel-Bauwerk wurde von König Stephan dem Heiligen 1001 bis 1010 errichtet und bestand in ihrer ursprünglichen Form bis ins 12. Jahrhundert, dann brannte sie ab. Der Neubau überstand dagegen sogar den Mongolen-Einfall im Jahr 1242. Ich begebe mich auf meinem Landausflug in das Innere der Basilika. Gewaltig, aber nicht übertrieben prunkvoll zeigt sich die bis heute größte Kirche Ungarns. Endgültig fertig gestellt wurde dieser beeindruckende Bau unter Kardinal-Primas János Simor 1869. Die Orgel ist klanglich und baulich besonders beeindruckend mit ihren 49 Registern und 3.500 Pfeifen.
Dieses imposante Bauwerk werde ich zum Ende meiner Reise auf der Rückfahrt noch einmal bei Nacht bestaunen dürfen, in der Vorbeifahrt vom Schiff aus. Die Erhabenheit der nächtlich angeleuchteten und weithin sichtbaren Basilika hoch oben auf dem Hügel über der Donau erzeugt ein Gefühl von Erhabenheit, selbstverständlichem Prunk und majestätischer Größe. Ein erhebender Augenblick, dieses Bauwerk bei Nacht bestaunen zu dürfen.
Mein Landausflug setzt sich fort. Ich erreiche die Burgruine Visegrád oberhalb des gleichnamigen Ortes, nach dem auch die bekannte, osteuropäische Staatengruppe, bestehend aus den Ländern Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn, benannt ist. Auf 247 Metern Höhe über der Donau liegt hier die Burganlage aus dem Jahr 1247. Einst herrschten hier König Belá IV., doch bereits die Römer erkannten die strategische Bedeutung des Hügels, von dem ein erhebender Weitblick über das Donauknie möglich ist. So stehe ich auf dem Burgplateau und blicke hinab in die Weiten des Donau-Tals, genau hier macht der Fluss tatsächlich einen sichtbaren Bogen. Und mein Schiff fährt in diesem Moment wie bestellt als einziges Flussgefährt auf dem Wasser wie ein Spielzeug-Boot, gut zu erkennen ist die markante Rose am Bug. Die Weinberge erheben sich am linken Donauufer bis in steile Höhen. Jetzt im Herbst leuchtet die Kulisse in strahlendem gelb und rot der gefärbten Weinblätter.

Bevor es in die großartige Metropole Budapest geht, gibt es noch einen Halt in dem Künstlerdorf Szentendere. Das reizvolle, barocke Städtchen gilt als liebenswertes Örtchen, in dem ungarische Handwerkskunst und Design der Region bewundert und erworben werden können. Bei meinem Eintreffen dort bin ich überwältigt. Diesmal allerdings nicht von der etwas versteckt vorhandenen Schönheit des Ortes, sondern von der Fülle an Souvenir-Läden, feilschenden Händlern und Massen an Touristen, die sich durch die engen Gassen schieben. Nach einer Stunde ist es vorbei. Diesen Ort braucht kein Mensch, der nicht auf der Suche nach einem unnützen und überteuerten Mitbringsel ist.

Budapest – das Paris des Ostens
So erreiche ich Budapest am späten Nachmittag. Nicht umsonst gilt die ungarische Hauptstadt als das Paris des Ostens. Beim Anblick der auf zwei Seiten der Donau gelegenen Stadt Buda und Pest gerät wohl jeder Reisende ins Schwärmen. Das Licht des nachmittäglichen Herbstes taucht die Kulisse der Buda-Seite in ein leuchtend-orangenes Licht, das vom Sandstein des Burgpalasts auf den Budaer Bergen aufgefangen wird. Der 527 Meter hohe Janós-Berg, der Gellertberg und der Burgberg sind die markantesten Erhebungen gegenüber der Pest-Seite, auf der die Altstadt Budapests liegt. Ich fahre hoch hinauf bis zur Zitadelle und genieße von dort einen einzigartigen Blick auf beide Teile der Stadt mit der Donau in der Mitte. Eine Stadtrundfahrt durch beide Teile der ungarischen Metropole verschafft mir einen guten Überblick. Über die berühmte Kettenbrücke, die besonders nachts eindrucksvoll erleuchtet ist, zum Heldenplatz, vorbei an der Stephans-Basilika, der Großen Markthalle, der Staatsoper, prachtvollen Barock-Fassaden in der Innenstadt, dem Széchenyi-Thermalbad, das äußerlich wie ein prunkvoller Palast erscheint, geht es kreuz und quer durch die Stadt zurück auf die Buda-Seite. Hier genieße ich einen Blick auf das direkt am Donau-Ufer gelegene Parlamentsgebäude. In der Mitte der Donau, etwas vorgelagert dem Zentrum befindet sich die Margareteninsel, die früher nur dem Adel vorbehalten war. Heute ist sie ein beliebtes Erholungsziel.
Wie gut, dass ich in Budapest zwei Tage Landgang habe. Denn mich zieht es auch in den Abendstunden wieder hinaus, vom Schiff in die Stadt. Lebendig ist das Donau-Ufer, Spaziergänger, die sich der malerischen Kulisse erfreuen, Paare, die im lauen Herbstabend der romantischen Stimmung frönen und lustwandelnde Flaneure säumen die breite Promenade auf der Pest-Seite.
Mehr Budapest will ich erleben, am liebsten ohne Rummel und Touristen. Das gelingt mir auch, weil ich am folgenden Tag, der zufällig ein Sonntag ist, früh auf bin und durch die kleinen Gassen der Innenstadt streife. In diesem Augenblick fühle ich mich gar nicht mehr wie in einer Hauptstadt. Äußere und innere Ruhe ist eingekehrt in die pulsierende Donau-Metropole. Die Stadt schläft scheinbar am Sonntagmorgen.
Plötzlich sind alle Schilder auf Geschäften und Häusern auf Hebräisch geschrieben, eine Synagoge erhebt sich vor mir. Ich bin mitten im jüdischen Viertel angelangt. Spannend. Ein Rabbi kommt mir entgegen. Menschen mit Kippa passieren die Straße. Wie schön, Kultur ist lebendig in Budapest. In einem Hinterhof mitten in diesem Viertel treffe ich auf einen Markt. Wer vermutet hinter der heruntergekommenen Fassade eines Budapester Altbaus einen solchen Markt, der sich „Szimpla Kert” nennt. Frische Kost aus Ungarn, Paprika, Salami, Honig, Obst, Gemüse und weitere Gaumenfreuden entdecke ich, lasse mich von Gerüchen und Farben des kleinen aber feinen Sonntags-Marktes entführen in die Welt des Genusses. Skurril ist die Kulisse, herzlich die Stimmung, freundlich die Händler, kein bisschen aufdringlich wie etwa im Ort Szentendere, den ich am Vortag erleben musste. Da macht einkaufen Spaß.
Ich schlendere weiter durch die Gassen des Viertels, die Straßen werden nun wieder breiter, die Bauten prachtvoller, eindrucksvoller. Ich gelange zur Vaci Uta, dem Pracht-Boulevard Budapests. Hier finden sich auf breiter Straße alle internationalen Marken, Shopping wird hier nur mit gefülltem Geldbeutel zum Vergnügen. Hier fehlt die Seele, regiert das Geld. Ich denke zurück an die kleinen Gassen, die lieben Menschen in den touristisch weniger besuchten Vierteln, in denen ich am Vormittag war.
Auch diese Metropole muss ich verlassen. Das Schiff legt ab, fährt nun stromaufwärts. Im Abendschein der untergehenden Sonne geht ein letzter Blick auf die Schönheit des Paris des Ostens, Budapest, die Donauperle, grüßt mich zum letzten Mal.

Bratislava, die malerische Hauptstadt
Vorbei an der nächtlichen Basilika in Esztergom erreiche ich tags darauf wieder die slowakische Hauptstadt Bratislava, diesmal bei Tageslicht. Vom Donauufer aus lässt sich die Altstadt in einem angenehmen Spaziergang vorbei an der Comenius-Universität erreichen. Gemütlich geht es hier zu im Vergleich zu Budapest. Die Innenstadt ist ruhiger. Nur Fußgänger und die bekannten roten Touristen-Bähnchen kommen hier her. Es lohnt sich, neben dem markanten Rathausplatz, der alten Markthalle, dem historischen Nationaltheater und dem Martinsdom auch die versteckten Sehenswürdigkeiten zu entdecken, Der Gulli-Mann ist wohl eine der bekanntesten Skulpturen, die sich auf dem selben Platz befindet, wie der Soldat Napoleons mit dem ins Gesicht gezogenen Dreispitz, an einer Bank lehnend. Der slowakische Humor, mit bildlicher Darstellung Situationen aufs Korn zu nehmen wird hier deutlich. Es gibt noch zahlreiche Figuren dieser Art in der Innenstadt. Der Paparazzi, der Schöne Ignac, oder die Seiltänzerin sind nur einige Beispiele, für die es sich lohnt, die Augen offen zu halten, um sie zu entdecken. Ich besuche die meist offenen Innenhöfe der Prachtbauten in der Altstadt und staune. Herausgeputzt und erfüllt mit künstlerischem Flair sind diese Höfe wahre Oasen der Ruhe. Nicht selten finde ich hier kleine Galerien, kuriose Läden, oder nette Cafés. Wahrlich prachtvoll, kitschig bis zur Übertreibung und daher schon wieder dem Kult-Status zuzurechnen ist die älteste Konditorei der Stadt. Diesen Besuch lasse ich mir nicht entgehen. Wandmalereien und barocke Fresken treffe ich an. Ein überaus freundlicher Kellner alter Schule kredenzt mir Tee im goldenen Kännchen mit einem Stück Torte, bei dem man das Kalorien-Zählen besser vergessen sollte. Das muss man erlebt haben, Genuss findet hier einen Namen. Nicht weit von diesem eindrucksvollen Café entfernt befindet sich Bratislavas ältester Lebensmittel-Laden. Heute teils Museum, teils aber tatsächlich noch als Laden funktionierend. Eine uralte. silberne Registrierkasse auf der Ladentheke fängt meinen Blick, hinter der ein freundlich lächelnder Kolonialwarenhändler steht, dessen Haarfarbe dem seiner Kasse deutlich ähnelt. Ich erwerbe bei ihm einige der berühmten slowakischen Hörnchen, gefüllt mit Nuss oder Mohn, die „Pressburger Beugerl”.
Erfüllt von den süßen Freuden des malerischen Bratislava verlasse ich nach dieser Stippvisite die slowakische Hauptstadt schon wieder, nicht ohne zuvor noch einen Blick auf die Statue des berühmten Gründers der tschechoslowakischen Legionen, Milan Rastislav Stefanik, geworfen zu haben, der sich in der Uniform eines Fliegers aus dem I. Weltkrieg übermächtig am Donauufer präsentiert.
Beim Auslaufen meines Schiffes fängt auch die markante Brücke des slowakischen Nationalaufstands, die 1972 erbaut wurde, meinen Blick. Denn neben den einprägsamen Verstrebungen bildet wohl die Aussichts-Kapsel mit Turmrestaurant in 80 Metern Höhe am Brückenkopf eine einzigartige, architektonische Besonderheit, die ob seiner Form als Ufo bezeichnet wird.
Meine Reise nähert sich dem Ende, das Stift Melk in Niederösterreich bildet den Abschluss meiner Besichtigungen an der Donau. Dabei handelt es sich um die größte Barrock-Kirche Österreichs, die hier auf einem Klosterfelsen gebaut ist. Bereits die Römer besiedelten diesen Felsen und von 1702 bis 1746 erbaute Jakob Prandtauer dieses eindrucksvolle Benediktinerkloster, das als Wahrzeichen der Wachau gilt. In purem Gold, verziert mit Engeln und Figürchen erscheint die Stiftskirche überladen und beeindruckt, ja erdrückt den Besucher fast. Ein Splitter vom Kreuz Christi soll als Reliquie hier liegen in dem Kloster, dessen Tradition bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Heute ist in der sehenswerten Anlage mit seinem ausladenden Prälatenhof das Stiftsgymnasium Melk untergebracht.
Eine Reise voller Leben, intensiver Natureindrücke, kulinarischer Hochgenüsse und einem entspannenden Bordleben geht nach sieben Tagen zu Ende. Mehr Donau wünscht man sich, mehr Erholung an Bord eines Flusskreuzfahrtschiffes wünscht sich der Passagier, denn allzu schnell geht eine erlebnisreiche Woche auf der Donau zu Ende.
Auf zu neuen Ufern bleibt der Wunsch, den ich mit nach Hause nehme – vielleicht beim nächsten Mal auf der Strecke südlich von Budapest? Wer weiß, wohin den Reisenden die Gewässer tragen, solange man immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel hat.

