NEUE SCHIFFE GESICHTET

 


Foto: Holland America Line

Die Nieuw Amsterdam bei der Einfahrt in Venedig.

Venedig, 4. Juli 2010. Schon bei Ankunft an Venedigs Flughafen Marco Polo ist es unübersehbar – im Hafen herrscht Hochbetrieb: Vertreter von Costa, MSC, NCL, Princess und Royal Caribbean sammeln ihre „Schäfchen. Im Minutentakt starten voll besetzte Busse in Richtung Kreuzfahrtterminal. Passagiere von Holland America Line sind besonders gespannt. Erwartet sie doch nicht nur ein nagelneuer Cruiseliner, sondern auch eine echte Prinzessin.

Keine Reederei hat mehr Emigranten von der alten in die neue Welt gebracht, als die aus De Nederlandsch Amerikaansche Stoomvaart Maatschappij hervorgegangene Holland America Line, kein Schiff mehr alliierte Truppen transportiert als deren NIEUW AMSTERDAM. Was also liegt näher, als einen Neubau mit diesem Traditionsnamen am amerikanischen Unabhängigkeitstag zu taufen? Von einem Mitglied des holländischen Königshauses, von Prinzessin Maxima. Ob dieses perfekten Timings schlagen nicht nur die Herzen amerikanischer Patrioten höher. God bless America. And the Netherlands too. Mit dem „Dessert Extravaganza findet ein festlicher Tag seinen fulminanten Abschluss: Hunderte süßer Versuchungen rund um den Lidopool.

Die NIEUW AMSTERDAM ist mit 86.273 BRZ der Riese unter den „…DAM“-Ships*, über 285 Meter lang, mehr als 32 Meter breit, 11 Decks hoch. Und viel größer sollen sie nach dem Willen von Stein Kruse, President and Chief Executive Officer von Holland America Line (HAL) auch zukünftig nicht werden. Man sei eben die typische „Midsized Cruise Line und wolle das auch bleiben, dem Streben nach immer größer, höher, breiter widersetze er sich ganz bewusst. Wie man auch an althergebrachten Kreuzfahrttraditionen festhalte. Die teakholzbelegte Rundum-Promenade mit den schweren Deckchairs gehöre ebenso dazu wie der achtern gelegene „Sea View Pool mit seiner fantastischen Aussicht oder der aus den Gründertagen stammende Bellboy. Noch immer fährt die Flotte unter niederländischer Flagge, kommt der Großteil der dienstbaren Geister aus den ehemals holländischen Kolonien, geschult in reedereieigenen Ausbildungsstätten in Jakarta und Manila. Den Gästen gefällt’s – die Repeaterquote liegt bei knapp 50 Prozent. Dank ihrer Hilfe erreicht HAL immer wieder Spitzenwerte bei den Leserbefragungen amerikanischer und britischer Reisezeitschriften: „Best overall Cruise Value (Ocean & Cruise News), „Among the World Highest-Rated Cruise Lines (Conde Nast Traveler), „Best Overall Service  (Porthole Cruise Magazin) – um nur einige zu nennen.

„Freestyle, „Personal Choice, „My time – auch HAL hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Dine as you wish nennt man es auf den Schiffen mit dem dunkelblauen Rumpf. Der sich über zwei Decks erstreckende „Manhattan Dining Room, das „Lido Restaurant und das auf italienische Leckereien spezialisierte „Canaletto laden ebenso zum  Nulltarif wie die am Pool gelegene Pizzeria oder der Terrace Grill. Hochwertige Steak- und Fischspezialitäten serviert der „Pinnacle Grill, Panasiatische Küche das  „Tamarind (beide zuzahlpflichtig und beide mit eigener Bar für Aperitif oder Digestif). Wenn das nicht reicht – der Zimmerservice liefert rund um die Uhr.

Der typische HAL-Gast ist 57 Jahre alt und genießt es, „gepampert (also umsorgt) zu werden. Daran orientiert sich natürlich das Unterhaltungsprogramm: Klavier-Musik in der „Piano Bar”, ein Geigenquartett in der „Explorer’s Lounge,

Gitarrenklänge im „Crow’s Nest, Tanzmusik in der „Queens Lounge, Diskofox im „Northern Lights Nightclub. Und im  dreistöckigen „Showroom at Sea mal ABBAcadabra, mal ein Magier, ein klassisches Konzert oder eine aufwändige Showproduktion. Standing Ovations für „Cantaré, vier jugendliche US-Sänger, vergleichbar mit „Adoro oder „Die jungen Tenöre. Der Screening Room präsentiert topaktuelle US-Filme, übers Schiff verteilte, riesige LCD-Bildschirme übertragen Sportereignisse – wie Viertel- und Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft. Selbst der Nachwuchs kommt nicht zu kurz: Der ihm vorbehaltene „Club Hal ist fast so groß wie das für ein amerikanisches Schiff erstaunlich kleine Casino. Bei den Abfahrten aus US-Häfen sind in den Ferienzeiten bis zu 300 Kinder an Bord. Sie werden in drei Altersgruppen – von 3 bis 17 Jahren – betreut. Babysitting ist auf Anfrage und nach Verfügbarkeit möglich.

HAL rühmt sich der größten Kabinen auf See. Exakt 1.053 sind es auf der NIEUW AMSTERDAM, 718 mit eigener Veranda. Buchbar in 35 Kategorien. Alle mit Minibar, Flatsceens, DVD-Player, Bademänteln und Haartrockner ausgestattet. Die Nasszellen (die meisten mit Badewanne) sind mit Kosmetikartikeln der Marke Elemis bestückt.

