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Renato Diekmann
Ressortleiter
HamburgMagazin
Der Krise trotzen
Kaum eine Stadt identifiziert sich so stark mit seinem Hafen wie Hamburg.
Dies gilt nicht nur für die im Hafengeschäft tätigen Unternehmen und deren
Beschäftigten, sondern auch für die gesamte Wirtschaft, die Bevölkerung, die
Politik und die Kultur. Deutschlands größter Seehafen blieb 2009 von der
Finanz- und Wirtschaftskrise nicht verschont. Obwohl der Seegüterumschlag
von 140, 4 Millionen Tonnen um rund 30 Millionen Tonnen – und damit um 21,4
Prozent – unter dem vergleichbaren Vorjahres-Ergebnis blieb, erwartet der
Hamburger Hafen für 2010 ein moderates Wachstum. Genaue Zahlen konnte
niemand nennen. „Die Talsohle ist jedenfalls durchschritten. Der Hamburger
Hafen nimmt wieder Fahrt auf für ein moderates Wachstum”, prophezeite
Claudia Roller, Vorstandssprecherin von
Hafen
Hamburg Marketing. Trotz schwieriger wirtschaftlicher
Rahmenbedingungen im In- und Ausland, werden die geplanten Investitionen für
den Hamburger Hafen konsequent weitergeführt. „Der geplante Ausbau der
Hafenkapazitäten und die Vertiefung der Elbe finden statt”, betonte Axel
Gedaschko, Senator der Behörde für Wirtschaft und Arbeit. Alle notwendigen
finanziellen Mittel stünden uneingeschränkt zur Verfügung. Nur so könne die
Infrastruktur des Hamburger Hafens für die Zeit nach der Krise langfristig
gestärkt werden. In Zukunft können dann auch Containerschiffe mit einer
Länge von 400 Metern, 46 Metern Breite und einem Tiefgang von 16,5 Meter
bzw. 13,5 Meter unabhängig von Ebbe und Flut die Elbe passieren.

Blick über die Landungsbrücken.
Frei durchatmen
Die gute Nachricht: Weniger Güterumschlag schützt die Umwelt. Auch wenn der
Ladungsumschlag wieder zunimmt, können Hamburger und Gäste ungehindert auf-
und durchatmen, denn seit Beginn des Jahres dürfen Schiffe (auch
Kreuzfahrtliner) nur noch mit umweltfreundlichem Treibstoff in den Hamburger
Hafen einlaufen. Die saubere Luft verdanken wir einer EU-Verordnung, die
zwingend vorschreibt, dass Schiffe während ihrer Liegezeit in europäischen
Häfen ab dem 1. Januar 2010 fünfzehn Mal weniger Schadstoffe in die Luft
blasen dürfen als zuvor. Der Verordnung zufolge muss der Schwefelanteil des
Diesels von 1,5 Prozent auf 0,1 Prozent reduziert werden.

AIDAblu wurde getauft
Trotz Schneefall und eisiger Temperaturen verfolgten in Hamburg über
zehntausend Schaulustige die Taufparty der AIDAblu. Ganz vorsichtig kämpfte
sich das siebte Schiff der Kussmundflotte vom Cruise Terminal am Grasbrook
in der neuen Hafen City durch die vereiste Elbe zur traditionellen
Fischauktionshalle. Dort wurde das 252 Meter lange Schiff zur
Projektionsfläche. Auf der schneeweißen Bordwand tummelten sich
Fischschwärme, fliegende Möwen, schnaubende Wale und schwimmende Delfine.
Knallbunte Farben sorgten für ganz großes Kino. „Du schönes Schiff, ich
taufe dich auf den Namen AIDAblu! Trage das Lächeln in die Welt und in die
Herzen der Menschen!”, rief die Taufpatin Jette Joop und wünschte dem
Kreuzfahrtliner, seinen Gästen und der Crew allzeit gute Fahrt und immer
eine Handbreit Wasser unter den Kiel. Dann zerschellte am Bug des Schiffes
die Champagner-Magnumflasche, die von der Designerin im selbstentworfenen
Glitzerkleid aus 6.000 Swarovski-Steinen vom schwimmenden Ponton aus per
Funk in Gang gesetzt worden war. Unter tosendem Beifall erstrahlte ein
gigantisches Feuerwerk den nächtlichen Himmel über Hamburgs Hafen und
verabschiedete das Schiff zur ausgebuchten Jungfernfahrt nach Palma de
Mallorca. Während es sich aus der Hansestadt in Richtung Nordsee entfernte,
feierten die geladenen Gäste in der Fischauktionshalle munter weiter –
darunter Prominente wie Wirtschaftssenator Axel Gedaschko, Finanzsenator
Michael Freytag, Schauspieler Heinz Hönig, Tagesschau-Sprecher Marc Bator,
Scooter Frontman H.P. Baxxter, aber auch die bundesweit bekannte Drag Queen
Olivia Jones, die in Hamburg sehr originelle Hafenrundfahrten, Kiez-Touren
und Reeperbahn-Bummel veranstaltet – wirklich empfehlenswert!