Informationen
Diese Reise lässt sich unternehmen mit A-ROSA Flusskreuzfahrten: www.a-rosa.de/flusskreuzfahrten 

Infos zum Schiff A’ROSA RIVA: www.a-rosa.de/uploads/tx_templavoila/Schiffs-Info_Donau_05.pdf 

In Wien sollte man den Naschmarkt besuchen: www.wien.gv.at/freizeit/einkaufen/maerkte/lebensmittel/naschmarkt/details.html 

Außerdem ist die Ferstel-Passage kulinarisch und architektonisch sehenswert: www.palaisevents.at/palais-ferstel/ 

In Budapest lohnt sich sonntags der Szimpla Kert (Sonntagsmarkt): https://szimpla.hu/ 

In Bratislava ist der Besuch der Konditorei Kormuth ebenso Pflicht wie der Besuch des ältesten Lebensmittel-Ladens der Stadt: http://konditoreikormuth.sk/ ·
www.muzeumobchoduba.sk/ovm.php 

Diese Reise wurde durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von A-ROSA Flussschiff GmbH · www.a-rosa.de/flusskreuzfahrten 

17612 A ROSA RIVA Ueberreichen einer roten Rose P1140019 Foto Philip Duckwitz KoelnBei der Einschiffung wurde allen weiblichen Gästen eine frische, rote Rose überreicht.

17612 A ROSA RIVA Kabine P1140021 Foto Philip Duckwitz KoelnMeine Kabine, Kategorie C – 16,5 Quadratmeter groß.

17612 A ROSA RIVASpa Bereich P1140040 Foto Philip Duckwitz KoelnDer Spa-Bereich der RIVA lädt zur Entspannung ein ...

17612 A ROSA RIVA Fittness Bereich P1140041 Foto Philip Duckwitz Koeln... auf Deck 3 mit einem Fitnessbereich.

17612 A ROSA RIVA Steuerhaus und Kapitaen P1140033 Foto Philip Duckwitz KoelnDer Kapitän steht neben seinem Steuerhaus.

17612 A ROSA RIVA Achterdeck P1140047 Foto Philip Duckwitz KoelnBlick über das Achterdeck auf das Kielwasser.

17612 A ROSA RIVA Sonnenaufgang ueber der Wachau P1140083 Foto Philip Duckwitz KoelnSonnenaufgang in der Wachau.

17612 A ROSA RIVA Franz von Asisi Kirche Wien P1140173 Foto Philip Duckwitz KoelnDie Mexiko-Kirche in Wien – Katholische Kirche Donaustadt oder Kirche des Heiligen Franz von Assisi – in der Morgendämmerung.

17612 A ROSA RIVA Blumenfrau Naschmarkt P1140102 Foto Philip Duckwitz KoelnBlumenfrau auf dem Naschmarkt in Wien.

17612 A ROSA RIVA Nuesse Fruechte Naschmarkt P1140104 Foto Philip Duckwitz KoelnFrüchte, Nüsse, Blüten – kandiert, getrocknet oder gebraten.

17612 A ROSA RIVA alles Kaese P1140109 Foto Philip Duckwitz KoelnAlles Käse auf dem Naschmarkt?

17612 A ROSA RIVA geordneter Naschmarkt P1140114 Foto Philip Duckwitz KoelnHier gibt es Alles und alles ist gut organisiert und geordnet.

17612 A ROSA RIVA kaese Wurst geistige Getraenke P1140131 Foto Philip Duckwitz KoelnKäse, Wurst und geistige Getränke – eine gute Mischung.

17612 A ROSA RIVA Cafe Sacher P1140165 Foto Philip Duckwitz KoelnVor dem Café Sacher in Wien stehen die Leute und warten auf freie Plätze ...

17612 A ROSA RIVA Cafe Mozart Wien P1140162 Foto Philip Duckwitz Koeln... das Café Mozart – direkt ums Eck vom Sacher und zum Sacher gehörend – hier gibt es Plätze genug, sogar draußen.

17612 A ROSA RIVA am Handelskai in Wien P1140183 Foto Philip Duckwitz KoelnDie A’ROSA RIVA am Handelskai/Mexicoplatz in Wien, direkt unterhalb der Reichsbrücke.

17612 A ROSA RIVA das markante Heck P1140218 Foto Philip Duckwitz KoelnDas markante Heck der A’ROSA RIVA mit dem Restaurant-Außenbereich.

17612 A ROSA RIVA Anleger Esztergom P1140650 Foto Philip Duckwitz KoelnDie A’ROSA RIVA am Anleger in Esztergom.

17612 A ROSA RIVA Basilika Esztergoml P1140653 Foto Philip Duckwitz KoelnDie klassizistische Basilika von Esztergom, die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und St. Adalbert, eine der größten Kirchenbauten Europas.

17612 A ROSA RIVA Orgel Basilika Esztergoml P1140677 Foto Philip Duckwitz KoelnDie große Orgel der Basilika ist ein Werk Ludwig Moosers, der 1863 seine Werkstätte von Salzburg nach Eger verlegte, weil er vermehrt Aufträge aus Ungarn erhalten hatte.

17612 A ROSA RIVA Donauknie bei Visegrad P1140683 Foto Philip Duckwitz KoelnBlick auf das Donauknie bei Visegrád mit einem A’ROSA-Schiff auf Gegenkurs.

17612 A ROSA RIVA Burg Visegrad P1140706 Foto Philip Duckwitz KoelnDie um 1247 entstandene Burg Visegrád steht 247 Meter hoch über dem Donauknie.

17612 A ROSA RIVA Parlament Budabest 20171015 161817 Foto Philip Duckwitz KoelnDas ungarische Parlament ist eines der Wahrzeichen Budapests.

17612 A ROSA RIVA Budapest Heldenplatz 87 Foto Philip Duckwitz KoelnDer Heldenplatz in Budapest. Das Denkmal erinnert an die Helden der ungarischen Geschichte. Auf der Säule steht die etwa 5 Meter große Statue
des Erzengels Gabriel.

17612 A ROSA RIVA Markthalle Budapest 69 Foto Philip Duckwitz KoelnIn der Großen Markthalle in Budapest ...

17612 A ROSA RIVA Markthalle Budapest Salami 61 Foto Philip Duckwitz Koeln... gibt es jegliche Salami und andere Wurstsorten, die in Ungarn hergestellt werden.

17612 A ROSA RIVA Blick von der Zitadelle auf Budapest P1140784 Foto Philip Duckwitz KoelnBlick von der Zitadelle hinab auf Budapest in Richtung Norden – links Buda, rechts Pest.

17612 A ROSA RIVA in Bratislava P1150014 Foto Philip Duckwitz KoelnDie A’ROSA RIVA am Anleger in Bratislava.

17612 A ROSA RIVA Bratislava P1140942 Foto Philip Duckwitz KoelnDiese roten Bähnchen fahren in ganz Bratislava mit Touristen herum – bis hoch zur Burg.

17612 A ROSA RIVA Nationaltheater Bratislava P1140966 Foto Philip Duckwitz KoelnDas Slowakische Nationaltheater am Hviezdoslav-Platz in Bratislava.

17612 A ROSA RIVA Cafe Kormuth Bratislava P1140985 Foto Philip Duckwitz KoelnDas Café Kormuth in Bratislava ist unbedingt einen Besuch wert.

17612 A ROSA RIVA Burg Bratislava P1150033 Foto Philip Duckwitz KoelnLetzter Blick von Bord der A’ROSA RIVA auf die Burg Bratislava.

17612 A ROSA RIVA Stift Melk aussen P1150092 Foto Philip Duckwitz KoelnDer heutige Barockbau vom Stift Melk wurde in den Jahren 1702–1746 von Jakob Prandtauer errichtet. Als eines der Wahrzeichen der Wachau gehört
es zum UNESCO-Welterbe.

17612 A ROSA RIVA Stift Melk Kirchenkuppel P1150119 Foto Philip Duckwitz Koeln Johann Michael Rottmayrs Ausmalung der Kuppel (1716/17) der Stiftskirche „St. Petrus und Paulus” zeigt das „Himmlische Jerusalem” mit Gottvater, Christus und dem Heiligen Geist hoch in der Laterne. Sie sind umgeben von den Aposteln, Maria und Heiligen, die für Melk eine besondere
Bedeutung haben.