Frische Blumen sind ebenso Standard wie der – auf Wunsch täglich aufgefüllte – Obstkorb und der selbst in Luxushotels nicht mehr selbstverständliche Schuhputzservice samt allabendlichen Betthupferl.

 


 

*die „…DAM-Ships und ihre Indienststellung

EURODAM (2008), NOORDAM (2006), WESTERDAM (2004), OOSTERDAM (2003), ZUIDERDAM (2002), AMSTERDAM und ZAANDAM (beide 2000), VOLENDAM (1999), ROTTERDAM (1997), VEENDAM (1996), RYNDAM (1994), MAASDAM und STATENDAM (beide 1993) sowie die PRINSENDAM (ex ROYAL VIKING SUN bzw. SEABOURN SUN).

 

Besonders stolz ist man auf „The Mariner’s Dream Bed – im HAL-Onlineshop auch nach Hause zu bestellen. Erstaunlich, dass in den Kabinen – anders als bei fast allen anderen amerikanischen Reedereien – noch immer geraucht werden darf.

Der Neubau ist eine Hommage an die von Holländern gegründete Stadt Nieuw Amsterdam, dem heutigen New York. Alle HAL-Schiffe sind aufgrund ihrer zurückhaltenden Innenarchitektur („We are not glitzy and colourfull), ihrer  Blumenpracht und der zahlreichen – teils antiken, teils neuen Kunstwerke – quasi maßgeschneidert für den deutschen Gast. Weshalb man diesen zukünftig stärker im Visier hat. Mit mindestens einem mehrsprachigen, internationalen Host, deutschen Nachrichten und Speisekarten, ja – bei Erreichen einer Mindestteilnehmerzahl – sogar mit deutschsprachigen Landausflügen. Selbst wenn man an Rezeption, im Spa und im Ausflugsbüro schon heute vereinzelt auf Mitarbeiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trifft, englische Sprachkenntnisse sind unabdingbar. Die im Aufbau befindliche Seite www.hollandamerica.de informiert detailliert über die HAL-Welt, über Routen und  – tagesaktuelle – Preise.

Was man zum Stichwort „Nebenkosten noch wissen sollte: Pro Person und Tag wird dem Kabinenkonto ein Trinkgeld in Höhe von 11 US$ belastet. Die Nutzung von Sauna und/oder Dampfbad ist nur im Rahmen eines SPA-Tagespasses möglich (pro Person 40 US$, reduzierte Raten bei Buchung für die gesamte Reise und für Paare). Lunch im Tamarind ist aufpreisfrei, im Pinnacle Grill werden dafür 10 US$ berechnet. Abends beträgt die Cover-Charge 15 bzw. 20 US$. Der Lido-Pool – er wandelt sich bei schlechtem Wetter mittels Schiebedach zum Hallenbad – ist leider nicht vollständig frei zugänglich. Die „Cabanas auf der Backbordseite sind ebenso kostenpflichtig wie die „Retreat Cabanas und „Family Cabanas auf Deck 11 (an Hafentagen 30, 45 oder 65 US$, an Seetagen 50, 75 bzw. 115 US$). Auch für diese – Beduinenzelten nachempfunden – privaten Refugien gibt es ermäßigte Packages bei Buchung für die gesamte Reise.

 

Ein Schiff sieht ROSA · Holland America Line unterstützt seit Jahren die Initiative „Susan G. Komen fort he Cure®” gegen Brustkrebs. Auf jeder Reise wird an Bord aller HAL-Schiffe der „On Deck fort he Cure walk” durchgeführt. Über 145.000 Teilnehmer haben bisher über zwei Millionen US-Dollar erbracht. Mit den Worten „Ich habe meiner Schwester Susan G. Komen vor ihrem Tod versprochen, gegen diese tückische Krankheit anzukämpfen” rief Nancy G. Brinker an Bord der NIEUW AMSTERDAM zur Teilnahme auf. Über 500 Passagiere sind ihr gefolgt, mehr als 39.000 US$ wurden alleine an diesem Tag für die Krebsforschung gespendet. Sichtbares Erkennungszeichen aller Teilnehmer ist ein rosa T-Shirt – am 6. Juli war es allgegenwärtig (siehe Bild).

Foto: Holland America Line

Sämtliche Kapitäne der HAL-Flotte erweisen der „Neuen” ihre Referenz ...

Foto: Holland America Line

… Remineszens an die Gründertage:

Der Bellboy ...
 

Foto: Holland America Line

... und die allgegenwärtige Blumenpracht.

Foto: Holland America Line

Prinzessin Maxima und Reedereichef Stein Kruse.

 

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin

Der große Moment: Prinzessin Maxima tauft die NIEUW AMSTERDAM.

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin

Die Früchteecke vom  Büffet „Dessert Extravaganza”.

 

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin

EXPLORATION – ein Mix aus Café, Bücherei, Internetcorner und Fernsehraum.

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin
Nur mit Tagespass zu nutzen: Der Hydrotherapy-Pool in „The Greenhouse Spa”.
 

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin

Eingang zum „Theatre at Sea”. 

Foto: Fred Friedrich, SeereisenMagazin

Tageweise oder für die ganze Reise zu mieten: Eine Familien-Cabana.