Die Superferries der Stena Line
Auch in der Welt der Fähr- und RoRo-Schifffahrt hat der massive
wirtschaftliche Abschwung der vergangenen Monate seine Spuren hinterlassen,
meldet das Fachmagazin RoPax: Viele Reedereien und Linienbetreiber haben
Einbrüche im Frachtgeschäft von bis zu 30 Prozent hinnehmen müssen. Andere
Unternehmen wiederum konnten im Passagebereich trotz Finanz- und
Wirtschaftskrise bis zu 20 Prozent zulegen. Dazu gehört auch die Göteborger
Reederei Stena Line, die zwar im Transportgeschäft schwächelte, einen
Stellenabbau plant, dank zunehmender Passagierzahlen aber zwei neue
Superferries in den Dienst stellen wird. Am 9. Mai nimmt die neue STENA
HOLLANDICA
den fahrplanmäßigen Dienst zwischen Hoek van Holland und Harwich (England)
auf. Im Oktober folgt dann das nahezu baugleiche Schwesterschiff, die neue STENA
BRITANNICA.
Im Vergleich zu den alten Fähren gibt es auf jeder neuen Superferry statt
800 Personen nun Platz für 1200 Passagiere. Außerdem können große Trucks und
320 Pkw untergebracht werden. Neben Restaurants (speziell auch für Trucker),
Cafés, Casino, Weinbar, Bord Shop, News Room, Kino, Leselounge und
Kinderbereich wird es auf beiden Neubauten geschmackvoll eingerichtete
Kabinen unterschiedlicher Kategorien geben. |
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Kunst
inklusive
Für alle Kunstliebhaber und solche, die es werden möchten, zeigt die
Hamburger Kunsthalle noch bis zum 9. Mai 2010 die Ausstellung Pop Life. Sie
präsentiert insgesamt 320 Werke berühmter Künstler wie Andy Warhol, Damien
Hirst, Martin Kippenberger, Tracey Emin oder Takashi Murakami. Neben
Photographien, Gemälden, Zeitschriften, Skulpturen und Videos wird auch
Keith Harings Pop Shop rekonstruiert, den der Künstler 1986 in New York
eröffnete, um dort seine Arbeiten ähnlich einer Modekollektion zu
vermarkten. Einige Ausstellungsräume sind nur für Besucher über 18 Jahren
zugelassen, sie zeigen u. a. die selten zusammengeführten Arbeiten von Jeff
Koons’ Serie „Made in Heaven”.
Wer den Besuch der Ausstellung mit einem Aufenthalt in der pulsierenden
Elbmetropole verbinden möchten, für den bietet die Hamburg Tourismus GmbH (HHT)
ein spezielles Angebot: Ab 99 € verbringen Gäste eine Nacht inklusiv
Frühstück im Hotel ihrer Wahl und erhalten den Eintritt sowie den Katalog
zur Ausstellung „Pop Life. Warhol, Haring, Koons, Hirst …”
gleich dazu. Und weil bei den Hamburg-Spezialisten Exklusives inklusive ist,
erhalten Gäste zudem die Hamburg CARD – das Entdeckerticket für die Stadt –
sowie 15 Prozent Rabatt in ausgewählten Restaurants. Dieses, sowie viele
weitere attraktive Angebote und Informationen zu Hamburg. gibt es
telefonisch unter 040-300 51 300 oder im Internet unter
www.hamburg-tourismus.de

Unterwegs mit der CAP
SAN
DIEGO
Zwischen 1962 und 1981 war die CAP
SAN
DIEGO
als konventioneller Stückgutfrachter 120 Mal jeweils 60 Tage lang zwischen
Europa und der Ostküste Südamerikas unterwegs. Seit dem 31. Oktober 1986
liegt der „weiße Schwan des Südatlantiks”
als weltgrößtes seetüchtiges Museums-Frachtschiff an den Landungsbrücken im
Hamburger Hafen. Demnächst heißt es für die CAP
SAN
DIEGO
wieder „Leinen los!”
Wer dabei sein will,
kann mit dem Frachter vom 16. bis 25. Juli 2010 über Elbe und durch den
Nord-Ostsee-Kanal nach Cuxhaven, Rendsburg und Kiel schippern – ein
einmaliges Erlebnis. Infos unter
www.capsandiego.de