Einsam in Estland 13

17613 PSW Der Leuchtturm den ich betreut habe auf der estnischen Insel KeriDer Leuchtturm auf dem estnischen Inselchen Keri, den der Autor betreut hat. Fotos: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Dr. Peer Schmidt-Walther
Leuchtturmwärter auf Keri, der vergessenen Insel
Abenteuer-Urlaub für hartgesottene Individualisten

Dramatisch schwarz wölbt sich der Spätsommer-Himmel über der nordestnischen Küste. Bis ein Sonnenstrahl durch die Wolken fingert. Punktgenau zielt er auf eine kleine Insel in etwa sieben Seemeilen Entfernung und lässt sie hell aufleuchten. Als wäre hier ein großer Regisseur am Werk, der seine Anweisungen gibt.
Die Passagiere an der Reling starren wie gebannt nach Osten, während die große Fähre MEGASTAR mit schäumender Bugsee ungerührt Kurs auf den Zielhafen Tallinn nimmt. Was das denn für eine Insel dort drüben sei, möchte man von den umstehenden Einheimischen wissen. Doch alle schütteln unwissend den Kopf. „Irgend so ein Steinhaufen mit Leuchtturm”, murmelt einer, „davon gibt’s in Estland viele”. Schließlich muss Google ran und verrät dem Suchenden die genaue Insel-Zahl des baltischen Landes: unglaubliche 2222, davon nur 19 bewohnt. Die „Erleuchtete” heißt schlicht Keri, ist unbewohnt und die nördlichste Estlands, die betreten werden darf.
Und genau die soll es für die nächsten Tage sein. So ist es mit Eeva Lillemägi von Visit Estonia, der staatlichen estnischen Tourismusorganisation, verabredet. Die lässt es sich auch nicht nehmen, vorher die Sehenswürdigkeiten der alten Hansestadt Reval innerhalb und außerhalb der Stadtmauern vorzuführen. Touristenscharen aus aller Herren Länder schieben sich durch die engen Gassen und bestaunen das mittelalterliche Flair mit seinen restaurierten Bürger- und Adelshäusern, Kirchen, Museen und Bastionen. Doch dann wird es „ernst”.

Über den Finnischen Meerbusen
„Peep”, stellt sich der blonde Hüne vor, lächelt scheu und buchstabiert im NATO-Alphabet: „Papa-echo-echo-papa”. Der estnische Wikinger ist Kopf der privaten Gesellschaft MTÜ, die sich seit Jahren um Keri kümmert. Bis dahin sind es von dem kleinen Bootshafen bei Tallinn rund 20 Seemeilen. Mit 40 Sachen schießt das Speedboot dahin, denn, so Peep: „Wir müssen uns beeilen, könnte sein, dass Wind aufkommt, dann wird’s hier ungemütlich”. Um die untergehende Sonne hat sich bereits ein unheilvoller Schleier gelegt.
Langsam senkt sich die Dämmerung über den Finnischen Meerbusen. Aber es gibt einen Wegweiser mit jeweils zwei Lichtsignalen, unterbrochen von mehreren Sekunden Pause. „Die Kennung des 31 Meter hohen Leuchtfeuers von Keri!”, überbrüllt Peep den 250 PS-Motor, „gleich sind wir da!” Vorsichtig tastet sich der Bootsführer durch das Flachwassergebiet, aus dem Findlinge wie Walrücken auftauchen und Gefahr bedeuten. „Die hat die Eiszeit hierher verfrachtet”, erklärt Peep und macht an einem Holzsteg fest. Der Gang an Land mit dem Rucksack auf dem Rücken wird zu einem wackligen Balanceakt. Glitschiges Geröll säumt den Weg zu einer einstöckigen Steinbaracke. Über dem Eingang kyrillische Schriftzeichen. „Das war bis zur Wende eine sowjetische Grenzbastion”, erklärt der Inselhüter und grinst: „Tere! Willkommen auf Keri, der vergessenen Insel! Nicht mal der Tod findet dich hier.” Das GPS zeigt, dank Insel-Funkmast, exakt 59 Grad 69 Minuten Nord und 25 Grad 01 Minute Ost an.

Erster gasbefeuerter Turm der Welt
Es riecht muffig. Beim Licht nackter Glühbirnen fallen zugemüllte Räume ins Auge, als wäre alles gerade fluchtartig verlassen worden. In der primitiven Kombüse gibt es zumindest Gas zum Kochen. Für Strom sorgt ein Dieselgenerator aus sowjetischer Produktion im Nachbarhaus. Das Plumpsklo „duftet”. „Wasser haben wir auch”, ist Peep stolz, „aus dem ersten Bohrloch strömte vor 200 Jahren Gas, das man praktischerweise für die Beleuchtung nutzte. Damals der erste gasbefeuerte Turm der Welt. Das Leuchtfeuer wird heute mit Solarenergie versorgt”. A propos Wärme. Das Holz zum Heizen des eisernen Ofens im Schlafraum muss man in einer baufälligen Hütte sägen und mit der Schubkarre über den grasbewachsenen Inselrücken zum Haus schieben.
Am Ende eines langen, finsteren Gangs mit aufgerissenen, knarrenden Holzdielen das „Schlafgemach”: vier Bettgestelle, ein wackliges Tischchen, eine zersessene Couch. In der Decke klafft ein riesiges Loch. „Wir würden ja gern alles renovieren”, entschuldigt sich Peep, „aber das Geld dafür fehlt, obwohl die Insel samt Gebäuden ein Denkmal ist”. Es gebe zwar Pläne im Wirtschaftsministerium, aber die Umsetzung von Abriss, Neu- und Umbau könne dauern. Sagt’s und setzt sich spontan ans Klavier im Kulturraum, der mit historischen Büchern und Karten vollgestopft ist, und klimpert passend zum aufgehenden Erdtrabanten Beethovens Mondscheinsonate. Keri-Romantik pur. Ein vielseitiger Mann, dieser Peep, der sonst studierter Elektroniker und Hobbytaucher ist.

Nur der Mond schaut zu
Der einzige Plattenweg führt an der Sauna vorbei zum „Kino”, das mit zerschlissenen Klubsesseln vollgestellt und ungemütlich kalt ist. Peep wirft die altertümliche Technik an. Über die Leinwand flimmert ein selbst produzierter Streifen zur langen Geschichte von Keri, 1623 erstmals urkundlich erwähnt. 1719 wurde auf Befehl Zar Peter I. ein Leuchtturm errichtet, der heutige 1803 in Betrieb genommen und 1857 mit einem Metallaufsatz verstärkt. 2003 verließ der letzte Leuchtturmwärter die 300 mal 100 Meter lange Insel. Und die wächst auch noch. Nachdem das letzte Eis vor 10.000 Jahren geschmolzen war, hebt sich das Land aus dem Meer. So wird Estlands Inselreichtum und Landfläche auch noch ständig vermehrt.
„Heute kommen Leute hierher, die Ruhe und Inspiration zum Arbeiten haben wollen wie Schriftsteller und Maler. Der mangelnde Komfort stört sie nicht”. Junge Leute reißen sich um den Job eines Inselwärters, der sich um Instandhaltung und Reparaturen kümmern muss, sogar über den Winter. „Dann wird’s hier a…kalt mit heftigen Schneestürmen”, weiß er aus Erfahrung, „aber sie finden’s normaalne oder, wie ihr sagen würdet: cool”.
Nostalgikern gefällt das „sowjetische Ambiente”, das sie nicht verändert wissen möchten. Ornithologen interessieren sich nur für die reichhaltige Vogelwelt und eine Robbenkolonie. Geografen erforschen die Entstehung der Insel. Dabei schütteten eiszeitlicher Schmelzwassersand und -kies unter dem Gletscher Wälle auf, die zu einer typischen Grundmoränen-Landschaft gehören. Wissenschaftlich gesehen ist Keri ein sogenanntes Os.
Nach der Einweisung wird es Zeit, Abschied zu nehmen. Dann bist du allein. Nur der Mond schaut belustigt zu, als das mit seinem über den Wellen irrlichternden Boot von der Finsternis verschluckt wird. „Ich ruf dich an”, hat er noch gerufen, „um dich abzuholen!” Das könne früher oder später sein, je nach Wetterlage. Zu essen ist genug im Rucksack, auch warme und Regenklamotten.

Wilde Träume in der Nacht
Erste „Amtshandlung als Leuchtturmwärter”: ein Pott heißer Tee mit Schuss, dann den Ofen anheizen. Bretter sind schnell gefunden. Der Wind pfeift um die Baracke. Zeit, um mit Trainingsanzug und Socken in den Schlafsack zu kriechen. Auf dem Tisch flackern Kerzen, die das Kabuff in ein gespenstisches Licht tauchen und dunkle Figuren an die Wände projizieren. Undefinierbare Knack- und Knirschgeräusche verhindern jeglichen Schlaf. Irgendwann trommelt ein Regenschauer auf das Blechdach und sorgt bald für wilde Träume von herumgeisternden Leuchtturmwärtern und an Land gespülten Schiffbrüchigen.
Der nächtliche Gang zur Toilette schließlich wird zum Alptraum. Kein Licht, weil der Generator abgestellt ist, um Sprit zu sparen. Den langen Gang muss man sich stolpernd entlang tasten, bis man durch zwei Türen den Weg nach draußen gefunden hat, denn das Klo ist einfach nicht zu finden. Alle paar Sekunden durchzucken Leuchtturmblitze die abenteuerliche Szenerie. Der Wind heult und die Wellen brechen sich rauschend an den Granitbrocken, die Keri wie eine Ringmauer vor der Außenwelt schützen.
Am nächsten Morgen ist Ausschlafen angesagt, denn Regen trommelt gegen die Scheiben. Duschen? Fehlanzeige! Aber wie wär’s mit einem kühlen FKK-Ostsee-Bad? Guckt ja niemand zu hier. Dazu muss man sich allerdings auf allen Vieren über glitschige Felsbrocken vortasten und aufpassen, dass man nicht ausrutscht und sich verletzt. Hilfe ist hier draußen nämlich nicht gleich zur Stelle. Der Weg zum Wasser gerät zur Angstpartie, das Bad selber zu einem kurzen Akt. Aber du fühlst dich erfrischt. Mit einem Pott Kaffee noch mehr. Der erste Insulaner-Tag in totaler Einsamkeit und Stille kann beginnen. Weit draußen pendeln die Tallink-Superfähren mit ihren Luxus-Restaurants und edlen Shopping Malls auf ihrer Bahn zwischen Tallinn und Helsinki. Aber noch kommt kein Gefühl auf, mit „denen da drüben” tauschen zu wollen.

Unrühmliche Spuren beseitigt
Tages-Programmpunkt Nummer eins: Inselerkundung. Einen Steinwurf vom „Wohnhaus” entfernt die Sauna. Die braucht zwei Stunden zum Aufheizen, also dann nachmittags. Durch Flieder- und Heckenrosen-Gebüsch bahnt man sich den Weg zum Leuchtturm, dessen gemauerte Rundform wie ein gewaltiger Festungsbau wirkt. Eine metallene Kreuzkonstruktion davor weist auf zwei Gedenktafeln hin: den Abschuss der finnischen JU 52 „Kaleva” 1940 durch einen sowjetischen Jagdflieger. Zwölf Menschen starben dabei. Das Wrack soll vor Keri liegen, wurde aber nie gefunden. „Wahrscheinlich”, so erzählte Peep, „von den Russen gehoben, um die unrühmlichen Spuren zu beseitigen”. Einen robusten Traktor mit Ketten haben sie im seichten Uferwasser allerdings stehen gelassen. Er rostet seitdem in der Brandung vor sich hin. Niemanden scheint’s zu stören.
Die Türen der maroden Gebäude um den Leuchtturm sind zum Teil herausgerissen, der Turmaufgang selbst ist gesperrt. Schade, denn von oben hätte man einen guten Überblick gehabt. Dafür darf man den 20 Meter hohen Funkmast besteigen, zwar rostig, aber noch ganz rüstig.

Man gewöhnt sich an alles
Die Ostseite des mächtigen Seezeichens ist von Wind und Wetter angenagt und einsturzgefährdet. Ein paar Balken sollen die traurige Ruine abstützen.
Den spitzen Nordzipfel von Keri bildet eine von der See aufgespülte Kiesterrasse, ein passabler Strand jedoch ist nirgends zu entdecken. Etwas Abkühlung nach schweißtreibendem Holzsägen wäre schon angenehm gewesen.
Mittagspause bei Spaghetti und Bolognese aus dem Glas. Danach Lesen, Schreiben und ein Schläfchen in dem inzwischen warmen Zimmer mit weitem Seeblick.
Langsam gewöhnt man sich an die Unzulänglichkeiten und Härten und findet das alles bald gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil: Man schaut hinüber zum geahnten Festland und ist froh, für eine Weile den vielfach hohlen Aufgeregtheiten und dem Massenbetrieb der übrigen Welt entflohen zu sein. Die Stille sorgt für innere Ruhe und Ausgeglichenheit.
Irgendwann klingelt das Mobiltelefon und Peep meldet sich: „Das Wetter ist gut heute für die Überfahrt, morgen soll’s schon wieder kräftig blasen”.
Abschied von Keri – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Unterwegs mit Kristiina und Andrus
Peeps Kollege Andrus kommt angeprescht und übernimmt den Vier-Seemeilen-Transfer zur Nachbarinsel Prangli. Das Leben wird gleich um mehrere Stufen angenehmer. Quasi mit Familienanschluss, Hunden, Schafen, Katzen und leckerer estnischer Küche auf dem Bauernhof von Diina, Direktorin der Zwergschule mit neun Schülern, und Iivar, dem Bauern, Fischer – mit ihm kann man auf Fang hinausfahren – und Fremdenführer, in Lääneotsa. Man kommt sich schon vor wie in einer Luxusherberge, wobei im ehemaligen Kuhstall genächtigt wird. Über die Bucht grüßt nachts verloren das Leuchtfeuer von Keri herüber.
Kristiina von Prangli Travel übernimmt eine Inselführung durch die Wälder und an der Küste entlang; zeigt die besten Fundstellen von Pfifferlingen, Steinpilzen, Sandröhrlingen – die gibt es im September massenhaft –, eine Erdgasquelle mit Pfanne, wo man seine Pilze gleich braten kann; den Friedhof für die Schiffbrüchigen des ESTI RAND-Untergangs; den Riesenfindling Punane kivi; Insel-Museum; gibt Tipps für Mountainbike-Touren zu den schönsten Stränden.

Aller guten Dinge sind drei
Andrus, der mit seiner Frau Annika für Prangli Travel arbeitet und Holzhäuser baut, fährt einen hinaus zu den Seehundsfelsen, wo man hunderte der putzigen Tiere hautnah zu Gesicht bekommt. Auf dem Rückweg legt er auch gern mal auf Aksi an, der dritten Insel des Archipels, um die beiden einzigen Dauerbewohner, ein Ehepaar, zu besuchen. „Früher”, so berichtet der Mann, „wurden hier berühmte Holzboote gebaut. Doch als die Russen kamen, vertrieben sie die Familien und zerstörten alles. Aksi wurde zum Grenz-Außenposten und durfte damit nicht mehr betreten werden”. Heute wohnen sie in einem neuen, recht komfortablen Haus aus Feldsteinen.
Landschaftlich ein Paradies von Heide und Wald bedeckt mit weiten Stränden und glasklarem Wasser, das man touristisch nutzen könnte, doch die Beiden kümmern sich nur um die Schafe und Kühe des Inselbesitzers vom Festland. Er habe schon einmal wie Robinson auf einer Insel gelebt: zehn Jahre und völlig allein. „Das ist mir, anders als manche glauben, gut bekommen”, lächelt er schüchtern.
Man kann ihm – selbst nach der kurzen Keri-Erfahrung – nur zustimmen. Die „verlassene Insel” und ihre Schwestern können süchtig machen …

Informationen
Estland, ein kleines Land, ein reiches Land – an Traditionen und Kontrasten, sowohl landschaftlich als auch kulturell. Ein EU-Land in Osteuropa, über das man hierzulande noch viel zu wenig weiß. Zwar nicht ganz nah, aber uns kulturell und historisch sehr nahestehend.
Keri: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (bei Peep kann man sich für einen Gratis-Insel-Aufenthalt bewerben; bezahlt werden muss lediglich die Überfahrt – 20 Euro/Person – und die selbst vorher einzukaufende Verpflegung).
Prangli: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (Annika, Andrus und Kristiina sorgen für einen rundum gelungenen Aufenthalt mit Inselrundfahrt, Seehundstour zu den Kegelrobben inklusiv Insel Aksi; einziges Insel-Restaurant; Fahrrad- und Seekajak-Verleih; Unterkunft bei Diina und Iivar auf dem Praaga-Hof).
Tallinn und mehr von Estland: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.visitestonia.com
Tallink-Fährpassagen: www.tallinksilja.de 

17613 PSW Meine estnische Insel Keri im Finnischen MeerbusenMeine estnische Insel Keri im Finnischen Meerbusen.

17613 PSW MS MEGASTAR laeuft in den Faehrhafen von Tallinn einMS MEGASTAR läuft in den Fährhafen von Tallinn ein.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 23In der Halle des Schifffahrtsmuseums von Tallinn am Hafen.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 28Der Autor am Sehrohr des Museums-Ubootes LEMBIT ...

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 33... und vor dem Museums-Eisbrecher SUUR TOLL im Museums-Hafen von Tallinn.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 41Blick von einer Bastion auf das mittelalterliche Tallinn.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 52Peep, der Insel-Wächter, in seinem Speedboot.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 54Leuchtfeuer Keri von See aus gesehen.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 59Luxus-Schlafraum in der Leuchtturm-Baracke von Keri.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 93Findlinge am Ostrand der Insel Keri.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 116Auf dem Moos- und Flechtenboden von Prangli wachsen Sandröhrlinge.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 130 Kerngesunde Sandröhrlinge, köstliche Speisepilze.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 146Der Einsiedler von Aksi vor seiner Hütte.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 181 Pilzausbeute auf Prangli – massenhaft Sandröhrlinge.

17613 PSW Estland Keri Prangli Aksi Archipel 188Ferien auf dem Bauernhof der Insel Prangli. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17613 Estland Keri Prangli Aksi Archipel 126Der Schlaufraum im Ex-Kuhstall auf dem Praaga-Hof/Insel Prangli.

17643 Faehre WRANGOE nach Tallinn im Hafen von PrangliDie Fähre WRANGÖ nach Tallinn im Hafen von Prangli.

17613 PSW 45 Riesige Regenwolke ueber der Altstadt von TallinnRiesige Regenwolke über der Altstadt von Tallinn.

17613 PSW Stadt und Bucht von Tallinn aus der Luft gesehenStadt und Bucht von Tallinn – der Hauptstadt von Estland – beim Abflug aufgenommen.

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17615 PSW Das Stralsund Panorama achteraus bei der Ausfahrt aus dem NordhafenDas Stralsund-Panorama achteraus bei der Ausfahrt aus dem Nordhafen. Fotos: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Dr. Peer Schmidt-Walther

90 ‒ und noch kein bisschen leise
GüMo AKEN im Einsatz für die Insel Hiddensee

Selbst auf youtube ist sie schon ein Star. Immer wenn Kapitän Manfred Volz den 300 PS-Diesel, ein Schwergewicht von 8,4 Tonnen, startet oder umsteuert, gibt es Fans, die den satten Buller-Sound per Handy aufnehmen. „Mega …!” können sie dann nur noch stöhnen und die Augen verdrehen wie andere bei Dampflok-, Motorrad- oder Flugzeug-Geräuschen.

Als Schiffsführer des einzigen in Stralsund registrierten Gütermotorschiffes – abgekürzt nur GMS oder GüMo – ist Volz da nüchterner. Seit 1961 versieht die gepflegte Maschine weitgehend störungsfrei ihren Dienst und verbraucht gerade mal 35 Liter Diesel pro Stunde. „Etwa so viel wie ein LKW”, rechnet er vor, „wir sind zwar langsamer, aber können neunzehnmal so viel transportieren”.

Landeklappe für „Unternehmen Seelöwe”
An diesem Herbstmorgen sind es 400 Tonnen Baustoffe, Sand und Split, die vom Stralsunder Südhafen zum Hafen Vitte auf Hiddensee geschafft werden müssen. Eine Drei-Stunden- oder 18 Seemeilen-Reise. MS AKEN fährt seit 2012 diese Route, um Massengut auf die autofreie Insel zu bringen sowie Schrott, Schutt und Müll von dort abzuholen. „Bei 20 Fuhren pro Jahr rechnet sich das”, meint Nils Gottschalk von der Firma Hiddenseer Logistik GmbH. Gemeinsam mit Torsten Müller, dem Inhaber der Schiffsmaklerei TM-Shipping, betreibt er die betagte Schiffsdame, die auf eine bewegte Geschichte zurückblicken kann.
1928 wurde sie, wie das Schiffsattest zweifelsfrei ausweist, im niederländischen Amsterdam als JOSEPHINA SPEER gebaut, und zwar als solider Schleppkahn aus acht Millimeter dickem Stahlblech. Im Zweiten Weltkrieg wurde er beschlagnahmt und umgebaut. Das Vorschiff erhielt eine Landeklappe. Fünf Panzer sollten in dem Landungsprahm über den Ärmelkanal nach England gebracht werden. „Unternehmen Seelöwe” wurde der Invasionsplan genannt, der zum Glück dank der Landung der Alliierten 1944 in der Normandie scheiterte. Das Kriegsende überstand das Schiff im Berliner Westhafen. Damit war das Leben des Kahns gerettet. JOSEFPHINA SPEER wurde schließlich von der sowjetischen Besatzungszone übernommen, die sie in ihre neu entstandene Binnenschiffsflotte einreihte und „GD 413” nannte. Mit Reparationsgut beladen steuerte sie mehrmals den Hafen Stettin an, von wo die Ladung per Seeschiff in die Sowjetunion ging.