MSC MAGNIFICA
– die Prachtvolle
Wenn die MSC MAGNIFICA
mit vielen deutschen Gästen an Bord am 5. März nach Hamburg kommt, erhält
sie aus der Hand des 1. Bürgermeisters, Ole von Beust, die offizielle
Begrüßungs-Plakette der Freien und Hansestadt Hamburg. An diesem Tag haben
Journalisten und Fachbesucher aus der Reisebranche auch Gelegenheit, das
neue Schiff eingehend unter die Lupe zu nehmen. Am 6. März folgt die
feierliche Taufzeremonie mit der Film-Ikone Sophia Loren, geladenen Gästen
aus der Wirtschaft, der Politik und der Kultur. Auch das Management von MSC
Kreuzfahrten aus Italien, angeführt von Gianluigi Aponte, Kapitän und Reeder
der größten, privat geführten Kreuzfahrtflotte der Welt, wird anwesend sein.
Gegen 20 Uhr wird das Schiff den Anleger am Grasbrook verlassen und vor den
Landungsbrücken ankern, damit auch alle Schaulustigen die Feierlichkeiten
über große Bildschirme hautnah mitverfolgen können. Nach einem
Cocktail-Empfang und einem Galadinner an Bord findet dann die Show von Eros
Ramazzotti im Royal Theater statt. Gegen 22 Uhr wird Taufpatin Sophia Loren
das Schiff dann auf den Namen MSC MAGNIFICA
– die Prachtvolle – taufen. Die Zeremonie endet mit einem großen
musikalischen Feuerwerk unter dem Motto „Karneval in Venedig”.
Gegen Mitternacht wird die MSC MAGNIFICA
wieder vor dem Cruise Terminal am Grasbrook anlegen. Die MSC MAGNIFICA
ist baugleich zur Musica-Klasse, hat aber alle modernen
Unterhaltungs-Einrichtungen der neuen Fantasia-Klasse. Besonders
hervorzuheben ist der Pool mit Glasschiebedach (La Grotta Azzurra). Er ist
ideal für die ganzjährigen Kreuzfahrten im Mittelmeer. Ansonsten bietet die
MSC MAGNIFICA
neben schönen Kabinen (80 Prozent davon Außenkabinen, die meisten mit
privatem Balkon) ein umfangreiches Unterhaltungsangebot, ein großes Theater
mit 1240 Plätzen, ein Kasino, viele unterschiedliche Restaurants, Bars und
eine Disko. Sportlich geht es auf dem Joggingpfad auf Deck 14 und im
Panorama-Fitness-Studio zu. Wer relaxen will, findet im weitläufigen Spa- &
Wellnessbereich einen idealen Platz. Neu sind eine Bowling-Bahn, ein
Billard-Tisch und ein 4D Kino an Bord. Auch der MSC Kinderclub wurde
erweitert und mit Motiven der Unterwasserwelt eingerichtet.
Weltleitmesse für den Schiffbau
Seit ihrer Gründung gilt die SMM – Shipbuilding, Machinery & Marine
Technology – als die Leitmesse für alle Vertreter der Schiffbauindustrie.
Sie findet vom 7. bis 10. September 2010 auf dem Hamburger Messergelände
statt und ist das wichtigste internationale Forum der Branche – und eine
willkommene Gelegenheit, sich an Ort und Stelle umfassend über Schiffbau und
Schiffseinrichtung, Antriebssysteme, Betriebsanlagen, Ladungsumschlag,
Elektronik, Meerestechnik, Hafenlogistik und Hafentechnik sowie maritime
Dienstleistung zu informieren.

Umwelt- und Hochwasserschutz
Im Rahmen der SMM 2010 werden am 7. und 8. September 2010 unter der
Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Branchenexperten aus
aller Welt auf dem global maritime environmental congress (gmec) über neue
Entwicklungen im Umwelt- und Hochwasserschutz diskutieren und Ergebnisse
präsentieren für einen neuen Kurs in Richtung nachhaltige ökologische
Schifffahrt. Dazu werden 700 Vertreter aus Industrie, Politik, Wissenschaft,
Marine, Tourismus und Umweltschutzorganisationen in der Hansestadt erwartet.
Ziel ist, den gmec als den ersten und wichtigsten wiederkehrenden maritimen
Umweltkongress zu etablieren. |