Lehrschiff und „West-Stempel”
1947 übernahm Robert Loch aus Aken an der Elbe den Kahn als Schiffsführer. Unter seiner Regie wurde „GD 413” in ein ziviles Frachtschiff zurückgebaut ohne Betonboden, Klappe und mit neuem Bug und Namen: „DSU 528”, dem Kürzel des neuen Eigentümers Deutsche Schiffsbetriebs- und Umschlaggesellschaft. „DSU 413” erhielt fortan die höchste Klasse für Bodden, Haff und Flüsse. Heute darf MS AKEN sogar die Zone 2 befahren, also bis zu einem Küstenabstand von zwei Seemeilen.
1960 wurde sie in Aken zum Motorschiff umgebaut, in die Flotte des VEB Deutsche Binnenreederei Berlin/DDR eingereiht und nach Fertigstellung 1961 in AKEN umbenannt mit Heimathafen Stralsund. Den Namen trug bis dahin der Seitenrad-Schleppdampfer AKEN, der verschrottet wurde.
1981 wurde auf der Elbe eine Stückgutlinie eingerichtet, die Sohn Rudolf Loch befuhr und dabei auch Lehrlinge ausbildete, was der AKEN den Titel „Lehrschiff” einbrachte. Als schließlich Großkessel von Dresden nach Hennigsdorf befördert werden sollten, brauchte die Besatzung „West-Stempel” für die Fahrt durch West-Berlin. Dann wurde allerdings die Stammbesatzung durch „linientreue” Kollegen ersetzt.

Stolz auf Pflegezustand
Mit dem Fall der Mauer standen auch der AKEN die europäischen Wasserstraßen offen. Doch 1991 war die Binnenreederei am Ende. AKEN wurde wie viele andere Schiffe im Baggerloch von Rogätz bei Magdeburg aufgelegt. Bis sie der Wolgaster Schiffer Horst Dudeck 1992 entdeckte und kaufte. Sein Schwiegersohn Manfred Volz übernahm dann die Schiffsführung über den nächsten Besitzerwechsel 2012 hinaus. Er wird unterstützt von Thomas Berger, der als Steuermann ohne Patent und Bootsmann angemustert hat. Der gelernte Maler und Lackierer ist stolz auf den guten Pflegezustand „seines” Schiffes, das erst wieder 2021 zur Revision, dem Schiffs-TÜV, muss. Manfred Volz sorgte vorher schon für ein neues Steuerhaus und moderne technische Ausrüstung samt Inneneinrichtung der Kabinen im Vor- und Achterschiff. „Nach Feierabend macht jeder seins”, erklärt Volz, „denn Thomas hat doch ganz andere Interessen als ich”.
In Vitte zieht das Anlegemanöver im kleinen Fischereihafen Touristen an, als sich der Sound des bullernden Sechs-Zylinders an der Kaimauer bricht und reflektiert wird. Sogar NDR-Meteorologe Stefan Kreibohm lässt sich das Spektakel nicht entgehen und filmt es als Hintergrund für den „Nordmagazin”-Wetterbericht.
Bagger und LKW stehen schon bereit. Thomas Berger schiebt die Luken auf und bald packt der Greifer zu. Nach fünf Stunden, inklusive Mittagspause, ist der Laderaum wieder blank gefegt und es kann abgelegt werden zur Heimreise nach Stralsund, wo neue Ladung bereits wartet. „Stralsund traffic” wünscht über Funk „gute Fahrt”, Manfred Volz im Gegenzug „gute Wache!”.

Information
MS („GüMo”) AKEN; Bauwerft: Amsterdam, Niederlande als Schleppkahn; Kriegseinsatz als umgebauter Landprahm für „Unternehmen Seelöwe” zur Invasion Englands; Kriegsende im Westhafen Berlin; 1947 Rückbau zum Frachtkahn; 1960: Umbau zum Motorschiff; Länge: 50,55 m; Breite: 6,61 m; Tiefgang (maximal): 2,15 m; Ladung: 466 t; Hauptmaschine: SKL 6 NVD 360; PS: 300; Geschwindigkeit (maximal): 8 kn; Heimathafen: Stralsund, Registerhafen: Vitte; Eigner: Torsten Müller/TM-Shipping, Nils Gottschalk Hiddenseer Logistik GmbH; Flagge: Deutschland.

17615 PSW 211017 1323 MS AKEN im Nordhafen von Stralsund vor dem AuslaufenMS AKEN im Nordhafen von Stralsund vor dem Auslaufen.

17615 241017 0939 Kapitaen Manfred Volz Das Fahrgastschiff INSEL HIDDENSEE kommt vor Hiddensee entgegenKapitän Manfred Volz auf seiner Brücke. Das Fahrgastschiff INSEL HIDDENSEE kommt vor Hiddensee entgegen.

17615 PSW 241017 1009 MS AKEN dreht im Hafen von Vitte auf HiddenseeMS AKEN dreht im Hafen von Vitte auf Hiddensee.

17615 PSW 241017 1017 Kapitaen Manfred Volz vor seinem SteuerhausKapitaen Manfred Volz vor seinem Steuerhaus.

17615 PSW 241017 1020 Die Bausandladung wird in Vitte geloeschtDie Bausandladung wird in Vitte gelöscht.

17615 PSW 241017 1308 NDR Meteorologe Stefan Kreibohm vor der AKEN beim FilmenNDR Meteorologe Stefan Kreibohm vor der AKEN beim Filmen.

17615 PSW 241917 1412 Hiddensee Bootsmann Thomas Berger fegt die Reste im Laderaum zusammenHiddensee – Bootsmann Thomas Berger fegt die Reste im Laderaum zusammen.

17615 PSW 241017 1420 Kapitaen Manfred Volz und sein 6 Zylinder SKL DieselKapitän Manfred Volz und sein 6 Zylinder SKL Diesel.

17615 PSW 241017 1428 Kapitaen Manfred Volz in seinem AKEN WohnzimmerKapitän Manfred Volz in seinem AKEN-Wohnzimmer.

 

NL WATTENMEER 14

17614 Kiek over Diek Termunterzijl Foto Marketing GroningenZu einem Großteil radelt man auf dem „Kiek over Diek” – wie der Name bereits verrät – auf dem Deich, was eine wunderbare Aussicht über die
weite Landschaft garantiert.
Foto: Marketing Groningen


Dr. Peer Schmidt-Walther

Kiek over Diek oder: Wat(t) ’ne Vielfalt!

Wer mit dem „Watt” lediglich Wanderungen durch Schlick und Schlamm sowie Wattwürmer verbindet, der irrt: Das Watt und die dazugehörige Region bieten noch viel mehr. Im Juni 2009 wurde das niederländische Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt und feierte gerade seinen achten Geburtstag. Rund 34 Kilometer lang ist die Groninger Wattenmeerküste, die sich zwischen dem Lauwersmeer im Westen und Eemshaven im Osten an der Grenze zu Deutschland erstreckt und eine einzigartige Naturlandschaft, Flora und Fauna bietet. Der Weg an die Küste ist nicht weit: Aus Norddeutschland – z.B. Leer – sind es lediglich eineinhalb Autostunden bis in das Küstendorf Lauwersoog. Vom Groninger Hauptbahnhof aus fährt der Bus eine knappe Stunde. Perfekt gelegen für einen spontanen Kurz-Trip oder eine ganze Woche Urlaub: An Aktivitäten für einen abwechslungsreichen Aufenthalt mangelt es sicher nicht.

Mit WILLEM JACOB ins Wattenmeer
Schauplatz Lauwersoog. Der kleine Hafen in der niederländischen Provinz Groningen läuft langsam leer. „Ablaufend Wasser, denn man los!”, gibt der Skipper locker das Kommando zum Ablegen. Die 128 Jahre alte klippergetakelte Tjalk WILLEM JACOB, früher ein Frachter für den Ziegeltransport, schiebt sich behäbig durch die Ausfahrt hinaus ins Wattenmeer. Seehunde schauen von ihren trocken gefallenen Sandbänken neugierig zu.
Nach zwei Stunden, gegenüber der Insel Schiermonnikoog, knirscht es unter dem Plattbodenschiff. „Wir sind da, alles aussteigen!” ruft der Skipper vom Steuerstand. Seine Gäste ziehen die Schuhe aus und waten durch graues Nordseewasser an Land. Jaap Kloosterhuis und sein Kollege, – „als Naturpark-Ranger sind wir hier sowas wie Förster zur See” – übernehmen der ehemalige Geografie-Lehrer und sein Kollege, Hobby-Astronom Johan Medenblik, die Führung zu einer Wattwanderung. „Wir befinden uns hier im UNESCO-Welterbe, das ein wahres Vogelparadies ist”, beginnt er seine Erklärungen. Wie auf Knopfdruck erhebt sich ein Schwarm Strandläufer in die Abendluft.
Der Himmel ist zweigeteilt: im Osten tiefschwarz mit Regenbogen über der WILLEM JACOB, im Westen eine furiose atemberaubende Theaterkulisse in Gold-Orange glühend. Gegen Ende der beeindruckenden Watt-Erkundung tuckert ein kleines Boot, dem Typ nach könnte es ein Schlepper sein, heran und legt sich bei WILLEM JACOB auf die Seite.
Die WILLEM JACOB ist ein besonderer Klipper, der 1889 gebaut wurde. An Deck ist es ein autenthisches Schiff, das sich sportlich segeln lässt. Unter Deck befindet sich ein komfortabler Tagesraum mit einem Holzofen, viel Tageslicht und gemütlichen Bänken. In den letzten Jahren wurde das Schiff komplett restauriert. Der Segler trägt immer noch die schönen Holzluken aus der Frachtfahrt. Man kann darauf sitzen, laufen oder auch herrlich in der Sonne liegen. Telefon: +31 50 211 18 63 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · http://willemjacob.nl/de/das_schiff/ 

STORMVOGEL beschert ein Wild-Austern-Mahl
Ein baumlanger, hagerer Mann watet freundlich lächelnd auf die Gruppe zu und fragt in bestem Deutsch: „Habt ihr Appetit auf frische Wild-Austern? Ich habe gerade welche aus dem Wasser gefischt”. Jaap Vegter bringt seinen Fang an Bord. Mit einem Spezialmesser klappt er die Schalentiere auf, legt Zitronenstückchen und Pfeffer dazu. „Eet smakelijk, guten Appetit!”
Sein Schiff mit der Fischereifahrzeug-Kennung UQ 4, die für den Heimathafen Usquert steht, ist – Überraschung! – ein DDR-Oldtimer. „Das ehemalige Schleppboot vom Typ ‚Èlbe’ wurde 1965 auf der VEB Yachtwerft in Berlin-Köpenick gebaut und diente in der Volksmarine in Warnemünde unter der Militärnummer 21-201”, berichtet Jaap, der mit dem 14,50 Meter langen Schiff seit dem Kauf 2011 sehr zufrieden ist: „52 Jahre alt und nicht kaputtzukriegen”, lächelt der bärtige Hüne und freut sich über das Austern-Gelage seiner deutschen Gäste, die kräftig zulangen. Und er weiß noch mehr: „Das Boot war vorgesehen für Binnen- und Haffgewässer mit Verstärkung zum Brechen von leichtem Eis. Deshalb hat dieser vielseitige Typ, von dem rund 60 gebaut wurden, in vielen Varianten von der Yacht bis zur Fähre, bis heute überlebt”. Eine Lanze für den DDR-Schiffbau. Jaap will aber verkaufen, „denn ich brauche für Gästemitfahrten mehr Platz. 65.000 Euro – und du kannst den STORMVOGEL haben”.

Schlepp- und Fischerboot UQ 4 STORMVOGEL
Bauwerft: VEB Yachtwerft Berlin-Köpenick; Baujahr: 1965; Typ: „Elbe”, Projekt 2204, Bau-Nr.: 27, Schleppboot auf Binnen- und Haffgewässern mit Verstärung zum Brechen leichten Eises; DSRK-Klasse: A I B „Schlepper”; Auftraggeber: Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR; Volksmarine-Einsatzhafen: Warnemünde; Kennung: 21-201; Verdrängung: 15,5 t; Pfahlzug: 1,1 t; Länge: 14,50 m, Breite: 3,25 m, Tiefgang: 0,85 m; Maschine: 4-Zyl.-Diesel 4 NVD 21 (heute: Mitsubishi 120 PS), 66 kW, 1 Schraube, Geschwindigkeit: 15 kn; Heimathafen: Usquert; Flagge: Niederlande; Eigner: Jaap Vegter Gästemitfahrten: Telefon: 0031 651709101 - Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · www.vissersvandekust.nl/ontmoeten/vissers-van-de-kust/

Die Angebots-Palette von Marketing Groningen ist umfangreich, aber während eines einwöchigen Urlaubs bequem zu „schaffen”. Es muss ja nicht alles sein:

Yoga-Session im Watt
Auf die wöchentliche Yoga-Stunde muss bei einem Urlaub an der Groninger Wattenmeerküste niemand verzichten – hier wird sie sogar zu einem einzigartigen Erlebnis. Statt in einem stickigen Studio werden Sonnengruß, Kobra, Krieger & Co. nämlich auf der „Engelsmanplaat” praktiziert – einer abgelegenen Sandbank inmitten des weiten Wattenmeers zwischen Ameland und Schiermonnikoog. Drumherum: Nur das Rauschen des Meeres, Vogelgeräusche und der sanfte Wind. Allein die Fahrt hinaus auf die Sandbank zur Yoga-Session wird auf dem alten Seenotrettungsschiff GEBROEDERS LUDEN zu einem besonderen Abenteuer. Wenn das kein tiefenentspannter Start in den Urlaub ist – Namaste! www.visitgroningen.com/de/arrangements/yoga-auf-dem-watt 

Rundfahrt mit dem „Tuk Tuk”
Diese kleinen Gefährte mietete sogar schon André Rieu, um darauf ein Konzert zu geben. Kein Wunder: Die Fahrt mit einem „Tuk Tuk” ist auch etwas ganz Besonderes. In den kleinen Vespas lässt sich die Region um den Nationalpark Lauwersmeer ideal entdecken. Bis zu vier Personen finden in einem Tuk Tuk Platz, die es sogar auf bis zu 50 Kilometer die Stunde bringen. Bei gutem Wetter kann das Verdeck zurückgeklappt werden und die salzige Meeresluft weht herrlich frisch um die Nase. Da fehlt nur noch ein Picknickkorb mit leckerem Proviant und es kann losgehen. Die können beim Tuk Tuk Verleih am Hafen in Lauwersoog übrigens gleich mit gebucht werden – so wie viele weitere spannende Arrangements. www.visitgroningen.com/de/arrangements/tuk-tuk-lauwersoog 

Per Rettungsboot raus auf die Nordsee
Viel Speed und PS garantiert eine Tour mit dem Rettungsboot auf der Nordsee – dabei kommen große und kleine Abenteurer so richtig auf ihre Kosten. Täglich starten die schnellen Boote im Hafen von Lauwersoog und nehmen die Besucher mit auf eine rund einstündige Expedition entlang der Sandbänke quer über das Wattenmeer. Zwischendurch werden kleine Stopps eingelegt und spannende Geschichten rund um das Weltnaturerbe erzählt. Quasi Abenteuer- und Bildungsurlaub in einem. www.lauwersoog.de/ 

Radelnd entlang der Küste auf dem „Kiek over Diek”
Auf dem Fiets unterwegs: Das Radfahren ist typisch für die Niederlande. Und auch die Wattenmeer-Region lässt sich so besonders gut erkunden, z.B. auf dem „Kiek over diek”: Der 90 Kilometer lange und ausgeschilderte Radweg verbindet die Sehenswürdigkeiten der Region zwischen dem westlichsten Punkt der Provinz und dem östlichsten Punkt an der deutschen Grenze bei Nieuwe Statenzijl. Zu einem Großteil radelt man auf dem „Kiek over Diek” – wie der Name bereits verrät – auf dem Deich, was eine wunderbare Aussicht über die weite Landschaft garantiert. Auf der gesamten Strecke liegen zudem zehn sogenannte „TOPs”: Touristische Umsteigeplätze für Radler und Wanderer, die jeweils Startpunkte für weitere bis zu 30 Kilometer lange Routen bilden. Auf diesen lassen sich z.B. das malerische Fischerdorf Zoutkamp oder der größte Seehafen der Niederlande, Eemshaven, entdecken. So fahrradfreundlich wie das Land sind auch die Rastplätze an den TOPs: Neben Toiletten und Picknickmöglichkeiten kann hier Kaffee gekocht und sogar eine Radpanne repariert werden. Beim Touristenbüro der Stadt Groningen – der VVV – kann man eine Übersichts-Karte der einzelnen Rad- und Wanderwegen an der Groninger Wattenküste bestellen.
https://toerisme.groningen.nl/de/sehen-und-erleben/aktiv/radfahren/radweg-kiek-over-diek 

Niederländische Wildnis und Salzwiesen
Seit 1999 darf sich das Gebiet rund um das Binnengewässer Lauwersmeer Nationalpark nennen und bietet Zuhause für eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Das Naturschutzgebiet ist völlig unberührt und viele, teils seltene Vogelarten sind hier beheimatet. Gemeinsam mit dem ehemaligen Forstaufseher Jan Willems kann man diese bei einer Safari bestaunen. Mit einem alten Land Rover geht es dabei sogar an Orte, die für Touristen normalerweise gar nicht zugänglich sind. Bei der Fahrt über die holprigen Wege des Nationalparks lässt sich mit etwas Glück sogar ein Seeadler blicken – der Raubvogel bietet ein beeindruckendes Bild.
Segelschiffs-Kapitänsfrau Janet Frieling beeindruckt mit ihrer Führung über die Salzwiesen. Sie kennt sich aus mit allen dort heimischen Pflanzen und Kräutern. Wer von ihren Zuhörern hat wohl jemals Queller, die salzspeichernde Pflanze, probiert oder Seesalat? Oder Wermut mit berauschender Wirkung? Sogar ein Picknick hat die charmante „Kräterhexe” vorbereitet mit Pflanzen-Pesto und Getreide-Kräckern, dazu wird Apfel-Sanddorn-Tee gereicht: lecker, lecker. Sagen nicht nur die Niederländer.
www.gekruid-en-geroerd.nl · www.visitgroningen.com/de/begegnungen/auf-safari-im-garten

Vögel beobachten im Nationalpark
In den Nationalpark Lauwersmeer kommen Vogelfreunde aus der ganzen Welt, um die seltenen Arten zu beobachten, die hier brüten, überwintern oder auf ihrem Weg gen Süden Rast einlegen. Vom Vogelbeobachtungsposten aus hat man z.B. einen besonders guten Blick auf die zahlreichen Wasservögel. Noch näher kommt man an Seeadler, Wanderfalke und Eisvogel, wenn man gemeinsam mit dem Forstaufseher Jaap Klosterhuis loszieht, denn der kennt sich in der Natur bestens aus. Gemeinsam mit ihm geht es auf die Suche nach seltenen Tier- und Pflanzenarten. 2016 wurde der Nationalpark Lauwersmeer zudem zu einem der seltenen Dark Sky Parks ernannt: Hier lässt sich nachts bei völliger Dunkelheit, dank der nur sehr geringen Luftverschmutzung, der wunderschöne Sternenhimmel besonders gut beobachten. Eine Übersicht mit den Aktivitäten im Nationalpark Lauwersmeer ist hier zu finden:
www.np-lauwersmeer.nl/doen-zien/activiteitenkalender 

Mit MS TENDER ab auf See
Bei so vielen Erlebnissen kommt Hunger auf. Der lässt sich am Watt besonders gut mit allerlei Leckereien aus dem Meer stillen. Hier geht was ins Netz! Während einer Fahrt mit MS TENDER kann man sein Abendessen direkt selbst aus dem Meer holen – frischer geht es nicht. Vom Hafen aus in Lauwersoog startet das Sport-Fischerboot täglich zu unterschiedlichsten Touren. Mit dem Meereswind um die Nase und dem Geruch von Salzwasser in der Luft gilt dann: Petri Heil! Egal ob Kabeljau, Flunder oder Makrele, ob allein oder mit Freunden – allen Angel-Fans ist eine Tour in jedem Fall zu empfehlen. www.ms-tender.nl/de/ 

Fangfrischer Fisch bei 't Ailand
Jede Menge frischen Fisch und Meeresfrüchte gibt es auch bei 't Ailand direkt am Hafen von Lauwersoog. Das Restaurant ist Probierstube, Geschäft und Informationszentrum in einem. Hier kann – je nach tagesaktuellem Fang – fangfrischer Fisch genossen werden, der direkt von den beiden Eigentümern des Restaurants, Barbara und Jan Geertsema, aus dem Meer geholt wird.
Ein Highlight sind die vielen Workshops und Ausflüge, die auch von dem Fischerehepaar angeboten werden. Wer Lust hat, geht zum Beispiel direkt mit raus ins Watt und macht sich auf die Suche nach Muscheln oder Austern. Ebenso werden von den Beiden Kurse zum Fischräuchern oder Filetieren angeboten – inklusive vieler Profi-Tricks und -Kniffe vom Fachmann. www.visitgroningen.com/de/begegnungen/aus-dem-meer-auf-den-tisch 

Uriges Komfort-Camping in den Trekkershutten
Nach all den ereignisreichen Aktivitäten eines Tages an der Wattenmeerküste muss ausreichend geschlafen werden, um gut gerüstet für neue Abenteuer zu sein.
In den gemütlichen Trekkershutten – sogenannte Wanderhütten, die komplett aus Holz gebaut sind – wird das Übernachten besonders gemütlich. Campingplätze, auf denen es diese Hütten gibt, befinden sich z.B. in Nordpolderzijl und Lauwersoog. Die einfachen und funktionalen Holzhütten sind eine tolle Übernachtungsmöglichkeit – auch ohne großen Luxus. Je nach Anspruch an Komfort, Preis und Gruppengröße lassen sich unterschiedlichste Häuschen mieten. Die „Standardhütte” für vier Personen gibt es bereits ab 40 € die Nacht. Alles was für den erholsamen Schlaf mitgebracht werden muss, sind Schlafsack, ein Kissenbezug und ... Müdigkeit. Was bei einem ereignisreichen Tag am Watt nicht schwierig sein dürfte. www.trekkershutten.nl/de/ 

Infos: Marketing Groningen, Susan Apfel, Marketing & Communicatie, Gedempte Zuiderdiep 22, NL-9711 HG Groningen, Telefon +31 (0)50 319 97 57, Mobil +31 (0)64 618 44 12, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! · www.toerisme.groningen.nl

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 2Die Wattwandergruppe verlässt die Schiffe STORMVOGEL und WILLEM JACOB. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 PSW Austern Fischer UQ 4 STORMVOGEL im niederlaendischen WattAustern Fischer UQ 4 STORMVOGEL im niederländischen Watt.  Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 33Die Wattwandergruppe beim Austern-Mahl auf der WILLEM JACOB. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 36Eine Portion meeresfrischer Wild-Austern auf dem Teller. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 Yoga auf der Sandbank Foto Marketing GroningenYoga-Übungen unter hohem Himmel mitten im Wattenmeer. Foto: Marketing Groningen

17614 Expedition im Rettungsboot Foto Marketing GroningenExpedition im Rettungsboot. Foto: Marketing Groningen

17614 Radfahren am Lauwersmeer Foto Marketing GroningenRadfahren am Lauwersmeer. Foto: Marketing Groningen 17614 Safari Lauwersoog Foto Marketing GroningenLandrover-Safari durch das Marschwiesenland bei Lauwersoog. Foto: Marketing Groningen

17614 Vogelreichtum Wattenmeer Provinz Groningen Foto Marketing GroningenDas Gebiet um Lauwersoog ist reich an verschiedenen Vogelarten. Foto: Marketing Groningen

17614 Vogelreichtum Lauwersmeer Foto Marketing GroningenVogelreichtum am Lauwersmeer. Foto: Marketing Groningen

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 43Blick aus einer Treckershutten, einer Wanderhütte, auf das Lauweroog Meer. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 44Restaurierte Fischerhäuser am Hafen von Zoutkamp. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 48Die Gruppe checkt ihre Leih-Fahrräder vor der Abfaht in Zoutkamp. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

17614 Trekkershutten Camping Lauwersoog Foto DeGroeneKoepel NLWanderhütte auf dem Campingplatz Lauwersoog. Foto: DeGroeneKoepel, Lauwersoog NL

17614 PSW Wattenmeer Provinz Groningen 30Dramatischer Sonnenunterganshimmel spiegelt sich im Wattenmeer. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

FLUSSREISENMAGAZIN 16

Eckardt Christian Portrait 05 2017

Christian Eckardt · RessortleiterTopNews · KreuzfahrtMagazin und FlussreisenMagazin
Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

17316 Bremerhaven Hafenwelten 2 06122016 C Eckardt

Das ist meine Hafenstadt, das neue Bremerhaven mit den Havenwelten.
Foto: Christian Eckardt, Bremerhaven

hr

17616 DeutscherFairnessPreis Urkunde Foto 1AVista KoelnGrundlage für die Vergabe des „Deutschen Fairness-Preis 2017” ist eine umfangreiche Befragung von deutschen Konsumenten.
Foto: 1AVista Reisen, Köln

1AVista Reisen ist Sieger des „Deutschen Fairness-Preis 2017”
Berlin – Am Abend des 10. Oktobers lud der Nachrichtensender n-tv gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Service-Qualität in die Bertelsmann-Haupstadtrepresentanz in Berlin, zur Vergabe des „Deutschen Fairness-Preis 2017” ein. Die Auszeichnung wird in Bezug auf Preis/Leistung, Zuverlässigkeit und Transparenz an die fairsten Unternehmen Deutschlands vergeben. Der Kölner Flussreiseveranstalter 1AVista Reisen gehört bereits zum dritten Mal in Folge zu den Gewinnern in der Sparte „Anbieter Flusskreuzfahrten” und belegt in diesem Jahr – nach 2015 – erneut den ersten Platz und ist somit erneut Branchensieger.
Grundlage für die Vergabe des Preises ist eine umfangreiche Befragung von deutschen Konsumenten. Über 45.000 Kundenmeinungen wurden eingeholt und ausgewertet. Die Erhebung der Kundenmeinungen erfolgte von Mai bis Juli 2017 anhand einer bevölkerungsrepräsentativ angelegten Verbraucherbefragung.
„Der erneute Gewinn des Deutschen Fairness-Preis gilt für uns als Anerkennung unserer Unternehmensphilosophie fair und offen mit unseren Gästen umzugehen sowie gleichzeitig als Ansporn unser hohes Service-Niveau zu halten und sogar noch weiter zu optimieren. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung”, freut sich 1AVista Reisen Geschäftsführer Hagen Mesters. www.1avista.de
 

Auf der AFRICAN DREAM über den Sambesi
CroisiEurope präsentiert im Programm 2018 neue Schiffe und Destinationen – Erweiterung der Kapazitäten um 40 Prozent. Mit einem deutlich ausgebauten Programm startet CroisiEurope in die kommende Saison. Neben Reisen auf neuen Schiffen haben deutsche Kreuzfahrer im jetzt erschienenen Katalog 2018 auch erstmals die Möglichkeit, zwischen 4- und 5-Anker-Schiffen zu wählen. Um rund 40 Prozent hat die französische Reederei ihr Angebot auf dem deutschsprachigen Markt erweitert. Zusätzlich zu den Abfahrten, die der Generalagent Anton Götten Reisen überwiegend im Vollcharter anbietet, sind ab sofort zahlreiche weitere Termine aus dem internationalen Programm von CroisiEurope buchbar. Das Unternehmen mit Sitz in Straßburg gehört mit über 45 Schiffen zu den größten Flussreedereien Europas und ist mit mehr als 50 Routen auf über 20 Flüssen unterwegs.
„Wir reagieren auf die stark steigende Nachfrage Einzelreisender”, erläutert Thomas Götten, Geschäftsführer von Anton Götten Reisen. „Durch die neue Terminvielfalt erhalten auch Kunden, die nicht über das Gruppengeschäft mit uns reisen, mehr Möglichkeiten für die individuelle Buchung.” Aus diesem Grund wurden bei einigen Kreuzfahrten auch die Start- und Zielhäfen so angepasst, dass sie für Einzelreisende problemlos zu erreichen sind.

NEU im Programm: Einteilung in 4- und 5-Anker-Schiffe
Mit der neuen Generation der 5-Anker-Schiffe hat CroisiEurope den Komfort für seine Reisenden weiter erhöht. Vor allem im Bereich der Kabinen, die geräumiger sind, sowie über geflieste Bäder mit Duschkabinen und häufig auch über einen Balkon bzw. französischen Balkon verfügen, hat die Reederei ihr Angebot optimiert. Durch die Vergrößerung der Kabinen hat sich die Passagierkapazität verringert. Maximal 110 Gäste finden auf den 5-Anker-Schiffen Platz.

Die AFRICAN DREAM
Ab April 2018 können Kreuzfahrer zu einer exklusiven Entdeckungsreise nach Afrika aufbrechen. Die neu gebaute AFRICAN DREAM wird den Sambesi und Chobe befahren und ihre Gäste zu Nationalparks in Simbabwe und Botswana bringen. Zum Programm gehört auch der Aufenthalt in der eigenen Cascada Lodge auf Impalila Island in Namibia. Die neuntägige Reise ist ab 4.419 Euro pro Person in der Doppelkabine buchbar.

ELBE PRINCESSE II
Mit der Wiederbelebung der Schaufelradtechnik hat CroisiEurope 2016 der Elbe-Kreuzfahrt ein neues Highlight beschert. 2018 bringt die Reederei aufgrund der großen Nachfrage ein weiteres 5-Anker-Schiff der Bauart auf diese Strecke. Ab April 2018 wird die ELBE PRINCESSE II die neuntägige Route zwischen Berlin und Prag fahren.

17616 Indochine II P1040623 Foto CroisiEurope StrasbourgDie INDOCHINE II von CroisiEurope fährt zu den schönsten Zielen in Südostasien – auf dem Mekong von Vietnam nach Kambodscha.
Foto: CroisiEurope, Strasbourg

INDOCHINE II
Auch auf dem Mekong hat CroisiEurope sein Angebot für 2018 aufgestockt. Neben dem 4-Anker-Schiff INDOCHINE I wird ab Juli 2018 das neue 5-Anker-Schiff INDOCHINE II auf dem asiatischen Strom unterwegs sein. Die elftägigen Reisen zwischen dem vietnamesischen Ho Chi Minh-Stadt und dem kambodschanischen Siem Reap sind buchbar.

17616 INDOCHINE II Deck P1040683 Foto CroisiEurope SrasbourgBlick über das Sonnendeck der INDOCHINE II. Foto: CroisiEurope, Strasbourg

17515 PSW 513 DEBORAH auf dem Loire SeitenkanalDie DEBORAH auf den Loire-Seitenkanal. Foto: Dr. Peer Schmidt-Walther, Stralsund

Auf Kanalschiffen durch Frankreich
Die Möglichkeit, auf einer Peniche in kleiner Gruppe zu reisen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. 2018 können Gäste auf den Kanalschiffen, die nur für 24 Passagiere ausgelegt sind, neue Destinationen in Frankreich erkunden. Neben Fahrten über den Rhein-Marne-Kanal und den Kanal Saint Martin in Paris bietet CroisiEurope jetzt auch Reisen auf dem Loire-Kanal sowie auf Wasserstraßen im Burgund und in der Provence an.
Neben diesen neuen Schiffen hat Anton Götten Reisen 2018 weiterhin alle Klassiker auf Donau, Rhein, Mosel, Rhône, Seine und weiteren Flüssen in gleichem Umfang, bzw. mit erhöhten Kapazitäten im Programm. Die Reisen werden auf den bewährten 4-Anker-Schiffen oder auf neuen bzw. umgebauten 5-Anker-Schiffen angeboten. www.croisieurope.de 

Erstes Flusskreuzfahrtschiff mit Elektroantrieb für den Douro
Wie verschiedene Medien berichten, plant Investor Mario Ferreira, zu dessen Gruppe auch der deutsche Flusskreuzfahrtveranstalter nicko cruises gehört, ein Flussschiff mit Elektroantrieb. Die verbesserte Technologie bei der Herstellung von Akkus macht eine entsprechende Entwicklung möglich, so die Ansicht von Ferreira. Während man auf den neuesten Hochseeschiffen auf LNG (Flüssigerdgas) setzt, möchte Ferreira „ohne Ruß und Staub” mit Elektro durchstarten.
Das erste E-Flussschiff mit einer Kapazität für 129 Passagiere soll von der portugiesischen Werft West Sea für den Einsatz auf dem Douro entwickelt und im März 2019 ausgeliefert werden. Die Aufladung der Batterien erfolgt dann immer während der Stopps.
Es bleibt aber abzuwarten, inwieweit auf den großen Flüssen wie Donau oder Rhein ein reines Elektrokonzept umsetzbar ist. So gibt es Gedankenspiele anderer Veranstalter, auf den großen Flüssen in Europa, eher mit einem Hybridantrieb zu verkehren.

hr

17416 Kia Carens MJ17 01 Mysterious Met

 

Kia Carens 1,7 CRDi Spirit – ein Fahrbericht
Mit der Modellüberarbeitung 2017 wurde das preisgekrönte Design (Red Dot Award) weiter geschärft. Zum kraftvolleren Auftritt tragen der neue Frontstoßfänger mit Unterfahrschutz-Design, die veränderten Nebelscheinwerfer und der breitere Kühlergrill bei, der sich nun bis zu den Scheinwerfern zieht. Neu gestaltet wurden darüber hinaus die 16 bis 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen (je nach Ausführung), der Heckstoßfänger und die Lichtsignatur der Rückleuchten. Einen frischen Akzent im Spektrum der insgesamt sieben Karosseriefarben setzt der neue Metallic-Farbton Mysterious Blue.
Veredelt wurde auch das Interieur, unter anderem durch Applikationen mit „Carbon-Struktur” an Armaturenbrett und Türverkleidungen sowie Dachhimmel und Säulenverkleidungen in Schwarz (beides Serie in Topversion Spirit). Die optionale Lederausstattung in schwarz oder beige präsentiert sich nun mit einfarbigen Sitzflächen (Seitenelemente bisher in Schwarz).
Zum Modelljahr 2017 wurde die Sicherheitsausstattung um drei moderne Fahrerassistenzsysteme erweitert: einen Spurwechselassistenten mit Blind Spot Detection (BSD), einen Querverkehrwarner, der beim Rückwärtsfahren die toten Winkel überwacht, und eine Verkehrszeichenerkennung, die Tempolimits und Überholverbote in der Instrumenteneinheit anzeigt.
Alle genannten Infotainment- und Sicherheits-Technologien gehören in der Topversion Spirit zur Serienausstattung, die zudem Smart-Key, Aktiv-Matrix-Display, elektronische Parkbremse, Parksensoren vorn und hinten, Rückfahr-kamera, LED-Rückleuchten, Klimaautomatik, Sitzheizung vorn und hinten, beheizbares Lenkrad und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen umfasst. Schon in der Basisversion Attract verfügt der Kia-Van über ein hohes Ausstattungsniveau. Sie beinhaltet serienmäßig unter anderem Klimaanlage, Audiosystem, Geschwindigkeitsregelung, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und hinten, LED-Tagfahrlicht und die variable Servolenkung Flex Steer™.
Die sparsamste Version des Kia Carens ist der 1.7 CRDi. Der Turbodiesel aus der U2-Baureihe, der sich weltweit in vielen Kia-Modellen findet, kommt in dem Kompakt-Van in seiner stärksten Ausführung zum Einsatz. Er mobilisiert eine Leistung von 104 kW (141 PS) und ein maximales Drehmoment von 340 Nm, das von 1.750 bis 2.500 Umdrehungen zur Verfügung steht. Mit dem standardmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe beschleunigt der Kia Carens 1.7 CRDi in 10,4 Sekunden auf 100 Stundenkilometer (Spitze: 193 km/h) und verbraucht mit EcoDynamics-Ausstattung durchschnittlich 4,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer (118 g/km CO2).
Optional ist die Dieselversion mit einem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) erhältlich, das Kia selbst entwickelt hat. Diese hocheffiziente Automatikversion begnügt sich mit durchschnittlich 4,8 Litern Diesel pro 100 Kilometer (127 g/km CO2) und zeigt zum Modelljahr 2017 verbesserte Fahrleistungen: Den Sprint von null auf 100 Stundenkilometer absolviert der 1.7 CRDi DCT jetzt in 11,3 Sekunden (bisher 12,0), die Höchstgeschwindigkeit liegt unverändert bei 189 Stundenkilometern. Im manuellen Modus bietet das schnell schaltende DCT ein äußerst sportliches Fahrgefühl, im Automatik-Modus ein Höchstmaß an Komfort und Laufruhe.
Im Gespannbetrieb darf der Kia Carens je nach Motorisierung bis zu 1.500 Kilo¬gramm schwere Anhänger ziehen (ungebremst bis zu 750 kg). Eine abnehmbare Anhängerkupplung ist für alle Ausführungen optional erhältlich.
Die Basis für das leistungsfähige Fahrwerk und das hohe Sicherheitsniveau des Kia Carens bildet die extrem stabile Karosserie, deren Struktur für die dritte Modellgeneration neu konzipiert wurde. Sie besteht zu einem großen Teil aus hochfestem Stahl (Anteil: 35,9 Prozent) und verdankt ihre Stabilität zudem modernen Fertigungsverfahren. Eine wichtige Neuerung gegenüber der zweiten Modellgeneration ist der Einsatz von Strukturklebstoffen, die eine extrem hohe Festigkeit von Karosserienähten ermöglichen (Gesamtlänge der Nähte: über 40 Meter). Und bei der Fertigung der B-Säulen wird das innovative Pressverfahren der Warmumformung angewendet. Die dabei entstehenden formgehärteten Komponenten sind nicht schwerer, aber deutlich stabiler als konventionell gepresste Stahlelemente und weisen zudem eine extrem hohe Zugfestigkeit auf.
Die größere Stabilität verdankt die dritte Modellgeneration auch zusätzlichen Querträgern. So verbindet eine Verstärkungsstrebe in der Spritzwand die vorderen Federbeindome, und Ringstrukturen an der B- und C-Säule sowie um die Heckklappenöffnung verstärken und versteifen die Karosserie ebenfalls. Insgesamt hat sich die Verwindungssteifigkeit der Karosserie gegenüber dem Vorgängermodell um 64 Prozent erhöht.
Das hohe Niveau der passiven Sicherheit gewährleisten neben der stabilen Karosserie die effizienten Rückhaltesysteme des Kia Carens. Zur Standardausstattung gehören sechs Airbags (Front- und Seitenairbags vorn sowie durchgehende Vorhangairbags), höhenverstellbare Kopfstützen an allen Sitzplätzen, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn, Gurtwarnsystem für alle bis zu sieben Sitzplätze sowie ISOFIX-Halterungen an den äußeren Sitzen der zweiten Reihe.
Dass der Kia Carens im Fall einer Kollision ein Höchstmaß an Sicherheit bietet, unterstreichen auch die Ergebnisse im Euro NCAP. Besonders gute Resultate erhielt der Kompakt-Van beim Insassenschutz für Erwachsene (94 Prozent) und Kinder (76 Prozent) und erzielte hier in mehreren Testbereichen sogar die maximale Punktzahl: für den Insassenschutz bei einem Seitenaufprall (gegen eine Barriere), für den Schutz von 18 Monate alten Kindern und für den Schutz von Fahrer und Beifahrer gegen ein Schleudertrauma (Heckaufprall). Positiv bewerteten die NCAP-Tester zudem, dass der Kia Carens standardmäßig mit einem Gurtwarnsystem für sämtliche Sitzplätze ausgestattet ist und dass alle Typen von Kindersitzen, für die das Fahrzeug ausgelegt ist, ordnungsgemäß installiert und untergebracht werden können.
Seit 2010 gilt europaweit für alle neu zugelassenen Kia-Fahrzeuge eine Herstellergarantie von sieben Jahren (oder 150.000 km). In den ersten drei Jahren gilt diese Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Hinzu kommen zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung ohne Kilometerbegrenzung sowie fünf Jahre Lackgarantie (oder 150.000 Kilometer). Seit April 2013 gewährt Kia Motors Deutschland zudem eine von drei auf sieben Jahre verlängerte Mobilitätsgarantie. Sie umfasst unter anderem Leistungen wie Pannenhilfe bzw. Abschleppen oder Bergen des Fahrzeugs, die Übernahme der Kosten für Hotel (bis zu vier Übernachtungen), Mietwagen (bis zu sechs Tagen) und Heim- oder Weiterreise, den Versand von Ersatzteilen und den Rücktransport des nicht instandgesetzten Fahrzeugs. Unterstützung bietet die Mobilitätsgarantie aber auch zum Beispiel bei Kraftstoffmangel, Falschbetankung, Schäden durch Marderbiss oder verlorenen Fahrzeugschlüsseln.
Einen weiteren 7-Jahre-Service bietet die Marke seit März 2013 europaweit allen Käufern eines Kia-Neuwagens mit werksseitig fest installierter Karten-navigation: das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update. Diese jährlichen Karten-Aktualisierungen gewährleisten, dass Kia-Fahrern stets die neuesten Informationen zum Straßennetz zur Verfügung stehen. Die genannten Garantien und das Navigationskarten-Update sind an das Fahrzeug gebunden und damit auf einen neuen Halter übertragbar. www.kia.com/de

17416 KIA Carens 001 Cockpit Automatik

17416 KIA Carens 003 Motorraum

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